"Warum tue ich mir das an?" Wer hat sich das nicht schon gefragt sonntagsmorgens um 6 oder beim Marathon nach 10 Kilometern, nachdem es gar nicht gut anläuft, das Wetter schlecht und die Beine unerwartet schwer sind? Nach Überqueren der Ziellinie sind wir dann natürlich doppelt stolz, und auch zurecht, denn wer trotz Quälens durchhält, hat wahrlich auch moralisch eine große Leistung erbracht. "Nie wieder!" sagen trotzdem nicht wenige, und einige, bei denen es gut geklappt hat, leben zumindest von nun an mit der Ansicht, "weiter als Marathon geht nicht!"
Kennt man allerdings die Gesichter (oder Blogs) seiner Pappenheimer, so weiß man auch, dass der Mensch vergesslich ist. Denn viele stehen 3 oder 6 Monate oder auch ein Jahr später wieder auf der Startlinie: "Ist es nicht schön, wenn der Schmerz nachlässt?" Und da das Nachlassen vermeintlich um so schöner sein muss, je schlimmer der Schmerz, hat sich der Laufgott für die ganz Vergnügungssüchtigen etwas Besonderes einfallen lassen: sie können landauf, landab an einem Ultra-Trail oder einem "100er" teilnehmen.
So weit, so gut. Doch hat diese Logik ihren Haken ja eigentlich dort, wo der Mensch grundsätzlich geneigt wäre, Schmerz und Mühen gänzlich zu vermeiden. Können wir denn kein bequemes Leben haben, ohne uns vorher zu Quälen, so nahe heran an den Hades-Unterweltfluss heranzusteigen, bis uns der Tod fast näher scheint als die Lebensgeister?
Im Prinzip schon. Wenn, ja wenn mensch nicht auch lernen könnte, den Weg an die Grenzen nicht nur gezielt, sondern vor allem auch kontrolliert zu gehen: Einen Marathon mit Mühe und Not durchstehen ist ein ganz anderes Erlebnis, als ihn mit Körperbewusstsein zu laufen. Das kann bei dem einen der reine Genusslauf sein; bei mir ist es eher das Wahnsinnsgefühl, zwischen zuviel Bequemlichkeit und dem totalen Absturz in Kurzatmigkeit, Krämpfe und der absoluten Unfähigkeit, mir auch nur einen weiteren Schritt vorzustellen, zu balancieren. Laufen im Flow.
Am Ende ist man sich gewiss, eine bestimmte Strecke nicht nur gelaufen zu sein, sondern sie auch im eigentlichen Sinne laufen zu können. Und nimmt eine besondere Triebfeder mit für andere Bereiche des Lebens.
So werde ich in den nächsten Jahren bestimmt oft die inkriminierte Frage stellen: "Warum tue ich mir das an?" Ich hatte Alternativen, ein verlockendes Jobangebot vorliegen, könnte mich weiter bewerben, einfach vor mich hindümpeln, irgendwo Dienst nach Vorschrift schieben - oder auch einfach nur reich heiraten. Aber ich mach's nicht. Vor 3 Monaten habe ich mich entschieden und heute Nacht nach 2 zäh ringenden Wochen nochmal. Und das, obwohl die Marathondistanz (Magisterarbeit) insgesamt kein erfreuliches Erlebnis war: ich mach den akademischen 100er, ich promoviere...
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Freitag, 11. September 2009
Donnerstag, 27. August 2009
20 Kilometer, einfach so!
Gestern war ich einfach faul. Zuerst kam ich nicht aus dem Bett, dann nicht an meinen Schreibtisch (weil das Bett fast schon wieder rief), dann habe ich trotz bester Vorsätze nichts geschafft und am Ende war nicht mal der fest eingeplante 20-K-Lauf drin.
Mit entsprechender Wut auf meine amngelnde Disziplin im Bauch stellte ich mir heute also den Wecker um 5, um nach 20 abgespulten Kilometern dennoch rechtzeitig das traute Heim und fürderhin mein Büro zu erreichen. Wie war der Erfolg? Nun ja, um 5 bin ich jedenfalls nicht aus dem Bett gesprungen, sondern eher um halb 7 herausgekrochen, um zunächst auf meiner angestammten 15er-Strecke eine Tour im Schneckentempo (~5:45/Km) zu drehen. Dabei merkte ich ziemlich schnell, dass eigentlich alles ging wenn, ja wenn ich nur nicht so wenig getrunken hätte. Jedenfalls taten meine Knie mit zunehmender Laufstrecke immer weniger weh, was ich als Grund genug ansah, meinen schlappen Körper nebst unmotiviertem Geist noch gut 5 Kilometer weiter zu hetzen.
Gesagt, getan. Diese übermütige Aktion beinhaltete als ersten Schritt das Vorbeilaufen an meinem Zuhause mit schweren Beinen, Seitenstichen und irgenwie schwer pumpenden Herzen (bilde ich mir aber wahrscheinlich nur ein und führe es auf den Flüssigkeitsmangel zurück). Nach Unterquerung der Straße neben meinem Wohnhaus ging es dann also noch einmal Richtung anderer See. Kilometer 16 war bald abgehakt, dann kam 18, wurde die 19 überschritten, und es stellte sich ein ungemein entspannendes Gefühl ein, als ich wusste, dass es auf der ausgedachten Runde auch für 20 reichen und ich dann ganz entspannt austrotten können würde.
Und das Beste ist, dass ich damit den für diese Woche zusätzlich vorgenommenen 20er nicht auf morgen verschieben musste, sondern mich stattdessen auf einen Freitag mit zügigem 10er und einen abschließenden 30er am Sonntag freuen kann. So toll kann Überwindung sein. Und so schlimm waren die 20 nun auch wieder nicht ;-(
Mit entsprechender Wut auf meine amngelnde Disziplin im Bauch stellte ich mir heute also den Wecker um 5, um nach 20 abgespulten Kilometern dennoch rechtzeitig das traute Heim und fürderhin mein Büro zu erreichen. Wie war der Erfolg? Nun ja, um 5 bin ich jedenfalls nicht aus dem Bett gesprungen, sondern eher um halb 7 herausgekrochen, um zunächst auf meiner angestammten 15er-Strecke eine Tour im Schneckentempo (~5:45/Km) zu drehen. Dabei merkte ich ziemlich schnell, dass eigentlich alles ging wenn, ja wenn ich nur nicht so wenig getrunken hätte. Jedenfalls taten meine Knie mit zunehmender Laufstrecke immer weniger weh, was ich als Grund genug ansah, meinen schlappen Körper nebst unmotiviertem Geist noch gut 5 Kilometer weiter zu hetzen.
Gesagt, getan. Diese übermütige Aktion beinhaltete als ersten Schritt das Vorbeilaufen an meinem Zuhause mit schweren Beinen, Seitenstichen und irgenwie schwer pumpenden Herzen (bilde ich mir aber wahrscheinlich nur ein und führe es auf den Flüssigkeitsmangel zurück). Nach Unterquerung der Straße neben meinem Wohnhaus ging es dann also noch einmal Richtung anderer See. Kilometer 16 war bald abgehakt, dann kam 18, wurde die 19 überschritten, und es stellte sich ein ungemein entspannendes Gefühl ein, als ich wusste, dass es auf der ausgedachten Runde auch für 20 reichen und ich dann ganz entspannt austrotten können würde.
Und das Beste ist, dass ich damit den für diese Woche zusätzlich vorgenommenen 20er nicht auf morgen verschieben musste, sondern mich stattdessen auf einen Freitag mit zügigem 10er und einen abschließenden 30er am Sonntag freuen kann. So toll kann Überwindung sein. Und so schlimm waren die 20 nun auch wieder nicht ;-(
Mittwoch, 19. August 2009
Spaß ist irgendwie was anderes

Zur Zeit habe ich das Glück, mir einen Teil meiner Arbeitsstunden völlig frei einteilen zu können. Damit einher geht das (im Moment zweifelhafte) Glück, zu den möglichsten und unmöglichsten Zeiten zu laufen.
So kam es, dass ich mir gestern Abend nach 21 Uhr einen 14-Kilometer- und heute Vormittag einen Halbmarathon-Lauf gönnte. Erste Erkenntnis war: ich hätte gestern Abend gar nicht erst aufbrechen sollen, irgenwie war mir schon vorher schwindelig, und überhaupt habe ich genügend andere Interessen, um nicht eine stockfinstere Neumomnd-Nacht an einem von Anglern besetzten See zu verbringen. Zweiter Erkenntnis: statt um geplante 6 kam ich mal wieder erst um 7.30 Uhr aus dem Bett, verspürte dann einen größeren Drang an meinen Schreibtisch als zum Laufen und konnte mich erst nach einen Wachwerd-Kaffee um 9 zum Aufbruch durchringen. Wohl weislich nahm ich meinen Trinkgurt und ein Karré Traubenzucker mit. Was ich damit aber eigentlich sagen will ist: beide Läufe waren kein Spaß, der scheint irgendwie nicht wieder zu kommen und irgendwie tun mir auch seit Tagen aus unerfindlichen(?) Gründen die Knie weh.
