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Montag, 12. Oktober 2009

Fleißig gesportelt

...und wenig gebloggt, so die Bilanz der vergangenen fast 2 Wochen. Was war also los in der langen Zeit, die ich euch auf Neuigkeiten habe warten lassen?

Wie angekündigt, habe ich am 3.10. dem fast ausgefallenen Nationalfeiertag (weil an einem Samstag) in Nürnberg am Sport Scheck-Stadtlauf teilgenommen. Einen ausführlichen Bericht über die Qualen, die ich dabei durchlitten habe, findet ihr bei distqueror.

Allerdings hätte ich eine so lange Anreise allein für einen "Halben" nicht in Kauf genommen. So passte es sich ganz gut, dass parallel die MinD-Akademie in der schönen (weil in der alten Burg untergebrachten) Nürnberger Jugendherberge lief. Persönliches Highlight aller Vorträge war Professor Kurt Weis, der über "körperliche grenzen und spirituelle Horizonte" referierte - und dabei einiges aufs Tablett der (halb-)ernsten Wissenschaft brachte, das wir Läuferinnen und Läufer in unserer täglichen sportlichen Praxis erleben. Ein extremsportlich-intellektueller Rausch der Sinne.

Außerdem traf ich mich - weniger als Laufvorbereitung denn als sozialer Event - mit b-l-a-u vom gleichnamigen Blog. Ich hatte das Treffen einige Wochen vorher initiiert, und wir trafen uns schließlich am Freitagabend für eine lockere Runde, startend in der Nürnberger Altstadt und daraufhin einen Teil der HM-Laufstrecke des folgenden Tages abklappernd. Wie immer ein schöne Sache, mal jemanden aus der Blogosphäre persönlich zu treffen!

Nach dem HM war ich mir - "dank" entsprechender Neben- und Nachwirkungen bezüglich Kaputt- und Schlappseins - nicht so sicher, wie das Ende der Saison aussehen sollte. Oder war dieser HM läuferisch gar bereits das Ende des Jahres gewesen? Das Rätsel löste sich in Form eines nun heftig ausbrechenden grippalen Infekts, der mich am vergangenen Montag mit dickem Kopf, Halsschmerzen und leichtem Fieber zu Hause bleiben ließ.

So lange, wie auf der Arbeit vermutet (unser Sekretariats-Mitarbeiter trug mich gleich bis Freitag als "krank" ein), sollte es dann aber glücklicherweise nicht mehr dauern. Wahrscheinlich war das, was am Montag nach Verreise-Stress und Lauf-Vorspannng durchkam, auch nur das dicke Ende von etwas, das ich schon die halbe Vorwoche mit mir herumgeschleppt hatte.

Der Dienstag jedenfalls begann energielgeladen wie selten. Statt mich nach einer viel zu früh begonnenen Nacht um 5 nochmal auf die andere Seite zu drehen, stand ich einfach auf und lief im ruhigen Tempo 20 Kilometer - im Dunkeln aber auf bekannter Laufstrecke.

Am Mittwoch wollte ich meinen neuen Renner (und auch mich) mal richtig auf die Probe stellen, und radelte zu meiner Arbeit nach Hildesheim. Auf Nebenstrecken (also nicht direkt B1, sondern ungefährt parallel dazu etwas südlich) sind das laut Googlemaps 47 Kilometer. Nachdem ich mich auf der morgendlichen Hinfahrt anständig gequält hatte, wurde die Rückfahrt (ich merkte jetzt erst, dass es wohl zuvor unmerklich, aber stetig immer bergauf gegangen sein musste, da ich nun quasi bergab rollte) eine bequeme Feierabendtour und genau das Richtige, um den Kopf frei zu kriegen. Und wisst ihr was? Für kommenden Mittwoch haben sie auch einen "schönen Herbsttag" angesagt".

Am Donnerstag war ich dann mit dem Auto in Hildesheim - aber immerhin abends dort beim Lauftreff. Ziemlich genau 10 Kilometer und ein bisschen Stabilitätsgymnastik. Freitag frei, Samstag 5 Kilometer Chillout vor dem üppigen Frühstücksbüffet im Seminarhotel.

Aber jetzt kommt's: Nicht, dass ich nicht am Samstag zu einer Feier eingeladen gewesen wäre (und in nur einer Stunde Kuchen + Geschenk geregelt bekommen hätte). Dann allerdings ging ich relativ früh (so um 23 Uhr) nach Hause. Geholfen hatte der reichlich eingeplante Schlaf allerdings nichts, so dass ich mich dieses Mal trotz Weckers noch einmal in die Federn zurückwälzte. Dann ging es los. 30 Kilometer in 4:45 Min./KM hatte ich mir vorgenommen. Nach den ersten Schritten beschloss ich, 34 zu laufen. Nach 8 Kilometern traf ich einen neu zugezogenen Läufer, der von mir rasender Wildsau unbedingt etwas über ansässige Lauftreffs wissen wollte. Meine Unfähigkeit, "langsam genug" zu laufen, half das nicht unbedingt ab.

Das Ende der Geschichte war, dass ich mich bis ziemlich genau Kilometer 22 trotz leicht hügeligen Profils deutlich auf bis klar unterm Zeitlimit bewegte - und dann zumindest mental gar nichts mehr ging. Erst machte ich mit mir selbst aus, langsam auf die "26" zuzulaufen, um eine Endbeschleunigung einzubauen, dann wurde es Kilometer 28, und aus einer echten Endbeschleunigung wurden der 29. und 32. Kilometer, die ich in 4:15 und 4:30 respektive lief.

Bei so viel Power bleibt natürlich zu fragen, warum dann zwischendurch nicht zumindest 5:15 drin waren. Ich weiß es nicht, wohl auch ein bisschen die Luft raus zum Saisonende. Beschlossen ist aber inzwischen - denn wonach "riecht" sonst schon ein einsamer 34er am Sonntag - dass ich in 2 Wochen am Braunschweig-Marathon teilnehmen werde. Und dann? - Schluss für jetzt!

Mittwoch, 30. September 2009

Wie Schmidt's Katze!

Vor dem HM am Wochenende stand heute auf meinem (eigenen, inneren) Trainingsplan noch einmal Tempobolzen auf dem Plan. Entsprechend vorfiebrig schwang ich mich gegen 6 Uhr aus dem Bett. Auf 10 Minuten warm laufen (was ich beim Rest der Trainingseinheit nicht verstehe) folgten 5 Kilometer @6:14 (die ich kein einziges Mal "genau traf") und 3,8 @4:36.

