Ich hatte ja bereit's gestern kurz aus dem laufenden Prozess berichtet. Mittwochs wird künftig bei gutem Wetter immer der Tag sein, in dem ich mit meinem neuen Cyclocross-Rad (so die korrekte Bezeichnung dieses Fahrradtyps) zur Arbeit fahre - immerhin 48 Kilometer pro Strecke.
"Bei gutem Wetter" bedeutet auch, dass gestern das für diesen Herbst letzte Mal war. Zu groß ist meine Angst vor Blitzeis, zu spät könnte ich losfahren und zu früh müsste ich wieder Feierabend machen, um wenigstens den Großteil der Strecke jeweils im Hellen zurückzulegen. Die Einschätzung, dass das Fahren bei Kälte und Dunkelheit nicht ungefährlich ist, bestätigten zu meinem Schock auch die Erfahrungen der gestrigen Rückfahrt.
Mit dem Abflug aus dem Büro hatte ich mir etwas zu viel Zeit gelassen. Zu viel zu tun, dann noch umziehen, Wasserflasche auffüllen, Garmin anwerfen - das übliche Programm. Schon als ich noch durch Hildesheim fuhr, signalisierte mein Körper, was ich schon geahnt hatte: keine Kraft, zu wenig gegessen. Einmal aus der Stadt raus und über Land fahrend dann die nächste angenehme Überraschung: der Wind hat gedreht, kommt aus Nordost und ich muss also von nun an gegen ihn anstrampeln. Nur gut, dass die Strecke nicht auch plötzlich in diese Richtung noch bergauf führt ;-)
Aber Spaß beiseite. Bei 20 Kilometern merke ich das erste Mal, dass mir das Fahren richtig an die Substanz geht. Meine Beine tun weh, der Kopf gibt immer noch Signale, schneller und stärker zu treten oder wenigstens durchzuhalten, doch die Kommandos klingen wie von weit her. Trotzdem genieße ich die Fahrt noch, die Sonne geht gerade unter, am Straßenrand grasen manchmal Pferde oder pelzige Rinde genüsslich auf Hartgras.
Ungefähr bei Kilometer 30 ist es dann dunkel. Mein Rücklicht habe ich schon vor einigen Minuten angemacht, aber die Laufleuchte, die ich auf dem Kopf trage, reicht bei weitem nicht aus, um den Korridor vor mir so zu erhellen, dass ich weiß, wohin es geht. Unterdessen zerrt der Wind an meinem Radtrikot, ich denke mehrfach, dass der Reißverschluss offen ist, aber nein, es pfeift einfach nur so stark durch.
Dann völlige Dunkelheit. Wenn ich Autos in der Ferne sehe, bin ich froh, denn die Lichter geben ein wenig Orientierung in meinem einsamen Strampeln. Der Kopf hat mich mitllerweile verlassen. Er gibt noch Durchhalteparolen, schwebt aber sonst in schöner Unterzuckerungsmanier über den Dingen, so dass ich mir immer wieder diszipliniert ins Gedächtnis rufe, was in welchem Eventualfall (Kreuzung, Auto von hinten, von vorn, enge Kurve...) zu tun ist.
Am Stadtrand von Braunschweig dann Finsternis. Ich fahre keine beleuchtete Straße, sondern Feldwege, die wegen der laufenden Rübekampagne auch noch mit dicken Matschfladen übersät sind, die allgegenwärtigen Schlaglöcher nicht zu vergessen. Es ist verrückt, aber anhalten und den einen Müsliriegel, den ich noch im Rucksack habe, essen, das würde mir nicht einfallen. Gefahr, Qual und die Sehnsucht nach dem Ankommen im Nacken, bringe ich die letzten 8 Kilometer hinter sich. Auf dem letzten Kilometer entscheide ich mich bei der Wahl zwischen flacher Huckestraße und glatten Radweg über einen recht steilen Hügel sogar noch für letzteren - und komme ihn, mentaler Kraft sei Dank, sogar recht behende hinauf.
Angekommen bei meiner Oma dann der erwartete herzliche - und auch sorgenvolle - Empfang. Kennt ihr den Spruch "Ich bin so durstig, ich könnt'n halbes Schwein fressen, so müde bin ich"? Ähnlich ging es mir, und ich entschied mich in einem ersten Schritt für essen, das ich wegen fortdauernden Kältegefühls schließlich zwecks heißer Dusche unterbrach, heißen Tee nicht zu vergessen.
Unter der Dusche dann der Effekt, der sich beim Abstreifen der halb kalten, halb (am Rücken) feucht geschwitzten Kleidung ankündigte: nicht enden wollenden Zittern. Ich kann es gar nicht kontrollieren, und eigentlich - wenn es nicht Omas Kosten und die Umwelt wären - kann ich mich kaum losreißen von diesem herrlichen heißen Nass, das aber nichts weiter sein sollte als der berühmte Tropfen auf den unterkühlten Stein.
Als nächstes ziehe ich mich an, warme Kleidung, aber immer noch zitternd. Ich will essen, mehr Tee trinken, doch weder Tasse noch Besteck kann ich halten, werde immer wieder von Kälteanfällen geschüttelt. Also eingewickelt in die dicke Camela-Decke. Es geht einfach nicht weg, meine Zäne klappern, hörbar und unkontrollierbar.
Irgendwann bringe ich es fertig, noch einen weiteren Pullover - immer noch zitternd - überzuzuziehen. Und dann eine zweite Tasse heißen Tee zu trinken udn irgendwann nach Hause zu fahren, wo es mir endlich bedeutend besser geht, der Alltag kommt wieder und ich bin froh, gehe dann ins Bett.
Eine wahre Zitterpartie war das also. Im Rückblick unverantwortlich, unterzuckert, unterkühlt und ohne wirkliches Gefühl in den durch die Radschuhe eingeschnürten Unterschenkeln im Dunkeln durch die Provinz zu rasen. Eine Erfahrung. Abhaken, Lehren draus ziehen, weiter im Text!
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Donnerstag, 15. Oktober 2009
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Erfolgreiche erste Tagesetappe
Da ich vom Büro aus blogge, halte ich's kurz und vermelde nur die erfolgreiche Hinfahrt mit meinem Crossrad-Schmuckstück nach Hildesheim. Sitze jetzt frisch geducht, entspannt und - leider - auch ein bisschen fröstelnd und müde am Schreibtisch. Auf die zweiten 48!
Dienstag, 13. Oktober 2009
Noch vor Sonnenaufgang
Man, ist das dunkel. Und kalt auch. Habe ich wohl davon, wenn ich um 5 Uhr bereits "auf der Piste" bin. Es wird für diesen Herbst/Winter wohl einer der wenigen Fälle bleiben. Jedenfalls klingelte mein Wecker heut um 4.30 Uhr. Grund: Laufen wollen und keine Schwäche zeigen. Der Grund, warum das so früh erfolgen musste, war wiederum ein kurzfristig (und etwas übermütig) angenommener beruflicher Termin - um Viertel vor 8 in einem Kaff 10 Kilometer plus von meiner Haustür entfernt.
Als der Wecker klingelt, will ich es erst nicht glauben. Doch einmal aus den Träumen gerissen, ist es dann auch egal. T-Shirt an, warmes Funktionsshirt drüber, und da ich keine Dreiviertelhose besitze, muss die kurze Laufhose heute nochmal herhalten.
Ein Schluck Wasser aus der Flasche neben meinem Bett, Garmin den Satelliten finden lassen und schon bin ich unterwegs. Nur 20 Schritte dauert es, dann bin ich auf der Straßenbrücke und wie immer wach - wach genug um zu laufen zumindest. Die Stadt ist gespenstisch, die Parks erst recht - kein Mensch unterwegs.
Die Nacht ist wirklich finster. Kein Mond und auch noch keine Sonne. Da merke ich nicht nur, wie früh ich unterwegs bin. Als mir die Kälte an den ungeschützten Beinen hochkriecht bis zur Lendenwirbelsäule, die sich natürlich prompt wieder verkrampft, weiß ich auch, dass es Winter wird. Und die Nachttemperaturen knapp über 0, die immer angesagt werden - durch die laufe ich jetzt weil ich ja Hummeln im Hintern habe und laufen will und keine Schwächen zeigen!
Dann das Naturschutzgebiet, der Park, ein paar Steigungen, geschleifte Wallanlagen - je steiler, desto mehr nehme ich sie im Sprint. Hatte ich erwähnt, dass ich mich am Anfang kaputt gefühlt hatte? - Dann brauche ich's jetzt auch nicht mehr zu sagen, denn offenbar bin ich's nicht mehr. Als ich die Haustür erreiche, sieht man noch kaum einen Schein am Horizont (15KM).
Als der Wecker klingelt, will ich es erst nicht glauben. Doch einmal aus den Träumen gerissen, ist es dann auch egal. T-Shirt an, warmes Funktionsshirt drüber, und da ich keine Dreiviertelhose besitze, muss die kurze Laufhose heute nochmal herhalten.
Ein Schluck Wasser aus der Flasche neben meinem Bett, Garmin den Satelliten finden lassen und schon bin ich unterwegs. Nur 20 Schritte dauert es, dann bin ich auf der Straßenbrücke und wie immer wach - wach genug um zu laufen zumindest. Die Stadt ist gespenstisch, die Parks erst recht - kein Mensch unterwegs.
Die Nacht ist wirklich finster. Kein Mond und auch noch keine Sonne. Da merke ich nicht nur, wie früh ich unterwegs bin. Als mir die Kälte an den ungeschützten Beinen hochkriecht bis zur Lendenwirbelsäule, die sich natürlich prompt wieder verkrampft, weiß ich auch, dass es Winter wird. Und die Nachttemperaturen knapp über 0, die immer angesagt werden - durch die laufe ich jetzt weil ich ja Hummeln im Hintern habe und laufen will und keine Schwächen zeigen!
Dann das Naturschutzgebiet, der Park, ein paar Steigungen, geschleifte Wallanlagen - je steiler, desto mehr nehme ich sie im Sprint. Hatte ich erwähnt, dass ich mich am Anfang kaputt gefühlt hatte? - Dann brauche ich's jetzt auch nicht mehr zu sagen, denn offenbar bin ich's nicht mehr. Als ich die Haustür erreiche, sieht man noch kaum einen Schein am Horizont (15KM).
Samstag, 19. September 2009
Auf dem steilen Pfad der Besserung
Ich bin ja so glücklich! Mein Lauf-Leben wird mich in Kürze wieder haben, hätte das eigentlich schon heute gekonnt, wenn... ihr dürft gespannt sein!
Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war eine ziemlich unruhige für mich. Ursache war der Zustand zwischen Hoffen und Bangen, der sich an den Besuch bei der Orthopädin knüpfte. Klar, ich bin jung, habe eigentlich immer Sport gemacht, schmähe das Ausgleichstraining auch nicht ganz so sehr, wie ich es hier im Blog manchmal zwischen den Zeilen zu sagen pflege... Auf der anderen Seite: Was, wenn mein Hausarzt doch recht hat mit seiner "beginnenden Arthrose", erst in den Kniegelenken und jetzt auch noch in der Hüfte? Wieviele wenig aufmunternde Stories habe ich nur von den paar Leuten gehört, mit denen sich ein entsprechendes Gespräch ob meines Anblicks - humplend - nicht vermeiden ließ, von der jüngeren Schwester mit dem zweiten neuen Hüftgelenk bis zum Haarriss/Ermüdungsbruch?
Ihr ahnt es allerdings schon an der Überschrift: So schlimm steht es um mich nicht. Ich habe eine leichte Fehlstellung des Illiosakralgelenks (also zwischen den letzten beweglichen Wirblen und dem Wurmfortsatz), der typischerweise in den Beckenkamm ausstrahlt. Vermutlich eines Folge eines kalten Lüftchens in der Nacht, da ich bei offenem Fenster und gelegentlich wohl auch unbemerkt unbedeckt schlafe. Als behandlung bekomme ich nun ein paar Stunden Krankengymnastik, auf die ich gespannt bin, weil ich hoffe, ein paar neuer Übungen zu lernen oder ein paar eingeschliffene Fehler aus meinem Kräftigungsprogramm ausgemerzt zu bekommen. Von Sportpause ist aber zumindest ärztlicherseits keine Rede mehr!
Von Laufpause aber schon, denn obwohl ich eigentlich nicht zu spontanen Investitionen im vierstelligen Bereich neige, habe ich es gestern getan: Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Cross-Sportrads der Firma Marin, in Kackbraun und weil es ein Einzelstück war immerhin noch ein Drittel günstiger, als ich vermutlich in der kommenden Saison bezahlt hätte.