Einziger Lichtblick: Ich habe eine Ladung Motivation auf Papier von Amazon erhalten - hoffe, dass es hilft und werde ggf. Empfehlungen aussprechen!
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Montag, 18. Mai 2009
Fragt bitte nicht nach dem R...
Am Samstag hat bereits de Rennsteiglauf stattgefunden, und wie ihr euch denken könnt, ist es nicht gerade ein überwältigend gutes Zeichen, dass ich dazu bis heute kein Byte von mir gegeben habe. Allerdings war meine indiskutable Leistung (8:44 Std.) nur einer der Gründe; daneben stecke ich auch beruflich bis über beide Ohren im Viel-zu-tun-Sumpf, und bin dabei, auch sonst noch einige Teilaspekte meiner bescheidenen Existenz im Kopf zu sortieren.
Aber kommen wir zum Hauptteil. Also: meine Leistung war, wie bereits vermutet und oben gschrieben, indiskutabel. Viel schlimmer aber war, dass es sich um eine Ultra-Lauf-Leistung handelt, die unter dem gewohnten Niveau erbracht werden musste. Und das bedeutet: Unlust, Bedenken, es überhaupt zu schaffen, ein nie dagewesenes Überwältigtsein durch die verbleibende Strecke und, und, und. Wenn ein Boxer verliert, bekommt er ein, zwei herbe Schläge und dann ist es vorbei. Bei diesem Lauf kam es mir dagegen so vor, als müsse ich ewig für meine Trainingsfaulheit büßen - und das bereits ab Kilometer 15.
Das war der Punkt, an dem ich allerspätestens ernsthaft daran dachte, den Rest der Strecke mehr zu gehen als zu laufen. Dem vorangegangen war ein Spuck-Attacke eines unvorsichtigen Läufersn mitten auf meinen Hals. Und statt sich bei mir zu entschuldigen, fängt dieser jemand (angeblich ein 29-maliger Teilnehmer) an herumzupöbeln nach dem Motto: "kannst ja zuhause bleiben" und auch noch "Anfänger wie du schaffen's eh nicht" (weil ich ihn immer am Berg überholte und er mich dann auf den Flachetappen wieder einfing. Unter normalen Umständen hätte mich das wahrscheinlich richtig angestachelt (was kann ich dafür, wenn er 29 Male braucht, um mein Niveau zu erreichen), aber so wie der Tag in meinem Kopf startete, hatte ich spätestens ab da keinen Bock mehr. Ist das eigentlich ein deutsches Phänomen, jungen Menschen ihre fehlende "Orthodoxie" vorzuwerfen? Ist das die Anwendung des Prinzips Neidgesellschaft auf den Laufsport?
Naja, jedenfalls habe ich mich durchgekämpft, mich von der Heidelbeersuppe bei >30 Kilometern und den besser werdenden Verpflegungsstationen bei 45 und 55 Kilometern anstacheln lassen, zumindest gehend durchzuhalten.
Am Ende war ich dann doch stolz, auf der Zielmatte (vom Champion-Chip-System) zu stehen, duschte in Ruhe und ließ mich von den Läuferinnen mit andersfarbigen Medaillenbändern (grün war Ultra, rot-weiß Marathon und HM) feiern wie eine Siegerin. Und irgendwie bin ich das ja auch. Ich glaube, mein innerer Schweinehund und mein Kampfgeist sind nun endlich wieder an ihrem Platz. Und meine Muskeln auch schon fast ;-)
Aber kommen wir zum Hauptteil. Also: meine Leistung war, wie bereits vermutet und oben gschrieben, indiskutabel. Viel schlimmer aber war, dass es sich um eine Ultra-Lauf-Leistung handelt, die unter dem gewohnten Niveau erbracht werden musste. Und das bedeutet: Unlust, Bedenken, es überhaupt zu schaffen, ein nie dagewesenes Überwältigtsein durch die verbleibende Strecke und, und, und. Wenn ein Boxer verliert, bekommt er ein, zwei herbe Schläge und dann ist es vorbei. Bei diesem Lauf kam es mir dagegen so vor, als müsse ich ewig für meine Trainingsfaulheit büßen - und das bereits ab Kilometer 15.
Das war der Punkt, an dem ich allerspätestens ernsthaft daran dachte, den Rest der Strecke mehr zu gehen als zu laufen. Dem vorangegangen war ein Spuck-Attacke eines unvorsichtigen Läufersn mitten auf meinen Hals. Und statt sich bei mir zu entschuldigen, fängt dieser jemand (angeblich ein 29-maliger Teilnehmer) an herumzupöbeln nach dem Motto: "kannst ja zuhause bleiben" und auch noch "Anfänger wie du schaffen's eh nicht" (weil ich ihn immer am Berg überholte und er mich dann auf den Flachetappen wieder einfing. Unter normalen Umständen hätte mich das wahrscheinlich richtig angestachelt (was kann ich dafür, wenn er 29 Male braucht, um mein Niveau zu erreichen), aber so wie der Tag in meinem Kopf startete, hatte ich spätestens ab da keinen Bock mehr. Ist das eigentlich ein deutsches Phänomen, jungen Menschen ihre fehlende "Orthodoxie" vorzuwerfen? Ist das die Anwendung des Prinzips Neidgesellschaft auf den Laufsport?
Naja, jedenfalls habe ich mich durchgekämpft, mich von der Heidelbeersuppe bei >30 Kilometern und den besser werdenden Verpflegungsstationen bei 45 und 55 Kilometern anstacheln lassen, zumindest gehend durchzuhalten.
Am Ende war ich dann doch stolz, auf der Zielmatte (vom Champion-Chip-System) zu stehen, duschte in Ruhe und ließ mich von den Läuferinnen mit andersfarbigen Medaillenbändern (grün war Ultra, rot-weiß Marathon und HM) feiern wie eine Siegerin. Und irgendwie bin ich das ja auch. Ich glaube, mein innerer Schweinehund und mein Kampfgeist sind nun endlich wieder an ihrem Platz. Und meine Muskeln auch schon fast ;-)
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Samstag, 7. März 2009
Chronologie eines Übertrainings
Ich hatte es irgendwie geahnt - und meine lieben Leser zu Zuschauern wider Willen bei einem unglückseligen Schauspiel gemacht, das "der sichere Weg ins Übertraining" heißt. Inzwischen bin ich mit Ruhe, Abstand und neuer Lust auf dem Wege der Besserung. Grund genug, das fatale Geschehen der letzten Monate noch einmal zu rekapitulieren, durchaus mit dem Anspruch einer "Lesson learned".
Dezember 2008: Aufgrund einer überraschend hohen Arbeitsbelastung bleibt für eigentliches Lauftraining kaum Zeit. Weil mir aber Bewegung nach langen Stunden am Schreibtisch (oder davor) erfahrungsgemäß gut tut, schiebe ich fast täglich ein Ründchen von 7 bis 10 Kilometern ein.
24.-26. Dezember 2008: Endlich, der Stress ist weg und mit den überreichlichen Mahlzeiten der Weihnachtstage gibt es neben dem traumhaft klaren Wetter einen weiteren Grund, wieder ausgiebiger zu laufen; ich genieße es.
27.-31. Dezember 2008: Dafür, wie "abgewrackt" und wenig im Training ich mich noch kurz zuvor gefühlt hatte, läuft es wirklich gut. Zwischen den Jahren ist auch endlich mal Zeit, alte Bekanntschaften zu pflegen, so mit meinem Nachbarn (und Superläufer) Andreas, der mich beim gemeinsamen Brunch auf die Spur des täglich mehrmaligen und teilweise harten Trainings nach Greif setzt. In derfolge laufe ich an Silvester noch einen 30er - und hänge Neujahr gemeinsam mit Andreas einen in Rekordzeit dran.
1.-8. Januar 2009: Noch ist es kein Problem, trainingsmäßig die guten Neujahrsvorsätze einzuhalten. Ich habe schließlich Urlaub, lebe in den Tag hinein und räume dem Laufen dabei ganz bewusst eine hohe Priorität ein. Allein beginne ich langsam zu spüren, dass sich dieses Pensum bei mindestens 40 Stunden Wochenarbeitszeit wohl nicht ohne Abstriche auf der einen (weniger laufen) oder anderen (totale Müdigkeit im Alltag) Seite wird durchziehen lassen.
