Ich hatte ja bereit's gestern kurz aus dem laufenden Prozess berichtet. Mittwochs wird künftig bei gutem Wetter immer der Tag sein, in dem ich mit meinem neuen Cyclocross-Rad (so die korrekte Bezeichnung dieses Fahrradtyps) zur Arbeit fahre - immerhin 48 Kilometer pro Strecke.
"Bei gutem Wetter" bedeutet auch, dass gestern das für diesen Herbst letzte Mal war. Zu groß ist meine Angst vor Blitzeis, zu spät könnte ich losfahren und zu früh müsste ich wieder Feierabend machen, um wenigstens den Großteil der Strecke jeweils im Hellen zurückzulegen. Die Einschätzung, dass das Fahren bei Kälte und Dunkelheit nicht ungefährlich ist, bestätigten zu meinem Schock auch die Erfahrungen der gestrigen Rückfahrt.
Mit dem Abflug aus dem Büro hatte ich mir etwas zu viel Zeit gelassen. Zu viel zu tun, dann noch umziehen, Wasserflasche auffüllen, Garmin anwerfen - das übliche Programm. Schon als ich noch durch Hildesheim fuhr, signalisierte mein Körper, was ich schon geahnt hatte: keine Kraft, zu wenig gegessen. Einmal aus der Stadt raus und über Land fahrend dann die nächste angenehme Überraschung: der Wind hat gedreht, kommt aus Nordost und ich muss also von nun an gegen ihn anstrampeln. Nur gut, dass die Strecke nicht auch plötzlich in diese Richtung noch bergauf führt ;-)
Aber Spaß beiseite. Bei 20 Kilometern merke ich das erste Mal, dass mir das Fahren richtig an die Substanz geht. Meine Beine tun weh, der Kopf gibt immer noch Signale, schneller und stärker zu treten oder wenigstens durchzuhalten, doch die Kommandos klingen wie von weit her. Trotzdem genieße ich die Fahrt noch, die Sonne geht gerade unter, am Straßenrand grasen manchmal Pferde oder pelzige Rinde genüsslich auf Hartgras.
Ungefähr bei Kilometer 30 ist es dann dunkel. Mein Rücklicht habe ich schon vor einigen Minuten angemacht, aber die Laufleuchte, die ich auf dem Kopf trage, reicht bei weitem nicht aus, um den Korridor vor mir so zu erhellen, dass ich weiß, wohin es geht. Unterdessen zerrt der Wind an meinem Radtrikot, ich denke mehrfach, dass der Reißverschluss offen ist, aber nein, es pfeift einfach nur so stark durch.
Dann völlige Dunkelheit. Wenn ich Autos in der Ferne sehe, bin ich froh, denn die Lichter geben ein wenig Orientierung in meinem einsamen Strampeln. Der Kopf hat mich mitllerweile verlassen. Er gibt noch Durchhalteparolen, schwebt aber sonst in schöner Unterzuckerungsmanier über den Dingen, so dass ich mir immer wieder diszipliniert ins Gedächtnis rufe, was in welchem Eventualfall (Kreuzung, Auto von hinten, von vorn, enge Kurve...) zu tun ist.
Am Stadtrand von Braunschweig dann Finsternis. Ich fahre keine beleuchtete Straße, sondern Feldwege, die wegen der laufenden Rübekampagne auch noch mit dicken Matschfladen übersät sind, die allgegenwärtigen Schlaglöcher nicht zu vergessen. Es ist verrückt, aber anhalten und den einen Müsliriegel, den ich noch im Rucksack habe, essen, das würde mir nicht einfallen. Gefahr, Qual und die Sehnsucht nach dem Ankommen im Nacken, bringe ich die letzten 8 Kilometer hinter sich. Auf dem letzten Kilometer entscheide ich mich bei der Wahl zwischen flacher Huckestraße und glatten Radweg über einen recht steilen Hügel sogar noch für letzteren - und komme ihn, mentaler Kraft sei Dank, sogar recht behende hinauf.