"Das ist aber schnell", muss ich mir wohl gedacht haben. Im mp3-Player hatte ich vorsichtshalber "Fortuna Imperatrix Mundi" aus den "Camina Burana" eingestellt - ich liebe diese monumentalen Werke, um eventuelle Schmerzen in der Musik zu ertränken. Und schon flog ich förmlich um meinen Trainingssee. Die Atmung war - jedenfalls gemessen an meinen Unheilserwartungen - ok, Puls auch, nur leider tat meine Hüfte respektive mein Rücken bereits auf dem ersten Kilometer einen "Knacks". Damit versetzte er sich in den Zustand von vor 3 Wochen, wo außer schnellem Laufen und Rumsitzen auch nichts mehr zu gehen schien. Aber da ein Indianer keinen Schmerz kennt (oder dieser ihn auf dem Kriegspfad zumindest von nichts abhält), schaffte ich die ersten 1000 Meter in 3:52 Minuten.

"Etwas zu schnell!" dachte wohl sogar ich mir im Stillen, nur halb froh, einen Gang runter schalten zu können. Die Hüfte tat weh, das Tempo irgendwie auch, trotzdem malte ich mir in meinem delirium athleticensis schon die Zeiten aus, in denen auf meinem Trainingplan eine stolte "3" vor dem Doppelpunkt für die Tempoläufe stehen würde. Den zweiten Kilometer riss ich dann in vergleichsweise langsamen 4:18 ab, den dritten in 4:06 und die gute Hälfte des vierten in 4:11.

"Geht ab wie Schmidt's Katze" ist denn auch die einzig ehrliche Zusammenfassung, die ich meinem Tempotraining geben kann. Der Samstag wird zeigen, inwiefern hier die Grenze zwischen unaufhaltsam und unvernünftig überschritten war!

Dienstag, 29. September 2009

Durchwachsener Wochenstart

Es ist Saisonende, und wenn ich in meinen Körper hineinhorche, dann gibt er mir das auch sehr deutlich zu verstehen. So startete ich gestern mit einem lockeren 10er in die Woche, doch so "locker" sich der Schnitt von 5:50 auch anhört - leicht ist es mir nicht gefallen.

Macht aber natürlich nichts, denn wen ich nur trainieren würde, wann und wie es mir wirklich leicht fällt, wäre ich keine Läuferin. Entsprechend also heute den "langen Dauerlauf" (14 KM) laut Vicsystem (bei dem ich zur Zeit nicht angemeldet bin) gemacht. Dass ich die 5:48 nicht einhalten würde, war mir bereits klar, seit ich sie letzte Woche auf dem Laufband im Fitnesscenter des Hotels in Thessaloniki absolviert hatte. Zwar ist es auf dem Laufband noch schlimmer, aber schleichen entspricht einfach nicht meinem Temperament. So ließ ich mich erst etwas gehen, und schaffte es schließlich, einige Kilometer sogar sub 4:30 zu laufen. Womit das Thema "Angst vor dem Tempodauerlauf", wo 3600m @4:38 auf den Plan stehen, eigentlich gegessen sein sollte.

Einzig die Tatsache, dass ich wahrscheinlich nicht genug und nicht regelmäßig genug regenerativ laufe, gibt mir zu denken. In diese Richtung deutet auch die Tatsache, dass mein Puls nach einem grandiosen Finish (@4:25) recht lange brauchte, um abszusacken und dann erstmal bei 110 kleben blieb - normalerweise ist er ruckzuuck wieder bei 90 mit fallender Tendenz.

Dennoch und trotz allem werde ich das Tempotraining morgen noch durchziehen. Ab Donnerstag bin ich dann ohnhehin unterwegs nach und in Nürnberg, wobei andere Dinge gegenüber dem gezielten Lauftraining in den Vordergrund treten werden.

Für mich entdeckt habe ich darüber hinaus die Stabilitätsübungen von Vic - und nach 2 Wochen à 2 durchgezogenen Einheiten bin ich nun endlich auch imstande, alle Übungen halbwegs sachgerecht auszuführen. Sieht zwar teilweise aus wie Maikäfer-Krabbeln, aber ich bilde mir ein, bereits einige positive Effekte zu spüren.

Was den Saisonverlauf über den kommenden HM hinaus angeht, bin ich mir noch nicht so sicher. "Los, lauf den Braunschweig-Marathon!" feuert der Ehrgeiz an. "Mach' nicht den gleichen Fehler wie an jedem Saisonende", jammert der Verstand...

Sonntag, 13. September 2009

Der alte Läufertrick

Als heute morgen um 6 der Wecker klingelt, sind die Augenlider zu schwer, um damit aufzustehen. Mein Kopf dröhnt, alles überdeckende Müdigkeit, und ehe ich mich's versehe, bin ich wieder eingenickt. Dann ein wacher Moment: 7 Uhr schon. Jetzt schaffe ich's ja sowieso nicht mehr...

Aber halt, doch! 7 Uhr aufstehen, schnell anziehen, Garmin und mp3-Player an und dann hinaus. 14 Kilometer laut VIC-Trainingsplan macht 1:14 Std. und ein paar Zerquetschte. Danach bleibt dann genug Zeit für duschen, frühstücken und rüberradeln zu den Bekannten, denen ich beim Umzug helfen werde.

Lust? Hallo, Lu-ust? M!$t, ich habe keine. Aber wie gut werde ich mich fühlen, wenn ich die Runde hinter mir und mein läuferisches Tagwerk vollbracht haben werde? Den alten Läufertrick angewandt, und schon geht alles wie im Flug: schnell die paar Aufwärmübungen, Garmin in die Fensterbank, damit er die Satelliten findet. Und dann bin ich unterwegs.

Der Morgen ist grau, zwischendurch fängt es an, fein zu nieseln und außer anderen Läufern (keinen Walkern) ist niemand unterwegs. Vicsystem sagt, ich solle einen Schnitt on 5:19 Min/KM laufen. Der erste KM piept nach 4:18. Ich nehme das Tempo etwas 'raus, 4:50, 5:01, 4:58, erst gegen Ende habe ich mich (bewusst, nicht aus Ermüdung) auf 5:10 eingependelt. Und da dachte ich, 5:19 auf 14 Kilometern würden hart!

Wieder angekommen, bin ich erwartungsgemäß froh, schon gelaufen zu sein. Ich trage meine Einheit in Vicsystem ein, und setze den Plan in die Tat um, von 4 Trainingstagen, die mir eindeutig zu wenig sind, auf 5 zu gehen. Damit spuckt mir den Computer jetzt für Monatg einen regenerativen Dauerlauf aus, ersetzt die kurzen 800-Meter-Intervalle vom Dienstag durch einen TDL und schiebt die schnellen Sprints auf den Freitag.