9.-16. Januar 2009: Die erste Woche mit täglich zweimaligem Laufen plus Arbeit ist 'rum. Noch bin ich morgens mit Eifer dabei und erreiche beim abendlichen 15er ene neue persönliche Bestzeit nach der anderen. Im Hinterkopf macht sich aber langsam auch die Frage des "wie lange noch" breit.
17.-25. Januar 2009: Die zweite Arbeitswoche mit kombinierten hohen Trainingsumfängen. Irgendwie merke ich, dass es reicht, verschiebe den langen Lauf vom Donnerstag- auf den Freitagabend und kann ansonsten kaum noch "Gas geben" jedenfalls nicht mt Spaß. Entsprechend sehne ich die Regenerationswoche vor dem Doppeldecker am 31. Januar/ 1. Februar herbei.
31. Januar/1. Februar: Doppeldecker-Marathon in der Eifel, wobei ich auf den letzten 15 Kilometern des zweiten Tages einem fiesen Hungerast zum Opfer falle. Spaß habe ich an diesem Wochenende vor allem wegen des Begleitprogramms: ich besuche ein paar alte Freunde in Bonn.
2.-9. Februar: Nach ein wenig Ausruhen am Montag vom "Doppeldecker" versuche ich, mit dem Training wieder durchzustarten. Allerdings kann ich mich dafür nur mit der Aussicht auf den 75-Kilometer-Testlauf von Lübeck nach Hamburg motivieren - und damit, dass die Trainingseinheiten in den Wochen danach spezifischer, will heißen: kürzer, intensiver und abwechslungsreicher werden, motivieren. Darüber hinaus werde ich von Heißhunger-Attacken heimgesucht.
10.-22. Februar 2009: Ereignislose Wochen zwischen Unlust, Heißhunger und vor allem auch einem erhöhten Stundenpensum bei der Arbeit. Zum Hamburger Lauf muss ich nach einer dienstlichen Reise nach Berlin aus anreisen, und ab spätestens Marathon läuft es besch... Muskelschmerzen, Übelkeit, eben das volle Programm.
22. Febuar - 1. März 2009: Sobald ich ns Laufen denke, wird nicht vor allem schlecht, sondern ich kann mir keine blödere Freizeitbeschäftigung vorstellen. Jetzt bewahrheitet sich ein wenig, was vielleicht öfter mal wie eine Ausrede meinerseits erscheint: Laufen ist eine von vielen Komponenten in meinem Leben, ich kann auch aus anderen Aktivitäten sehr viel Ziehen und habe des Öfteren ein inneres Bedürfnis, dies auch auf Kosten des Laufens zu tun. Während Heißhunger und Müdigkeit verschwinden, locke ich die Lauflust sehr behutsam wieder hervor.
2.-7. März 2009: Die Gegenwart. Ich habe eine Lektion gelernt. Während die Lauflust wiederkommt und auch die Form (naja, so richtig "getreten" habe ich mich noch nicht) bin ich froh, den Sport jetzt mit noch weniger (krankem) Ehrgeiz anzugehen. Angesichts meiner eher unothodoxen Vorbereitungen in der Vergangenheit ist nicht einmal ernsthaft damit zu rechnen, dass sich das negativ auf meine Leistungen auswirkt. Eine weitere Lektion ist damit eng verbunden: Ich brauche weder technischen Schnickschnack, noch die Tipps irgendwelcher Laufgurus. Im Gegenteil!
Dezember 2008: Aufgrund einer überraschend hohen Arbeitsbelastung bleibt für eigentliches Lauftraining kaum Zeit. Weil mir aber Bewegung nach langen Stunden am Schreibtisch (oder davor) erfahrungsgemäß gut tut, schiebe ich fast täglich ein Ründchen von 7 bis 10 Kilometern ein.
24.-26. Dezember 2008: Endlich, der Stress ist weg und mit den überreichlichen Mahlzeiten der Weihnachtstage gibt es neben dem traumhaft klaren Wetter einen weiteren Grund, wieder ausgiebiger zu laufen; ich genieße es.
27.-31. Dezember 2008: Dafür, wie "abgewrackt" und wenig im Training ich mich noch kurz zuvor gefühlt hatte, läuft es wirklich gut. Zwischen den Jahren ist auch endlich mal Zeit, alte Bekanntschaften zu pflegen, so mit meinem Nachbarn (und Superläufer) Andreas, der mich beim gemeinsamen Brunch auf die Spur des täglich mehrmaligen und teilweise harten Trainings nach Greif setzt. In derfolge laufe ich an Silvester noch einen 30er - und hänge Neujahr gemeinsam mit Andreas einen in Rekordzeit dran.
1.-8. Januar 2009: Noch ist es kein Problem, trainingsmäßig die guten Neujahrsvorsätze einzuhalten. Ich habe schließlich Urlaub, lebe in den Tag hinein und räume dem Laufen dabei ganz bewusst eine hohe Priorität ein. Allein beginne ich langsam zu spüren, dass sich dieses Pensum bei mindestens 40 Stunden Wochenarbeitszeit wohl nicht ohne Abstriche auf der einen (weniger laufen) oder anderen (totale Müdigkeit im Alltag) Seite wird durchziehen lassen.
9.-16. Januar 2009: Die erste Woche mit täglich zweimaligem Laufen plus Arbeit ist 'rum. Noch bin ich morgens mit Eifer dabei und erreiche beim abendlichen 15er ene neue persönliche Bestzeit nach der anderen. Im Hinterkopf macht sich aber langsam auch die Frage des "wie lange noch" breit.
17.-25. Januar 2009: Die zweite Arbeitswoche mit kombinierten hohen Trainingsumfängen. Irgendwie merke ich, dass es reicht, verschiebe den langen Lauf vom Donnerstag- auf den Freitagabend und kann ansonsten kaum noch "Gas geben" jedenfalls nicht mt Spaß. Entsprechend sehne ich die Regenerationswoche vor dem Doppeldecker am 31. Januar/ 1. Februar herbei.
31. Januar/1. Februar: Doppeldecker-Marathon in der Eifel, wobei ich auf den letzten 15 Kilometern des zweiten Tages einem fiesen Hungerast zum Opfer falle. Spaß habe ich an diesem Wochenende vor allem wegen des Begleitprogramms: ich besuche ein paar alte Freunde in Bonn.
2.-9. Februar: Nach ein wenig Ausruhen am Montag vom "Doppeldecker" versuche ich, mit dem Training wieder durchzustarten. Allerdings kann ich mich dafür nur mit der Aussicht auf den 75-Kilometer-Testlauf von Lübeck nach Hamburg motivieren - und damit, dass die Trainingseinheiten in den Wochen danach spezifischer, will heißen: kürzer, intensiver und abwechslungsreicher werden, motivieren. Darüber hinaus werde ich von Heißhunger-Attacken heimgesucht.
10.-22. Februar 2009: Ereignislose Wochen zwischen Unlust, Heißhunger und vor allem auch einem erhöhten Stundenpensum bei der Arbeit. Zum Hamburger Lauf muss ich nach einer dienstlichen Reise nach Berlin aus anreisen, und ab spätestens Marathon läuft es besch... Muskelschmerzen, Übelkeit, eben das volle Programm.
22. Febuar - 1. März 2009: Sobald ich ns Laufen denke, wird nicht vor allem schlecht, sondern ich kann mir keine blödere Freizeitbeschäftigung vorstellen. Jetzt bewahrheitet sich ein wenig, was vielleicht öfter mal wie eine Ausrede meinerseits erscheint: Laufen ist eine von vielen Komponenten in meinem Leben, ich kann auch aus anderen Aktivitäten sehr viel Ziehen und habe des Öfteren ein inneres Bedürfnis, dies auch auf Kosten des Laufens zu tun. Während Heißhunger und Müdigkeit verschwinden, locke ich die Lauflust sehr behutsam wieder hervor.
2.-7. März 2009: Die Gegenwart. Ich habe eine Lektion gelernt. Während die Lauflust wiederkommt und auch die Form (naja, so richtig "getreten" habe ich mich noch nicht) bin ich froh, den Sport jetzt mit noch weniger (krankem) Ehrgeiz anzugehen. Angesichts meiner eher unothodoxen Vorbereitungen in der Vergangenheit ist nicht einmal ernsthaft damit zu rechnen, dass sich das negativ auf meine Leistungen auswirkt. Eine weitere Lektion ist damit eng verbunden: Ich brauche weder technischen Schnickschnack, noch die Tipps irgendwelcher Laufgurus. Im Gegenteil!
