Mittwoch, 30. September 2009

Wie Schmidt's Katze!

Vor dem HM am Wochenende stand heute auf meinem (eigenen, inneren) Trainingsplan noch einmal Tempobolzen auf dem Plan. Entsprechend vorfiebrig schwang ich mich gegen 6 Uhr aus dem Bett. Auf 10 Minuten warm laufen (was ich beim Rest der Trainingseinheit nicht verstehe) folgten 5 Kilometer @6:14 (die ich kein einziges Mal "genau traf") und 3,8 @4:36.

"Das ist aber schnell", muss ich mir wohl gedacht haben. Im mp3-Player hatte ich vorsichtshalber "Fortuna Imperatrix Mundi" aus den "Camina Burana" eingestellt - ich liebe diese monumentalen Werke, um eventuelle Schmerzen in der Musik zu ertränken. Und schon flog ich förmlich um meinen Trainingssee. Die Atmung war - jedenfalls gemessen an meinen Unheilserwartungen - ok, Puls auch, nur leider tat meine Hüfte respektive mein Rücken bereits auf dem ersten Kilometer einen "Knacks". Damit versetzte er sich in den Zustand von vor 3 Wochen, wo außer schnellem Laufen und Rumsitzen auch nichts mehr zu gehen schien. Aber da ein Indianer keinen Schmerz kennt (oder dieser ihn auf dem Kriegspfad zumindest von nichts abhält), schaffte ich die ersten 1000 Meter in 3:52 Minuten.

"Etwas zu schnell!" dachte wohl sogar ich mir im Stillen, nur halb froh, einen Gang runter schalten zu können. Die Hüfte tat weh, das Tempo irgendwie auch, trotzdem malte ich mir in meinem delirium athleticensis schon die Zeiten aus, in denen auf meinem Trainingplan eine stolte "3" vor dem Doppelpunkt für die Tempoläufe stehen würde. Den zweiten Kilometer riss ich dann in vergleichsweise langsamen 4:18 ab, den dritten in 4:06 und die gute Hälfte des vierten in 4:11.

"Geht ab wie Schmidt's Katze" ist denn auch die einzig ehrliche Zusammenfassung, die ich meinem Tempotraining geben kann. Der Samstag wird zeigen, inwiefern hier die Grenze zwischen unaufhaltsam und unvernünftig überschritten war!

Dienstag, 29. September 2009

Durchwachsener Wochenstart

Es ist Saisonende, und wenn ich in meinen Körper hineinhorche, dann gibt er mir das auch sehr deutlich zu verstehen. So startete ich gestern mit einem lockeren 10er in die Woche, doch so "locker" sich der Schnitt von 5:50 auch anhört - leicht ist es mir nicht gefallen.

Macht aber natürlich nichts, denn wen ich nur trainieren würde, wann und wie es mir wirklich leicht fällt, wäre ich keine Läuferin. Entsprechend also heute den "langen Dauerlauf" (14 KM) laut Vicsystem (bei dem ich zur Zeit nicht angemeldet bin) gemacht. Dass ich die 5:48 nicht einhalten würde, war mir bereits klar, seit ich sie letzte Woche auf dem Laufband im Fitnesscenter des Hotels in Thessaloniki absolviert hatte. Zwar ist es auf dem Laufband noch schlimmer, aber schleichen entspricht einfach nicht meinem Temperament. So ließ ich mich erst etwas gehen, und schaffte es schließlich, einige Kilometer sogar sub 4:30 zu laufen. Womit das Thema "Angst vor dem Tempodauerlauf", wo 3600m @4:38 auf den Plan stehen, eigentlich gegessen sein sollte.

Einzig die Tatsache, dass ich wahrscheinlich nicht genug und nicht regelmäßig genug regenerativ laufe, gibt mir zu denken. In diese Richtung deutet auch die Tatsache, dass mein Puls nach einem grandiosen Finish (@4:25) recht lange brauchte, um abszusacken und dann erstmal bei 110 kleben blieb - normalerweise ist er ruckzuuck wieder bei 90 mit fallender Tendenz.

Dennoch und trotz allem werde ich das Tempotraining morgen noch durchziehen. Ab Donnerstag bin ich dann ohnhehin unterwegs nach und in Nürnberg, wobei andere Dinge gegenüber dem gezielten Lauftraining in den Vordergrund treten werden.

Für mich entdeckt habe ich darüber hinaus die Stabilitätsübungen von Vic - und nach 2 Wochen à 2 durchgezogenen Einheiten bin ich nun endlich auch imstande, alle Übungen halbwegs sachgerecht auszuführen. Sieht zwar teilweise aus wie Maikäfer-Krabbeln, aber ich bilde mir ein, bereits einige positive Effekte zu spüren.

Was den Saisonverlauf über den kommenden HM hinaus angeht, bin ich mir noch nicht so sicher. "Los, lauf den Braunschweig-Marathon!" feuert der Ehrgeiz an. "Mach' nicht den gleichen Fehler wie an jedem Saisonende", jammert der Verstand...

Samstag, 26. September 2009

Erste und kein bisschen weise!


Wie geplant und angekündigt, bin ich heute in Hildesheim den Minerva-Lauf der Universität gelaufen. Mit dem Ergebnis von 20:45 Minuten war ich nicht ganz zufrieden, durfte mich aber dennoch erste Frau und Gesamt-Vierte nennen. Dabei hatte ich ab KM 3 Seitenstiche, die so stark waren, dass ich schon dachte, mein letztes Sekündchen hätte geschlagen.