Allein der Besuch bei dem betreffenden Händler gestern war eine Offenbarung. Der Ladenbesitzer, seines Zeichens Rad-Trainer, kam schnell darauf (wie mir hier im Blog auch geraten), dass ein Mountainbike o.ä. für meine Verwendung als Ergänzung zum Laufen nicht der richtige Rad-Typ wäre. Mit dieser Info (und wegen der Rahmenfarbe) wäre ich dann eigentlich zum weiteren Nachdenken wieder gegangen. Dann ließ ich mich zu einer Probefahrt hinreißen, und war nach einem Kassensturz nicht mehr davon abzubringen, dieses Teil haben zu wollen.
Gelernt habe ich dann, dass die Götter beim Fahrradkauf nach den Entschluss den Schweiß gesetzt haben. Von der Länge des Vorbaus (der für mich leicht, aber nicht zu sehr gekürzt werden sollte) über die Reifen (das Rad wurde mit Winter-Cross-Reifen ausgeliefert, die natürlich für's Straßefahren nur bedingt Spaß bringen) und die Sattelbreite (mit Probesitzen auf einem Povermessungs-Kissen) bis hin zu Klickpedalen und passenden Schuhen (mehr alltagstauglich oder doch rein auf's sportliche Training zugeschnitten) verbrachte ich also nochmal geschlagene 2 Stunden im Laden. Und gönnte mir, weil's eh schon egal war und ich mir weder einen wunden Hintern noch Frostbeulen an den Gliedmaßen holen wollte, auch noch ein Set "übergangswarme" Radbekleidung dazu.
Und jetzt? Steht das Rad natürlich nicht rum und versauert. Nach kleineren Touren zu Mutter und Oma gestern (neue Errungenschaft vorführen plus Ausklick-Reflex üben) habe ich heute Morgen mein erstes richtiges Radtraining absolviert. Eigentlich sollten es maximal 40 Kilometer und die auch nur im GA1-Bereich werden. Doch natürlich kam es, wie es bei mir immer kommen musste. Nach einem traumhaft schönen Beginn-Schlenker nördlich meiner Wohnung auf ruhiger Landstraße, wo ich ostwärts durch den leichten Neben die Sonne aufgehen sehen sah, orientierte ich mich weiter nach Osten. Durch die Stadt, längs ein paar mir bekannter Dörfer und über Hügel, die ich bisher immer für "klein" gehalten habe. Doch obwohl ich dachte, ich sei noch gar nicht kaputt udn Garmin läppische 18 Kilometer anzeigte: ich stand praktisch mit dem Rad an der Steigung, mit harten, wenn auch nicht brennenden Oberschenkeln. Doch als erste radbezogene Erkenntnis stellte sich heraus: man kann sehr schnell wieder, zumal wenn man noch einen Gang runterschaltet und es leicht bergab geht. Und da ich die nächsten Hügel etwas konservativer (niedrigerer Gang) anging, kam ich relativ frisch nach "nur" 24 Kilometern wieder am Ortsschild von Braunschweig an.
Zu meiner Oma (bei der das gute Stück bis auf weiteres im Keller steht) würden es kaum mehr 6 Kilometer sein. Zu wenig für mein 40er-Ziel (berechnet nach der Fausregel Laufstrecke x3), also musste ich wohl (und nicht übel) einen weiteren "Schlenker" Richtung Süden in die Gegend meines Lieblings-Laufsees und meiner 30er-Laufstrecke einbauen. Ein paar mal verfahren (da ich natürlich nicht die geschotterte Laufstrecke nehmen wollte), doch bald bin ich im gewünschten, mir bekannten Ort, einmal abbiegen westwärts in das Revier meiner Kindheit, eine lange Landstraße mit kaum merklicher Steigung, und doch merke ich, dass meine Beinkraft fürs Radfahren nicht optimal trainiert ist.
Hatte ich mir eigentlich klar gemacht, dass dieses Dorf auf Braunschweig's höchster Erhebung (122m üNN) liegt? Ist mir bewusst, dass ich dieses Training nüchtern absolviere? Wohl nicht, das Dorf umfängt mich, ich fahre gemütlich die Hauptsraße entlang, es geht bergauf, ich folge einer abknickenden Vorfahrt, stehe wieder fast. Garmin piept: 3:25 Min. - fast eine Lauf-Geschwindigkeit.
Aber was soll's das hier ist ein erster Versuch, irgendwann bin ich auf der Kuppe, verlasse den Ort und gleite über die fast leere Landstraße mit Blick auf Windräder und den notorischen Fernsehturm die Landstraße entlang. Das nächste Dorf, die nächste Landstraße mit leichtem Anstieg und ein paar netten Kurven. Ich trete nochmal richtig in die Pedale und komme zu radbezogener Erkenntnis Nr. 2: Es ist eine andere Art der Entkopplung von Bei-sich-sein und Schmerz, die ich hier gerade erlebe. Dann bin ich im nächsten Ort, es geht praktisch nur noch bergab, dafür nimmt die Zahl der Autos stetig zu.
Ich lasse ein wenig rollen, bin dann endlich an der Ampel. Jetzt noch ein knackiger Anstieg (Bahndamm), und ich bin jenseits 40 gefahrener Kilometer auf der Zielgeraden, relativ entkräftet und mich freuend auf die Brötchen, die ich auf dem kurzen gelaufenen Rückweg (Schuhe habe ich im Trinkruckdack dabei) von meiner Oma zu mir beim Lieblingsbäcker mitnehme. Damit kann ich nun auch ermessen, warum Triathleten immer so eiern, wenn sie vom Rad zum Laufen übergehen, ich tu's nämlich vermutlich auch. Nicht völlig schmerzfrei, aber gar nicht mal so langam (5:32, 5:13) nach der Rad-Strapaze jogge ich nach Hause. Nur das Interval-Training muss wohl vertagt werden. Auf morgen in Griechenland ;-)
Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war eine ziemlich unruhige für mich. Ursache war der Zustand zwischen Hoffen und Bangen, der sich an den Besuch bei der Orthopädin knüpfte. Klar, ich bin jung, habe eigentlich immer Sport gemacht, schmähe das Ausgleichstraining auch nicht ganz so sehr, wie ich es hier im Blog manchmal zwischen den Zeilen zu sagen pflege... Auf der anderen Seite: Was, wenn mein Hausarzt doch recht hat mit seiner "beginnenden Arthrose", erst in den Kniegelenken und jetzt auch noch in der Hüfte? Wieviele wenig aufmunternde Stories habe ich nur von den paar Leuten gehört, mit denen sich ein entsprechendes Gespräch ob meines Anblicks - humplend - nicht vermeiden ließ, von der jüngeren Schwester mit dem zweiten neuen Hüftgelenk bis zum Haarriss/Ermüdungsbruch?
Ihr ahnt es allerdings schon an der Überschrift: So schlimm steht es um mich nicht. Ich habe eine leichte Fehlstellung des Illiosakralgelenks (also zwischen den letzten beweglichen Wirblen und dem Wurmfortsatz), der typischerweise in den Beckenkamm ausstrahlt. Vermutlich eines Folge eines kalten Lüftchens in der Nacht, da ich bei offenem Fenster und gelegentlich wohl auch unbemerkt unbedeckt schlafe. Als behandlung bekomme ich nun ein paar Stunden Krankengymnastik, auf die ich gespannt bin, weil ich hoffe, ein paar neuer Übungen zu lernen oder ein paar eingeschliffene Fehler aus meinem Kräftigungsprogramm ausgemerzt zu bekommen. Von Sportpause ist aber zumindest ärztlicherseits keine Rede mehr!
Von Laufpause aber schon, denn obwohl ich eigentlich nicht zu spontanen Investitionen im vierstelligen Bereich neige, habe ich es gestern getan: Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Cross-Sportrads der Firma Marin, in Kackbraun und weil es ein Einzelstück war immerhin noch ein Drittel günstiger, als ich vermutlich in der kommenden Saison bezahlt hätte.

Allein der Besuch bei dem betreffenden Händler gestern war eine Offenbarung. Der Ladenbesitzer, seines Zeichens Rad-Trainer, kam schnell darauf (wie mir hier im Blog auch geraten), dass ein Mountainbike o.ä. für meine Verwendung als Ergänzung zum Laufen nicht der richtige Rad-Typ wäre. Mit dieser Info (und wegen der Rahmenfarbe) wäre ich dann eigentlich zum weiteren Nachdenken wieder gegangen. Dann ließ ich mich zu einer Probefahrt hinreißen, und war nach einem Kassensturz nicht mehr davon abzubringen, dieses Teil haben zu wollen.
Gelernt habe ich dann, dass die Götter beim Fahrradkauf nach den Entschluss den Schweiß gesetzt haben. Von der Länge des Vorbaus (der für mich leicht, aber nicht zu sehr gekürzt werden sollte) über die Reifen (das Rad wurde mit Winter-Cross-Reifen ausgeliefert, die natürlich für's Straßefahren nur bedingt Spaß bringen) und die Sattelbreite (mit Probesitzen auf einem Povermessungs-Kissen) bis hin zu Klickpedalen und passenden Schuhen (mehr alltagstauglich oder doch rein auf's sportliche Training zugeschnitten) verbrachte ich also nochmal geschlagene 2 Stunden im Laden. Und gönnte mir, weil's eh schon egal war und ich mir weder einen wunden Hintern noch Frostbeulen an den Gliedmaßen holen wollte, auch noch ein Set "übergangswarme" Radbekleidung dazu.
Und jetzt? Steht das Rad natürlich nicht rum und versauert. Nach kleineren Touren zu Mutter und Oma gestern (neue Errungenschaft vorführen plus Ausklick-Reflex üben) habe ich heute Morgen mein erstes richtiges Radtraining absolviert. Eigentlich sollten es maximal 40 Kilometer und die auch nur im GA1-Bereich werden. Doch natürlich kam es, wie es bei mir immer kommen musste. Nach einem traumhaft schönen Beginn-Schlenker nördlich meiner Wohnung auf ruhiger Landstraße, wo ich ostwärts durch den leichten Neben die Sonne aufgehen sehen sah, orientierte ich mich weiter nach Osten. Durch die Stadt, längs ein paar mir bekannter Dörfer und über Hügel, die ich bisher immer für "klein" gehalten habe. Doch obwohl ich dachte, ich sei noch gar nicht kaputt udn Garmin läppische 18 Kilometer anzeigte: ich stand praktisch mit dem Rad an der Steigung, mit harten, wenn auch nicht brennenden Oberschenkeln. Doch als erste radbezogene Erkenntnis stellte sich heraus: man kann sehr schnell wieder, zumal wenn man noch einen Gang runterschaltet und es leicht bergab geht. Und da ich die nächsten Hügel etwas konservativer (niedrigerer Gang) anging, kam ich relativ frisch nach "nur" 24 Kilometern wieder am Ortsschild von Braunschweig an.
Zu meiner Oma (bei der das gute Stück bis auf weiteres im Keller steht) würden es kaum mehr 6 Kilometer sein. Zu wenig für mein 40er-Ziel (berechnet nach der Fausregel Laufstrecke x3), also musste ich wohl (und nicht übel) einen weiteren "Schlenker" Richtung Süden in die Gegend meines Lieblings-Laufsees und meiner 30er-Laufstrecke einbauen. Ein paar mal verfahren (da ich natürlich nicht die geschotterte Laufstrecke nehmen wollte), doch bald bin ich im gewünschten, mir bekannten Ort, einmal abbiegen westwärts in das Revier meiner Kindheit, eine lange Landstraße mit kaum merklicher Steigung, und doch merke ich, dass meine Beinkraft fürs Radfahren nicht optimal trainiert ist.
Hatte ich mir eigentlich klar gemacht, dass dieses Dorf auf Braunschweig's höchster Erhebung (122m üNN) liegt? Ist mir bewusst, dass ich dieses Training nüchtern absolviere? Wohl nicht, das Dorf umfängt mich, ich fahre gemütlich die Hauptsraße entlang, es geht bergauf, ich folge einer abknickenden Vorfahrt, stehe wieder fast. Garmin piept: 3:25 Min. - fast eine Lauf-Geschwindigkeit.
Aber was soll's das hier ist ein erster Versuch, irgendwann bin ich auf der Kuppe, verlasse den Ort und gleite über die fast leere Landstraße mit Blick auf Windräder und den notorischen Fernsehturm die Landstraße entlang. Das nächste Dorf, die nächste Landstraße mit leichtem Anstieg und ein paar netten Kurven. Ich trete nochmal richtig in die Pedale und komme zu radbezogener Erkenntnis Nr. 2: Es ist eine andere Art der Entkopplung von Bei-sich-sein und Schmerz, die ich hier gerade erlebe. Dann bin ich im nächsten Ort, es geht praktisch nur noch bergab, dafür nimmt die Zahl der Autos stetig zu.