Sonntag, 1. März 2009
Ist ein anderes Laufen möglich?
Heute war ich mal wieder unterwegs. Dabei hätte ich letzte Woche - eigentlich noch gestern - Stein und Bein schwören können, dass die Lust dazu nie zurückkommt. Zumindest auf die Leichtigkeit warte ich auch immer noch. Aber da es draußen warm war, ich beim Öffnen meines Dachfensters Vogelgezwitscher hörte und das Lernpensum, das ich mir für dieses Wochenende vorgenommen hatte, schon zu einem guten Teil bewältigt war, sagte ich mir: los, raus, probier es.
Die Natur meinte es gut mit mir, und damit ich mich nicht langweilte, hatte ich in weiser Voraussicht mein Handy mit Radio mitgenommen, so dass einmal ein Laufsound an meine Ohren drang, der nicht schon von tausenden Trainingskilometern bekannt und abgenudelt war. So schien das Laufen zumindest anfangs wieder Spaß zu machen - bis ich merkte, wie sehr meine Beinmuskeln immer noch undefinierbar schmerzten. Bei ca. Kilometer 5 hatte ich dann auch schon wieder diese Übelkeit, nicht so schlimm, dass ich mich tatsächlich hätte übergeben können, aber doch so, dass ich dachte, ich hätte eine Lauf-Allergie, der Sport schlüge mir sozusagen auf den Magen.
Wie lange ich wirklich gelaufen bin, weiß ich nicht. Nur, dass es rund 1 Stunde und 2 Minuten gedauert hat. Wegen starken Regens in den letzten Tagen war nämlich die Strecke jeweils an den "Kopfenden" meines Sees überschwemmt, so konnte ich sie nur an einer Seite umlaufen und an der anderen Seite bis zu einem bestimmten Punkt an das Wasser heranlaufen - um dann zurück zu pendeln. So 10 Kilometer werden es wohl gewesen sein, aber das ist jetzt nicht wichtig. Vielleicht ist es eher wichtig, dass ich es nicht weiß, es das Wetter-Schicksal gut mit mir meinte und ich so ohne jeden unterschwelligen Zeit-Ehrgeiz und falschen Leistungsdruck erste Schritte zurück ins Lauf-Leben machen konnte.
Vielleicht laufe ich morgen, vielleicht auch nicht. Wahrscheinlich nicht. Vielleicht ist ein anderes Laufen möglich. Aber sicher nur, wenn es nicht jeden Tag sein muss. Jedenfalls vorerst nicht.
Die Natur meinte es gut mit mir, und damit ich mich nicht langweilte, hatte ich in weiser Voraussicht mein Handy mit Radio mitgenommen, so dass einmal ein Laufsound an meine Ohren drang, der nicht schon von tausenden Trainingskilometern bekannt und abgenudelt war. So schien das Laufen zumindest anfangs wieder Spaß zu machen - bis ich merkte, wie sehr meine Beinmuskeln immer noch undefinierbar schmerzten. Bei ca. Kilometer 5 hatte ich dann auch schon wieder diese Übelkeit, nicht so schlimm, dass ich mich tatsächlich hätte übergeben können, aber doch so, dass ich dachte, ich hätte eine Lauf-Allergie, der Sport schlüge mir sozusagen auf den Magen.
Wie lange ich wirklich gelaufen bin, weiß ich nicht. Nur, dass es rund 1 Stunde und 2 Minuten gedauert hat. Wegen starken Regens in den letzten Tagen war nämlich die Strecke jeweils an den "Kopfenden" meines Sees überschwemmt, so konnte ich sie nur an einer Seite umlaufen und an der anderen Seite bis zu einem bestimmten Punkt an das Wasser heranlaufen - um dann zurück zu pendeln. So 10 Kilometer werden es wohl gewesen sein, aber das ist jetzt nicht wichtig. Vielleicht ist es eher wichtig, dass ich es nicht weiß, es das Wetter-Schicksal gut mit mir meinte und ich so ohne jeden unterschwelligen Zeit-Ehrgeiz und falschen Leistungsdruck erste Schritte zurück ins Lauf-Leben machen konnte.
Vielleicht laufe ich morgen, vielleicht auch nicht. Wahrscheinlich nicht. Vielleicht ist ein anderes Laufen möglich. Aber sicher nur, wenn es nicht jeden Tag sein muss. Jedenfalls vorerst nicht.
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Montag, 19. Januar 2009
Als ob nichts geht
"Tell me why I don't like Mondays" schrillten die Boomtown Rats in den 1980er-Jahren. Genau das habe ich mich auch gefragt, als heute Morgen der Wecker klingelte, pünktlich um kurz vor 6, um noch schnell 10 Kilometer zwischen Wochenende und eigentlichen Wochenbeginn zu quetschen. Ehrlich gesagt habe ich sogar ein paar Minuten lang daran gedacht, einfach liegen zu bleiben, denn was bringt es, zu laufen, wenn ich total kaputt bin.
"Ruhe auf den billigen Plätzen!" schrie dann meine Selbstdisziplin den inneren Schweinehund an, und nach endlos scheinenden 10 Minuten, in denen ich mich mit kaltem Pfefferminztee vom Vorabend ein wenig rehydrierte, war ich im Dunkel vor der Tür. Da von der Runde am See außer Matsch (weniger schlimm) und Eis (total nervig) nichts zu erwarten war, ging es durch die Stadt. 3 Runden durch mein Wohnviertel, über eine Hauptstraße, die Runde für Runde zusehends erwachte, lauter und stinkiger wurde (so, wie ich laufe, muss ich sie aber weder überqueren noch lange daneben herlaufen), das alles bei milden Temperaturen und nur ganz stellenweise kleinen, rutschigen Flächen, denen das geübte Läuferauge im Laternenlicht behende ausweicht.
So weit, so gut, aber wie schnell war ich eigentlich unterwegs? Obwohl ich nicht sonderlich außer Atem war, meinte ich, meinen Puls gelegentlich deutlich in den Ohren zu hören. Und dann erst das Gefühl in den Unterschenkeln, die sich anfühlten, als befänden sie sich in schmerzhafter Dauerdehnung. Hinzu kamen Probleme mit beiden(!) Knien sowie undefinierbare Schmerzen in beiden Füßen. Überlastung, Müdigkeit, falsche oder ausgeleierte Schuhe?
Wohl ein bisschen von all dem. Und nach einem guten, gesunden Frühstück die hoffnungsvolle Zuversicht, dass es heute Abend besser wird.
"Ruhe auf den billigen Plätzen!" schrie dann meine Selbstdisziplin den inneren Schweinehund an, und nach endlos scheinenden 10 Minuten, in denen ich mich mit kaltem Pfefferminztee vom Vorabend ein wenig rehydrierte, war ich im Dunkel vor der Tür. Da von der Runde am See außer Matsch (weniger schlimm) und Eis (total nervig) nichts zu erwarten war, ging es durch die Stadt. 3 Runden durch mein Wohnviertel, über eine Hauptstraße, die Runde für Runde zusehends erwachte, lauter und stinkiger wurde (so, wie ich laufe, muss ich sie aber weder überqueren noch lange daneben herlaufen), das alles bei milden Temperaturen und nur ganz stellenweise kleinen, rutschigen Flächen, denen das geübte Läuferauge im Laternenlicht behende ausweicht.
So weit, so gut, aber wie schnell war ich eigentlich unterwegs? Obwohl ich nicht sonderlich außer Atem war, meinte ich, meinen Puls gelegentlich deutlich in den Ohren zu hören. Und dann erst das Gefühl in den Unterschenkeln, die sich anfühlten, als befänden sie sich in schmerzhafter Dauerdehnung. Hinzu kamen Probleme mit beiden(!) Knien sowie undefinierbare Schmerzen in beiden Füßen. Überlastung, Müdigkeit, falsche oder ausgeleierte Schuhe?
Wohl ein bisschen von all dem. Und nach einem guten, gesunden Frühstück die hoffnungsvolle Zuversicht, dass es heute Abend besser wird.
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Sonntag, 18. Januar 2009
Den Gefahrenbereich weiträumig umlaufen
Wenn es mir heute weiterhin so schlecht gegangen wäre wie gestern, hätte ich keinen Fuß vor die Tür gesetzt. Alerdings: zwei faule Tage mit Lektüre im Sessel und nur raus zum Einkaufen - das entspricht ganz und gar nicht meinem Temperament. Daher der Entschlus: heute geht's mir wieder gut und ich mache Sport.