Rechnet man allerdings die Malaisen in der Vorbereitung mit ein, so stimmt mich die Teilnahme an dieser neuen Laufveranstaltung, die in den kommenden Jahren mehr Zulauf verdient, doch insgesamt froh. Die Atmosphäre war sehr nett, es gab einen Spielmobil-Parcours für Kinder, auf dem ich mich nach dem Rennen natürlich nach Herzenslust vergnügte, und auch einen Kuchen mit Kaffee für den "guten Zweck" (Stipendienprogramm der Uni) verzehrte ich noch.

Wenn ich behaupte, dass die Teilnahme nicht eben weise war, dann, weil ich mich seit Anfang der Woche (da absolvierte ich auf dem Laufband in Thessaloniki ein hartes Intervalltraining) mit einem Kratzen im Hals und ein klein wenig gestörtem Wohlbefinden 'rumschlage. Wobei ich diese Symptome mal auf den "Work hard, party-Hard"-Lebensstil auf der besuchten Konferenz zurückführe ;-)

Gelohnt zu haben scheinen sich jedenfalls die Tempotrainings (z.B. 6x800 in 4:16 Min.), denn zumindest auf den ersten Kilometern konnte ich im Schnitt deutlich unter 4 Minuten bleiben, ohne ein starkes Anstrengungsgefühl zu spüren. (Ja, ich weiß, die anschließenden Seitenstiche sprechen eine andere Sprache...)

So, jetzt geht es erstmal auf ein entspanntes Wochenende in den Harz. Es gäbe noch einiges zu sagen, aber...

Samstag, 19. September 2009

Auf dem steilen Pfad der Besserung

Ich bin ja so glücklich! Mein Lauf-Leben wird mich in Kürze wieder haben, hätte das eigentlich schon heute gekonnt, wenn... ihr dürft gespannt sein!

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war eine ziemlich unruhige für mich. Ursache war der Zustand zwischen Hoffen und Bangen, der sich an den Besuch bei der Orthopädin knüpfte. Klar, ich bin jung, habe eigentlich immer Sport gemacht, schmähe das Ausgleichstraining auch nicht ganz so sehr, wie ich es hier im Blog manchmal zwischen den Zeilen zu sagen pflege... Auf der anderen Seite: Was, wenn mein Hausarzt doch recht hat mit seiner "beginnenden Arthrose", erst in den Kniegelenken und jetzt auch noch in der Hüfte? Wieviele wenig aufmunternde Stories habe ich nur von den paar Leuten gehört, mit denen sich ein entsprechendes Gespräch ob meines Anblicks - humplend - nicht vermeiden ließ, von der jüngeren Schwester mit dem zweiten neuen Hüftgelenk bis zum Haarriss/Ermüdungsbruch?

Ihr ahnt es allerdings schon an der Überschrift: So schlimm steht es um mich nicht. Ich habe eine leichte Fehlstellung des Illiosakralgelenks (also zwischen den letzten beweglichen Wirblen und dem Wurmfortsatz), der typischerweise in den Beckenkamm ausstrahlt. Vermutlich eines Folge eines kalten Lüftchens in der Nacht, da ich bei offenem Fenster und gelegentlich wohl auch unbemerkt unbedeckt schlafe. Als behandlung bekomme ich nun ein paar Stunden Krankengymnastik, auf die ich gespannt bin, weil ich hoffe, ein paar neuer Übungen zu lernen oder ein paar eingeschliffene Fehler aus meinem Kräftigungsprogramm ausgemerzt zu bekommen. Von Sportpause ist aber zumindest ärztlicherseits keine Rede mehr!

Von Laufpause aber schon, denn obwohl ich eigentlich nicht zu spontanen Investitionen im vierstelligen Bereich neige, habe ich es gestern getan: Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Cross-Sportrads der Firma Marin, in Kackbraun und weil es ein Einzelstück war immerhin noch ein Drittel günstiger, als ich vermutlich in der kommenden Saison bezahlt hätte.



Allein der Besuch bei dem betreffenden Händler gestern war eine Offenbarung. Der Ladenbesitzer, seines Zeichens Rad-Trainer, kam schnell darauf (wie mir hier im Blog auch geraten), dass ein Mountainbike o.ä. für meine Verwendung als Ergänzung zum Laufen nicht der richtige Rad-Typ wäre. Mit dieser Info (und wegen der Rahmenfarbe) wäre ich dann eigentlich zum weiteren Nachdenken wieder gegangen. Dann ließ ich mich zu einer Probefahrt hinreißen, und war nach einem Kassensturz nicht mehr davon abzubringen, dieses Teil haben zu wollen.

Gelernt habe ich dann, dass die Götter beim Fahrradkauf nach den Entschluss den Schweiß gesetzt haben. Von der Länge des Vorbaus (der für mich leicht, aber nicht zu sehr gekürzt werden sollte) über die Reifen (das Rad wurde mit Winter-Cross-Reifen ausgeliefert, die natürlich für's Straßefahren nur bedingt Spaß bringen) und die Sattelbreite (mit Probesitzen auf einem Povermessungs-Kissen) bis hin zu Klickpedalen und passenden Schuhen (mehr alltagstauglich oder doch rein auf's sportliche Training zugeschnitten) verbrachte ich also nochmal geschlagene 2 Stunden im Laden. Und gönnte mir, weil's eh schon egal war und ich mir weder einen wunden Hintern noch Frostbeulen an den Gliedmaßen holen wollte, auch noch ein Set "übergangswarme" Radbekleidung dazu.