Schade, dass mein Probeabo am Samstag ausläuft. Ich bin wirklich versucht, Vic für die kommenden 3 Monate als meinen Coach zu engagieren. Vielleicht höre ich dann mal auf, zu hart zu trainieren!

Dienstag, 8. September 2009

Erfolgreiche Prüfung und Erstes Training mit Vicsystem


Für meine Verhältnisse (und einen Tag ohne morgendlichen Lauf) musste ich heute schon früh aus den Federn. Grund war, dass ich endlich mal wieder eine Prüfung in meinem Masterstudiengang an der Fernuni ablegen musste. Mit rund 250 Kilometern Anfahrtsweg und dem nötigen Puffer ist man da schnell bei "vor 8 im Auto sitzen", was ich schließlich auch schaffte.

Nach einem superleckeren Kasselerbrötchen aus der Mensa und obwohl die Lernerei parallel zum Marathontraining (und zum Job und zur Promotion) zuletzt ein wenig zu kurz kam, blieb ich im Ergebnis deutlich über dem Soll und konnte zufrieden nach Hause fahren.

Nach einem Schläfchen dann abends das erste Lauftraining nach dem Marathon. Wie bereits angekündigt, möchte ich ja zunächst am 26.9. 5 Kilometer und dann am 3.10. einen Halbmarathon laufen. Zu meinem Glück gab es zur Anmeldung beim Nürnberger Stadtlauf zwei Schnupperwochen bei Vicsystem geschenkt. Gemäß meinen Eingaben (letzte Wettkampfergebnisse, Pulswerte, Ziele - darunter 5K@20Min) spuckte der schlaue Computer heute einen TDL (Einlaufen, 4000 @6:39 und 3600 @4:38) aus.

Von dem Gedanken beseelt, endlich mal alles richtig zu machen beim Training, kramte ich sogar meine "elektronische Brustfessel" raus, programmierte die Garmin-Anzeigen so um, dass ich abwechselnd Puls, Pace und Distanz angezeigt bekam und legte los.

Zunächst war ich skeptisch, ob die angezeigte Trainingseinheit nicht den Marathon vom vergangenen Sonntag zu wenig ins Kalül zog, dann wiederum zweifelte ich beim langsamen Schleichen um den See am Sinn eines Trainings @6:39. Andererseits: man hat ja nichts zu verlieren, und wenn ich nun tatsächlich mal 2 Wochen falsch trainieren sollte, wird das Ganze eben unter "Erfahrungen" abgehakt. Zwischenzeitlich immer wieder die ironische Frage an mich selbst: krieg ich eigentlich einen Pulswert-Aufschlag für Schamesmomente?

Dann aber waren die langsamen 4 Kilometer absolviert, und es sollte @4:39 richtig zur Sache gehen. Sollte? Naja, sowohl bei der langsamen als auch der schnellen Etappe wurde mir offenbar die Ungenauigkeit der Garmin-Anzeige für die aktuelle Pace zum VErhängnis. Diese lag immer um mindestens 25 Sekunden/Kilometer zu hoch (d.h. höher als der Wert, den Garmin mir später für den absolvierten Kilometer auswarf), wobei die Differenz mit sinkender Laufgeschwindigkeit zu steigen schien.

So kam es, wie es kommen musste: 4 Kilometer @6:22 mit Schwankungen zwischen 6:54 und 6:06 sowie 3,6 @4:22. Und zu meiner großen Überraschung lag sogar mein Durchschnittspuls für die gesamte Einheit mit 158 deutlich unter dem vorgegebenen Wert.

Habe mein Training jetzt gleich an "Vic" zurückgefüttert und bekomme dafür morgen bequeme 14 @ 5:29. Ich glaube, ich bin auf den Geschmack gekommen...

Freitag, 4. September 2009

Von qualmenden Mauken und "letzter Test"


Wenn ich in der letzten Zeit den Korridor zu meiner Wohnung betrat, roch es dort recht streng. Ich wusste, konnte, wollte es erst nicht zugeben, aber so ist es nun einmal: meine Nike free stinken zum Himmel. Also galt es heute drastische Maßnahmen zu ergreifen. Vorbild war, was ich auch schon im Urlaub auf Lanzarote (wo ich es auch nur aushalten konnte, wenn die "Dinger" auf dem Balkon übernachteten) praktiziert hatte: lauwarmes Wasser, Duschgel bzw. Seifenlauge und dann im Waschbecken so lange spülen, bis das Wasser klar und die Nase nicht mehr irritiert wird... Irgendwie habe ich den Eindruck, dass noch keins meiner Modelle auf diese Art und so stark gestunken hat. Naja...

Zwischendurch war ich dann noch einmal laufen, und zwar so, wie es jeder zweite gute Marathon-Trainingsplan spezifiziert: im Prinzip locker mit 2 oder 2x2 Kilometern im Wettkampftempo. Doch wie findet man das? Rechnerisch muss ich gleich erstmal nachgucken, welcher Schnitt für 3:45 Std. erforderlich ist. In der Praxis machte ich nach einem Einlauf-Kilometer einfach die Handbremse los. Ergebnis: 4:22 und 4:17 pro Kilometer, danach noch eine See-Runde langsam austraben und endlich, endlich mal das Laufen und den Herbst genießen. Allerdings: was sagt mir das für den Wettkampf???

Donnerstag, 27. August 2009

20 Kilometer, einfach so!

Gestern war ich einfach faul. Zuerst kam ich nicht aus dem Bett, dann nicht an meinen Schreibtisch (weil das Bett fast schon wieder rief), dann habe ich trotz bester Vorsätze nichts geschafft und am Ende war nicht mal der fest eingeplante 20-K-Lauf drin.

Mit entsprechender Wut auf meine amngelnde Disziplin im Bauch stellte ich mir heute also den Wecker um 5, um nach 20 abgespulten Kilometern dennoch rechtzeitig das traute Heim und fürderhin mein Büro zu erreichen. Wie war der Erfolg? Nun ja, um 5 bin ich jedenfalls nicht aus dem Bett gesprungen, sondern eher um halb 7 herausgekrochen, um zunächst auf meiner angestammten 15er-Strecke eine Tour im Schneckentempo (~5:45/Km) zu drehen. Dabei merkte ich ziemlich schnell, dass eigentlich alles ging wenn, ja wenn ich nur nicht so wenig getrunken hätte. Jedenfalls taten meine Knie mit zunehmender Laufstrecke immer weniger weh, was ich als Grund genug ansah, meinen schlappen Körper nebst unmotiviertem Geist noch gut 5 Kilometer weiter zu hetzen.