Ich lasse ein wenig rollen, bin dann endlich an der Ampel. Jetzt noch ein knackiger Anstieg (Bahndamm), und ich bin jenseits 40 gefahrener Kilometer auf der Zielgeraden, relativ entkräftet und mich freuend auf die Brötchen, die ich auf dem kurzen gelaufenen Rückweg (Schuhe habe ich im Trinkruckdack dabei) von meiner Oma zu mir beim Lieblingsbäcker mitnehme. Damit kann ich nun auch ermessen, warum Triathleten immer so eiern, wenn sie vom Rad zum Laufen übergehen, ich tu's nämlich vermutlich auch. Nicht völlig schmerzfrei, aber gar nicht mal so langam (5:32, 5:13) nach der Rad-Strapaze jogge ich nach Hause. Nur das Interval-Training muss wohl vertagt werden. Auf morgen in Griechenland ;-)
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Donnerstag, 17. September 2009
Made my day...
Mein Laufpartner Andreas, der im Moment wegen einer Erkrankung auch nicht trainieren kann, hat mir heute einen Super-Start in den Tag bereitet. Wir waren nämlich gestern zusammen im Kino ("Wickie und die starken Männer" - lohnt sich nicht), und wie wir so ins Reden kamen, bot er mir nochmal mit Nachdruck sein neu-(gebraucht-)gekauftes Bulls-Mountainbike an.
Da mir ja vorgestern mein Arzt gesagt hatte, laufen nicht, aber vielleicht radfahren, habe ich diese Gelegenheit natürlich beim Schopf gepackt. Regelmäßige Leser dieses Blogs können auch bestätigen, dass ich bereits mit dem Gedanken gespielt habe, mir selsbt ein Sportrad zuzulegen. Lange Rede, kurzer Sinn: um 6 Uhr war ich auf den Beinen und um ca. 6:15Uhr im Sattel. Vorsichtshalber hatte ich ein langärmliges Laufshirt angezogen. Es begann gerade hell zu werden, aber da die Strecke viele Anteile meiner gewohnten Laufrunden enthielt, spielten die Sichtverhältnisse eine untergeordnete Rolle. Garmin war auch am Handgelenk mit dabei, wollte ich doch unbedingt 30 Kilometer voll machen (nach der Faustregel Radkilometer = Laufkilometer x 3). Außerdem hatte mein Hausarzt ja verlauten lassen, wenn man nur richtig Gas gebe, hätte Radfahren den gleichen Trainingseffekt wie laufen.
Natürlich machte mir das Biken Spaß. ich fror nicht unendlich, und wenn es mein Bike gewesen wäre, hätte ich den Lenker so gedreht, dass ich auch die "Hörnchen" als echte Entlastungsposition für die Handgelenke hätte verwenden können. Zwischendurch ein paar Schrecksekunden und sicherlich zu oft gebremst, aber ein Tag mit dem falschen Sport ist immer noch besser als ein Tag ohne Sport. Als ich nach einigen "Kringeln" wieder am See war, gingen mir auf den Geraden zum richtigen Powern doch leicht die Kräfte aus (liegt wahrscheinlich mit an der Sitzposition und der verhältnismäßig langen Tretkurbel). Trotzdem versuchte ich zu geben, was zu geben war, hatte dann nach 2 1/2 Zusatzrunden auch gute 28 Kilometer auf der Garmin und nach Hause hin so locker ausrollen, wie es eine Sportlerin nach 2 Tagen Pause eben kann. Ergebnis: Durchschnittspuls von 152 (und das inklusive Schrecksekunden, so viel zur Trainingsintensität). Zur Abwechslung tut mir jetzt auch nicht die rechte Hüfte, sondern der Lendenwirbelbereich links weh.
Gelernt habe ich jedenfalls, dass ich kein MTB will, sondern eins mit dünneren Rädern; dass ich Scheibenbremsen vorn UND hinten nehmen werde, eine Sattelstütze und einen etwas breiteren Sattel für mein Damen-Hinterteil ;-) Für heute war es aber viiiiel besser, als noch einen Tag Sportpause zu machen. Und morgen geh' ich zum Orthopäden und klage dem mal mein ganzes Leid (inkl. Knien) und sehe zu, dass meine Beschwerden endlich mal ursächlich (Einlagen, Krankengymnastik...) behandelt werden.
Bis auf Weiteres!
Da mir ja vorgestern mein Arzt gesagt hatte, laufen nicht, aber vielleicht radfahren, habe ich diese Gelegenheit natürlich beim Schopf gepackt. Regelmäßige Leser dieses Blogs können auch bestätigen, dass ich bereits mit dem Gedanken gespielt habe, mir selsbt ein Sportrad zuzulegen. Lange Rede, kurzer Sinn: um 6 Uhr war ich auf den Beinen und um ca. 6:15Uhr im Sattel. Vorsichtshalber hatte ich ein langärmliges Laufshirt angezogen. Es begann gerade hell zu werden, aber da die Strecke viele Anteile meiner gewohnten Laufrunden enthielt, spielten die Sichtverhältnisse eine untergeordnete Rolle. Garmin war auch am Handgelenk mit dabei, wollte ich doch unbedingt 30 Kilometer voll machen (nach der Faustregel Radkilometer = Laufkilometer x 3). Außerdem hatte mein Hausarzt ja verlauten lassen, wenn man nur richtig Gas gebe, hätte Radfahren den gleichen Trainingseffekt wie laufen.
Natürlich machte mir das Biken Spaß. ich fror nicht unendlich, und wenn es mein Bike gewesen wäre, hätte ich den Lenker so gedreht, dass ich auch die "Hörnchen" als echte Entlastungsposition für die Handgelenke hätte verwenden können. Zwischendurch ein paar Schrecksekunden und sicherlich zu oft gebremst, aber ein Tag mit dem falschen Sport ist immer noch besser als ein Tag ohne Sport. Als ich nach einigen "Kringeln" wieder am See war, gingen mir auf den Geraden zum richtigen Powern doch leicht die Kräfte aus (liegt wahrscheinlich mit an der Sitzposition und der verhältnismäßig langen Tretkurbel). Trotzdem versuchte ich zu geben, was zu geben war, hatte dann nach 2 1/2 Zusatzrunden auch gute 28 Kilometer auf der Garmin und nach Hause hin so locker ausrollen, wie es eine Sportlerin nach 2 Tagen Pause eben kann. Ergebnis: Durchschnittspuls von 152 (und das inklusive Schrecksekunden, so viel zur Trainingsintensität). Zur Abwechslung tut mir jetzt auch nicht die rechte Hüfte, sondern der Lendenwirbelbereich links weh.
Gelernt habe ich jedenfalls, dass ich kein MTB will, sondern eins mit dünneren Rädern; dass ich Scheibenbremsen vorn UND hinten nehmen werde, eine Sattelstütze und einen etwas breiteren Sattel für mein Damen-Hinterteil ;-) Für heute war es aber viiiiel besser, als noch einen Tag Sportpause zu machen. Und morgen geh' ich zum Orthopäden und klage dem mal mein ganzes Leid (inkl. Knien) und sehe zu, dass meine Beschwerden endlich mal ursächlich (Einlagen, Krankengymnastik...) behandelt werden.
Bis auf Weiteres!
Mittwoch, 16. September 2009
Doppelte Sportpause
Leute, mich hat's erwischt. Nicht nur, dass ich mich schon seit vergangenem Freitag etwas "matschig" (mehr als nur bei zu hartem Training) fühlte. Auch bin ich am Mittwoch vor einer Woche plötzlich mit Schmerzen in der Hüfte aufgewacht. Und da ich dachte, besser gleich was dagegen tun als mich noch 'n paar Tage damit rumquälen, war ich bei meinem Hausarzt.
Der mich also "eingerenkt", wobei ich gleich gemerkt habe, dass das irgendwie nicht gewirkt hat, Schmerzen waren nur kurz weg, wahrscheinlich aber eher durch die 2 Tage Laufpause. Am Sonntag dann planmäßig wieder gelaufen, am Montag einen sehr ruhigen Regenerationslauf (@6:09). Das änderte zwar nichts an dem Hüftproblem, machte es aber auch nicht besser.
War ich gestern wieder bei meinem Hausarzt, und was soll ich sagen: "Bei Ihrem Sport ist das bestimmt 'ne beginnende Arthrose!" und verschreibt mir so undefinierte Schmerzmittel. Freitag soll ich nochmal wiederkommen, wobei ich mich ärgere, dass ich ihm nicht gleich gesagt hab', ich will eine diagnostische Abklärung und kein Kopf-in-Watte-packen (so fühl' ich mich gerade). Zwar werden die schlimmsten Schmerzen dann dank Hammer-Medikament und Sportpause mit Sicherheit weg sein. Nun ist es doch bei Leuten in meinem Alter keine Lösung, ein zeitlich unbegrenztes und diagnostisch nicht wirklich untermauertes Sportverbot zu erteilen.
Zweites Pech: der mir vom Kollegn- und Bekanntenkreis empfohlene Chriropraktor (Heilpraktiker), zu dem ich nun (koste es was es wolle!) alternativ gehen wollte, ist bis nächste Woche auf Fortbildung. Wird mir also wohl nichts anderes übrig bleiben, als am Freitag "liebenswürdig" (im Asterixschen Sinne) zu meinem quacksalbenden Schulmediziner zu werden. Und eine weitere Woche auf kompetente Hilfe (oder wenigstens kompetenten Rat) zu warten.
Ich bin echt wütend und gleichzeitig verzweifelt. Sportverbot, wenn es denn wirklich begründet ist, ok. Aber unbegründet und mit der "Drohung", es könne zeitlich unbegrenzt nötig sein? Frage mich echt, warum ich Krankenkassenbeiträge bezahle. Plädiere für die Abschaffung dieser ganzen Solidarität, die offenbar nur denen hilft, die krank sein (im Gegensatz zu gesund werden) wollen! Und dann könnte man dann die mittelschweren Schmerzmittel frei zum Verkauf anbieten. Habe gestern Abend und heute Morgen 'ne halbe (statt je einer) Tablette genommen - und werde es garantiert nie wieder tun ;-(
Der mich also "eingerenkt", wobei ich gleich gemerkt habe, dass das irgendwie nicht gewirkt hat, Schmerzen waren nur kurz weg, wahrscheinlich aber eher durch die 2 Tage Laufpause. Am Sonntag dann planmäßig wieder gelaufen, am Montag einen sehr ruhigen Regenerationslauf (@6:09). Das änderte zwar nichts an dem Hüftproblem, machte es aber auch nicht besser.
War ich gestern wieder bei meinem Hausarzt, und was soll ich sagen: "Bei Ihrem Sport ist das bestimmt 'ne beginnende Arthrose!" und verschreibt mir so undefinierte Schmerzmittel. Freitag soll ich nochmal wiederkommen, wobei ich mich ärgere, dass ich ihm nicht gleich gesagt hab', ich will eine diagnostische Abklärung und kein Kopf-in-Watte-packen (so fühl' ich mich gerade). Zwar werden die schlimmsten Schmerzen dann dank Hammer-Medikament und Sportpause mit Sicherheit weg sein. Nun ist es doch bei Leuten in meinem Alter keine Lösung, ein zeitlich unbegrenztes und diagnostisch nicht wirklich untermauertes Sportverbot zu erteilen.
Zweites Pech: der mir vom Kollegn- und Bekanntenkreis empfohlene Chriropraktor (Heilpraktiker), zu dem ich nun (koste es was es wolle!) alternativ gehen wollte, ist bis nächste Woche auf Fortbildung. Wird mir also wohl nichts anderes übrig bleiben, als am Freitag "liebenswürdig" (im Asterixschen Sinne) zu meinem quacksalbenden Schulmediziner zu werden. Und eine weitere Woche auf kompetente Hilfe (oder wenigstens kompetenten Rat) zu warten.
Ich bin echt wütend und gleichzeitig verzweifelt. Sportverbot, wenn es denn wirklich begründet ist, ok. Aber unbegründet und mit der "Drohung", es könne zeitlich unbegrenzt nötig sein? Frage mich echt, warum ich Krankenkassenbeiträge bezahle. Plädiere für die Abschaffung dieser ganzen Solidarität, die offenbar nur denen hilft, die krank sein (im Gegensatz zu gesund werden) wollen! Und dann könnte man dann die mittelschweren Schmerzmittel frei zum Verkauf anbieten. Habe gestern Abend und heute Morgen 'ne halbe (statt je einer) Tablette genommen - und werde es garantiert nie wieder tun ;-(
Sonntag, 13. September 2009
Der alte Läufertrick
Als heute morgen um 6 der Wecker klingelt, sind die Augenlider zu schwer, um damit aufzustehen. Mein Kopf dröhnt, alles überdeckende Müdigkeit, und ehe ich mich's versehe, bin ich wieder eingenickt. Dann ein wacher Moment: 7 Uhr schon. Jetzt schaffe ich's ja sowieso nicht mehr...