Und jetzt? Steht das Rad natürlich nicht rum und versauert. Nach kleineren Touren zu Mutter und Oma gestern (neue Errungenschaft vorführen plus Ausklick-Reflex üben) habe ich heute Morgen mein erstes richtiges Radtraining absolviert. Eigentlich sollten es maximal 40 Kilometer und die auch nur im GA1-Bereich werden. Doch natürlich kam es, wie es bei mir immer kommen musste. Nach einem traumhaft schönen Beginn-Schlenker nördlich meiner Wohnung auf ruhiger Landstraße, wo ich ostwärts durch den leichten Neben die Sonne aufgehen sehen sah, orientierte ich mich weiter nach Osten. Durch die Stadt, längs ein paar mir bekannter Dörfer und über Hügel, die ich bisher immer für "klein" gehalten habe. Doch obwohl ich dachte, ich sei noch gar nicht kaputt udn Garmin läppische 18 Kilometer anzeigte: ich stand praktisch mit dem Rad an der Steigung, mit harten, wenn auch nicht brennenden Oberschenkeln. Doch als erste radbezogene Erkenntnis stellte sich heraus: man kann sehr schnell wieder, zumal wenn man noch einen Gang runterschaltet und es leicht bergab geht. Und da ich die nächsten Hügel etwas konservativer (niedrigerer Gang) anging, kam ich relativ frisch nach "nur" 24 Kilometern wieder am Ortsschild von Braunschweig an.

Zu meiner Oma (bei der das gute Stück bis auf weiteres im Keller steht) würden es kaum mehr 6 Kilometer sein. Zu wenig für mein 40er-Ziel (berechnet nach der Fausregel Laufstrecke x3), also musste ich wohl (und nicht übel) einen weiteren "Schlenker" Richtung Süden in die Gegend meines Lieblings-Laufsees und meiner 30er-Laufstrecke einbauen. Ein paar mal verfahren (da ich natürlich nicht die geschotterte Laufstrecke nehmen wollte), doch bald bin ich im gewünschten, mir bekannten Ort, einmal abbiegen westwärts in das Revier meiner Kindheit, eine lange Landstraße mit kaum merklicher Steigung, und doch merke ich, dass meine Beinkraft fürs Radfahren nicht optimal trainiert ist.

Hatte ich mir eigentlich klar gemacht, dass dieses Dorf auf Braunschweig's höchster Erhebung (122m üNN) liegt? Ist mir bewusst, dass ich dieses Training nüchtern absolviere? Wohl nicht, das Dorf umfängt mich, ich fahre gemütlich die Hauptsraße entlang, es geht bergauf, ich folge einer abknickenden Vorfahrt, stehe wieder fast. Garmin piept: 3:25 Min. - fast eine Lauf-Geschwindigkeit.

Aber was soll's das hier ist ein erster Versuch, irgendwann bin ich auf der Kuppe, verlasse den Ort und gleite über die fast leere Landstraße mit Blick auf Windräder und den notorischen Fernsehturm die Landstraße entlang. Das nächste Dorf, die nächste Landstraße mit leichtem Anstieg und ein paar netten Kurven. Ich trete nochmal richtig in die Pedale und komme zu radbezogener Erkenntnis Nr. 2: Es ist eine andere Art der Entkopplung von Bei-sich-sein und Schmerz, die ich hier gerade erlebe. Dann bin ich im nächsten Ort, es geht praktisch nur noch bergab, dafür nimmt die Zahl der Autos stetig zu.

Ich lasse ein wenig rollen, bin dann endlich an der Ampel. Jetzt noch ein knackiger Anstieg (Bahndamm), und ich bin jenseits 40 gefahrener Kilometer auf der Zielgeraden, relativ entkräftet und mich freuend auf die Brötchen, die ich auf dem kurzen gelaufenen Rückweg (Schuhe habe ich im Trinkruckdack dabei) von meiner Oma zu mir beim Lieblingsbäcker mitnehme. Damit kann ich nun auch ermessen, warum Triathleten immer so eiern, wenn sie vom Rad zum Laufen übergehen, ich tu's nämlich vermutlich auch. Nicht völlig schmerzfrei, aber gar nicht mal so langam (5:32, 5:13) nach der Rad-Strapaze jogge ich nach Hause. Nur das Interval-Training muss wohl vertagt werden. Auf morgen in Griechenland ;-)

Donnerstag, 17. September 2009

Made my day...

Mein Laufpartner Andreas, der im Moment wegen einer Erkrankung auch nicht trainieren kann, hat mir heute einen Super-Start in den Tag bereitet. Wir waren nämlich gestern zusammen im Kino ("Wickie und die starken Männer" - lohnt sich nicht), und wie wir so ins Reden kamen, bot er mir nochmal mit Nachdruck sein neu-(gebraucht-)gekauftes Bulls-Mountainbike an.

Da mir ja vorgestern mein Arzt gesagt hatte, laufen nicht, aber vielleicht radfahren, habe ich diese Gelegenheit natürlich beim Schopf gepackt. Regelmäßige Leser dieses Blogs können auch bestätigen, dass ich bereits mit dem Gedanken gespielt habe, mir selsbt ein Sportrad zuzulegen. Lange Rede, kurzer Sinn: um 6 Uhr war ich auf den Beinen und um ca. 6:15Uhr im Sattel. Vorsichtshalber hatte ich ein langärmliges Laufshirt angezogen. Es begann gerade hell zu werden, aber da die Strecke viele Anteile meiner gewohnten Laufrunden enthielt, spielten die Sichtverhältnisse eine untergeordnete Rolle. Garmin war auch am Handgelenk mit dabei, wollte ich doch unbedingt 30 Kilometer voll machen (nach der Faustregel Radkilometer = Laufkilometer x 3). Außerdem hatte mein Hausarzt ja verlauten lassen, wenn man nur richtig Gas gebe, hätte Radfahren den gleichen Trainingseffekt wie laufen.