Gesagt, getan. Diese übermütige Aktion beinhaltete als ersten Schritt das Vorbeilaufen an meinem Zuhause mit schweren Beinen, Seitenstichen und irgenwie schwer pumpenden Herzen (bilde ich mir aber wahrscheinlich nur ein und führe es auf den Flüssigkeitsmangel zurück). Nach Unterquerung der Straße neben meinem Wohnhaus ging es dann also noch einmal Richtung anderer See. Kilometer 16 war bald abgehakt, dann kam 18, wurde die 19 überschritten, und es stellte sich ein ungemein entspannendes Gefühl ein, als ich wusste, dass es auf der ausgedachten Runde auch für 20 reichen und ich dann ganz entspannt austrotten können würde.

Und das Beste ist, dass ich damit den für diese Woche zusätzlich vorgenommenen 20er nicht auf morgen verschieben musste, sondern mich stattdessen auf einen Freitag mit zügigem 10er und einen abschließenden 30er am Sonntag freuen kann. So toll kann Überwindung sein. Und so schlimm waren die 20 nun auch wieder nicht ;-(

Montag, 24. August 2009

Anfangs-, Mittel- und Endbeschleunigung

Unter denkbar schlechten Vorzeichen bin ich gestern in meinen wöchentlichen langen Lauf gestartet: am Donnerstag planmäßig trainigsfrei (und froh darüber), am Freitag zu keinem unnötigen Schritt vor die Tür zu bewegen und am Samstag dann zwar aufsteigende Laufform, aber Grill- und Cocktailpartyeinladungen und entsprechend später Gang ins Bett.

Als mein Wecker am Sonntag um 5.30 Uhr klingelt, habe ich das Gefühl, noch gar nicht geschlafen zu haben. Vom offenen Fenster her lockt der Morgen mit seiner Kühle, und so entscheide ich mich dennoch aufzustehen. Laufklamotten an, Kaffee kochen und den neuen mp3-Player mit den besten (und peinlichsten) Motivationshits füllen.

Eigentlich bin ich so früh aufgestanden, weil ich um 10 einen Termin hatte und weder das Lauftraining noch den Termin platzen lassen möchte. Jetzt lasse ich es aber erstmal gemütlich angehen. Der Kaffee weckt die Lebensgeister, und so, wie ich mir die Musik beim Herumschieben von Dateien ausmale, verstärkt sie noch einmal die Vorfreude. Ich spüre, an diesem Tag wird mehr drin sein als ein mühsam erkäpfter 5:45er-Schnitt und mit ganz viel Glück ein kleines bisschen Endbeschleunigung. Und so kommt es auch.

Um 6.34 Uhr bin ich "auf der Piste". Nach einem Kilometer zeigt Garmin 5:20 Minuten an - so schnell war ich mir gar nicht vorgekommen(!), nach dem zweiten 5:12 Minuten und ab dem dritten liege ich imm so um die 5, eher darunter.

Der See liegt ruhig vor mir, auf dem Wasser und in dem hohen Schilfgras steigt Morgennebel auf, und dort, wo ich auf ihn treffe, ist es noch einmal ein bisschen kühler, was mir nach 2 Hitzewochen durchaus nicht unangenehm ist.

Ich laufe und laufe und laufe. Obwohl - so richtig traue ich dem Frieden meiner Form nicht. Als ich dann allerdings nach 14 Kilometern wohlbehalten die beiden steieleren Anstiege auf dem Hinweg gemeistert habe (meine Uhr zeigt 4:45 Minuten für diesen Kilometer) bin ich shon sehr zufrieden.

Auf der Anhöhe weht mir dann ein doch recht starker Wind entgegen. Die nächsten Kilometer werden etwas gemächlicher (5:10 Minuten), dann geht es aber "über die Berge" zurrück, und nach einem 4:39er-Kilometer und 18,5 erlaufenen Tacken lasse ich mir erstmal kühles Nass aus dem Trikgürtel in den Rachen tropfen.

Jetzt also nach Hause. Meine mentale Planung hätte es auch erlaubt, zwischen 19 und 22 oder sogar zwischen 19 und 25 etwas kürzer zu treten, um am Ende noch eine Endbeschleunigung hinzulegen. Bei Kilomterezeiten unter 5 Minuten und noch ziemlich frischen Beinen sehe ich dazu aber keine Notwendigkeit. Das Laufen macht heute richtig Spaß, ich spüre die Energie und laufe dem kleinen Männchen, das auf dem Garmin-Display mein 6:00er-Schnitt-Trainingspartner ist, munter davon.

Bei 25 dann ein winziger Einbruch, aber ich bin schon wieder zurück im Park, stadt- und damit wohnungsnah und befinde mich geistig auf der Zielgeraden genug, um jetzt nicht aus Vorsicht das Tempo zurückschrauben zu müssen. Im Gegenteil, als Garmin bei KM 29 piept, lege ich nochmal richtig einen drauf: letzter Kilometer in 4:37 und Gesamtzeit 2:28 Std. für 30 Kilometer.

Jetzt duschen, Knie (die leider immer noch nach jedem Lauf schmerzen) einsalben und - wieder ab ins Bett ;-(

Jedenfalls kann der Wolfsburg-Marathon jetzt kommen!

Mittwoch, 19. August 2009

Spaß ist irgendwie was anderes


Zur Zeit habe ich das Glück, mir einen Teil meiner Arbeitsstunden völlig frei einteilen zu können. Damit einher geht das (im Moment zweifelhafte) Glück, zu den möglichsten und unmöglichsten Zeiten zu laufen.
So kam es, dass ich mir gestern Abend nach 21 Uhr einen 14-Kilometer- und heute Vormittag einen Halbmarathon-Lauf gönnte. Erste Erkenntnis war: ich hätte gestern Abend gar nicht erst aufbrechen sollen, irgenwie war mir schon vorher schwindelig, und überhaupt habe ich genügend andere Interessen, um nicht eine stockfinstere Neumomnd-Nacht an einem von Anglern besetzten See zu verbringen. Zweiter Erkenntnis: statt um geplante 6 kam ich mal wieder erst um 7.30 Uhr aus dem Bett, verspürte dann einen größeren Drang an meinen Schreibtisch als zum Laufen und konnte mich erst nach einen Wachwerd-Kaffee um 9 zum Aufbruch durchringen. Wohl weislich nahm ich meinen Trinkgurt und ein Karré Traubenzucker mit. Was ich damit aber eigentlich sagen will ist: beide Läufe waren kein Spaß, der scheint irgendwie nicht wieder zu kommen und irgendwie tun mir auch seit Tagen aus unerfindlichen(?) Gründen die Knie weh.