Gesagt, getan. Um 8 Uhr war ich denn auch schon problemlos aus den Federn. Die Wohnung durchgelüftet und klare Sonntagsluft ohne lästige Hintergrundgeräusche der nahen Straße genossen. Dann kurz ins Internet und dabei einen Pfefferminztee getrunken, denn so wie sich meine Kehle anfühlt, bin ich ziemlich dehydriert. Und anschhließend die neue, schön weiße wattierte Jacke übergezogen und raus.
Da es hinter dem Haus noch seeeehr glatt war, versuchte ich's erst gar nicht am See, sonden rannte lieber ein paar Runden durch Stadtviertel. 9,5 Kilometer in 47 Minuten. Das konnte ich zwar rein statistisch schon mal besser, aber dafür, dass ich gestern noch dachte, ich liefe "nie wieder" war's recht gut und angenehm, endlich mal wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Morgen fängt die neue Woche an, eine mehr (die vorerst letzte) mit "verschärftem" Trainingspensum. Dann wird gespart für den Doppelmarathon am 31.1./01.2. und anschließend die Form mit Spaß erhalten. Die Gefahr ist damit umschifft und der seelische und läuferische Frieden hergestellt.
Gesagt, getan. Um 8 Uhr war ich denn auch schon problemlos aus den Federn. Die Wohnung durchgelüftet und klare Sonntagsluft ohne lästige Hintergrundgeräusche der nahen Straße genossen. Dann kurz ins Internet und dabei einen Pfefferminztee getrunken, denn so wie sich meine Kehle anfühlt, bin ich ziemlich dehydriert. Und anschhließend die neue, schön weiße wattierte Jacke übergezogen und raus.
Da es hinter dem Haus noch seeeehr glatt war, versuchte ich's erst gar nicht am See, sonden rannte lieber ein paar Runden durch Stadtviertel. 9,5 Kilometer in 47 Minuten. Das konnte ich zwar rein statistisch schon mal besser, aber dafür, dass ich gestern noch dachte, ich liefe "nie wieder" war's recht gut und angenehm, endlich mal wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Morgen fängt die neue Woche an, eine mehr (die vorerst letzte) mit "verschärftem" Trainingspensum. Dann wird gespart für den Doppelmarathon am 31.1./01.2. und anschließend die Form mit Spaß erhalten. Die Gefahr ist damit umschifft und der seelische und läuferische Frieden hergestellt.
Donnerstag, 15. Januar 2009
Gerädert und gevierteilt
JA, ich war heute Morgen laufen. NEIN!!! ich hätt's nicht tun sollen, denn so langsam machen sich die Nebenwirkungen übermäßigen Trainings bemerkbar. Nicht nur, dass ich um 6 Uhr rechtschaffen erstaunt war vom Klingeln meines Weckers und dann tatsächlich ein paar Minütchen darüber nachsann, doch liegen zu bleiben. Auch tat mir beim ersten Schritt aus dem Bett gleich der rechte Fuß (direkt hinter dem Gelenk des zweiten Zehs) weh.
Aber ein Indianer kennt ja keinen Schmerz. Zumindest nicht diese oder nächste Woche. Deshalb raus aus den Federn, rein in die Laufklamotten und raus aus der Tür. Kalt war's nicht, doch auf dem eigentlichen Schotterweg vor meinem Wohnhaus so glatt, dass ich mich spontan für den Umweg über den Garagenhof entschied, um meine Runde durchs Stadtviertel zu drehen. Die Wege sind dort inzwischen praktisch enteist, so dass 53 Minuten für knapp 10 Kilometer keine Kunst mehr waren. Viel schwerer fiel es mir, überhaupt einen Fuß vor den anderen zu setzen. Ich hatte keine Lust, mein Körper sich mit Zwicken, Zwacken und Zipperlein gegen mich verschworen, und wie schreibt man eigentlich T-e-m-p-o-g-e-f-ü-h-l ???
Nur so viel: Ich lebe noch, heute Abend noch einmal knapp 15 und dann sind Anstrengung und Einsamkeit (zumindest in der Kombi) für diese Woche erstmal überstanden. Ein furchtbarer Sport, dieses Laufen ;-(
Aber ein Indianer kennt ja keinen Schmerz. Zumindest nicht diese oder nächste Woche. Deshalb raus aus den Federn, rein in die Laufklamotten und raus aus der Tür. Kalt war's nicht, doch auf dem eigentlichen Schotterweg vor meinem Wohnhaus so glatt, dass ich mich spontan für den Umweg über den Garagenhof entschied, um meine Runde durchs Stadtviertel zu drehen. Die Wege sind dort inzwischen praktisch enteist, so dass 53 Minuten für knapp 10 Kilometer keine Kunst mehr waren. Viel schwerer fiel es mir, überhaupt einen Fuß vor den anderen zu setzen. Ich hatte keine Lust, mein Körper sich mit Zwicken, Zwacken und Zipperlein gegen mich verschworen, und wie schreibt man eigentlich T-e-m-p-o-g-e-f-ü-h-l ???
Nur so viel: Ich lebe noch, heute Abend noch einmal knapp 15 und dann sind Anstrengung und Einsamkeit (zumindest in der Kombi) für diese Woche erstmal überstanden. Ein furchtbarer Sport, dieses Laufen ;-(
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Mittwoch, 14. Januar 2009
Schlittern in einer Zauberwelt
Seit Montag habe ich mich hier nicht mehr gemeldet. Das liegt einerseits daran, dass ich viel zu tun habe. Anekdotisch möchte ich von der Abholung meiner bei RP im Netz bestellten Laufschuhe (Saucony Grid Triumph 5 und adidas Supernova cushion 17) berichten. Diese wurden gestern endlich ausgeliefert. Allerdings nicht, wie von mir geplant und erhofft, an meine "Poststation" (diese gelben Dinger, aus denen man per Scheckkarte seine Sendunen 'rausholen kann, sondern in die Postfiliale. Und wie die es so an sich haben, machen sie um 18 Uhr, spätestens 18.30 Uhr dicht. Doch war dies nicht das einzige Problem, denn mein Paket wurde nicht etwa in die nächstgelegene Filiale gebracht (die sich direkt neben der Packstation und diese wiederum sehr nah bei meiner Arbeit) befindet, sondern in eine des nördlich gelegenen Stadtteils. Macht geschätzte 3 Kilometer Umweg je Strecke durch unbekanntes Gebiet, den Rückweg davon mit einem Riesenpaket (weshalb es nämlich nicht in die Packstation passte) auf dem Gepäckträger und mit der lapidaren Erklärung: "Die haben da keine Paketausgabe." Arbeiten denn überall nur Stümper, die ihren Bregen (norddeutsch für Hirn) an der Stempeluhr abgeben?
Naja, kommen wir zum Wesentlichen. Mein Programm habe ich dieser Tage fleißig abgespult, allerdings, wie der Ausdruck vermuten lässt, auch nicht mehr als das. Neben Dauerunlust plagen mich Dauerhunger sowie abwechselnd Schmerzen im zweiten Zeh des rechten Fußes und im linken Knie. Heute Abend, nachdem ich im Büro viel zu lange gebraucht hatte, war die Versuchung, auf der faulen Haut zu bleiben, besonders stark. Gut, dass ich mich erfolgreich dagegen zur Wehr gesezt habe. Denn auf meiner Abendrunde lag der See unter feinem, gerade noch durchsichtigem Nebel. Die Wege waren völlig vereist und es kam zu zwei Beinahe-Stürzen meinerseits. Entsprechend tastete ich mich auf der noch mit pappigem Schneel bedeckten Grasnarbe entlang, war langsam, wurde aber immer entschädigt, wenn ich von meinen Füßen auf die noch mit tauendem Eis bedeckte Wasserfläche blickte, darüber ein dumpf leuchtender Zauberschein. Die Luft war klar aber nicht kalt, und das Licht ähnelte eher der Morgendämmerung, wie ich sie von durchgemachten Nächten oder aus dem hohen Norden kenne und weniger einem Winterabend.
Einerseits schade, dass ich die Kamera nicht mit hatte. Andererseits: mein billiges Amateur-Modell hätte bei DEN Lichtverhältnissen sowieso nichts eingefangen.
Wegen der Glätte laufe ich morgen früh meine Standardrunde durch den innerstädtischen Park, was auch nur 8 Kilometer ergibt. Und werde vorerst versuchen, den Plan noch eine Woche durchzustehen, bevor es ans Aufpeppeln für den Marathon-Doppeldecker am 31.1./1.2. geht. Planen ist eins, machen ein anderes...