Natürlich machte mir das Biken Spaß. ich fror nicht unendlich, und wenn es mein Bike gewesen wäre, hätte ich den Lenker so gedreht, dass ich auch die "Hörnchen" als echte Entlastungsposition für die Handgelenke hätte verwenden können. Zwischendurch ein paar Schrecksekunden und sicherlich zu oft gebremst, aber ein Tag mit dem falschen Sport ist immer noch besser als ein Tag ohne Sport. Als ich nach einigen "Kringeln" wieder am See war, gingen mir auf den Geraden zum richtigen Powern doch leicht die Kräfte aus (liegt wahrscheinlich mit an der Sitzposition und der verhältnismäßig langen Tretkurbel). Trotzdem versuchte ich zu geben, was zu geben war, hatte dann nach 2 1/2 Zusatzrunden auch gute 28 Kilometer auf der Garmin und nach Hause hin so locker ausrollen, wie es eine Sportlerin nach 2 Tagen Pause eben kann. Ergebnis: Durchschnittspuls von 152 (und das inklusive Schrecksekunden, so viel zur Trainingsintensität). Zur Abwechslung tut mir jetzt auch nicht die rechte Hüfte, sondern der Lendenwirbelbereich links weh.

Gelernt habe ich jedenfalls, dass ich kein MTB will, sondern eins mit dünneren Rädern; dass ich Scheibenbremsen vorn UND hinten nehmen werde, eine Sattelstütze und einen etwas breiteren Sattel für mein Damen-Hinterteil ;-) Für heute war es aber viiiiel besser, als noch einen Tag Sportpause zu machen. Und morgen geh' ich zum Orthopäden und klage dem mal mein ganzes Leid (inkl. Knien) und sehe zu, dass meine Beschwerden endlich mal ursächlich (Einlagen, Krankengymnastik...) behandelt werden.

Bis auf Weiteres!

Mittwoch, 16. September 2009

Doppelte Sportpause

Leute, mich hat's erwischt. Nicht nur, dass ich mich schon seit vergangenem Freitag etwas "matschig" (mehr als nur bei zu hartem Training) fühlte. Auch bin ich am Mittwoch vor einer Woche plötzlich mit Schmerzen in der Hüfte aufgewacht. Und da ich dachte, besser gleich was dagegen tun als mich noch 'n paar Tage damit rumquälen, war ich bei meinem Hausarzt.

Der mich also "eingerenkt", wobei ich gleich gemerkt habe, dass das irgendwie nicht gewirkt hat, Schmerzen waren nur kurz weg, wahrscheinlich aber eher durch die 2 Tage Laufpause. Am Sonntag dann planmäßig wieder gelaufen, am Montag einen sehr ruhigen Regenerationslauf (@6:09). Das änderte zwar nichts an dem Hüftproblem, machte es aber auch nicht besser.

War ich gestern wieder bei meinem Hausarzt, und was soll ich sagen: "Bei Ihrem Sport ist das bestimmt 'ne beginnende Arthrose!" und verschreibt mir so undefinierte Schmerzmittel. Freitag soll ich nochmal wiederkommen, wobei ich mich ärgere, dass ich ihm nicht gleich gesagt hab', ich will eine diagnostische Abklärung und kein Kopf-in-Watte-packen (so fühl' ich mich gerade). Zwar werden die schlimmsten Schmerzen dann dank Hammer-Medikament und Sportpause mit Sicherheit weg sein. Nun ist es doch bei Leuten in meinem Alter keine Lösung, ein zeitlich unbegrenztes und diagnostisch nicht wirklich untermauertes Sportverbot zu erteilen.

Zweites Pech: der mir vom Kollegn- und Bekanntenkreis empfohlene Chriropraktor (Heilpraktiker), zu dem ich nun (koste es was es wolle!) alternativ gehen wollte, ist bis nächste Woche auf Fortbildung. Wird mir also wohl nichts anderes übrig bleiben, als am Freitag "liebenswürdig" (im Asterixschen Sinne) zu meinem quacksalbenden Schulmediziner zu werden. Und eine weitere Woche auf kompetente Hilfe (oder wenigstens kompetenten Rat) zu warten.

Ich bin echt wütend und gleichzeitig verzweifelt. Sportverbot, wenn es denn wirklich begründet ist, ok. Aber unbegründet und mit der "Drohung", es könne zeitlich unbegrenzt nötig sein? Frage mich echt, warum ich Krankenkassenbeiträge bezahle. Plädiere für die Abschaffung dieser ganzen Solidarität, die offenbar nur denen hilft, die krank sein (im Gegensatz zu gesund werden) wollen! Und dann könnte man dann die mittelschweren Schmerzmittel frei zum Verkauf anbieten. Habe gestern Abend und heute Morgen 'ne halbe (statt je einer) Tablette genommen - und werde es garantiert nie wieder tun ;-(

Sonntag, 13. September 2009

Der alte Läufertrick

Als heute morgen um 6 der Wecker klingelt, sind die Augenlider zu schwer, um damit aufzustehen. Mein Kopf dröhnt, alles überdeckende Müdigkeit, und ehe ich mich's versehe, bin ich wieder eingenickt. Dann ein wacher Moment: 7 Uhr schon. Jetzt schaffe ich's ja sowieso nicht mehr...

Aber halt, doch! 7 Uhr aufstehen, schnell anziehen, Garmin und mp3-Player an und dann hinaus. 14 Kilometer laut VIC-Trainingsplan macht 1:14 Std. und ein paar Zerquetschte. Danach bleibt dann genug Zeit für duschen, frühstücken und rüberradeln zu den Bekannten, denen ich beim Umzug helfen werde.