Einziger Lichtblick: Ich habe eine Ladung Motivation auf Papier von Amazon erhalten - hoffe, dass es hilft und werde ggf. Empfehlungen aussprechen!

Dienstag, 18. August 2009

Kleine Abendrunde und verschlafen

Nach dem 30er am Sonntag wollte ich es am Montag ganz besonders ruhig angehen lassen. Da auf's Laufen am Sonntag ohnehin genug Regenerationsbewegung ind Form von Radfahren folgte, machte es mir auch weder mental noch körperlich Schwierigkeiten, mich mit dem Laufen bis abends zurückzuhalten (dafür sehr früh im Büro gewesen).
Aber dann: langsam (5:36 pro KM) angetrabt, fand ich auf einmal Geschmack am Tempo und lief die mittleren 3 von 6 Kilometern in der kühlen Abendluft locker unter 5 Minuten. Da weiß man wieder, was laufen mit fliegen gemeinsam hat.
Vorher hatte ich mir aber noch einen neuen mp3-Player gegönnt, kein teures Modell, sondern eins, bei dem man sich keine Sorgen macht, wenn mal ein paar Schweißtröpfchen draufkommen oder er ein Unwetter überstehen muss. Nach einer Nacht an der USB-Buchse meines Laptops sollte es mit ihm heute Morgen auf einen 15er-Relax-Trip durchs Landschaftsschutzgebiet gehen.
Leider hat mir aber wohl der verlängerte Spontanbesuch (ich musste vor der Rückfahrt einen Regenschauer "abwettern") bei meiner Mutter nicht gut getan. Statt um halb 6 kam ich erst um 7 aus den Federn - um zu merken, dass meine neue Errungenschaft nicht einmal mehr "Piep" sagte (auf dem Fahrrad am Abend war's noch gegangen).
Nach dem Beschluss, das Teil heute schleunigst bei Saturn umzutauschen, folgte ein schnelles Frühstück und die Idee, noch einmal in dieser Woche sehr zeitig im Büro zu sein. Kann ja heute Abend laufen ;-)

Montag, 17. August 2009

Gut gequält

Es sollte eine "Woche der Vernunft" werden. Nach rund 90 Trainingskilometern in der Woche davor wollte ich es weniger kilometerreich und vor allem ruhiger angehen lassen. Nachdem ich es am Montag auf seeehr ruhige (6:30 Min./KM) 6 Kilometer gebracht hatte und am Dienstag dank dienstlich notwendiger Radtouren der Bedarf nach weiterem Sport ausblieb, lief ich am Mittwoch in einem neuen, alten Trainingsrevier fast ebenso ruhige 14 in den Tag hinein.
Und dann? Donnerstag: lustlos. Freitag ebenso. Und Samstag nach einer Voll-Ladung Aldi-M6M's einen ebenfalls lockeren 10er.
Naja, und weil's ja eigentlich nicht so schlimm werden konnte, "gönnte" ich mir am gestrigen Sonntag einen echten 30er in der prallen Hitze. Dabei ging es bis KM 19 eigentlich ganz gut, danach - eher ganz schlech. Obwohl ich zu trinken dabei hatte, ließ das Gefühl des Durstes bzw. das Gefühl, dass das Trinken (Leitungswasser) meinem Magen nicht bekam, ab dem 20. Kilometer überhaupt nicht mehr nach. Dazu kam ein Schwächegefühl in den Beinen als ob sie gleich wegbrechen wollten.
Da ich aber unbedingt volle 30 laufen wollte an jenem Tag, musste ich auf den letzten beiden Kilometern zu einer List greifen. Die Strecke zog sich und zog sich, und weil ich den Eindruck hatte, noch einige "Schlenker" für mein angepeiltes Kilometerziel zu brauchen, mir die Strecke bis nach Hause aber mental immer länger und somit unerträglicher wurde, machten mein geschwächter Körper und mein delierender Geist einen Deal: wsobald ich entweder die 30 auf der Garmin oder auf der üblichen Strecke meine Haustür erreichte, sollte Schluss sein. Und so hielt ich dann an, mitten auf der Treppe (Richtung unten), die die letzte Unterführung vor der Heimkehr markiert. Das nennt man dann wohl gut gequält :-(

Sonntag, 9. August 2009

2x durchgerungen

Bin ich froh, dass DAS vorbei ist. Rund 90 Kilometer stehen für die vergangene Trainingswoche auf dem Tacho, und mit gut 28 für heute schlägt dabei auch endlich mal wieder ein "langer Lauf" zu Buche.

Allerdings sah es heute Morgen erst gar nicht danach aus. Als um kurz vor 7 nämlich mein Wecker für dieses allwöchentliche Selbstkasteiungs-Ritual der Langstreckenläufer klingelte, verspürte ich einen ziemlich starken Drang, das Signal zu überhören, den Trainingsplan umzuschmeißen ("übertreib's nicht und hör' endlich mal auf deine Vernunft") und den langen Lauf einen langen Lauf sein zu lassen.

Aus der ursprünglichen Startzeitverschiebung auf 8 wurde dann aber doch nur 7:28 Uhr, und mit den ersten Schritten merkte ich, dass es der Wettergott halbwegs gut mit mir meinte (es war schon mal schwüler), der Trinkgurt saß und sich bis auch die Achillessehnen, die sich am Anfang immer melden, auch der Körper einigermaßen fit präsentierte.

Das heißt natürlich nicht, dass mir nicht ein wenig mulmig im Kopf geworden wäre, als es auf den Schlenker ging, der aus meiner jetzt schon wieder gewohnten 20er- eine 28er-Runde inklusive einiger gemeiner Steigungen machen würde. Aber dann lief es, zwischendurch hatte ich sogar Anflüge des Ganz-weit-weg-und-mit-mir-im-Reinen-Seins, und bis Kilometer 25 ging es wirklich so gut, dass sich schon der Gedanke aufdrängte, dieses Ritual wieder öfter zu "feiern".

Jetzt freue ich mich aber vorwiegend, es diese Mal überstanden zu haben, freue mich auf eine Woche mit verringertem Trainingsumfang (die letzte eines 4-Wochen-Zyklus') und überlege mir dabei, wie ich am Laufen wieder richtig Spaß finden kann. Und nicht nur durchringen und "es geht so"!

Donnerstag, 6. August 2009

Wenn die Kilometer kürzer werden...