Naja, kommen wir zum Wesentlichen. Mein Programm habe ich dieser Tage fleißig abgespult, allerdings, wie der Ausdruck vermuten lässt, auch nicht mehr als das. Neben Dauerunlust plagen mich Dauerhunger sowie abwechselnd Schmerzen im zweiten Zeh des rechten Fußes und im linken Knie. Heute Abend, nachdem ich im Büro viel zu lange gebraucht hatte, war die Versuchung, auf der faulen Haut zu bleiben, besonders stark. Gut, dass ich mich erfolgreich dagegen zur Wehr gesezt habe. Denn auf meiner Abendrunde lag der See unter feinem, gerade noch durchsichtigem Nebel. Die Wege waren völlig vereist und es kam zu zwei Beinahe-Stürzen meinerseits. Entsprechend tastete ich mich auf der noch mit pappigem Schneel bedeckten Grasnarbe entlang, war langsam, wurde aber immer entschädigt, wenn ich von meinen Füßen auf die noch mit tauendem Eis bedeckte Wasserfläche blickte, darüber ein dumpf leuchtender Zauberschein. Die Luft war klar aber nicht kalt, und das Licht ähnelte eher der Morgendämmerung, wie ich sie von durchgemachten Nächten oder aus dem hohen Norden kenne und weniger einem Winterabend.
Einerseits schade, dass ich die Kamera nicht mit hatte. Andererseits: mein billiges Amateur-Modell hätte bei DEN Lichtverhältnissen sowieso nichts eingefangen.
Wegen der Glätte laufe ich morgen früh meine Standardrunde durch den innerstädtischen Park, was auch nur 8 Kilometer ergibt. Und werde vorerst versuchen, den Plan noch eine Woche durchzustehen, bevor es ans Aufpeppeln für den Marathon-Doppeldecker am 31.1./1.2. geht. Planen ist eins, machen ein anderes...
Donnerstag, 28. August 2008
Mein Trotzdem-Lauf
Mein Tag fing heute an, wie kein Tag im Leben einer Läuferin jemals anfangen sollte: mit einem Zahnarzttermin und der selbst gemachten Vorgabe, heute mal nicht auf die Piste zu gehen. Die beiden Dinge stehen dabei in keinerlei Bezug zueinander - nicht laufen wollte ich aus Vernunft, weil ich mich gestern nach wirklich lockeren knapp 8 Kilometern wirklich platt gefühlt hatte; und zu einer "gesunden" Selbstdisziplin gehört für mich offiziell immer noch, auch die Grenzen meines Körpers zu akzeptieren.
Nach meiner Rückkehr vom Zahnarzt nebst anschließendem Einkauf (mein Stamm-Supermarkt liegt auf der Strecke) fühlte ich mich zunächst so schlapp, wie es einem lauffreien Tag zur Ehre gereicht. Dumm nur, dass ich mit Zen Running gerade ein Buch in der Lese hatte, das solch vorgeschanztem Selbstschutz keine übersäuerte Muskelfaser breit Platz im Läuferleben lässt. Wenn ich allerdings behaupten würde, es hätte mich viel Überwindung gekostet, bei grauem Nieselwetter die Laufschuhe zu schnüren - ich müsste lügen.
Folglich schlüpfte ich fast wie eine Diebin, die von sich selbst nicht gesehen werden möchte, aus dem Haus. Der leichte Sprühregen war nichts als ein lebendiges Zeichen des Himmels, dass es etwas um mich herum gibt, mit dem ich auf wundersame Weise in Kontakt stehe. Nicht zu denken war nach wenigen Minuten auf der Strecke auch an die selbst auferlegte Drosselung des Tempos. Ganz im Gegenteil flog ich mit lauter Musik in den Ohren und einer "persönlichen Silbe" zur Konzentration im Kopf über den Kurs. Ergebnis waren 30:30 Minuten für eine Strecke, die ich noch nie unter 31:30 bewältigt hatte - vor allem aber ein Gefühl beim Laufen, als sei alle Anstrengung, als seien selbst meine nervigen Knieschmerzen nicht von dieser Welt!
Nicht schlau werde ich allein aus meinem Körpergefühl. Schien mich dieses früher nie zu täuschen, so scheint es jetzt meiner tatsächlichen Leistungsfähigkeit diametral entgegen gesetzt. Oder ist es nicht eher so, dass ich kaum noch schlecht drauf bin? Das heutige Erlebnis jedenfalls nenne ich den "Trotzdem-Lauf": trotz anders lautender Vorsätze, trotz Knieschmerzen und anfänglicher Unlust ein Super-Ding!
Nach meiner Rückkehr vom Zahnarzt nebst anschließendem Einkauf (mein Stamm-Supermarkt liegt auf der Strecke) fühlte ich mich zunächst so schlapp, wie es einem lauffreien Tag zur Ehre gereicht. Dumm nur, dass ich mit Zen Running gerade ein Buch in der Lese hatte, das solch vorgeschanztem Selbstschutz keine übersäuerte Muskelfaser breit Platz im Läuferleben lässt. Wenn ich allerdings behaupten würde, es hätte mich viel Überwindung gekostet, bei grauem Nieselwetter die Laufschuhe zu schnüren - ich müsste lügen.
Folglich schlüpfte ich fast wie eine Diebin, die von sich selbst nicht gesehen werden möchte, aus dem Haus. Der leichte Sprühregen war nichts als ein lebendiges Zeichen des Himmels, dass es etwas um mich herum gibt, mit dem ich auf wundersame Weise in Kontakt stehe. Nicht zu denken war nach wenigen Minuten auf der Strecke auch an die selbst auferlegte Drosselung des Tempos. Ganz im Gegenteil flog ich mit lauter Musik in den Ohren und einer "persönlichen Silbe" zur Konzentration im Kopf über den Kurs. Ergebnis waren 30:30 Minuten für eine Strecke, die ich noch nie unter 31:30 bewältigt hatte - vor allem aber ein Gefühl beim Laufen, als sei alle Anstrengung, als seien selbst meine nervigen Knieschmerzen nicht von dieser Welt!
Nicht schlau werde ich allein aus meinem Körpergefühl. Schien mich dieses früher nie zu täuschen, so scheint es jetzt meiner tatsächlichen Leistungsfähigkeit diametral entgegen gesetzt. Oder ist es nicht eher so, dass ich kaum noch schlecht drauf bin? Das heutige Erlebnis jedenfalls nenne ich den "Trotzdem-Lauf": trotz anders lautender Vorsätze, trotz Knieschmerzen und anfänglicher Unlust ein Super-Ding!
Dienstag, 26. August 2008
Ja, ich will!
Was ich gerade erlebe, war lauftechnisch nie so geplant. Nur einen 100er wollte ich wenigstens gemacht haben, bevor ich das Laufen wieder auf seinen (untergeordneten) Platz verweisen würde. Nun weiß ich, dass ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht habe, denn wer lebt nicht ein bisschen vom Erfolg.
Natürlich hatte ich auch vorher ganz ansehnliche Resultate bei Wettbewerben. Aber wie vor demm 100er in Leipzig ließ ich mich immer wieder von dieser inneren Stimme einholen, die mir sagte: Der Sport ist nicht wichtig.
Doch, ist er! Und was das Schöne an dieser Erkenntnis ist: Nun macht mir das Training sogar noch mehr Spaß - keine angezogene Handbremse, keine trüben Gedanken, keine Angst vor der Härte gegen mich selbst. Und das alles nur wegen er drei Worte: Ja, ich will!
Natürlich hatte ich auch vorher ganz ansehnliche Resultate bei Wettbewerben. Aber wie vor demm 100er in Leipzig ließ ich mich immer wieder von dieser inneren Stimme einholen, die mir sagte: Der Sport ist nicht wichtig.
Doch, ist er! Und was das Schöne an dieser Erkenntnis ist: Nun macht mir das Training sogar noch mehr Spaß - keine angezogene Handbremse, keine trüben Gedanken, keine Angst vor der Härte gegen mich selbst. Und das alles nur wegen er drei Worte: Ja, ich will!
Samstag, 23. August 2008
Rien ne va plus
An normalen Tagen wäre ich jetzt auf meiner Laufstrecke oder sogar schon von einem mehr oder weniger ausgedehnten Läufchen zurück. Doch spätestens seit gestern, wo ich mal wieder geschlagene 40 Minuten brauchte, um 7 Kilometer zusammen zu struffen, ist alles anders: Beim Gedanken ans Laufen überkommt mich eine unbeschreibliche Müdigkeit, und beim Laufen habe ich Gelenkschmerzen, vor allem im Knie, die es nicht zu einem rechten Genuss werden lassen.