Aber halt, doch! 7 Uhr aufstehen, schnell anziehen, Garmin und mp3-Player an und dann hinaus. 14 Kilometer laut VIC-Trainingsplan macht 1:14 Std. und ein paar Zerquetschte. Danach bleibt dann genug Zeit für duschen, frühstücken und rüberradeln zu den Bekannten, denen ich beim Umzug helfen werde.
Lust? Hallo, Lu-ust? M!$t, ich habe keine. Aber wie gut werde ich mich fühlen, wenn ich die Runde hinter mir und mein läuferisches Tagwerk vollbracht haben werde? Den alten Läufertrick angewandt, und schon geht alles wie im Flug: schnell die paar Aufwärmübungen, Garmin in die Fensterbank, damit er die Satelliten findet. Und dann bin ich unterwegs.
Der Morgen ist grau, zwischendurch fängt es an, fein zu nieseln und außer anderen Läufern (keinen Walkern) ist niemand unterwegs. Vicsystem sagt, ich solle einen Schnitt on 5:19 Min/KM laufen. Der erste KM piept nach 4:18. Ich nehme das Tempo etwas 'raus, 4:50, 5:01, 4:58, erst gegen Ende habe ich mich (bewusst, nicht aus Ermüdung) auf 5:10 eingependelt. Und da dachte ich, 5:19 auf 14 Kilometern würden hart!
Wieder angekommen, bin ich erwartungsgemäß froh, schon gelaufen zu sein. Ich trage meine Einheit in Vicsystem ein, und setze den Plan in die Tat um, von 4 Trainingstagen, die mir eindeutig zu wenig sind, auf 5 zu gehen. Damit spuckt mir den Computer jetzt für Monatg einen regenerativen Dauerlauf aus, ersetzt die kurzen 800-Meter-Intervalle vom Dienstag durch einen TDL und schiebt die schnellen Sprints auf den Freitag.
Schade, dass mein Probeabo am Samstag ausläuft. Ich bin wirklich versucht, Vic für die kommenden 3 Monate als meinen Coach zu engagieren. Vielleicht höre ich dann mal auf, zu hart zu trainieren!
Aber halt, doch! 7 Uhr aufstehen, schnell anziehen, Garmin und mp3-Player an und dann hinaus. 14 Kilometer laut VIC-Trainingsplan macht 1:14 Std. und ein paar Zerquetschte. Danach bleibt dann genug Zeit für duschen, frühstücken und rüberradeln zu den Bekannten, denen ich beim Umzug helfen werde.
Lust? Hallo, Lu-ust? M!$t, ich habe keine. Aber wie gut werde ich mich fühlen, wenn ich die Runde hinter mir und mein läuferisches Tagwerk vollbracht haben werde? Den alten Läufertrick angewandt, und schon geht alles wie im Flug: schnell die paar Aufwärmübungen, Garmin in die Fensterbank, damit er die Satelliten findet. Und dann bin ich unterwegs.
Der Morgen ist grau, zwischendurch fängt es an, fein zu nieseln und außer anderen Läufern (keinen Walkern) ist niemand unterwegs. Vicsystem sagt, ich solle einen Schnitt on 5:19 Min/KM laufen. Der erste KM piept nach 4:18. Ich nehme das Tempo etwas 'raus, 4:50, 5:01, 4:58, erst gegen Ende habe ich mich (bewusst, nicht aus Ermüdung) auf 5:10 eingependelt. Und da dachte ich, 5:19 auf 14 Kilometern würden hart!
Wieder angekommen, bin ich erwartungsgemäß froh, schon gelaufen zu sein. Ich trage meine Einheit in Vicsystem ein, und setze den Plan in die Tat um, von 4 Trainingstagen, die mir eindeutig zu wenig sind, auf 5 zu gehen. Damit spuckt mir den Computer jetzt für Monatg einen regenerativen Dauerlauf aus, ersetzt die kurzen 800-Meter-Intervalle vom Dienstag durch einen TDL und schiebt die schnellen Sprints auf den Freitag.
Schade, dass mein Probeabo am Samstag ausläuft. Ich bin wirklich versucht, Vic für die kommenden 3 Monate als meinen Coach zu engagieren. Vielleicht höre ich dann mal auf, zu hart zu trainieren!
Freitag, 11. September 2009
Nach dem Marathon der 100er
"Warum tue ich mir das an?" Wer hat sich das nicht schon gefragt sonntagsmorgens um 6 oder beim Marathon nach 10 Kilometern, nachdem es gar nicht gut anläuft, das Wetter schlecht und die Beine unerwartet schwer sind? Nach Überqueren der Ziellinie sind wir dann natürlich doppelt stolz, und auch zurecht, denn wer trotz Quälens durchhält, hat wahrlich auch moralisch eine große Leistung erbracht. "Nie wieder!" sagen trotzdem nicht wenige, und einige, bei denen es gut geklappt hat, leben zumindest von nun an mit der Ansicht, "weiter als Marathon geht nicht!"
Kennt man allerdings die Gesichter (oder Blogs) seiner Pappenheimer, so weiß man auch, dass der Mensch vergesslich ist. Denn viele stehen 3 oder 6 Monate oder auch ein Jahr später wieder auf der Startlinie: "Ist es nicht schön, wenn der Schmerz nachlässt?" Und da das Nachlassen vermeintlich um so schöner sein muss, je schlimmer der Schmerz, hat sich der Laufgott für die ganz Vergnügungssüchtigen etwas Besonderes einfallen lassen: sie können landauf, landab an einem Ultra-Trail oder einem "100er" teilnehmen.
So weit, so gut. Doch hat diese Logik ihren Haken ja eigentlich dort, wo der Mensch grundsätzlich geneigt wäre, Schmerz und Mühen gänzlich zu vermeiden. Können wir denn kein bequemes Leben haben, ohne uns vorher zu Quälen, so nahe heran an den Hades-Unterweltfluss heranzusteigen, bis uns der Tod fast näher scheint als die Lebensgeister?
Im Prinzip schon. Wenn, ja wenn mensch nicht auch lernen könnte, den Weg an die Grenzen nicht nur gezielt, sondern vor allem auch kontrolliert zu gehen: Einen Marathon mit Mühe und Not durchstehen ist ein ganz anderes Erlebnis, als ihn mit Körperbewusstsein zu laufen. Das kann bei dem einen der reine Genusslauf sein; bei mir ist es eher das Wahnsinnsgefühl, zwischen zuviel Bequemlichkeit und dem totalen Absturz in Kurzatmigkeit, Krämpfe und der absoluten Unfähigkeit, mir auch nur einen weiteren Schritt vorzustellen, zu balancieren. Laufen im Flow.
Am Ende ist man sich gewiss, eine bestimmte Strecke nicht nur gelaufen zu sein, sondern sie auch im eigentlichen Sinne laufen zu können. Und nimmt eine besondere Triebfeder mit für andere Bereiche des Lebens.
So werde ich in den nächsten Jahren bestimmt oft die inkriminierte Frage stellen: "Warum tue ich mir das an?" Ich hatte Alternativen, ein verlockendes Jobangebot vorliegen, könnte mich weiter bewerben, einfach vor mich hindümpeln, irgendwo Dienst nach Vorschrift schieben - oder auch einfach nur reich heiraten. Aber ich mach's nicht. Vor 3 Monaten habe ich mich entschieden und heute Nacht nach 2 zäh ringenden Wochen nochmal. Und das, obwohl die Marathondistanz (Magisterarbeit) insgesamt kein erfreuliches Erlebnis war: ich mach den akademischen 100er, ich promoviere...
Kennt man allerdings die Gesichter (oder Blogs) seiner Pappenheimer, so weiß man auch, dass der Mensch vergesslich ist. Denn viele stehen 3 oder 6 Monate oder auch ein Jahr später wieder auf der Startlinie: "Ist es nicht schön, wenn der Schmerz nachlässt?" Und da das Nachlassen vermeintlich um so schöner sein muss, je schlimmer der Schmerz, hat sich der Laufgott für die ganz Vergnügungssüchtigen etwas Besonderes einfallen lassen: sie können landauf, landab an einem Ultra-Trail oder einem "100er" teilnehmen.
So weit, so gut. Doch hat diese Logik ihren Haken ja eigentlich dort, wo der Mensch grundsätzlich geneigt wäre, Schmerz und Mühen gänzlich zu vermeiden. Können wir denn kein bequemes Leben haben, ohne uns vorher zu Quälen, so nahe heran an den Hades-Unterweltfluss heranzusteigen, bis uns der Tod fast näher scheint als die Lebensgeister?
Im Prinzip schon. Wenn, ja wenn mensch nicht auch lernen könnte, den Weg an die Grenzen nicht nur gezielt, sondern vor allem auch kontrolliert zu gehen: Einen Marathon mit Mühe und Not durchstehen ist ein ganz anderes Erlebnis, als ihn mit Körperbewusstsein zu laufen. Das kann bei dem einen der reine Genusslauf sein; bei mir ist es eher das Wahnsinnsgefühl, zwischen zuviel Bequemlichkeit und dem totalen Absturz in Kurzatmigkeit, Krämpfe und der absoluten Unfähigkeit, mir auch nur einen weiteren Schritt vorzustellen, zu balancieren. Laufen im Flow.
Am Ende ist man sich gewiss, eine bestimmte Strecke nicht nur gelaufen zu sein, sondern sie auch im eigentlichen Sinne laufen zu können. Und nimmt eine besondere Triebfeder mit für andere Bereiche des Lebens.
So werde ich in den nächsten Jahren bestimmt oft die inkriminierte Frage stellen: "Warum tue ich mir das an?" Ich hatte Alternativen, ein verlockendes Jobangebot vorliegen, könnte mich weiter bewerben, einfach vor mich hindümpeln, irgendwo Dienst nach Vorschrift schieben - oder auch einfach nur reich heiraten. Aber ich mach's nicht. Vor 3 Monaten habe ich mich entschieden und heute Nacht nach 2 zäh ringenden Wochen nochmal. Und das, obwohl die Marathondistanz (Magisterarbeit) insgesamt kein erfreuliches Erlebnis war: ich mach den akademischen 100er, ich promoviere...
Montag, 7. September 2009
Neue persönliche Bestzeit
Einen ganzen Tag habe ich mich mit dem Bloggen zurückgehalten. Diejenigen von euch, die gewohnheitsmäßig in Ergebnislisten stalken, haben es vielleicht trotzdem schon mitbekommen: den gestrigen Marathon in Wolfsburg habe ich erfolgreich gefinisht.
Wie gut das Ergebnis letztlich sein würde, hätte ich eigentlich schon am Morgen wissen können. Zwar fiel mir das Aufstehen schwer wie eh und je. Aber nachdem ich mich erstmal in der Vertikalen befand, machte sich die Motivation in mir breit wie schon seit Langem nicht mehr. Die Atmosphäre auf dem Start- und Zielgelände war bei nur 151 Startern im Marathon (und einigen mehr auf den "Unterdistanzen") angenehm relaxt. Unangenehm überraschte nur das Wetter: 13 Grad und bewölkt.
2 Minuten vor dem Startschuss war ich dann voll konzentriert und stelle mich entgegen meinen manchmal hervortretenden Marotten auch recht weit vorn auf. Dann runterklatschen und -zählen, Peng!, es geht los.
Nach nichtmal 2 Kilometern habe ich diejenigen unter den Damen, die von der Statur her noch respekteinflößend aussehen, bereits locker überholt. Von schwerer Atmung nichts zu spüren. Etwas jenseits des 2ten Kilometers adoptiere ich Wolfgang als Pacemaker für eine mutig angegangene 3:20er-Zielzeit. Die Strecke ist ganz ok, ein kleiner Hügel im Stadtwald, 1 Brücke und ein paar Steigungen hoch vom Ufer der Aller sind die größten Schwierigkeiten.
Auf Höhe der VfL-Arena, die wir auf jeder der 2 Runden auch seitlich durchlaufen werden, komplettieren wir 14 Kilometer und Wolfgang meint, nun hätten wir "für so viel Geld schon wieder ein Drittel vom Spaß rum". Das Tempo ist mit 4:40-4:50 pro Kilometer im oberen Bereich dessen, was ich mir hätte träumen lassen, und bei 15, 16 beginne ich auch anzumahnen, nochmal einen Tacken 'rauszunehmen. So mache ich's eigentlich immer: erstmal zum HM retten, dann auf die 30 und dann gucken, was noch geht.