Kennt ihr es auch, dieses Gefühl: Da läuft man so vor sich hin, Tipp, Tapp, Tipp, Tapp, Schritt für Schritt, und wo einem sonst 15 Kilometer als unendlich lange Quälerei vorgekommen wären, wundert man sich am Ende - "was denn, schon wieder zurück vor meiner Haustür?"

Es ist diese Art von Erfolgserlebnis, die mir in den letzten zweieinhalb Wochen das eine oder andere Mal vergönnt war. Erst beim Aufstieg aus der tiefen Grube des Untrainiertseins, wo mir erst 5:30 pro Kilometer vorkamen wie nahe am Weltrekord (oder zumindest fühlten sich Lunge und Herzschlag so an) und jedes geschaffte Aufraffen allein Grund zum Jubel war - und ich schließlich in den Flow zurückfand. Und dann dieses unglaubliche Gefühl, dass mir das Laufen leichtfällt. Es ist ein bisschen wie schweben, und wenn man bei der Schwüle nicht so schwitzen würde, käme man nicht auf die Idee, es mit Anstrengung in Verbindung zu bringen.

Nun gut, morgen nochmal 15 und am Sonntagmorgen 30, und dann weiß ich endgültig wieder, woran ich bei mir bin. Wobei: Lauf-Unlust und Lauf-Probleme scheinen derzeit in der Luft zu liegen, wie ich nicht nur au der Laufblogger-Community erfahren habe.

Ich genieße jetzt erstmal die Hochphase - und drücke allen Schwüle-Geschädigten und Sommertief-Durchleidern die Daumen. Es wird wieder!!!

Dienstag, 12. Mai 2009

Von der Leichtigkeit des Laufens

Hätte ich es heute so gehalten wie die meisten Laufanfänger (und die meisten Menschen), so hätte ich nicht abermals erfahren, wie leicht laufen sein kann. Warum nicht? Weil die ersten Schritte es nicht waren, und das Durchringen dazu nach einem nur halb langen, dafür aber umso ereignisreicheren Arbeitstag fast schon unendlich schwer.

Na gut, in 4 Tagen ist Rennsteiglauf, und auch wenn ich rein verstandesmäßig noch manchmal mit dem Gedanken spiele, gar nicht dort zu starten, so sagt mir mein sportlicher Ehrgeiz und mein tiefer läuferischer Kompass zum Wohlbefinden doch, dass ich genau dies (also nicht starten) nicht tun werde.

Folglich quälte ich mich so gegen 18:30 Uhr auf meine gewohnte Laufstrecke um den See. Die Schritte glichen einem Schleichen, de Knie taten mir weh, und ständig überholten mich Leute, die nicht so aussahen, als würden sie außer heute besonders oft ihre Sportschuhe schnüren.

Dennoch veränderte sich in mir bereits etwas auf dem ersten Kilometer (den Garmin geflissentlich nicht maß). Es veränderte sich, was sich immer verändert, wenn ich laufe, und an das ich mich nicht mehr erinnern kann, wenn mir das Aufraffen mal wieder schwer fällt: Ich werde eine andere, lasse die Schwere des Alltags hinter mir und entdecke eine Form des Einsseins mit meinem Körper und der Natur, die mich umgibt. Heute war mir zugegebenermaßen zusätzlich schwindlig; auch eine Form von "Entrücktsein", aber sicherlich nicht die von mir gesuchte. Doch selbst das besserte sich nach ein paar geduldigen Kilometern im guten 6er-Schnitt. Offenbar kann einem der Körper manchmal noch kleine Sünden verzeihen: Trainingsfaulheit, unpassende Ernährung und was dergleichen mehr Geißeln sind.

Jedenfalls kam ich von meinem um knapp 3 Kilometer verlängerten Standardründchen wie neu geboren zurück. Jetzt gibt's noch was zu feiern bei Ayran und Tortillachips. Genaueres demnächst auf diesem Blog. Es ist nämlich so toll, dass ich es selbt noch kaum glauben kann.

Montag, 4. Mai 2009

Nächtlicher Auslauf

Es hätte ein schöner, ruhiger Start in die Woche werden können. Hätte, denn einer meiner Vorgesetzten kam heute spontan darauf, mich in die Pampa bzw. mit dem Zug nach Hagen in Westfalen zu schicken. Wer des Öfteren Bahn fährt, wird sicherlich nachvollziehen können, wie sehr ich das Leben heute "in vollen Zügen" genossen habe, mit einer guten Stunde Verspätung, die den eingeplanten Puffer vor meinem Termin auf praktisch "0" sinken ließ.

Bei der Rückfahrt habe ich es dann verpennt; statt nochmal auf den Plan zu gucken, ging ich davon aus, dass der Zug im Studentakt führe und ich den eine Stunde vor dem gepanten fahrenden soeben verpasst hatte. Nach einem leckeren Putenbrust-Brötchen mit noch leckererem Milchkaffee musste ich dann feststellen, dass mein Zug vor zwei Minuten abgefahren war, ich ihn also gar nicht eigentlich verpasst, sondern unbewusst vertrödelt hatte. Und dann der IC: Kann mir jemand erklären, weshalb dies Verbindung nur an Freitagen im April über Hannover hinaus bedient wird? Naja, wie sgte Einstein so schön (oder ähnlich): Man muss die Bahn nicht verstehen, man muss sich nur in ihr zurechtfinden ;-)

Um kurz vor 22 Uhr war ich dann also auf dem Hauptbahnhof, wenig später in meiner Wohnung und ein noch infinitesimal kleineres Zeitinterval später "auf der Piste". Eigentlich wollte ich ja richtig langsam (~6er-Schnitt) machen. Heraus kamen 5:20 Minuten pro Kilometer - und (wie seit letzter Woche immer) seltsame beidseitige Knieschmerzen. Allerdings ist das zumindest im Moment kein Grund, das Laufen herunter zu schrauben, und da spielt der Rennsteig eine weitaus geringere Rolle als der hohe Entspannungswert nach einem langen Tag im Büro. Summa summarum habe ich meinen nächtlichen Auslauf also genossen. Vielleicht kriegen sich die Knie ja auch wieder ein!

Montag, 13. April 2009

W-o-h-l-f-ü-h-l--te-m-p-o ;-)

Gestern konnte ich's nicht lassen. Dabei hatte ich den Morgenlauf gar nicht einmal so bravourös absolviert - schmerzende Beine, bleierne Müdigkeit und die Tatsache, aufgrund eines angesetzen Osteressens nicht in den Tag hinein leben zu können, hielten mich davon ab, die Runde in der Morgenkühle wirklich zu genießen. Einmal dabei, konnte ich mich an die geplanten 4,8 KM dann aber do´ch nicht halten - 7 mussten es schon sein.