Lust? Hallo, Lu-ust? M!$t, ich habe keine. Aber wie gut werde ich mich fühlen, wenn ich die Runde hinter mir und mein läuferisches Tagwerk vollbracht haben werde? Den alten Läufertrick angewandt, und schon geht alles wie im Flug: schnell die paar Aufwärmübungen, Garmin in die Fensterbank, damit er die Satelliten findet. Und dann bin ich unterwegs.

Der Morgen ist grau, zwischendurch fängt es an, fein zu nieseln und außer anderen Läufern (keinen Walkern) ist niemand unterwegs. Vicsystem sagt, ich solle einen Schnitt on 5:19 Min/KM laufen. Der erste KM piept nach 4:18. Ich nehme das Tempo etwas 'raus, 4:50, 5:01, 4:58, erst gegen Ende habe ich mich (bewusst, nicht aus Ermüdung) auf 5:10 eingependelt. Und da dachte ich, 5:19 auf 14 Kilometern würden hart!

Wieder angekommen, bin ich erwartungsgemäß froh, schon gelaufen zu sein. Ich trage meine Einheit in Vicsystem ein, und setze den Plan in die Tat um, von 4 Trainingstagen, die mir eindeutig zu wenig sind, auf 5 zu gehen. Damit spuckt mir den Computer jetzt für Monatg einen regenerativen Dauerlauf aus, ersetzt die kurzen 800-Meter-Intervalle vom Dienstag durch einen TDL und schiebt die schnellen Sprints auf den Freitag.

Schade, dass mein Probeabo am Samstag ausläuft. Ich bin wirklich versucht, Vic für die kommenden 3 Monate als meinen Coach zu engagieren. Vielleicht höre ich dann mal auf, zu hart zu trainieren!

Freitag, 11. September 2009

Nach dem Marathon der 100er

"Warum tue ich mir das an?" Wer hat sich das nicht schon gefragt sonntagsmorgens um 6 oder beim Marathon nach 10 Kilometern, nachdem es gar nicht gut anläuft, das Wetter schlecht und die Beine unerwartet schwer sind? Nach Überqueren der Ziellinie sind wir dann natürlich doppelt stolz, und auch zurecht, denn wer trotz Quälens durchhält, hat wahrlich auch moralisch eine große Leistung erbracht. "Nie wieder!" sagen trotzdem nicht wenige, und einige, bei denen es gut geklappt hat, leben zumindest von nun an mit der Ansicht, "weiter als Marathon geht nicht!"

Kennt man allerdings die Gesichter (oder Blogs) seiner Pappenheimer, so weiß man auch, dass der Mensch vergesslich ist. Denn viele stehen 3 oder 6 Monate oder auch ein Jahr später wieder auf der Startlinie: "Ist es nicht schön, wenn der Schmerz nachlässt?" Und da das Nachlassen vermeintlich um so schöner sein muss, je schlimmer der Schmerz, hat sich der Laufgott für die ganz Vergnügungssüchtigen etwas Besonderes einfallen lassen: sie können landauf, landab an einem Ultra-Trail oder einem "100er" teilnehmen.

So weit, so gut. Doch hat diese Logik ihren Haken ja eigentlich dort, wo der Mensch grundsätzlich geneigt wäre, Schmerz und Mühen gänzlich zu vermeiden. Können wir denn kein bequemes Leben haben, ohne uns vorher zu Quälen, so nahe heran an den Hades-Unterweltfluss heranzusteigen, bis uns der Tod fast näher scheint als die Lebensgeister?

Im Prinzip schon. Wenn, ja wenn mensch nicht auch lernen könnte, den Weg an die Grenzen nicht nur gezielt, sondern vor allem auch kontrolliert zu gehen: Einen Marathon mit Mühe und Not durchstehen ist ein ganz anderes Erlebnis, als ihn mit Körperbewusstsein zu laufen. Das kann bei dem einen der reine Genusslauf sein; bei mir ist es eher das Wahnsinnsgefühl, zwischen zuviel Bequemlichkeit und dem totalen Absturz in Kurzatmigkeit, Krämpfe und der absoluten Unfähigkeit, mir auch nur einen weiteren Schritt vorzustellen, zu balancieren. Laufen im Flow.

Am Ende ist man sich gewiss, eine bestimmte Strecke nicht nur gelaufen zu sein, sondern sie auch im eigentlichen Sinne laufen zu können. Und nimmt eine besondere Triebfeder mit für andere Bereiche des Lebens.

So werde ich in den nächsten Jahren bestimmt oft die inkriminierte Frage stellen: "Warum tue ich mir das an?" Ich hatte Alternativen, ein verlockendes Jobangebot vorliegen, könnte mich weiter bewerben, einfach vor mich hindümpeln, irgendwo Dienst nach Vorschrift schieben - oder auch einfach nur reich heiraten. Aber ich mach's nicht. Vor 3 Monaten habe ich mich entschieden und heute Nacht nach 2 zäh ringenden Wochen nochmal. Und das, obwohl die Marathondistanz (Magisterarbeit) insgesamt kein erfreuliches Erlebnis war: ich mach den akademischen 100er, ich promoviere...

Mittwoch, 9. September 2009

Hüftschmerzen - 2 Tage Zwangspause

Heute morgen bin ich guter Dinge ob eines Heimarbeits-Tages aufgewacht. Leider wurde die Hochstimmung schon beim Weg ins Bad (ich habe nur 25qm, aber die auf 2 Etagen!) getrübt: Schmerzen auf dem Beckenknochen, die besonders beim Treppe runtergehen schlimmer werden, aber auch sonst beim Gehen auftreten und sowohl ins Bein als auch den Rücken ausstrahlen.