In der Tat hat die Runde noch sowohl Schönes als auch Schweres für uns zu bieten: quer durchmesse wir unter den staunenden Blicken von Passanten die Glaskonstruktion der Autostadt, schlängeln uns durch die Außenanlagen (die nicht die einizigen und nicht die schlimmsten Spitzkurven dieses Kurses sind) und finden uns nach einem Trab durch (VW-)"Werk" am Allersee wieder. Das ist so eine Strecke, auf der der Wind unabhängig von der Laufrichtung immer von vorn zu kommen scheint. Wolfgang zieht das Tempo eisern durch, mir wird anders beim Gedanken, hier demnächst die Kilometer 39 und 40 absolvieren zu müssen!
Dann ist die erste Runde rum, wir haben jedem der zahlreichen (aber teilweise schlecht eingewiesenen) Streckenposten einmal "moin" gesagt und gehen nun zu "einen schönen Tag noch" über. Der Sprecher im Stadion sagt "da haben sich zwei gefunden" und als wir aus dem Rund heraus sind, ruft mir irgendwer zu "erste Frau". Wolfgan findet das "eine Ehre", mich spornt es an, macht mir aber zugleich auch Angst, das Tempo oder wenigstens den Abstand nicht halten zu können.
Kilometer 22, 23, 24 ... Auf dem freien Feld mit Gegenwind fühle ich mich erstmals nicht mehr wirklich frisch, kurz nach 27 scheinen mich vollends die Kräfte zu verlassen, aber da laufen wir kurz vor 28 ins Schwimmbad ein (zwei Drittel geschafft sage ich mehr zur Selbstbestätigung als zu Wolfgang) und der Sprecher murmelt was von "Zielzeit 3:30".
Dann durch ein unansehnliches Wohngebiet. Den 30. Kilometermarker erreichen wir nicht mehr gemeinsam. Wolfgang verabschiedet sich "in die Büsche" (ich habe kurzzeitig die Sorge, ihm auf den Nerv gefallen zu sein). Mir wird jetzt so allein bange vor der Strecke, doch ich pushe mich vorwärts und lasse mich vor allem nicht verrückt machen, wenn die Kilometerzeiten so langsam auf die 5:00 und dann die 5:11 zugehen. Als problematisch empfinde ich, dass Garmin ab irgeneinem Punkt die Kilometer jeweils ca. 300 Meter vor den Streckenmarkierungen "abbläst" - aber der Schnitt stimmt ja trotzdem in etwa.
In der fast ausgestorbenen Fußgängerzone mach eine Jazzband anfeuernde Musik. An allen Getränkeständen halte ich, esse Banane und trinke Wasser. Statt an Wolfgang hänge ich jetzt auf ca. 50 Meter Distanz an einem Läufer im dunkelblauen Dress, der erst sehr stark an mir vorbeizog. Gleizeitig überhole ich einige Leute, die zuvor sehr stark aussahen und recht konstant vor uns hergepacet waren. So lässt sich zumindest der Geschwindigkeitsabfall nochmal besser verzeihen. Selbst am Allersee, wo ich den Eindruck habe, der Wind sei noch stärker geworden, lasse ich mich nicht mehr abhängen.
Dann noch eine schreckliche (weil schwankende und unansehnliche) Brücke. Auf der Spur gegenüber verrichtet ein armer Läufer mit dem Hinterteil zu den verrosteten Stäben seine Notdurft. Ich versuche unterdessen nochmal Gas zu geben, an dem "Blauen" bin ich noch dran und überhole jenseits des 41er-Schildes auch noch einen Mann.
Die letzten "Meterchen" scheinen sich dennoch hinzuziehen. Ich rette mich ins Stadion, richtig spurten kann ich nicht mehr. Endlich, die Zielgerade! Ich höre meinen Namen, stampfe zweimal mit dem linken, chiptragenden Fuß auf den Transponder-Matten auf und bin endlich da. Erste bin ich aber offensichtlich nicht, denn eine Bekannte, die so aussieht als sei sie auch gelaufen, lehnt bereits an der Absperrung im Zielbereich. Ich hoffe, Dritte zu sein, doch als sich auch das nicht bewahrheitet, gehe ich Duschen. Nicht, dass mich die Platzierung stören würde, aber wenn man mir eine zuruft, dann doch bitte die richtige!
Anschließend dann noch eine der besten Massagen, die ich je nach einem Marathon erhalten habe (der Masseur erklärt mir, dass meineverhärtete Problemstelle an der rechten Wade vom 5. Lendenwirbel herrührt, was ich sofort unterschreiben würde) und dann ab ins Restaurant, wo ich mit einem bekannten Marathoni den Tag ausklingen lasse.
Ein erfolgreicher Wettkampf. Obendrein gab's ein adidas-Finisher-Shirt (Wenn auch ohne die Aufscchrift "Finisher", dafür mit Riesen-VW-Logo vorn) und zwei Eintrittskarten für die Autostadt, über deren Gegenwert man zumindest vom geldlichen her nicht meckern kann. Jetzt bin ich irgendwie erleichtert, mal wieder eine "guten Wettkampf" gelaufen zu sein. Ab Mittwoch wird sich dann auf die 5 konzentriert - sub 20 Minuten!
P.S.: Die Bestzeit beträgt übrigens 3:25:24!!!
Wie gut das Ergebnis letztlich sein würde, hätte ich eigentlich schon am Morgen wissen können. Zwar fiel mir das Aufstehen schwer wie eh und je. Aber nachdem ich mich erstmal in der Vertikalen befand, machte sich die Motivation in mir breit wie schon seit Langem nicht mehr. Die Atmosphäre auf dem Start- und Zielgelände war bei nur 151 Startern im Marathon (und einigen mehr auf den "Unterdistanzen") angenehm relaxt. Unangenehm überraschte nur das Wetter: 13 Grad und bewölkt.
2 Minuten vor dem Startschuss war ich dann voll konzentriert und stelle mich entgegen meinen manchmal hervortretenden Marotten auch recht weit vorn auf. Dann runterklatschen und -zählen, Peng!, es geht los.
Nach nichtmal 2 Kilometern habe ich diejenigen unter den Damen, die von der Statur her noch respekteinflößend aussehen, bereits locker überholt. Von schwerer Atmung nichts zu spüren. Etwas jenseits des 2ten Kilometers adoptiere ich Wolfgang als Pacemaker für eine mutig angegangene 3:20er-Zielzeit. Die Strecke ist ganz ok, ein kleiner Hügel im Stadtwald, 1 Brücke und ein paar Steigungen hoch vom Ufer der Aller sind die größten Schwierigkeiten.
Auf Höhe der VfL-Arena, die wir auf jeder der 2 Runden auch seitlich durchlaufen werden, komplettieren wir 14 Kilometer und Wolfgang meint, nun hätten wir "für so viel Geld schon wieder ein Drittel vom Spaß rum". Das Tempo ist mit 4:40-4:50 pro Kilometer im oberen Bereich dessen, was ich mir hätte träumen lassen, und bei 15, 16 beginne ich auch anzumahnen, nochmal einen Tacken 'rauszunehmen. So mache ich's eigentlich immer: erstmal zum HM retten, dann auf die 30 und dann gucken, was noch geht.
In der Tat hat die Runde noch sowohl Schönes als auch Schweres für uns zu bieten: quer durchmesse wir unter den staunenden Blicken von Passanten die Glaskonstruktion der Autostadt, schlängeln uns durch die Außenanlagen (die nicht die einizigen und nicht die schlimmsten Spitzkurven dieses Kurses sind) und finden uns nach einem Trab durch (VW-)"Werk" am Allersee wieder. Das ist so eine Strecke, auf der der Wind unabhängig von der Laufrichtung immer von vorn zu kommen scheint. Wolfgang zieht das Tempo eisern durch, mir wird anders beim Gedanken, hier demnächst die Kilometer 39 und 40 absolvieren zu müssen!
Dann ist die erste Runde rum, wir haben jedem der zahlreichen (aber teilweise schlecht eingewiesenen) Streckenposten einmal "moin" gesagt und gehen nun zu "einen schönen Tag noch" über. Der Sprecher im Stadion sagt "da haben sich zwei gefunden" und als wir aus dem Rund heraus sind, ruft mir irgendwer zu "erste Frau". Wolfgan findet das "eine Ehre", mich spornt es an, macht mir aber zugleich auch Angst, das Tempo oder wenigstens den Abstand nicht halten zu können.
Kilometer 22, 23, 24 ... Auf dem freien Feld mit Gegenwind fühle ich mich erstmals nicht mehr wirklich frisch, kurz nach 27 scheinen mich vollends die Kräfte zu verlassen, aber da laufen wir kurz vor 28 ins Schwimmbad ein (zwei Drittel geschafft sage ich mehr zur Selbstbestätigung als zu Wolfgang) und der Sprecher murmelt was von "Zielzeit 3:30".
Dann durch ein unansehnliches Wohngebiet. Den 30. Kilometermarker erreichen wir nicht mehr gemeinsam. Wolfgang verabschiedet sich "in die Büsche" (ich habe kurzzeitig die Sorge, ihm auf den Nerv gefallen zu sein). Mir wird jetzt so allein bange vor der Strecke, doch ich pushe mich vorwärts und lasse mich vor allem nicht verrückt machen, wenn die Kilometerzeiten so langsam auf die 5:00 und dann die 5:11 zugehen. Als problematisch empfinde ich, dass Garmin ab irgeneinem Punkt die Kilometer jeweils ca. 300 Meter vor den Streckenmarkierungen "abbläst" - aber der Schnitt stimmt ja trotzdem in etwa.
In der fast ausgestorbenen Fußgängerzone mach eine Jazzband anfeuernde Musik. An allen Getränkeständen halte ich, esse Banane und trinke Wasser. Statt an Wolfgang hänge ich jetzt auf ca. 50 Meter Distanz an einem Läufer im dunkelblauen Dress, der erst sehr stark an mir vorbeizog. Gleizeitig überhole ich einige Leute, die zuvor sehr stark aussahen und recht konstant vor uns hergepacet waren. So lässt sich zumindest der Geschwindigkeitsabfall nochmal besser verzeihen. Selbst am Allersee, wo ich den Eindruck habe, der Wind sei noch stärker geworden, lasse ich mich nicht mehr abhängen.
Dann noch eine schreckliche (weil schwankende und unansehnliche) Brücke. Auf der Spur gegenüber verrichtet ein armer Läufer mit dem Hinterteil zu den verrosteten Stäben seine Notdurft. Ich versuche unterdessen nochmal Gas zu geben, an dem "Blauen" bin ich noch dran und überhole jenseits des 41er-Schildes auch noch einen Mann.
Die letzten "Meterchen" scheinen sich dennoch hinzuziehen. Ich rette mich ins Stadion, richtig spurten kann ich nicht mehr. Endlich, die Zielgerade! Ich höre meinen Namen, stampfe zweimal mit dem linken, chiptragenden Fuß auf den Transponder-Matten auf und bin endlich da. Erste bin ich aber offensichtlich nicht, denn eine Bekannte, die so aussieht als sei sie auch gelaufen, lehnt bereits an der Absperrung im Zielbereich. Ich hoffe, Dritte zu sein, doch als sich auch das nicht bewahrheitet, gehe ich Duschen. Nicht, dass mich die Platzierung stören würde, aber wenn man mir eine zuruft, dann doch bitte die richtige!
Anschließend dann noch eine der besten Massagen, die ich je nach einem Marathon erhalten habe (der Masseur erklärt mir, dass meineverhärtete Problemstelle an der rechten Wade vom 5. Lendenwirbel herrührt, was ich sofort unterschreiben würde) und dann ab ins Restaurant, wo ich mit einem bekannten Marathoni den Tag ausklingen lasse.
Ein erfolgreicher Wettkampf. Obendrein gab's ein adidas-Finisher-Shirt (Wenn auch ohne die Aufscchrift "Finisher", dafür mit Riesen-VW-Logo vorn) und zwei Eintrittskarten für die Autostadt, über deren Gegenwert man zumindest vom geldlichen her nicht meckern kann. Jetzt bin ich irgendwie erleichtert, mal wieder eine "guten Wettkampf" gelaufen zu sein. Ab Mittwoch wird sich dann auf die 5 konzentriert - sub 20 Minuten!
P.S.: Die Bestzeit beträgt übrigens 3:25:24!!!