Kaum mit vollgeschlagenem Bauch wieder zu Hause, ging ich dann bei Andreas vorbei. Und ob er Lust habe, heute Abend zu laufen! Für mich sollte es gleich noch eine Gelegenheit werden, seine 15-KM-Strecke kennen zu lernen und damit der Monotonie des Trainings Einhalt zu gebieten. "Nicht so schnell" wollten wir laufen, und auf den ersten beiden Kilometern (bei denen ich vergessen hatte, meine Garmin anzuwerfen) ging das auch gerade noch gut. Dann allerdings, es wurde hügelig, war angenehm kühl und es gab einige Single-Trails, auf denen Tempo und Konzentration zusammen richtig Spaß machen, gab es kein Halten mehr.

Nur halb vorwurfsvoll las ich nach jedem Kilometer unserer Rundenzeiten ab 5:15 - 4:55 - 4:37 - 4:40 - 4:36...

Das war natürlich nicht geplant. Aber: immer nur herumtrotten ist für mich auch kein Wohlfühltempo, da können Laufexperten sagen und schreiben, was sie wollen.

Wir laufen übrigens gleich wieder los - und testen zur Abwchslung mal den Virtual Partner von Garmin, um auf 6 Min./km zu bleiben ;-)

Samstag, 7. März 2009

Chronologie eines Übertrainings

Ich hatte es irgendwie geahnt - und meine lieben Leser zu Zuschauern wider Willen bei einem unglückseligen Schauspiel gemacht, das "der sichere Weg ins Übertraining" heißt. Inzwischen bin ich mit Ruhe, Abstand und neuer Lust auf dem Wege der Besserung. Grund genug, das fatale Geschehen der letzten Monate noch einmal zu rekapitulieren, durchaus mit dem Anspruch einer "Lesson learned".

Dezember 2008: Aufgrund einer überraschend hohen Arbeitsbelastung bleibt für eigentliches Lauftraining kaum Zeit. Weil mir aber Bewegung nach langen Stunden am Schreibtisch (oder davor) erfahrungsgemäß gut tut, schiebe ich fast täglich ein Ründchen von 7 bis 10 Kilometern ein.

24.-26. Dezember 2008: Endlich, der Stress ist weg und mit den überreichlichen Mahlzeiten der Weihnachtstage gibt es neben dem traumhaft klaren Wetter einen weiteren Grund, wieder ausgiebiger zu laufen; ich genieße es.

27.-31. Dezember 2008: Dafür, wie "abgewrackt" und wenig im Training ich mich noch kurz zuvor gefühlt hatte, läuft es wirklich gut. Zwischen den Jahren ist auch endlich mal Zeit, alte Bekanntschaften zu pflegen, so mit meinem Nachbarn (und Superläufer) Andreas, der mich beim gemeinsamen Brunch auf die Spur des täglich mehrmaligen und teilweise harten Trainings nach Greif setzt. In derfolge laufe ich an Silvester noch einen 30er - und hänge Neujahr gemeinsam mit Andreas einen in Rekordzeit dran.

1.-8. Januar 2009: Noch ist es kein Problem, trainingsmäßig die guten Neujahrsvorsätze einzuhalten. Ich habe schließlich Urlaub, lebe in den Tag hinein und räume dem Laufen dabei ganz bewusst eine hohe Priorität ein. Allein beginne ich langsam zu spüren, dass sich dieses Pensum bei mindestens 40 Stunden Wochenarbeitszeit wohl nicht ohne Abstriche auf der einen (weniger laufen) oder anderen (totale Müdigkeit im Alltag) Seite wird durchziehen lassen.

9.-16. Januar 2009: Die erste Woche mit täglich zweimaligem Laufen plus Arbeit ist 'rum. Noch bin ich morgens mit Eifer dabei und erreiche beim abendlichen 15er ene neue persönliche Bestzeit nach der anderen. Im Hinterkopf macht sich aber langsam auch die Frage des "wie lange noch" breit.

17.-25. Januar 2009: Die zweite Arbeitswoche mit kombinierten hohen Trainingsumfängen. Irgendwie merke ich, dass es reicht, verschiebe den langen Lauf vom Donnerstag- auf den Freitagabend und kann ansonsten kaum noch "Gas geben" jedenfalls nicht mt Spaß. Entsprechend sehne ich die Regenerationswoche vor dem Doppeldecker am 31. Januar/ 1. Februar herbei.

31. Januar/1. Februar: Doppeldecker-Marathon in der Eifel, wobei ich auf den letzten 15 Kilometern des zweiten Tages einem fiesen Hungerast zum Opfer falle. Spaß habe ich an diesem Wochenende vor allem wegen des Begleitprogramms: ich besuche ein paar alte Freunde in Bonn.

2.-9. Februar: Nach ein wenig Ausruhen am Montag vom "Doppeldecker" versuche ich, mit dem Training wieder durchzustarten. Allerdings kann ich mich dafür nur mit der Aussicht auf den 75-Kilometer-Testlauf von Lübeck nach Hamburg motivieren - und damit, dass die Trainingseinheiten in den Wochen danach spezifischer, will heißen: kürzer, intensiver und abwechslungsreicher werden, motivieren. Darüber hinaus werde ich von Heißhunger-Attacken heimgesucht.

10.-22. Februar 2009: Ereignislose Wochen zwischen Unlust, Heißhunger und vor allem auch einem erhöhten Stundenpensum bei der Arbeit. Zum Hamburger Lauf muss ich nach einer dienstlichen Reise nach Berlin aus anreisen, und ab spätestens Marathon läuft es besch... Muskelschmerzen, Übelkeit, eben das volle Programm.

22. Febuar - 1. März 2009: Sobald ich ns Laufen denke, wird nicht vor allem schlecht, sondern ich kann mir keine blödere Freizeitbeschäftigung vorstellen. Jetzt bewahrheitet sich ein wenig, was vielleicht öfter mal wie eine Ausrede meinerseits erscheint: Laufen ist eine von vielen Komponenten in meinem Leben, ich kann auch aus anderen Aktivitäten sehr viel Ziehen und habe des Öfteren ein inneres Bedürfnis, dies auch auf Kosten des Laufens zu tun. Während Heißhunger und Müdigkeit verschwinden, locke ich die Lauflust sehr behutsam wieder hervor.