Angekommen bei meiner Oma dann der erwartete herzliche - und auch sorgenvolle - Empfang. Kennt ihr den Spruch "Ich bin so durstig, ich könnt'n halbes Schwein fressen, so müde bin ich"? Ähnlich ging es mir, und ich entschied mich in einem ersten Schritt für essen, das ich wegen fortdauernden Kältegefühls schließlich zwecks heißer Dusche unterbrach, heißen Tee nicht zu vergessen.
Unter der Dusche dann der Effekt, der sich beim Abstreifen der halb kalten, halb (am Rücken) feucht geschwitzten Kleidung ankündigte: nicht enden wollenden Zittern. Ich kann es gar nicht kontrollieren, und eigentlich - wenn es nicht Omas Kosten und die Umwelt wären - kann ich mich kaum losreißen von diesem herrlichen heißen Nass, das aber nichts weiter sein sollte als der berühmte Tropfen auf den unterkühlten Stein.
Als nächstes ziehe ich mich an, warme Kleidung, aber immer noch zitternd. Ich will essen, mehr Tee trinken, doch weder Tasse noch Besteck kann ich halten, werde immer wieder von Kälteanfällen geschüttelt. Also eingewickelt in die dicke Camela-Decke. Es geht einfach nicht weg, meine Zäne klappern, hörbar und unkontrollierbar.
Irgendwann bringe ich es fertig, noch einen weiteren Pullover - immer noch zitternd - überzuzuziehen. Und dann eine zweite Tasse heißen Tee zu trinken udn irgendwann nach Hause zu fahren, wo es mir endlich bedeutend besser geht, der Alltag kommt wieder und ich bin froh, gehe dann ins Bett.
Eine wahre Zitterpartie war das also. Im Rückblick unverantwortlich, unterzuckert, unterkühlt und ohne wirkliches Gefühl in den durch die Radschuhe eingeschnürten Unterschenkeln im Dunkeln durch die Provinz zu rasen. Eine Erfahrung. Abhaken, Lehren draus ziehen, weiter im Text!
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Donnerstag, 15. Oktober 2009
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Erfolgreiche erste Tagesetappe
Da ich vom Büro aus blogge, halte ich's kurz und vermelde nur die erfolgreiche Hinfahrt mit meinem Crossrad-Schmuckstück nach Hildesheim. Sitze jetzt frisch geducht, entspannt und - leider - auch ein bisschen fröstelnd und müde am Schreibtisch. Auf die zweiten 48!
Montag, 12. Oktober 2009
Fleißig gesportelt
...und wenig gebloggt, so die Bilanz der vergangenen fast 2 Wochen. Was war also los in der langen Zeit, die ich euch auf Neuigkeiten habe warten lassen?
Wie angekündigt, habe ich am 3.10. dem fast ausgefallenen Nationalfeiertag (weil an einem Samstag) in Nürnberg am Sport Scheck-Stadtlauf teilgenommen. Einen ausführlichen Bericht über die Qualen, die ich dabei durchlitten habe, findet ihr bei distqueror.
Allerdings hätte ich eine so lange Anreise allein für einen "Halben" nicht in Kauf genommen. So passte es sich ganz gut, dass parallel die MinD-Akademie in der schönen (weil in der alten Burg untergebrachten) Nürnberger Jugendherberge lief. Persönliches Highlight aller Vorträge war Professor Kurt Weis, der über "körperliche grenzen und spirituelle Horizonte" referierte - und dabei einiges aufs Tablett der (halb-)ernsten Wissenschaft brachte, das wir Läuferinnen und Läufer in unserer täglichen sportlichen Praxis erleben. Ein extremsportlich-intellektueller Rausch der Sinne.