Freitag, 4. September 2009
Von qualmenden Mauken und "letzter Test"

Wenn ich in der letzten Zeit den Korridor zu meiner Wohnung betrat, roch es dort recht streng. Ich wusste, konnte, wollte es erst nicht zugeben, aber so ist es nun einmal: meine Nike free stinken zum Himmel. Also galt es heute drastische Maßnahmen zu ergreifen. Vorbild war, was ich auch schon im Urlaub auf Lanzarote (wo ich es auch nur aushalten konnte, wenn die "Dinger" auf dem Balkon übernachteten) praktiziert hatte: lauwarmes Wasser, Duschgel bzw. Seifenlauge und dann im Waschbecken so lange spülen, bis das Wasser klar und die Nase nicht mehr irritiert wird... Irgendwie habe ich den Eindruck, dass noch keins meiner Modelle auf diese Art und so stark gestunken hat. Naja...
Zwischendurch war ich dann noch einmal laufen, und zwar so, wie es jeder zweite gute Marathon-Trainingsplan spezifiziert: im Prinzip locker mit 2 oder 2x2 Kilometern im Wettkampftempo. Doch wie findet man das? Rechnerisch muss ich gleich erstmal nachgucken, welcher Schnitt für 3:45 Std. erforderlich ist. In der Praxis machte ich nach einem Einlauf-Kilometer einfach die Handbremse los. Ergebnis: 4:22 und 4:17 pro Kilometer, danach noch eine See-Runde langsam austraben und endlich, endlich mal das Laufen und den Herbst genießen. Allerdings: was sagt mir das für den Wettkampf???
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Donnerstag, 3. September 2009
Allein dafür...
Gestern war endlichder lang herbeigesehnte Tag meines kohlenhydratarmen Fastens für's Carboloading. Eine Aufzählung, was ich nun gegessen und nicht gegessen habe, erspare ich euch und vor allem mir, denn alles in allem habe ich daran keine besonders warmen Erinnerungen :-)
Allerdings habe ich das Ganze ja nicht einfach so gemacht, sondern um am Sonntag richtig viel Zunder in den Fahrwerken zu haben. Und um das zu erreichen, muss ich ab 3 Tagen vor dem Wettkampf (also ab heute) wieder richtig kohlenhydratgesättigt reinschmeißen. Nachdem Kühl- und Vorratsschrank von süßen und stärkehaltigen Verführen zunächst einmal geleert worden waren, musste ich sie nun wieder füllen.
Nichts leichter als das! denkt sich die eifrige Lauftrainierende, geht zum Discounter ihrer Wahl und malt sich schonmal aus, wie es sein wird, in den nächsten Tagen all die wunderbaren Sachen in sich hineinzustopfen, die sie doch auch sonst immer mir Leichtigkeit zu sich nimmt, nur in (noch) rauheren Mengen und mit völlig befreitem Gewissen.
Doch was ist das? Lieber Fruchtjoghurt oder Vollkornkekse, Reiswaffeln mit Quark und Marmelade oder doch lieber ohne Quark, Volkornnudeln mit Pilzsauce oder doch lieber Reis? Wie ein kleines Kind stehe ich im Discounter, erst vor dem Süßigkeiten-Regal, wo ich letztlich je eine Tüte Fruchtgummi und Lakritz mitgehen (natürlich nicht!) lasse. Dann vorbei an den Keksen, wo mich von Schoko-Schaumküssen (fettarm) über Butterkekse bis hin zu Löffelbiscuit nichts so richtig anmacht und ich schließlich auf dem Weg zur Kühltheke auch die haltbaren Milch- und Puddingprodukte links liegen lasse. Dann stürze ich mich - mehr aus Gewohnheit denn aus vorfreudigem Appetit - auf einen 4er-Pack Vanille- und einige Becher Fruchtjoghurt.
Gar nicht so einfach, das Schöpfen aus dem Vollen. Aber allein für diese kindliche Freude, prinzipiell alles zu dürfen und dann vor Überwältigung (fast) nichts zu nehmen hat es sich gelohnt. Und ach: es geht mir auch schon wieder fröhlicher!
Allerdings habe ich das Ganze ja nicht einfach so gemacht, sondern um am Sonntag richtig viel Zunder in den Fahrwerken zu haben. Und um das zu erreichen, muss ich ab 3 Tagen vor dem Wettkampf (also ab heute) wieder richtig kohlenhydratgesättigt reinschmeißen. Nachdem Kühl- und Vorratsschrank von süßen und stärkehaltigen Verführen zunächst einmal geleert worden waren, musste ich sie nun wieder füllen.
Nichts leichter als das! denkt sich die eifrige Lauftrainierende, geht zum Discounter ihrer Wahl und malt sich schonmal aus, wie es sein wird, in den nächsten Tagen all die wunderbaren Sachen in sich hineinzustopfen, die sie doch auch sonst immer mir Leichtigkeit zu sich nimmt, nur in (noch) rauheren Mengen und mit völlig befreitem Gewissen.
Doch was ist das? Lieber Fruchtjoghurt oder Vollkornkekse, Reiswaffeln mit Quark und Marmelade oder doch lieber ohne Quark, Volkornnudeln mit Pilzsauce oder doch lieber Reis? Wie ein kleines Kind stehe ich im Discounter, erst vor dem Süßigkeiten-Regal, wo ich letztlich je eine Tüte Fruchtgummi und Lakritz mitgehen (natürlich nicht!) lasse. Dann vorbei an den Keksen, wo mich von Schoko-Schaumküssen (fettarm) über Butterkekse bis hin zu Löffelbiscuit nichts so richtig anmacht und ich schließlich auf dem Weg zur Kühltheke auch die haltbaren Milch- und Puddingprodukte links liegen lasse. Dann stürze ich mich - mehr aus Gewohnheit denn aus vorfreudigem Appetit - auf einen 4er-Pack Vanille- und einige Becher Fruchtjoghurt.
Gar nicht so einfach, das Schöpfen aus dem Vollen. Aber allein für diese kindliche Freude, prinzipiell alles zu dürfen und dann vor Überwältigung (fast) nichts zu nehmen hat es sich gelohnt. Und ach: es geht mir auch schon wieder fröhlicher!
Dienstag, 1. September 2009
Den Sommer verabschieden

Bei Gerd diskutierten wir neulich den "flexiblen Trainingsplan". Nachdem ich gestern noch einmal zum Thema Carboloading im Internet gestöbert hatte, flexibilisierte sich mein Trainingsplan dann auch mal wieder von selbst. Und zwar derart, dass ich bisher
- zu wenig Kilometer und
- zu hohe Anforderungen an das Tempo
in dieser Phase eingeplant hatte.
Die Dämmerung kommt und ich kann mir beim Laufen alle Zeit lassen? - Was für eine Gelegenheit, endlich mal wieder mit der Kamera unterwegs zu sein und paar Impressionen des Übergangs vom Sommer zum Herbst einzufangen. Auf der lockeren 14-Kilometer-Runde machte ich am Anfang auch reichlich Gebrauch von den nun dank zu erwartender Schwäche zu erwartenden Gehpausen. Das Ergebnis sind einige illustrierende Fotos zu einer meiner Routine-Laufstrecken.



Allerdings hätte ich die Gehpausen wohl nicht gebraucht, denn die etwas mehr als 7 Kilometer des Rückwegs schaffe ich ohen Probleme und wohl doch im recht flotten Tempo, wenn man mit einrechnet, dass trotz Stehenbleiben, Motivsuche, Kameraeinstellung und wiederholten Fotoschießens eine Endzeit unter 1:30 Stunden auf der Stoppuhr stand.
Sonntag, 30. August 2009
Herbstlauf und "Carboloading"

Heute war das erste Mal seit längerer Zeit, dass ich so richtig in den Sonntagmorgen reingetrödelt bin, und es beim allwöchentlichen Long Run nicht bereut habe. Das ist dann meist ein Zeichen, dass der Herbst da ist, meine Lieblingsjahreszeit: die Natur beginnt langsam, harmonisch-schön und nicht mehr blendend-schön zu werden. Die Sonne scheint, aber brennt nicht mehr und ein merklicher Wind zeigt der Haut und dem ganzen Körper, dass die Welt existiert außerhalb schweißgebadeter läuferischer Delirien.
Geplant hatte ich für heute - nur 1 Woche vor dem Marathon - entweder 20 oder 30 Kilometer. Dass es dann 30 wurden, lag daran, dass es einfach zu schön war, bei leichtem Wind und Sonnenschein unter den noch vorhandenen Blätterdächern der Bäume entlang zu gleiten. Und in einem 5:30er-Schnitt fällt mir das auch endlich wieder leicht, so, als sei der Mensch für's Laufen gemacht.

Unterwegs treffe ich auch noch Hans-Martin von "meinem" Lauftreff (an dem ich schon seit meinem Übertrainings-Loch nicht mehr teilgenommen habe). Die 5 Minuten für ein Pläuschchen sind - natürlch mit pausierender Stoppuhr - immer drin . So erfahre ich, dass er und Stefan für Berlin trainieren, dass es auch bei den beiden nach Verletzungen und den üblichen Umständen, die dem Laufen mal wieder im Weg stehen, gut läuft. Na dann weiterhin viel Erfolg und guten Weg!
Nur im Park ärgern sie mich heute, und zwar auf dem Hin- und Rückweg. Haben die doch beiderseits des Weges Flohmarktstände aufgebaut, durch die sich die Passanten drängeln. Kein Durchkommen für mich Läuferin! Da ich es rechtzeitig sehe, weiche ich natürlich auf den weitläufigen Rasen hinter dem Belagerungszustand aus. Dennoch finde ich, dass ein Park ein sehr unpassender Ort für einen Flohmarkt ist, gibt es doch alle 2 Wochen einen Groß-Trödelmarkt keine 2 Kilometer von diesem Fleckchen Grün entfernt!

Zu Hause angekommen gibt es dann eine heiß-kalte Dusche und - nichts Vernünftiges zu essen. Dabei habe ich eingekauft, aber eben Eier, Schinken, Putenaufschnitt, Joghurt, Nüsse und ein paar Soja-Chevapchichis. Außer einer netten Wochenend-Erholung soll dieser lange Lauf nämlich auch der Kickoff für mein Carboloading sein, das in den ersten Tagen zunächst Carbo-Entleerung ist und daher eine ganz schöne Umstellung meiner kohlenhydragesättigten Läuferinnen-Ernährungsgewohnheiten bedeutet.
Natürlich MUSS ich das nicht machen. Aber die Erfahrung scheint zu zeigen, dass ich den Marathon (oder Ultra) einfach auch jenseits der 30 besser genießen kann, wenn ich die körperinternen Nahrungsreserven entsprechend hochpushe - also wird das gemacht. Vom Gefühl her ist es irgendwas zwischen nervig, weil man nicht einfach so aus Spaß vor sich hin essen kann und eine spannende Erfahrung, wenn man sich eben andere Ablenkungen suchen muss als zu essen. Außerdem freu' ich mich schon auf Mittwoch, wenn mit großen Löffeln auf Nudeln und Cola losgegangen werden darf.
Am Abend dann ein Spaziergang in der Stadt. Die Tatsache, dass ich heute Morgen keinen Fotoapparat dabei hatte, möchte ich durch ein paar Impressionen meiner Lieblingsjahreszeit in einer meiner Lieblingsstädte wettmachen. Zumal in den Sternen steht, wie lange ich hier noch wohne.
Donnerstag, 27. August 2009
20 Kilometer, einfach so!
Gestern war ich einfach faul. Zuerst kam ich nicht aus dem Bett, dann nicht an meinen Schreibtisch (weil das Bett fast schon wieder rief), dann habe ich trotz bester Vorsätze nichts geschafft und am Ende war nicht mal der fest eingeplante 20-K-Lauf drin.
Mit entsprechender Wut auf meine amngelnde Disziplin im Bauch stellte ich mir heute also den Wecker um 5, um nach 20 abgespulten Kilometern dennoch rechtzeitig das traute Heim und fürderhin mein Büro zu erreichen. Wie war der Erfolg? Nun ja, um 5 bin ich jedenfalls nicht aus dem Bett gesprungen, sondern eher um halb 7 herausgekrochen, um zunächst auf meiner angestammten 15er-Strecke eine Tour im Schneckentempo (~5:45/Km) zu drehen. Dabei merkte ich ziemlich schnell, dass eigentlich alles ging wenn, ja wenn ich nur nicht so wenig getrunken hätte. Jedenfalls taten meine Knie mit zunehmender Laufstrecke immer weniger weh, was ich als Grund genug ansah, meinen schlappen Körper nebst unmotiviertem Geist noch gut 5 Kilometer weiter zu hetzen.