2.-7. März 2009: Die Gegenwart. Ich habe eine Lektion gelernt. Während die Lauflust wiederkommt und auch die Form (naja, so richtig "getreten" habe ich mich noch nicht) bin ich froh, den Sport jetzt mit noch weniger (krankem) Ehrgeiz anzugehen. Angesichts meiner eher unothodoxen Vorbereitungen in der Vergangenheit ist nicht einmal ernsthaft damit zu rechnen, dass sich das negativ auf meine Leistungen auswirkt. Eine weitere Lektion ist damit eng verbunden: Ich brauche weder technischen Schnickschnack, noch die Tipps irgendwelcher Laufgurus. Im Gegenteil!

Freitag, 27. Februar 2009

Kurz auftauchen

Seit über einer Woche habe ich nichts von mir hören lassen. Anders, als manche von euch vielleicht vermutet haben, war und bin ich aber leider nicht im Urlaub. Stattdessen ertrinke ich quasi in Arbeit und kommen mir zunehmend grundlegende Zweifel daran, ob ich überhaupt noch laufen soll.

Meine Streckenlängen in den letzten Tagen sind aufschlussreich:
Donnerstag, 19.2.09: 7,2 Kilometer
Samstag, 21.2.09: 8,5 Kilometer
Sonntag, 22.2.09: 75 Kilometer (LüHa FunRun)
Freitag, 27.2.09: 7,2 Kilometer.

Dabei ist es nicht so sehr die Summe, sondern die Schwankungen, die auffallen. Und die einzig und allein der Tatsache eines frühen Meldeschlusses geschuldet sind, so dass ich aus der Sache mit den 75 Kilometern nicht mehr so richtig herauskam.

Nach einer kurzen Nacht (ich war wegen falscher Informiertheit bereits um 4 und nicht erst um 6 am Hamburger Hauptbahnhof) waren die Kilometer jenseits des Marathons denn auch eine Qual, mit Atemproblemen, Überlkeit, Schwarzsein vor Augen und was ihr euch dergleichen mehr von einem überdrehten, kaputten Kreislauf vorstellen könnt.

Nicht nur deshalb habe ich inzwischen überhaupt keine Lust mehr zu laufen. Kostet Geld, kostet Zeit, kostet Mühe, so mein Fazit.

Ich glaube, liebe Lauffreundinnen und -freunde, ich bin dann mal weg! Mit einem lachenden und einem weinenden Auge...

Montag, 16. Februar 2009

Wie ein begossener Pudel


Während ich heute nur so aussah (es hat den ganzen Tag geschnee-regnet und hörte natürlich auch angesichts meiner Abendrunde nicht auf) habe ich mich die ganze letzte Woche auch so gefühlt. Ich hoffe, das erklärt auch, warum ich so lange nichts gebloggt habe: das Gejammer wollte ich euch nun wirklich nicht antun.

Passiert ist eigentlich gar nichts, außer dass ich am Dienstag mit einem langsamen, aber unter äußerst schlechten Wetterbedingungen (Nässe von unten und starker Wind) Lauftreff-Lauf wohl direkt ins Übertraining hineingeraten bin. Jedenfalls hatte ich den ganzen Tag einen unbändigen Hunger gehabt, trat den Lauf mit viel zu vollem Magen an, quälte mich unsäglich für knapp 16 Kilometer in gut anderthalb Stunden - und verging mich im Anschluss zu allem Überfluss nochmal an meinem Kühlschrank.

Im Anchluss daran beschloss ich, mir am darauffolgenden Mittwoch eine Pause zu gönnen, die ich kurz entschlossen (immer noch keine rechte Lauflust und so viel anderes zu tun) auch noch auf den Donnerstag ausdehnte. Am Freitagmorgen dann ein Mini-Läufchen von nicht mal 5 Kilometern, wobei ich mich mit Brötchenholen locken musste, um das nicht auch nóch ausfallen zu lassen.

Bergauf im Sinne von besser ging es dann langsam am Wochenende. Am Samstag haben meine Mutter und ich es endlich geschafft, mit Oma deren Geburtstagsessen nachzuholen. Entsprechend sollte es mittags zum Türken gehen, eines der In-Restaurants hier in der Stadt mit Essen von wirklich formidabler Qualität. Einer gewissen Denke folgende hätte ich mich sicherlich über zirka 30 Kilometer quälen müssen, um mir das zu verdienen. Anstelle dessen entschied ich mich aber für Ausgeglichenheit bei Tisch und den Spaß am Laufen und brachte am Vormittag 12 Kilometer locker und mit wieder erwachendem Spaß hinter mich.

Und obwohl die Gewissheit, dass es mir beim und nach dem Laufen bestimmt besser gehen würde als in jenem Moment davor, gestern eine lange Zeit brauchte, um sich ihren Weg in mein Willenszentrum zu bahnen, schaffte ich es auch am gestrigen Sonntag (bei Tauwetter und daher zu warm angezogen) und heute nach der Arbeit, die 12er-Runde zu absolvieren - heute übrigens in 57:30 Minuten.

Im Rückblick habe ich eine besch... Woche hinter mir, aber viel über mich und mein Laufen gelernt. An erster Stelle steht dabei: "Es muss vor allem Spaß machen!" So war gestern der Forerunner nicht aufgeladen, und heute habe ich ihn mutwillig und bei vollem Bewusstsein weggelassen. Ich brauche nämlich kein Gepiepse, um zu merken, wie ich drauf bin. Noch entsetzter bin ich im Rückblick darüber, dass ich durch das Laufen mit Herzfrequenzmessung beinahe mein Körpergefühl verloren hätte. Mag ja sein, dass ich oft mit >80% HfMax unterwegs bin. Da ich noch lebe, messe ich dem allerdings keine Bedeutung bei. Nach den Läufen mit gemessen niedriger Intensität habe ich mich nämlich nie so richtig wohl gefühlt, und das muss ja wohl oberstes Ziel bleiben.

Und jetzt gelobe ich erstmal Besserung in der Form, NUR noch Spaß beim Laufen haben zu wollen. Wenn das dazu führt, dass nebenbei (und dank unvernünftiger, unwissenschaftlicher Trainingsmethoden) eine kleine Platzierung dabei abfällt, sage ich natürlich nicht nein. Alle Gurus allerdings - die selbst ernannten, die elektronischen und die im Ohr - schicke ich erstmal zum Mond! In diesem Sinne ;-)

Montag, 9. Februar 2009

Gut trainiert...

...ist, wenn man losläuft, sich nicht top fühlt, bewusst langsam macht - und dann 5:38 Min./Km als Durchschnittsgeschwindigkeit da stehen hat. So geschehen bei meinem gerade absolvierten 14,72er (also 15er).

Ansonsten ist das Leben bei mir im Moment nicht aufregend. Arbeiten, studieren, früh aufstehen und spät ins Bett...