Am Samstag hat bereits de Rennsteiglauf stattgefunden, und wie ihr euch denken könnt, ist es nicht gerade ein überwältigend gutes Zeichen, dass ich dazu bis heute kein Byte von mir gegeben habe. Allerdings war meine indiskutable Leistung (8:44 Std.) nur einer der Gründe; daneben stecke ich auch beruflich bis über beide Ohren im Viel-zu-tun-Sumpf, und bin dabei, auch sonst noch einige Teilaspekte meiner bescheidenen Existenz im Kopf zu sortieren.
Aber kommen wir zum Hauptteil. Also: meine Leistung war, wie bereits vermutet und oben gschrieben, indiskutabel. Viel schlimmer aber war, dass es sich um eine Ultra-Lauf-Leistung handelt, die unter dem gewohnten Niveau erbracht werden musste. Und das bedeutet: Unlust, Bedenken, es überhaupt zu schaffen, ein nie dagewesenes Überwältigtsein durch die verbleibende Strecke und, und, und. Wenn ein Boxer verliert, bekommt er ein, zwei herbe Schläge und dann ist es vorbei. Bei diesem Lauf kam es mir dagegen so vor, als müsse ich ewig für meine Trainingsfaulheit büßen - und das bereits ab Kilometer 15.
Das war der Punkt, an dem ich allerspätestens ernsthaft daran dachte, den Rest der Strecke mehr zu gehen als zu laufen. Dem vorangegangen war ein Spuck-Attacke eines unvorsichtigen Läufersn mitten auf meinen Hals. Und statt sich bei mir zu entschuldigen, fängt dieser jemand (angeblich ein 29-maliger Teilnehmer) an herumzupöbeln nach dem Motto: "kannst ja zuhause bleiben" und auch noch "Anfänger wie du schaffen's eh nicht" (weil ich ihn immer am Berg überholte und er mich dann auf den Flachetappen wieder einfing. Unter normalen Umständen hätte mich das wahrscheinlich richtig angestachelt (was kann ich dafür, wenn er 29 Male braucht, um mein Niveau zu erreichen), aber so wie der Tag in meinem Kopf startete, hatte ich spätestens ab da keinen Bock mehr. Ist das eigentlich ein deutsches Phänomen, jungen Menschen ihre fehlende "Orthodoxie" vorzuwerfen? Ist das die Anwendung des Prinzips Neidgesellschaft auf den Laufsport?
Naja, jedenfalls habe ich mich durchgekämpft, mich von der Heidelbeersuppe bei >30 Kilometern und den besser werdenden Verpflegungsstationen bei 45 und 55 Kilometern anstacheln lassen, zumindest gehend durchzuhalten.
Am Ende war ich dann doch stolz, auf der Zielmatte (vom Champion-Chip-System) zu stehen, duschte in Ruhe und ließ mich von den Läuferinnen mit andersfarbigen Medaillenbändern (grün war Ultra, rot-weiß Marathon und HM) feiern wie eine Siegerin. Und irgendwie bin ich das ja auch. Ich glaube, mein innerer Schweinehund und mein Kampfgeist sind nun endlich wieder an ihrem Platz. Und meine Muskeln auch schon fast ;-)
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Montag, 18. Mai 2009
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