Dabei hatte ich doch gerade Pläne gemacht beziehungsweise bin latent ununterbrochen dabei. Zwar habe ich (aus terminlichen Gründen) den Fun-24er wieder aus meinem Repertoire gestrichen. Aber ein Halbmarathon nächste Woche und ein 10er das Wochenende drauf sollten schon drin sein.
Gleich werde ich mich wohl doch noch 'rausbewegen, da mein wertes Befinden erfahrungsgemäß nicht davon besser zu werden pflegt, dass ich mir körperlich eine echte Pause gönne. Nur habe ich wirklich Schiss vor der Quälerei, die mich, einmal laufend, erwartet. Und die hochtrabenden Pläne fühlen sich so fern von mir an.
Bin das wirklich ich, die da diesen übergroßen Respekt vor einer kleinen Morgenrunde zeigt? Die mental im Wald steht und verdattert fragt: "Laufen, iiiiich?" In diesem Moment sieht es ganz so aus. Irgendwie eine schmerzhafte Erfahrung. Kann ich nicht? Will ich nicht? Beides? Rien ne va plus.
Nachtrag 11:26 Uhr: Es gibt Entwarnung. Nachdem die ersten Schritte doch ein wenig qualvoll waren, lief ich eine bisher nie erreichte 31:45 Min. auf meiner 7,8-KM-Trainingsstrecke. So kann das Gefühl einen täuschen.
Dabei hatte ich doch gerade Pläne gemacht beziehungsweise bin latent ununterbrochen dabei. Zwar habe ich (aus terminlichen Gründen) den Fun-24er wieder aus meinem Repertoire gestrichen. Aber ein Halbmarathon nächste Woche und ein 10er das Wochenende drauf sollten schon drin sein.
Gleich werde ich mich wohl doch noch 'rausbewegen, da mein wertes Befinden erfahrungsgemäß nicht davon besser zu werden pflegt, dass ich mir körperlich eine echte Pause gönne. Nur habe ich wirklich Schiss vor der Quälerei, die mich, einmal laufend, erwartet. Und die hochtrabenden Pläne fühlen sich so fern von mir an.
Bin das wirklich ich, die da diesen übergroßen Respekt vor einer kleinen Morgenrunde zeigt? Die mental im Wald steht und verdattert fragt: "Laufen, iiiiich?" In diesem Moment sieht es ganz so aus. Irgendwie eine schmerzhafte Erfahrung. Kann ich nicht? Will ich nicht? Beides? Rien ne va plus.
Nachtrag 11:26 Uhr: Es gibt Entwarnung. Nachdem die ersten Schritte doch ein wenig qualvoll waren, lief ich eine bisher nie erreichte 31:45 Min. auf meiner 7,8-KM-Trainingsstrecke. So kann das Gefühl einen täuschen.
Mittwoch, 20. August 2008
Schreibende Läufer (I)
"Sie wollen die Fähigkeit ohne die Aneignung, die Entwicklung ohne die Anstrengung, die Ordnung ohne das Chaos, den Gewinn ohne das Risiko des Verlusts. Die unvermeidliche Unsicher interpretieren sie als Unfähigkeit und geben so ihre Entwicklung genau an der Stelle auf, an der sie den ersten und entscheidenden Schritt bereits getan haben."
G. Rückriem*
Nicht erst, seit ich blogge, ist mir folgende Parallele aufgefallen: Das Laufen wie auch das Schreiben sind Fähigkeiten, die viele Menschen gern beherrschen möchten. Doch während es wenige Glückliche gibt, denen beides scheinbar in den Schoß fällt, bleiben die entlegeneren Gebiete, die man sich in beiden Disziplinen erschließen kann, der Mehrheit verschlossen.
Wäre dieser Unterschied allein auf Begabung zurück zu führen, ich (und auch Rückriem), könnten hier einen Schlusspunkt setzen: Auf Wiedersehen, ihr Minder-Talentierten, gehabt's euch wohl und staunt, was wir so alles können. Aber laufen und schreiben, zwei so unterschiedliche Fähigkeiten gemeinsam in vielen Personen aus 'natürlicher' Veranlagung?
Da ist der Punkt schon eher bei Edison zu suchen, der 'Genie' bekanntlich als "90 Prozent Fleiß" definierte. Leider erlebe ich bei Gesprächen über das Laufen oft, dass meine Gesprächspartner genau diese unbequeme Wahrheit nicht wahrhaben wollen. Denn bei aller Bewunderung für das vermeintliche "Talent" eines laufendes Gegenübers, überwiegt bei den Argumenten gegen den Sport doch immer ein unbestimmtes "Ich könnte das nicht"?
Warum bloß: Weil jemand nicht in der Lage ist, auf ein etwas ferner liegendes Ziel hinzuarbeiten? Weil man es nicht schafft, seine Tage und Wochen so zu planen, dass dabei dreimal 30 Minuten Zeit gewonnen werden? Oder einfach nur, weil es auf dem Sofa ja so viel bequemer ist als in der rauhen Natur?
Wenn ich nur wüsste, wie man jemanden von der Freude am Laufen und der Genugtuung nach geschaffter Anstrengung erzählt? Wie man motiviert, ohne die Keule des "Wenn nicht..., dann..." zu schwingen.
*'Es läuft'. Über die Brauchnbarkeit von Analogien und Metaphern. In: Narr/Stary (Hrsg.)(1999): Lust und Last des Wissenschaftlichen schreibens. Frankfurt: Suhrkamp.
Sonntag, 10. August 2008
Anders herum undiszipliniert
Fensterblick an einem Regentag:

Gestern noch berichtete ich von meinem ungesunden Frühstück, das außer einer leichten Verschiebung von den lang- zu den eher kurzkettigen Kohlenhydraten aber quasi keine bemerkenswerten Veränderungen meines virtuellen Ernähungsplans mit sich brachte. Und überhaupt verabscheue ich diese Denkweise, die den Menschen zu nichts macht als einer Maschine, die man mit dem richtigen Mix und der richtigen Menge an Nährstoffen in Gang setzt und das Training zum seelenlosen Kalkül von Länge, Intensität und erholung verkommen lässt.
Heute habe ich denn auch mal wieder gegen jenen imaginären Trainingsplan, den ich bevorzuge, im Kopf zu behalten, verstoßen. Allein der Gedanke, eine "wichtige Einheit" ausgelassen zu haben, bewirkt in mir ein Unwohlsein.
Christine Nöstlinger lässt den Titelhelden in ihrem Jugendroman "Luky live" die spießigen Nachbarn, die zu jeder Verabredung zu früh eintreffen, despektierlich "nach vorne hin unpünktlich" schimpfen. Dieser Schmach muss ich mich - und nicht nur heute - auch unterwerfen, bin ich doch "anders herum undiszipliniert", laufe, wann es mir passt und vor allem auch dann, wenn in den hochgelehrten Plänen eigentlich Regeneration angesagt ist.
Dass ich deshalb nicht geknickter vor dem Bildschirm sitze und schon gar keine Panik wegen etwaiger Trainingsziele schiebe, versteht sich von selbst. Einen Läufer stoppt kein Trainingsplan!

Gestern noch berichtete ich von meinem ungesunden Frühstück, das außer einer leichten Verschiebung von den lang- zu den eher kurzkettigen Kohlenhydraten aber quasi keine bemerkenswerten Veränderungen meines virtuellen Ernähungsplans mit sich brachte. Und überhaupt verabscheue ich diese Denkweise, die den Menschen zu nichts macht als einer Maschine, die man mit dem richtigen Mix und der richtigen Menge an Nährstoffen in Gang setzt und das Training zum seelenlosen Kalkül von Länge, Intensität und erholung verkommen lässt.
Heute habe ich denn auch mal wieder gegen jenen imaginären Trainingsplan, den ich bevorzuge, im Kopf zu behalten, verstoßen. Allein der Gedanke, eine "wichtige Einheit" ausgelassen zu haben, bewirkt in mir ein Unwohlsein.
Christine Nöstlinger lässt den Titelhelden in ihrem Jugendroman "Luky live" die spießigen Nachbarn, die zu jeder Verabredung zu früh eintreffen, despektierlich "nach vorne hin unpünktlich" schimpfen. Dieser Schmach muss ich mich - und nicht nur heute - auch unterwerfen, bin ich doch "anders herum undiszipliniert", laufe, wann es mir passt und vor allem auch dann, wenn in den hochgelehrten Plänen eigentlich Regeneration angesagt ist.
Dass ich deshalb nicht geknickter vor dem Bildschirm sitze und schon gar keine Panik wegen etwaiger Trainingsziele schiebe, versteht sich von selbst. Einen Läufer stoppt kein Trainingsplan!