Gesagt, getan. Diese übermütige Aktion beinhaltete als ersten Schritt das Vorbeilaufen an meinem Zuhause mit schweren Beinen, Seitenstichen und irgenwie schwer pumpenden Herzen (bilde ich mir aber wahrscheinlich nur ein und führe es auf den Flüssigkeitsmangel zurück). Nach Unterquerung der Straße neben meinem Wohnhaus ging es dann also noch einmal Richtung anderer See. Kilometer 16 war bald abgehakt, dann kam 18, wurde die 19 überschritten, und es stellte sich ein ungemein entspannendes Gefühl ein, als ich wusste, dass es auf der ausgedachten Runde auch für 20 reichen und ich dann ganz entspannt austrotten können würde.
Und das Beste ist, dass ich damit den für diese Woche zusätzlich vorgenommenen 20er nicht auf morgen verschieben musste, sondern mich stattdessen auf einen Freitag mit zügigem 10er und einen abschließenden 30er am Sonntag freuen kann. So toll kann Überwindung sein. Und so schlimm waren die 20 nun auch wieder nicht ;-(
Mit entsprechender Wut auf meine amngelnde Disziplin im Bauch stellte ich mir heute also den Wecker um 5, um nach 20 abgespulten Kilometern dennoch rechtzeitig das traute Heim und fürderhin mein Büro zu erreichen. Wie war der Erfolg? Nun ja, um 5 bin ich jedenfalls nicht aus dem Bett gesprungen, sondern eher um halb 7 herausgekrochen, um zunächst auf meiner angestammten 15er-Strecke eine Tour im Schneckentempo (~5:45/Km) zu drehen. Dabei merkte ich ziemlich schnell, dass eigentlich alles ging wenn, ja wenn ich nur nicht so wenig getrunken hätte. Jedenfalls taten meine Knie mit zunehmender Laufstrecke immer weniger weh, was ich als Grund genug ansah, meinen schlappen Körper nebst unmotiviertem Geist noch gut 5 Kilometer weiter zu hetzen.
Gesagt, getan. Diese übermütige Aktion beinhaltete als ersten Schritt das Vorbeilaufen an meinem Zuhause mit schweren Beinen, Seitenstichen und irgenwie schwer pumpenden Herzen (bilde ich mir aber wahrscheinlich nur ein und führe es auf den Flüssigkeitsmangel zurück). Nach Unterquerung der Straße neben meinem Wohnhaus ging es dann also noch einmal Richtung anderer See. Kilometer 16 war bald abgehakt, dann kam 18, wurde die 19 überschritten, und es stellte sich ein ungemein entspannendes Gefühl ein, als ich wusste, dass es auf der ausgedachten Runde auch für 20 reichen und ich dann ganz entspannt austrotten können würde.
Und das Beste ist, dass ich damit den für diese Woche zusätzlich vorgenommenen 20er nicht auf morgen verschieben musste, sondern mich stattdessen auf einen Freitag mit zügigem 10er und einen abschließenden 30er am Sonntag freuen kann. So toll kann Überwindung sein. Und so schlimm waren die 20 nun auch wieder nicht ;-(
Dienstag, 25. August 2009
Ich brauche endlich ein Fahrrad!
Da das Unternehmen gescheitert war, hatte ich noch nicht davon berichtet. Ich bin aber drauf und dran, mir ein schönes, sportliches "ATB" (All Terrain Bike) zuzulegen, um meinen Knien eine Pause zu gönnen und meinen Trainingsfleiß mit etwas Abwechslung zu versüßen. Nachdem mir ein "Fach"-Händler (ich muss dieses Wort wirklich immer öfter mit Anführungsstrichen verwenden) erst die Auskunft gegeben hatte, ein Test und dann ggf. Nachbestellung eines Rades in meiner benötigten Rahmenhöhe seien kein Problem, und sich dann herausstellte, dass es sich bei den Rädern um die Reste der Sommersaison handelte und bis Oktober kaum noch Räder in meiner Größe und zu meinen Preisvorstellungen gibt.
Wie ich ausgerechnet heute auf die Idee komme? Bin gerade 15 Kilometer gelaufen, schön schnell (den letzten in 4:02 Minuten). Nur am Anfang, als ich noch nicht so richtig warm war, hatte ich wieder ganz fiese Knieschmerzen (kennt jemand sowas und hat einen Tipp, worum es sich handeln könnte?) Daher denke ich, dass ich in Zukunft wohl weniger Laufen und andere Knie beanspruchende Aktivitäten betreiben kann - und am Radeln finde ich dank Weges zur Arbeit und Fortbewegung in der Stadt auch immer mehr Freude. Leider taugt mein durch Minimalismus dienstahlgestütztes Basis-Rad nur bedingt zum sportlichen Training, weshalb ich weiter auf der Pirsch bleibe (auch hier bin ich für Tipps dankbar).
Gerade habe ich mich übrigens zum Wolfsburg-Marathon angemeldet. Der Herbst kann kommen. Freu mich!!!
Wie ich ausgerechnet heute auf die Idee komme? Bin gerade 15 Kilometer gelaufen, schön schnell (den letzten in 4:02 Minuten). Nur am Anfang, als ich noch nicht so richtig warm war, hatte ich wieder ganz fiese Knieschmerzen (kennt jemand sowas und hat einen Tipp, worum es sich handeln könnte?) Daher denke ich, dass ich in Zukunft wohl weniger Laufen und andere Knie beanspruchende Aktivitäten betreiben kann - und am Radeln finde ich dank Weges zur Arbeit und Fortbewegung in der Stadt auch immer mehr Freude. Leider taugt mein durch Minimalismus dienstahlgestütztes Basis-Rad nur bedingt zum sportlichen Training, weshalb ich weiter auf der Pirsch bleibe (auch hier bin ich für Tipps dankbar).
Gerade habe ich mich übrigens zum Wolfsburg-Marathon angemeldet. Der Herbst kann kommen. Freu mich!!!
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Montag, 24. August 2009
Anfangs-, Mittel- und Endbeschleunigung
Unter denkbar schlechten Vorzeichen bin ich gestern in meinen wöchentlichen langen Lauf gestartet: am Donnerstag planmäßig trainigsfrei (und froh darüber), am Freitag zu keinem unnötigen Schritt vor die Tür zu bewegen und am Samstag dann zwar aufsteigende Laufform, aber Grill- und Cocktailpartyeinladungen und entsprechend später Gang ins Bett.
Als mein Wecker am Sonntag um 5.30 Uhr klingelt, habe ich das Gefühl, noch gar nicht geschlafen zu haben. Vom offenen Fenster her lockt der Morgen mit seiner Kühle, und so entscheide ich mich dennoch aufzustehen. Laufklamotten an, Kaffee kochen und den neuen mp3-Player mit den besten (und peinlichsten) Motivationshits füllen.
Eigentlich bin ich so früh aufgestanden, weil ich um 10 einen Termin hatte und weder das Lauftraining noch den Termin platzen lassen möchte. Jetzt lasse ich es aber erstmal gemütlich angehen. Der Kaffee weckt die Lebensgeister, und so, wie ich mir die Musik beim Herumschieben von Dateien ausmale, verstärkt sie noch einmal die Vorfreude. Ich spüre, an diesem Tag wird mehr drin sein als ein mühsam erkäpfter 5:45er-Schnitt und mit ganz viel Glück ein kleines bisschen Endbeschleunigung. Und so kommt es auch.
Um 6.34 Uhr bin ich "auf der Piste". Nach einem Kilometer zeigt Garmin 5:20 Minuten an - so schnell war ich mir gar nicht vorgekommen(!), nach dem zweiten 5:12 Minuten und ab dem dritten liege ich imm so um die 5, eher darunter.
Der See liegt ruhig vor mir, auf dem Wasser und in dem hohen Schilfgras steigt Morgennebel auf, und dort, wo ich auf ihn treffe, ist es noch einmal ein bisschen kühler, was mir nach 2 Hitzewochen durchaus nicht unangenehm ist.
Ich laufe und laufe und laufe. Obwohl - so richtig traue ich dem Frieden meiner Form nicht. Als ich dann allerdings nach 14 Kilometern wohlbehalten die beiden steieleren Anstiege auf dem Hinweg gemeistert habe (meine Uhr zeigt 4:45 Minuten für diesen Kilometer) bin ich shon sehr zufrieden.
Auf der Anhöhe weht mir dann ein doch recht starker Wind entgegen. Die nächsten Kilometer werden etwas gemächlicher (5:10 Minuten), dann geht es aber "über die Berge" zurrück, und nach einem 4:39er-Kilometer und 18,5 erlaufenen Tacken lasse ich mir erstmal kühles Nass aus dem Trikgürtel in den Rachen tropfen.
Jetzt also nach Hause. Meine mentale Planung hätte es auch erlaubt, zwischen 19 und 22 oder sogar zwischen 19 und 25 etwas kürzer zu treten, um am Ende noch eine Endbeschleunigung hinzulegen. Bei Kilomterezeiten unter 5 Minuten und noch ziemlich frischen Beinen sehe ich dazu aber keine Notwendigkeit. Das Laufen macht heute richtig Spaß, ich spüre die Energie und laufe dem kleinen Männchen, das auf dem Garmin-Display mein 6:00er-Schnitt-Trainingspartner ist, munter davon.
Bei 25 dann ein winziger Einbruch, aber ich bin schon wieder zurück im Park, stadt- und damit wohnungsnah und befinde mich geistig auf der Zielgeraden genug, um jetzt nicht aus Vorsicht das Tempo zurückschrauben zu müssen. Im Gegenteil, als Garmin bei KM 29 piept, lege ich nochmal richtig einen drauf: letzter Kilometer in 4:37 und Gesamtzeit 2:28 Std. für 30 Kilometer.
Jetzt duschen, Knie (die leider immer noch nach jedem Lauf schmerzen) einsalben und - wieder ab ins Bett ;-(
Jedenfalls kann der Wolfsburg-Marathon jetzt kommen!
Als mein Wecker am Sonntag um 5.30 Uhr klingelt, habe ich das Gefühl, noch gar nicht geschlafen zu haben. Vom offenen Fenster her lockt der Morgen mit seiner Kühle, und so entscheide ich mich dennoch aufzustehen. Laufklamotten an, Kaffee kochen und den neuen mp3-Player mit den besten (und peinlichsten) Motivationshits füllen.
Eigentlich bin ich so früh aufgestanden, weil ich um 10 einen Termin hatte und weder das Lauftraining noch den Termin platzen lassen möchte. Jetzt lasse ich es aber erstmal gemütlich angehen. Der Kaffee weckt die Lebensgeister, und so, wie ich mir die Musik beim Herumschieben von Dateien ausmale, verstärkt sie noch einmal die Vorfreude. Ich spüre, an diesem Tag wird mehr drin sein als ein mühsam erkäpfter 5:45er-Schnitt und mit ganz viel Glück ein kleines bisschen Endbeschleunigung. Und so kommt es auch.
Um 6.34 Uhr bin ich "auf der Piste". Nach einem Kilometer zeigt Garmin 5:20 Minuten an - so schnell war ich mir gar nicht vorgekommen(!), nach dem zweiten 5:12 Minuten und ab dem dritten liege ich imm so um die 5, eher darunter.
Der See liegt ruhig vor mir, auf dem Wasser und in dem hohen Schilfgras steigt Morgennebel auf, und dort, wo ich auf ihn treffe, ist es noch einmal ein bisschen kühler, was mir nach 2 Hitzewochen durchaus nicht unangenehm ist.
Ich laufe und laufe und laufe. Obwohl - so richtig traue ich dem Frieden meiner Form nicht. Als ich dann allerdings nach 14 Kilometern wohlbehalten die beiden steieleren Anstiege auf dem Hinweg gemeistert habe (meine Uhr zeigt 4:45 Minuten für diesen Kilometer) bin ich shon sehr zufrieden.
Auf der Anhöhe weht mir dann ein doch recht starker Wind entgegen. Die nächsten Kilometer werden etwas gemächlicher (5:10 Minuten), dann geht es aber "über die Berge" zurrück, und nach einem 4:39er-Kilometer und 18,5 erlaufenen Tacken lasse ich mir erstmal kühles Nass aus dem Trikgürtel in den Rachen tropfen.
Jetzt also nach Hause. Meine mentale Planung hätte es auch erlaubt, zwischen 19 und 22 oder sogar zwischen 19 und 25 etwas kürzer zu treten, um am Ende noch eine Endbeschleunigung hinzulegen. Bei Kilomterezeiten unter 5 Minuten und noch ziemlich frischen Beinen sehe ich dazu aber keine Notwendigkeit. Das Laufen macht heute richtig Spaß, ich spüre die Energie und laufe dem kleinen Männchen, das auf dem Garmin-Display mein 6:00er-Schnitt-Trainingspartner ist, munter davon.
Bei 25 dann ein winziger Einbruch, aber ich bin schon wieder zurück im Park, stadt- und damit wohnungsnah und befinde mich geistig auf der Zielgeraden genug, um jetzt nicht aus Vorsicht das Tempo zurückschrauben zu müssen. Im Gegenteil, als Garmin bei KM 29 piept, lege ich nochmal richtig einen drauf: letzter Kilometer in 4:37 und Gesamtzeit 2:28 Std. für 30 Kilometer.