Da ich schnell wieder fit werden wollte, habe ich nicht lange gefackelt und mir gleich einen Termin bei meinem Hausarzt zum "Geradebiegen" geholt - was er dann auch gemacht hat. Ergebnis: Schmerzen besser, lieber 2 Tage keinen Sport (also: nicht Sport im von mir gemeinten Sinne, Bewegung schon).

Womit wir bei der Frage wären: wie trägt man ein nicht gemachtes Training ins Vicsystem ein?

Dienstag, 8. September 2009

Erfolgreiche Prüfung und Erstes Training mit Vicsystem


Für meine Verhältnisse (und einen Tag ohne morgendlichen Lauf) musste ich heute schon früh aus den Federn. Grund war, dass ich endlich mal wieder eine Prüfung in meinem Masterstudiengang an der Fernuni ablegen musste. Mit rund 250 Kilometern Anfahrtsweg und dem nötigen Puffer ist man da schnell bei "vor 8 im Auto sitzen", was ich schließlich auch schaffte.

Nach einem superleckeren Kasselerbrötchen aus der Mensa und obwohl die Lernerei parallel zum Marathontraining (und zum Job und zur Promotion) zuletzt ein wenig zu kurz kam, blieb ich im Ergebnis deutlich über dem Soll und konnte zufrieden nach Hause fahren.

Nach einem Schläfchen dann abends das erste Lauftraining nach dem Marathon. Wie bereits angekündigt, möchte ich ja zunächst am 26.9. 5 Kilometer und dann am 3.10. einen Halbmarathon laufen. Zu meinem Glück gab es zur Anmeldung beim Nürnberger Stadtlauf zwei Schnupperwochen bei Vicsystem geschenkt. Gemäß meinen Eingaben (letzte Wettkampfergebnisse, Pulswerte, Ziele - darunter 5K@20Min) spuckte der schlaue Computer heute einen TDL (Einlaufen, 4000 @6:39 und 3600 @4:38) aus.

Von dem Gedanken beseelt, endlich mal alles richtig zu machen beim Training, kramte ich sogar meine "elektronische Brustfessel" raus, programmierte die Garmin-Anzeigen so um, dass ich abwechselnd Puls, Pace und Distanz angezeigt bekam und legte los.

Zunächst war ich skeptisch, ob die angezeigte Trainingseinheit nicht den Marathon vom vergangenen Sonntag zu wenig ins Kalül zog, dann wiederum zweifelte ich beim langsamen Schleichen um den See am Sinn eines Trainings @6:39. Andererseits: man hat ja nichts zu verlieren, und wenn ich nun tatsächlich mal 2 Wochen falsch trainieren sollte, wird das Ganze eben unter "Erfahrungen" abgehakt. Zwischenzeitlich immer wieder die ironische Frage an mich selbst: krieg ich eigentlich einen Pulswert-Aufschlag für Schamesmomente?

Dann aber waren die langsamen 4 Kilometer absolviert, und es sollte @4:39 richtig zur Sache gehen. Sollte? Naja, sowohl bei der langsamen als auch der schnellen Etappe wurde mir offenbar die Ungenauigkeit der Garmin-Anzeige für die aktuelle Pace zum VErhängnis. Diese lag immer um mindestens 25 Sekunden/Kilometer zu hoch (d.h. höher als der Wert, den Garmin mir später für den absolvierten Kilometer auswarf), wobei die Differenz mit sinkender Laufgeschwindigkeit zu steigen schien.

So kam es, wie es kommen musste: 4 Kilometer @6:22 mit Schwankungen zwischen 6:54 und 6:06 sowie 3,6 @4:22. Und zu meiner großen Überraschung lag sogar mein Durchschnittspuls für die gesamte Einheit mit 158 deutlich unter dem vorgegebenen Wert.

Habe mein Training jetzt gleich an "Vic" zurückgefüttert und bekomme dafür morgen bequeme 14 @ 5:29. Ich glaube, ich bin auf den Geschmack gekommen...

Montag, 7. September 2009

Neue persönliche Bestzeit

Einen ganzen Tag habe ich mich mit dem Bloggen zurückgehalten. Diejenigen von euch, die gewohnheitsmäßig in Ergebnislisten stalken, haben es vielleicht trotzdem schon mitbekommen: den gestrigen Marathon in Wolfsburg habe ich erfolgreich gefinisht.

Wie gut das Ergebnis letztlich sein würde, hätte ich eigentlich schon am Morgen wissen können. Zwar fiel mir das Aufstehen schwer wie eh und je. Aber nachdem ich mich erstmal in der Vertikalen befand, machte sich die Motivation in mir breit wie schon seit Langem nicht mehr. Die Atmosphäre auf dem Start- und Zielgelände war bei nur 151 Startern im Marathon (und einigen mehr auf den "Unterdistanzen") angenehm relaxt. Unangenehm überraschte nur das Wetter: 13 Grad und bewölkt.

2 Minuten vor dem Startschuss war ich dann voll konzentriert und stelle mich entgegen meinen manchmal hervortretenden Marotten auch recht weit vorn auf. Dann runterklatschen und -zählen, Peng!, es geht los.

Nach nichtmal 2 Kilometern habe ich diejenigen unter den Damen, die von der Statur her noch respekteinflößend aussehen, bereits locker überholt. Von schwerer Atmung nichts zu spüren. Etwas jenseits des 2ten Kilometers adoptiere ich Wolfgang als Pacemaker für eine mutig angegangene 3:20er-Zielzeit. Die Strecke ist ganz ok, ein kleiner Hügel im Stadtwald, 1 Brücke und ein paar Steigungen hoch vom Ufer der Aller sind die größten Schwierigkeiten.