Außerdem traf ich mich - weniger als Laufvorbereitung denn als sozialer Event - mit b-l-a-u vom gleichnamigen Blog. Ich hatte das Treffen einige Wochen vorher initiiert, und wir trafen uns schließlich am Freitagabend für eine lockere Runde, startend in der Nürnberger Altstadt und daraufhin einen Teil der HM-Laufstrecke des folgenden Tages abklappernd. Wie immer ein schöne Sache, mal jemanden aus der Blogosphäre persönlich zu treffen!
Nach dem HM war ich mir - "dank" entsprechender Neben- und Nachwirkungen bezüglich Kaputt- und Schlappseins - nicht so sicher, wie das Ende der Saison aussehen sollte. Oder war dieser HM läuferisch gar bereits das Ende des Jahres gewesen? Das Rätsel löste sich in Form eines nun heftig ausbrechenden grippalen Infekts, der mich am vergangenen Montag mit dickem Kopf, Halsschmerzen und leichtem Fieber zu Hause bleiben ließ.
So lange, wie auf der Arbeit vermutet (unser Sekretariats-Mitarbeiter trug mich gleich bis Freitag als "krank" ein), sollte es dann aber glücklicherweise nicht mehr dauern. Wahrscheinlich war das, was am Montag nach Verreise-Stress und Lauf-Vorspannng durchkam, auch nur das dicke Ende von etwas, das ich schon die halbe Vorwoche mit mir herumgeschleppt hatte.
Der Dienstag jedenfalls begann energielgeladen wie selten. Statt mich nach einer viel zu früh begonnenen Nacht um 5 nochmal auf die andere Seite zu drehen, stand ich einfach auf und lief im ruhigen Tempo 20 Kilometer - im Dunkeln aber auf bekannter Laufstrecke.
Am Mittwoch wollte ich meinen neuen Renner (und auch mich) mal richtig auf die Probe stellen, und radelte zu meiner Arbeit nach Hildesheim. Auf Nebenstrecken (also nicht direkt B1, sondern ungefährt parallel dazu etwas südlich) sind das laut Googlemaps 47 Kilometer. Nachdem ich mich auf der morgendlichen Hinfahrt anständig gequält hatte, wurde die Rückfahrt (ich merkte jetzt erst, dass es wohl zuvor unmerklich, aber stetig immer bergauf gegangen sein musste, da ich nun quasi bergab rollte) eine bequeme Feierabendtour und genau das Richtige, um den Kopf frei zu kriegen. Und wisst ihr was? Für kommenden Mittwoch haben sie auch einen "schönen Herbsttag" angesagt".
Am Donnerstag war ich dann mit dem Auto in Hildesheim - aber immerhin abends dort beim Lauftreff. Ziemlich genau 10 Kilometer und ein bisschen Stabilitätsgymnastik. Freitag frei, Samstag 5 Kilometer Chillout vor dem üppigen Frühstücksbüffet im Seminarhotel.
Aber jetzt kommt's: Nicht, dass ich nicht am Samstag zu einer Feier eingeladen gewesen wäre (und in nur einer Stunde Kuchen + Geschenk geregelt bekommen hätte). Dann allerdings ging ich relativ früh (so um 23 Uhr) nach Hause. Geholfen hatte der reichlich eingeplante Schlaf allerdings nichts, so dass ich mich dieses Mal trotz Weckers noch einmal in die Federn zurückwälzte. Dann ging es los. 30 Kilometer in 4:45 Min./KM hatte ich mir vorgenommen. Nach den ersten Schritten beschloss ich, 34 zu laufen. Nach 8 Kilometern traf ich einen neu zugezogenen Läufer, der von mir rasender Wildsau unbedingt etwas über ansässige Lauftreffs wissen wollte. Meine Unfähigkeit, "langsam genug" zu laufen, half das nicht unbedingt ab.