Jetzt duschen, Knie (die leider immer noch nach jedem Lauf schmerzen) einsalben und - wieder ab ins Bett ;-(
Jedenfalls kann der Wolfsburg-Marathon jetzt kommen!
Mittwoch, 19. August 2009
Spaß ist irgendwie was anderes

Zur Zeit habe ich das Glück, mir einen Teil meiner Arbeitsstunden völlig frei einteilen zu können. Damit einher geht das (im Moment zweifelhafte) Glück, zu den möglichsten und unmöglichsten Zeiten zu laufen.
So kam es, dass ich mir gestern Abend nach 21 Uhr einen 14-Kilometer- und heute Vormittag einen Halbmarathon-Lauf gönnte. Erste Erkenntnis war: ich hätte gestern Abend gar nicht erst aufbrechen sollen, irgenwie war mir schon vorher schwindelig, und überhaupt habe ich genügend andere Interessen, um nicht eine stockfinstere Neumomnd-Nacht an einem von Anglern besetzten See zu verbringen. Zweiter Erkenntnis: statt um geplante 6 kam ich mal wieder erst um 7.30 Uhr aus dem Bett, verspürte dann einen größeren Drang an meinen Schreibtisch als zum Laufen und konnte mich erst nach einen Wachwerd-Kaffee um 9 zum Aufbruch durchringen. Wohl weislich nahm ich meinen Trinkgurt und ein Karré Traubenzucker mit. Was ich damit aber eigentlich sagen will ist: beide Läufe waren kein Spaß, der scheint irgendwie nicht wieder zu kommen und irgendwie tun mir auch seit Tagen aus unerfindlichen(?) Gründen die Knie weh.
Einziger Lichtblick: Ich habe eine Ladung Motivation auf Papier von Amazon erhalten - hoffe, dass es hilft und werde ggf. Empfehlungen aussprechen!
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Dienstag, 18. August 2009
Kleine Abendrunde und verschlafen
Nach dem 30er am Sonntag wollte ich es am Montag ganz besonders ruhig angehen lassen. Da auf's Laufen am Sonntag ohnehin genug Regenerationsbewegung ind Form von Radfahren folgte, machte es mir auch weder mental noch körperlich Schwierigkeiten, mich mit dem Laufen bis abends zurückzuhalten (dafür sehr früh im Büro gewesen).
Aber dann: langsam (5:36 pro KM) angetrabt, fand ich auf einmal Geschmack am Tempo und lief die mittleren 3 von 6 Kilometern in der kühlen Abendluft locker unter 5 Minuten. Da weiß man wieder, was laufen mit fliegen gemeinsam hat.
Vorher hatte ich mir aber noch einen neuen mp3-Player gegönnt, kein teures Modell, sondern eins, bei dem man sich keine Sorgen macht, wenn mal ein paar Schweißtröpfchen draufkommen oder er ein Unwetter überstehen muss. Nach einer Nacht an der USB-Buchse meines Laptops sollte es mit ihm heute Morgen auf einen 15er-Relax-Trip durchs Landschaftsschutzgebiet gehen.
Leider hat mir aber wohl der verlängerte Spontanbesuch (ich musste vor der Rückfahrt einen Regenschauer "abwettern") bei meiner Mutter nicht gut getan. Statt um halb 6 kam ich erst um 7 aus den Federn - um zu merken, dass meine neue Errungenschaft nicht einmal mehr "Piep" sagte (auf dem Fahrrad am Abend war's noch gegangen).
Nach dem Beschluss, das Teil heute schleunigst bei Saturn umzutauschen, folgte ein schnelles Frühstück und die Idee, noch einmal in dieser Woche sehr zeitig im Büro zu sein. Kann ja heute Abend laufen ;-)
Aber dann: langsam (5:36 pro KM) angetrabt, fand ich auf einmal Geschmack am Tempo und lief die mittleren 3 von 6 Kilometern in der kühlen Abendluft locker unter 5 Minuten. Da weiß man wieder, was laufen mit fliegen gemeinsam hat.
Vorher hatte ich mir aber noch einen neuen mp3-Player gegönnt, kein teures Modell, sondern eins, bei dem man sich keine Sorgen macht, wenn mal ein paar Schweißtröpfchen draufkommen oder er ein Unwetter überstehen muss. Nach einer Nacht an der USB-Buchse meines Laptops sollte es mit ihm heute Morgen auf einen 15er-Relax-Trip durchs Landschaftsschutzgebiet gehen.
Leider hat mir aber wohl der verlängerte Spontanbesuch (ich musste vor der Rückfahrt einen Regenschauer "abwettern") bei meiner Mutter nicht gut getan. Statt um halb 6 kam ich erst um 7 aus den Federn - um zu merken, dass meine neue Errungenschaft nicht einmal mehr "Piep" sagte (auf dem Fahrrad am Abend war's noch gegangen).
Nach dem Beschluss, das Teil heute schleunigst bei Saturn umzutauschen, folgte ein schnelles Frühstück und die Idee, noch einmal in dieser Woche sehr zeitig im Büro zu sein. Kann ja heute Abend laufen ;-)
Montag, 17. August 2009
Gut gequält
Es sollte eine "Woche der Vernunft" werden. Nach rund 90 Trainingskilometern in der Woche davor wollte ich es weniger kilometerreich und vor allem ruhiger angehen lassen. Nachdem ich es am Montag auf seeehr ruhige (6:30 Min./KM) 6 Kilometer gebracht hatte und am Dienstag dank dienstlich notwendiger Radtouren der Bedarf nach weiterem Sport ausblieb, lief ich am Mittwoch in einem neuen, alten Trainingsrevier fast ebenso ruhige 14 in den Tag hinein.
Und dann? Donnerstag: lustlos. Freitag ebenso. Und Samstag nach einer Voll-Ladung Aldi-M6M's einen ebenfalls lockeren 10er.
Naja, und weil's ja eigentlich nicht so schlimm werden konnte, "gönnte" ich mir am gestrigen Sonntag einen echten 30er in der prallen Hitze. Dabei ging es bis KM 19 eigentlich ganz gut, danach - eher ganz schlech. Obwohl ich zu trinken dabei hatte, ließ das Gefühl des Durstes bzw. das Gefühl, dass das Trinken (Leitungswasser) meinem Magen nicht bekam, ab dem 20. Kilometer überhaupt nicht mehr nach. Dazu kam ein Schwächegefühl in den Beinen als ob sie gleich wegbrechen wollten.
Da ich aber unbedingt volle 30 laufen wollte an jenem Tag, musste ich auf den letzten beiden Kilometern zu einer List greifen. Die Strecke zog sich und zog sich, und weil ich den Eindruck hatte, noch einige "Schlenker" für mein angepeiltes Kilometerziel zu brauchen, mir die Strecke bis nach Hause aber mental immer länger und somit unerträglicher wurde, machten mein geschwächter Körper und mein delierender Geist einen Deal: wsobald ich entweder die 30 auf der Garmin oder auf der üblichen Strecke meine Haustür erreichte, sollte Schluss sein. Und so hielt ich dann an, mitten auf der Treppe (Richtung unten), die die letzte Unterführung vor der Heimkehr markiert. Das nennt man dann wohl gut gequält :-(
Und dann? Donnerstag: lustlos. Freitag ebenso. Und Samstag nach einer Voll-Ladung Aldi-M6M's einen ebenfalls lockeren 10er.
Naja, und weil's ja eigentlich nicht so schlimm werden konnte, "gönnte" ich mir am gestrigen Sonntag einen echten 30er in der prallen Hitze. Dabei ging es bis KM 19 eigentlich ganz gut, danach - eher ganz schlech. Obwohl ich zu trinken dabei hatte, ließ das Gefühl des Durstes bzw. das Gefühl, dass das Trinken (Leitungswasser) meinem Magen nicht bekam, ab dem 20. Kilometer überhaupt nicht mehr nach. Dazu kam ein Schwächegefühl in den Beinen als ob sie gleich wegbrechen wollten.
Da ich aber unbedingt volle 30 laufen wollte an jenem Tag, musste ich auf den letzten beiden Kilometern zu einer List greifen. Die Strecke zog sich und zog sich, und weil ich den Eindruck hatte, noch einige "Schlenker" für mein angepeiltes Kilometerziel zu brauchen, mir die Strecke bis nach Hause aber mental immer länger und somit unerträglicher wurde, machten mein geschwächter Körper und mein delierender Geist einen Deal: wsobald ich entweder die 30 auf der Garmin oder auf der üblichen Strecke meine Haustür erreichte, sollte Schluss sein. Und so hielt ich dann an, mitten auf der Treppe (Richtung unten), die die letzte Unterführung vor der Heimkehr markiert. Das nennt man dann wohl gut gequält :-(
Sonntag, 9. August 2009
2x durchgerungen
Bin ich froh, dass DAS vorbei ist. Rund 90 Kilometer stehen für die vergangene Trainingswoche auf dem Tacho, und mit gut 28 für heute schlägt dabei auch endlich mal wieder ein "langer Lauf" zu Buche.
Allerdings sah es heute Morgen erst gar nicht danach aus. Als um kurz vor 7 nämlich mein Wecker für dieses allwöchentliche Selbstkasteiungs-Ritual der Langstreckenläufer klingelte, verspürte ich einen ziemlich starken Drang, das Signal zu überhören, den Trainingsplan umzuschmeißen ("übertreib's nicht und hör' endlich mal auf deine Vernunft") und den langen Lauf einen langen Lauf sein zu lassen.
Aus der ursprünglichen Startzeitverschiebung auf 8 wurde dann aber doch nur 7:28 Uhr, und mit den ersten Schritten merkte ich, dass es der Wettergott halbwegs gut mit mir meinte (es war schon mal schwüler), der Trinkgurt saß und sich bis auch die Achillessehnen, die sich am Anfang immer melden, auch der Körper einigermaßen fit präsentierte.
Das heißt natürlich nicht, dass mir nicht ein wenig mulmig im Kopf geworden wäre, als es auf den Schlenker ging, der aus meiner jetzt schon wieder gewohnten 20er- eine 28er-Runde inklusive einiger gemeiner Steigungen machen würde. Aber dann lief es, zwischendurch hatte ich sogar Anflüge des Ganz-weit-weg-und-mit-mir-im-Reinen-Seins, und bis Kilometer 25 ging es wirklich so gut, dass sich schon der Gedanke aufdrängte, dieses Ritual wieder öfter zu "feiern".
Jetzt freue ich mich aber vorwiegend, es diese Mal überstanden zu haben, freue mich auf eine Woche mit verringertem Trainingsumfang (die letzte eines 4-Wochen-Zyklus') und überlege mir dabei, wie ich am Laufen wieder richtig Spaß finden kann. Und nicht nur durchringen und "es geht so"!
Allerdings sah es heute Morgen erst gar nicht danach aus. Als um kurz vor 7 nämlich mein Wecker für dieses allwöchentliche Selbstkasteiungs-Ritual der Langstreckenläufer klingelte, verspürte ich einen ziemlich starken Drang, das Signal zu überhören, den Trainingsplan umzuschmeißen ("übertreib's nicht und hör' endlich mal auf deine Vernunft") und den langen Lauf einen langen Lauf sein zu lassen.
Aus der ursprünglichen Startzeitverschiebung auf 8 wurde dann aber doch nur 7:28 Uhr, und mit den ersten Schritten merkte ich, dass es der Wettergott halbwegs gut mit mir meinte (es war schon mal schwüler), der Trinkgurt saß und sich bis auch die Achillessehnen, die sich am Anfang immer melden, auch der Körper einigermaßen fit präsentierte.
Das heißt natürlich nicht, dass mir nicht ein wenig mulmig im Kopf geworden wäre, als es auf den Schlenker ging, der aus meiner jetzt schon wieder gewohnten 20er- eine 28er-Runde inklusive einiger gemeiner Steigungen machen würde. Aber dann lief es, zwischendurch hatte ich sogar Anflüge des Ganz-weit-weg-und-mit-mir-im-Reinen-Seins, und bis Kilometer 25 ging es wirklich so gut, dass sich schon der Gedanke aufdrängte, dieses Ritual wieder öfter zu "feiern".
Jetzt freue ich mich aber vorwiegend, es diese Mal überstanden zu haben, freue mich auf eine Woche mit verringertem Trainingsumfang (die letzte eines 4-Wochen-Zyklus') und überlege mir dabei, wie ich am Laufen wieder richtig Spaß finden kann. Und nicht nur durchringen und "es geht so"!
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