Auf Höhe der VfL-Arena, die wir auf jeder der 2 Runden auch seitlich durchlaufen werden, komplettieren wir 14 Kilometer und Wolfgang meint, nun hätten wir "für so viel Geld schon wieder ein Drittel vom Spaß rum". Das Tempo ist mit 4:40-4:50 pro Kilometer im oberen Bereich dessen, was ich mir hätte träumen lassen, und bei 15, 16 beginne ich auch anzumahnen, nochmal einen Tacken 'rauszunehmen. So mache ich's eigentlich immer: erstmal zum HM retten, dann auf die 30 und dann gucken, was noch geht.

In der Tat hat die Runde noch sowohl Schönes als auch Schweres für uns zu bieten: quer durchmesse wir unter den staunenden Blicken von Passanten die Glaskonstruktion der Autostadt, schlängeln uns durch die Außenanlagen (die nicht die einizigen und nicht die schlimmsten Spitzkurven dieses Kurses sind) und finden uns nach einem Trab durch (VW-)"Werk" am Allersee wieder. Das ist so eine Strecke, auf der der Wind unabhängig von der Laufrichtung immer von vorn zu kommen scheint. Wolfgang zieht das Tempo eisern durch, mir wird anders beim Gedanken, hier demnächst die Kilometer 39 und 40 absolvieren zu müssen!

Dann ist die erste Runde rum, wir haben jedem der zahlreichen (aber teilweise schlecht eingewiesenen) Streckenposten einmal "moin" gesagt und gehen nun zu "einen schönen Tag noch" über. Der Sprecher im Stadion sagt "da haben sich zwei gefunden" und als wir aus dem Rund heraus sind, ruft mir irgendwer zu "erste Frau". Wolfgan findet das "eine Ehre", mich spornt es an, macht mir aber zugleich auch Angst, das Tempo oder wenigstens den Abstand nicht halten zu können.

Kilometer 22, 23, 24 ... Auf dem freien Feld mit Gegenwind fühle ich mich erstmals nicht mehr wirklich frisch, kurz nach 27 scheinen mich vollends die Kräfte zu verlassen, aber da laufen wir kurz vor 28 ins Schwimmbad ein (zwei Drittel geschafft sage ich mehr zur Selbstbestätigung als zu Wolfgang) und der Sprecher murmelt was von "Zielzeit 3:30".

Dann durch ein unansehnliches Wohngebiet. Den 30. Kilometermarker erreichen wir nicht mehr gemeinsam. Wolfgang verabschiedet sich "in die Büsche" (ich habe kurzzeitig die Sorge, ihm auf den Nerv gefallen zu sein). Mir wird jetzt so allein bange vor der Strecke, doch ich pushe mich vorwärts und lasse mich vor allem nicht verrückt machen, wenn die Kilometerzeiten so langsam auf die 5:00 und dann die 5:11 zugehen. Als problematisch empfinde ich, dass Garmin ab irgeneinem Punkt die Kilometer jeweils ca. 300 Meter vor den Streckenmarkierungen "abbläst" - aber der Schnitt stimmt ja trotzdem in etwa.

In der fast ausgestorbenen Fußgängerzone mach eine Jazzband anfeuernde Musik. An allen Getränkeständen halte ich, esse Banane und trinke Wasser. Statt an Wolfgang hänge ich jetzt auf ca. 50 Meter Distanz an einem Läufer im dunkelblauen Dress, der erst sehr stark an mir vorbeizog. Gleizeitig überhole ich einige Leute, die zuvor sehr stark aussahen und recht konstant vor uns hergepacet waren. So lässt sich zumindest der Geschwindigkeitsabfall nochmal besser verzeihen. Selbst am Allersee, wo ich den Eindruck habe, der Wind sei noch stärker geworden, lasse ich mich nicht mehr abhängen.

Dann noch eine schreckliche (weil schwankende und unansehnliche) Brücke. Auf der Spur gegenüber verrichtet ein armer Läufer mit dem Hinterteil zu den verrosteten Stäben seine Notdurft. Ich versuche unterdessen nochmal Gas zu geben, an dem "Blauen" bin ich noch dran und überhole jenseits des 41er-Schildes auch noch einen Mann.

Die letzten "Meterchen" scheinen sich dennoch hinzuziehen. Ich rette mich ins Stadion, richtig spurten kann ich nicht mehr. Endlich, die Zielgerade! Ich höre meinen Namen, stampfe zweimal mit dem linken, chiptragenden Fuß auf den Transponder-Matten auf und bin endlich da. Erste bin ich aber offensichtlich nicht, denn eine Bekannte, die so aussieht als sei sie auch gelaufen, lehnt bereits an der Absperrung im Zielbereich. Ich hoffe, Dritte zu sein, doch als sich auch das nicht bewahrheitet, gehe ich Duschen. Nicht, dass mich die Platzierung stören würde, aber wenn man mir eine zuruft, dann doch bitte die richtige!

Anschließend dann noch eine der besten Massagen, die ich je nach einem Marathon erhalten habe (der Masseur erklärt mir, dass meineverhärtete Problemstelle an der rechten Wade vom 5. Lendenwirbel herrührt, was ich sofort unterschreiben würde) und dann ab ins Restaurant, wo ich mit einem bekannten Marathoni den Tag ausklingen lasse.

Ein erfolgreicher Wettkampf. Obendrein gab's ein adidas-Finisher-Shirt (Wenn auch ohne die Aufscchrift "Finisher", dafür mit Riesen-VW-Logo vorn) und zwei Eintrittskarten für die Autostadt, über deren Gegenwert man zumindest vom geldlichen her nicht meckern kann. Jetzt bin ich irgendwie erleichtert, mal wieder eine "guten Wettkampf" gelaufen zu sein. Ab Mittwoch wird sich dann auf die 5 konzentriert - sub 20 Minuten!