Das Ende der Geschichte war, dass ich mich bis ziemlich genau Kilometer 22 trotz leicht hügeligen Profils deutlich auf bis klar unterm Zeitlimit bewegte - und dann zumindest mental gar nichts mehr ging. Erst machte ich mit mir selbst aus, langsam auf die "26" zuzulaufen, um eine Endbeschleunigung einzubauen, dann wurde es Kilometer 28, und aus einer echten Endbeschleunigung wurden der 29. und 32. Kilometer, die ich in 4:15 und 4:30 respektive lief.
Bei so viel Power bleibt natürlich zu fragen, warum dann zwischendurch nicht zumindest 5:15 drin waren. Ich weiß es nicht, wohl auch ein bisschen die Luft raus zum Saisonende. Beschlossen ist aber inzwischen - denn wonach "riecht" sonst schon ein einsamer 34er am Sonntag - dass ich in 2 Wochen am Braunschweig-Marathon teilnehmen werde. Und dann? - Schluss für jetzt!
Wie angekündigt, habe ich am 3.10. dem fast ausgefallenen Nationalfeiertag (weil an einem Samstag) in Nürnberg am Sport Scheck-Stadtlauf teilgenommen. Einen ausführlichen Bericht über die Qualen, die ich dabei durchlitten habe, findet ihr bei distqueror.
Allerdings hätte ich eine so lange Anreise allein für einen "Halben" nicht in Kauf genommen. So passte es sich ganz gut, dass parallel die MinD-Akademie in der schönen (weil in der alten Burg untergebrachten) Nürnberger Jugendherberge lief. Persönliches Highlight aller Vorträge war Professor Kurt Weis, der über "körperliche grenzen und spirituelle Horizonte" referierte - und dabei einiges aufs Tablett der (halb-)ernsten Wissenschaft brachte, das wir Läuferinnen und Läufer in unserer täglichen sportlichen Praxis erleben. Ein extremsportlich-intellektueller Rausch der Sinne.
Außerdem traf ich mich - weniger als Laufvorbereitung denn als sozialer Event - mit b-l-a-u vom gleichnamigen Blog. Ich hatte das Treffen einige Wochen vorher initiiert, und wir trafen uns schließlich am Freitagabend für eine lockere Runde, startend in der Nürnberger Altstadt und daraufhin einen Teil der HM-Laufstrecke des folgenden Tages abklappernd. Wie immer ein schöne Sache, mal jemanden aus der Blogosphäre persönlich zu treffen!
Nach dem HM war ich mir - "dank" entsprechender Neben- und Nachwirkungen bezüglich Kaputt- und Schlappseins - nicht so sicher, wie das Ende der Saison aussehen sollte. Oder war dieser HM läuferisch gar bereits das Ende des Jahres gewesen? Das Rätsel löste sich in Form eines nun heftig ausbrechenden grippalen Infekts, der mich am vergangenen Montag mit dickem Kopf, Halsschmerzen und leichtem Fieber zu Hause bleiben ließ.
So lange, wie auf der Arbeit vermutet (unser Sekretariats-Mitarbeiter trug mich gleich bis Freitag als "krank" ein), sollte es dann aber glücklicherweise nicht mehr dauern. Wahrscheinlich war das, was am Montag nach Verreise-Stress und Lauf-Vorspannng durchkam, auch nur das dicke Ende von etwas, das ich schon die halbe Vorwoche mit mir herumgeschleppt hatte.
Der Dienstag jedenfalls begann energielgeladen wie selten. Statt mich nach einer viel zu früh begonnenen Nacht um 5 nochmal auf die andere Seite zu drehen, stand ich einfach auf und lief im ruhigen Tempo 20 Kilometer - im Dunkeln aber auf bekannter Laufstrecke.