Donnerstag, 7. August 2008
Hundert, jetzt komm' ich!
"Erfahrungsresistent". Bei einem Ultra, zumal einem geführten Gruppenlauf, schwirrt so manch hinterlistig-tiefgründiges Wort durch die Luft. Dass es mir ausgerechnet dieses angetan hat, kann mit nichts anderem zu tun haben, als dass nichts einen Ultraläufer besser charakterisieren könnte.
Hatte nicht ich selbst am Samstag zuvorbeteuert, nie wieder laufen zu wollen? Heute lernte ich: "Glaube nie einem Läufer, der NIE sagt." Denn in der Tat ist es ein wunderbares Erlebnis, dieses Crossen der Finish-Line, die Erleichterung, fast schon Erlösung, heiße Dusche, Massage.
Doch auch der Weg hat seinen besonderen Reiz. Das Wunder des Selbst, das sich immer wieder motivieren kann, noch einen weiteren Schritt vor den anderen zu setzen. In Vorfreude auf das, was da am Ende sein wird, aber auch darüber, wie viel Kraft, Ausdauer und pure Energie man in einen Körper hinein trainieren kann.
Deshalb steht für mich seit heute - und nach einer angenehmen Ultra-Erfahrung am Sonntag fest: Leipzig, ich komme! Denn für die einen ist es eine Tortur, für die anderen das längste Lauferlebnis der Welt.
Hatte nicht ich selbst am Samstag zuvorbeteuert, nie wieder laufen zu wollen? Heute lernte ich: "Glaube nie einem Läufer, der NIE sagt." Denn in der Tat ist es ein wunderbares Erlebnis, dieses Crossen der Finish-Line, die Erleichterung, fast schon Erlösung, heiße Dusche, Massage.
Doch auch der Weg hat seinen besonderen Reiz. Das Wunder des Selbst, das sich immer wieder motivieren kann, noch einen weiteren Schritt vor den anderen zu setzen. In Vorfreude auf das, was da am Ende sein wird, aber auch darüber, wie viel Kraft, Ausdauer und pure Energie man in einen Körper hinein trainieren kann.
Deshalb steht für mich seit heute - und nach einer angenehmen Ultra-Erfahrung am Sonntag fest: Leipzig, ich komme! Denn für die einen ist es eine Tortur, für die anderen das längste Lauferlebnis der Welt.
Mittwoch, 6. August 2008
Die Kunst des Ausruhens
"Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens", formulierte John Steinbeck. Auch für den Sportler, der die Früchte seiner harten Trainingsarbeit ernten möchte, sind Pausen absolut notwendig.
Doch so sehr mein Kopf diesen Wechsel von Belastung und (Über-)Kompensation verinnerlich hat, so sehr setzt sich mein Ehrgeiz, vielleicht auch nur die Ungeduld, darüber hinweg. Um so stolzer bin ich, nach einem kurzen Night-Run am Montagabend und abgespeckter Morgenrunde gestern am heutigen Mittwoch vollständig auf jedes ernsthafte Sporttreiben verzichtet zu haben.
Neben Schokolade und Erdnüssen, nach denen mein Körper nach großen Anstrengungen regelmäßig schreit, gab's zum Ausgleich heute auch mal einen Blick für's Detail:







Doch so sehr mein Kopf diesen Wechsel von Belastung und (Über-)Kompensation verinnerlich hat, so sehr setzt sich mein Ehrgeiz, vielleicht auch nur die Ungeduld, darüber hinweg. Um so stolzer bin ich, nach einem kurzen Night-Run am Montagabend und abgespeckter Morgenrunde gestern am heutigen Mittwoch vollständig auf jedes ernsthafte Sporttreiben verzichtet zu haben.
Neben Schokolade und Erdnüssen, nach denen mein Körper nach großen Anstrengungen regelmäßig schreit, gab's zum Ausgleich heute auch mal einen Blick für's Detail:







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Samstag, 2. August 2008
Motivationshoch - High Motivation
Wenn man mir nicht sagen muss,
wie viel ich zu tun habe,
sondern ich jemanden brauche,
der mich ein wenig zurückhält
- trotz Ehrgeiz.
When you don't have to tell me
how much I must do,
but when I need someone
to hold me back
- in spite of my ambitions.
wie viel ich zu tun habe,
sondern ich jemanden brauche,
der mich ein wenig zurückhält
- trotz Ehrgeiz.
When you don't have to tell me
how much I must do,
but when I need someone
to hold me back
- in spite of my ambitions.
Sonntag, 27. Juli 2008
Marathon ist, wenn man trotzdem läuft
"Warum tust du dir das an?" Viele Leute aus dem Bekanntenkreis fragen mich das, wenn ich ihnen erzähle, dass ich Marathon laufe. Zur Erinnerung: das sind immerhin 42,195 Kilometer am Stück!
Und nun die unerwartete Antwort: Das frage ich mich sebst auch des öfteren. So wie gestern. Es war eine Hitzeschlacht mit über 30 Grad im Schatten, und zu den 42+ waagerechten Kilometern kamen knapp 700 Höhenmeter. Schlimmer allerdings war der innere Schweinehund, der mich schon weit vor der Marke "Kilometer 15" fragte: "Was machst du hier eigentlich?"
Kaputt bei Kilometer 32. Das Bild wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Wolfgang Bernath.
Eine alte Marathoni-Weisheit sagt, dann man im Kopf zuerst aufgibt. Erst dann können einen die körperlichen Beschwerden - so man denn welche hat - dazu bringen, das Handtuch zu werfen. Trotz einer schmerzenden Fußsohle und vor allem trotz der negativen Einstellung zum Lauf habe ich mich gestern ins Ziel gequält. Allerdings war die Motivation die falsche: abwechselnd freute ich mich auf das Gefühl, es endlich hinter mir zu haben, das Publikum, das einen auf der letzten Geraden ins Ziel klatscht und das Freibad, für das jeder von uns mit der Anmeldung einen Gutschein erhalten hatte.
Was mich dann wirklich am Aufgeben hinderte, war die Begleitung von jemandem, dem es ähnlich (besch...) ging und mit dem ich mich die letzten 6 Kilometer nett über alles außer diesen fiesen Lauf unterhalten konnte.
Einmal im Ziel überwog dann die Freude, es mal wieder geschafft zu haben, sowohl den Gedanken ans Aufhören ("ein für allemal!") als auch vorerst die Freude aufs Freibad. Dort sind wir dann aber trotzdem noch hingestrufft. Und dann kommt der ganz angenehme Teil: Massage, eine übergroße Portion Pasta und ein alkoholfreies Weizen, dazu angeregte Gespräche. Und wegen all dieser Annehmlichkeiten tut man sich das Laufen an - trotzdem!
Und nun die unerwartete Antwort: Das frage ich mich sebst auch des öfteren. So wie gestern. Es war eine Hitzeschlacht mit über 30 Grad im Schatten, und zu den 42+ waagerechten Kilometern kamen knapp 700 Höhenmeter. Schlimmer allerdings war der innere Schweinehund, der mich schon weit vor der Marke "Kilometer 15" fragte: "Was machst du hier eigentlich?"
Eine alte Marathoni-Weisheit sagt, dann man im Kopf zuerst aufgibt. Erst dann können einen die körperlichen Beschwerden - so man denn welche hat - dazu bringen, das Handtuch zu werfen. Trotz einer schmerzenden Fußsohle und vor allem trotz der negativen Einstellung zum Lauf habe ich mich gestern ins Ziel gequält. Allerdings war die Motivation die falsche: abwechselnd freute ich mich auf das Gefühl, es endlich hinter mir zu haben, das Publikum, das einen auf der letzten Geraden ins Ziel klatscht und das Freibad, für das jeder von uns mit der Anmeldung einen Gutschein erhalten hatte.
Was mich dann wirklich am Aufgeben hinderte, war die Begleitung von jemandem, dem es ähnlich (besch...) ging und mit dem ich mich die letzten 6 Kilometer nett über alles außer diesen fiesen Lauf unterhalten konnte.
Einmal im Ziel überwog dann die Freude, es mal wieder geschafft zu haben, sowohl den Gedanken ans Aufhören ("ein für allemal!") als auch vorerst die Freude aufs Freibad. Dort sind wir dann aber trotzdem noch hingestrufft. Und dann kommt der ganz angenehme Teil: Massage, eine übergroße Portion Pasta und ein alkoholfreies Weizen, dazu angeregte Gespräche. Und wegen all dieser Annehmlichkeiten tut man sich das Laufen an - trotzdem!
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