P.S.: Die Bestzeit beträgt übrigens 3:25:24!!!

Freitag, 4. September 2009

Von qualmenden Mauken und "letzter Test"


Wenn ich in der letzten Zeit den Korridor zu meiner Wohnung betrat, roch es dort recht streng. Ich wusste, konnte, wollte es erst nicht zugeben, aber so ist es nun einmal: meine Nike free stinken zum Himmel. Also galt es heute drastische Maßnahmen zu ergreifen. Vorbild war, was ich auch schon im Urlaub auf Lanzarote (wo ich es auch nur aushalten konnte, wenn die "Dinger" auf dem Balkon übernachteten) praktiziert hatte: lauwarmes Wasser, Duschgel bzw. Seifenlauge und dann im Waschbecken so lange spülen, bis das Wasser klar und die Nase nicht mehr irritiert wird... Irgendwie habe ich den Eindruck, dass noch keins meiner Modelle auf diese Art und so stark gestunken hat. Naja...

Zwischendurch war ich dann noch einmal laufen, und zwar so, wie es jeder zweite gute Marathon-Trainingsplan spezifiziert: im Prinzip locker mit 2 oder 2x2 Kilometern im Wettkampftempo. Doch wie findet man das? Rechnerisch muss ich gleich erstmal nachgucken, welcher Schnitt für 3:45 Std. erforderlich ist. In der Praxis machte ich nach einem Einlauf-Kilometer einfach die Handbremse los. Ergebnis: 4:22 und 4:17 pro Kilometer, danach noch eine See-Runde langsam austraben und endlich, endlich mal das Laufen und den Herbst genießen. Allerdings: was sagt mir das für den Wettkampf???

Donnerstag, 3. September 2009

Allein dafür...

Gestern war endlichder lang herbeigesehnte Tag meines kohlenhydratarmen Fastens für's Carboloading. Eine Aufzählung, was ich nun gegessen und nicht gegessen habe, erspare ich euch und vor allem mir, denn alles in allem habe ich daran keine besonders warmen Erinnerungen :-)

Allerdings habe ich das Ganze ja nicht einfach so gemacht, sondern um am Sonntag richtig viel Zunder in den Fahrwerken zu haben. Und um das zu erreichen, muss ich ab 3 Tagen vor dem Wettkampf (also ab heute) wieder richtig kohlenhydratgesättigt reinschmeißen. Nachdem Kühl- und Vorratsschrank von süßen und stärkehaltigen Verführen zunächst einmal geleert worden waren, musste ich sie nun wieder füllen.

Nichts leichter als das! denkt sich die eifrige Lauftrainierende, geht zum Discounter ihrer Wahl und malt sich schonmal aus, wie es sein wird, in den nächsten Tagen all die wunderbaren Sachen in sich hineinzustopfen, die sie doch auch sonst immer mir Leichtigkeit zu sich nimmt, nur in (noch) rauheren Mengen und mit völlig befreitem Gewissen.

Doch was ist das? Lieber Fruchtjoghurt oder Vollkornkekse, Reiswaffeln mit Quark und Marmelade oder doch lieber ohne Quark, Volkornnudeln mit Pilzsauce oder doch lieber Reis? Wie ein kleines Kind stehe ich im Discounter, erst vor dem Süßigkeiten-Regal, wo ich letztlich je eine Tüte Fruchtgummi und Lakritz mitgehen (natürlich nicht!) lasse. Dann vorbei an den Keksen, wo mich von Schoko-Schaumküssen (fettarm) über Butterkekse bis hin zu Löffelbiscuit nichts so richtig anmacht und ich schließlich auf dem Weg zur Kühltheke auch die haltbaren Milch- und Puddingprodukte links liegen lasse. Dann stürze ich mich - mehr aus Gewohnheit denn aus vorfreudigem Appetit - auf einen 4er-Pack Vanille- und einige Becher Fruchtjoghurt.

Gar nicht so einfach, das Schöpfen aus dem Vollen. Aber allein für diese kindliche Freude, prinzipiell alles zu dürfen und dann vor Überwältigung (fast) nichts zu nehmen hat es sich gelohnt. Und ach: es geht mir auch schon wieder fröhlicher!

Dienstag, 1. September 2009

Den Sommer verabschieden


Bei Gerd diskutierten wir neulich den "flexiblen Trainingsplan". Nachdem ich gestern noch einmal zum Thema Carboloading im Internet gestöbert hatte, flexibilisierte sich mein Trainingsplan dann auch mal wieder von selbst. Und zwar derart, dass ich bisher

  • zu wenig Kilometer und

  • zu hohe Anforderungen an das Tempo


in dieser Phase eingeplant hatte.

Die Dämmerung kommt und ich kann mir beim Laufen alle Zeit lassen? - Was für eine Gelegenheit, endlich mal wieder mit der Kamera unterwegs zu sein und paar Impressionen des Übergangs vom Sommer zum Herbst einzufangen. Auf der lockeren 14-Kilometer-Runde machte ich am Anfang auch reichlich Gebrauch von den nun dank zu erwartender Schwäche zu erwartenden Gehpausen. Das Ergebnis sind einige illustrierende Fotos zu einer meiner Routine-Laufstrecken.







Allerdings hätte ich die Gehpausen wohl nicht gebraucht, denn die etwas mehr als 7 Kilometer des Rückwegs schaffe ich ohen Probleme und wohl doch im recht flotten Tempo, wenn man mit einrechnet, dass trotz Stehenbleiben, Motivsuche, Kameraeinstellung und wiederholten Fotoschießens eine Endzeit unter 1:30 Stunden auf der Stoppuhr stand.