Am Mittwoch wollte ich meinen neuen Renner (und auch mich) mal richtig auf die Probe stellen, und radelte zu meiner Arbeit nach Hildesheim. Auf Nebenstrecken (also nicht direkt B1, sondern ungefährt parallel dazu etwas südlich) sind das laut Googlemaps 47 Kilometer. Nachdem ich mich auf der morgendlichen Hinfahrt anständig gequält hatte, wurde die Rückfahrt (ich merkte jetzt erst, dass es wohl zuvor unmerklich, aber stetig immer bergauf gegangen sein musste, da ich nun quasi bergab rollte) eine bequeme Feierabendtour und genau das Richtige, um den Kopf frei zu kriegen. Und wisst ihr was? Für kommenden Mittwoch haben sie auch einen "schönen Herbsttag" angesagt".
Am Donnerstag war ich dann mit dem Auto in Hildesheim - aber immerhin abends dort beim Lauftreff. Ziemlich genau 10 Kilometer und ein bisschen Stabilitätsgymnastik. Freitag frei, Samstag 5 Kilometer Chillout vor dem üppigen Frühstücksbüffet im Seminarhotel.
Aber jetzt kommt's: Nicht, dass ich nicht am Samstag zu einer Feier eingeladen gewesen wäre (und in nur einer Stunde Kuchen + Geschenk geregelt bekommen hätte). Dann allerdings ging ich relativ früh (so um 23 Uhr) nach Hause. Geholfen hatte der reichlich eingeplante Schlaf allerdings nichts, so dass ich mich dieses Mal trotz Weckers noch einmal in die Federn zurückwälzte. Dann ging es los. 30 Kilometer in 4:45 Min./KM hatte ich mir vorgenommen. Nach den ersten Schritten beschloss ich, 34 zu laufen. Nach 8 Kilometern traf ich einen neu zugezogenen Läufer, der von mir rasender Wildsau unbedingt etwas über ansässige Lauftreffs wissen wollte. Meine Unfähigkeit, "langsam genug" zu laufen, half das nicht unbedingt ab.
Das Ende der Geschichte war, dass ich mich bis ziemlich genau Kilometer 22 trotz leicht hügeligen Profils deutlich auf bis klar unterm Zeitlimit bewegte - und dann zumindest mental gar nichts mehr ging. Erst machte ich mit mir selbst aus, langsam auf die "26" zuzulaufen, um eine Endbeschleunigung einzubauen, dann wurde es Kilometer 28, und aus einer echten Endbeschleunigung wurden der 29. und 32. Kilometer, die ich in 4:15 und 4:30 respektive lief.
Bei so viel Power bleibt natürlich zu fragen, warum dann zwischendurch nicht zumindest 5:15 drin waren. Ich weiß es nicht, wohl auch ein bisschen die Luft raus zum Saisonende. Beschlossen ist aber inzwischen - denn wonach "riecht" sonst schon ein einsamer 34er am Sonntag - dass ich in 2 Wochen am Braunschweig-Marathon teilnehmen werde. Und dann? - Schluss für jetzt!
Samstag, 19. September 2009
Auf dem steilen Pfad der Besserung
Ich bin ja so glücklich! Mein Lauf-Leben wird mich in Kürze wieder haben, hätte das eigentlich schon heute gekonnt, wenn... ihr dürft gespannt sein!
Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war eine ziemlich unruhige für mich. Ursache war der Zustand zwischen Hoffen und Bangen, der sich an den Besuch bei der Orthopädin knüpfte. Klar, ich bin jung, habe eigentlich immer Sport gemacht, schmähe das Ausgleichstraining auch nicht ganz so sehr, wie ich es hier im Blog manchmal zwischen den Zeilen zu sagen pflege... Auf der anderen Seite: Was, wenn mein Hausarzt doch recht hat mit seiner "beginnenden Arthrose", erst in den Kniegelenken und jetzt auch noch in der Hüfte? Wieviele wenig aufmunternde Stories habe ich nur von den paar Leuten gehört, mit denen sich ein entsprechendes Gespräch ob meines Anblicks - humplend - nicht vermeiden ließ, von der jüngeren Schwester mit dem zweiten neuen Hüftgelenk bis zum Haarriss/Ermüdungsbruch?
Ihr ahnt es allerdings schon an der Überschrift: So schlimm steht es um mich nicht. Ich habe eine leichte Fehlstellung des Illiosakralgelenks (also zwischen den letzten beweglichen Wirblen und dem Wurmfortsatz), der typischerweise in den Beckenkamm ausstrahlt. Vermutlich eines Folge eines kalten Lüftchens in der Nacht, da ich bei offenem Fenster und gelegentlich wohl auch unbemerkt unbedeckt schlafe. Als behandlung bekomme ich nun ein paar Stunden Krankengymnastik, auf die ich gespannt bin, weil ich hoffe, ein paar neuer Übungen zu lernen oder ein paar eingeschliffene Fehler aus meinem Kräftigungsprogramm ausgemerzt zu bekommen. Von Sportpause ist aber zumindest ärztlicherseits keine Rede mehr!
Von Laufpause aber schon, denn obwohl ich eigentlich nicht zu spontanen Investitionen im vierstelligen Bereich neige, habe ich es gestern getan: Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Cross-Sportrads der Firma Marin, in Kackbraun und weil es ein Einzelstück war immerhin noch ein Drittel günstiger, als ich vermutlich in der kommenden Saison bezahlt hätte.

Allein der Besuch bei dem betreffenden Händler gestern war eine Offenbarung. Der Ladenbesitzer, seines Zeichens Rad-Trainer, kam schnell darauf (wie mir hier im Blog auch geraten), dass ein Mountainbike o.ä. für meine Verwendung als Ergänzung zum Laufen nicht der richtige Rad-Typ wäre. Mit dieser Info (und wegen der Rahmenfarbe) wäre ich dann eigentlich zum weiteren Nachdenken wieder gegangen. Dann ließ ich mich zu einer Probefahrt hinreißen, und war nach einem Kassensturz nicht mehr davon abzubringen, dieses Teil haben zu wollen.
Gelernt habe ich dann, dass die Götter beim Fahrradkauf nach den Entschluss den Schweiß gesetzt haben. Von der Länge des Vorbaus (der für mich leicht, aber nicht zu sehr gekürzt werden sollte) über die Reifen (das Rad wurde mit Winter-Cross-Reifen ausgeliefert, die natürlich für's Straßefahren nur bedingt Spaß bringen) und die Sattelbreite (mit Probesitzen auf einem Povermessungs-Kissen) bis hin zu Klickpedalen und passenden Schuhen (mehr alltagstauglich oder doch rein auf's sportliche Training zugeschnitten) verbrachte ich also nochmal geschlagene 2 Stunden im Laden. Und gönnte mir, weil's eh schon egal war und ich mir weder einen wunden Hintern noch Frostbeulen an den Gliedmaßen holen wollte, auch noch ein Set "übergangswarme" Radbekleidung dazu.
Und jetzt? Steht das Rad natürlich nicht rum und versauert. Nach kleineren Touren zu Mutter und Oma gestern (neue Errungenschaft vorführen plus Ausklick-Reflex üben) habe ich heute Morgen mein erstes richtiges Radtraining absolviert. Eigentlich sollten es maximal 40 Kilometer und die auch nur im GA1-Bereich werden. Doch natürlich kam es, wie es bei mir immer kommen musste. Nach einem traumhaft schönen Beginn-Schlenker nördlich meiner Wohnung auf ruhiger Landstraße, wo ich ostwärts durch den leichten Neben die Sonne aufgehen sehen sah, orientierte ich mich weiter nach Osten. Durch die Stadt, längs ein paar mir bekannter Dörfer und über Hügel, die ich bisher immer für "klein" gehalten habe. Doch obwohl ich dachte, ich sei noch gar nicht kaputt udn Garmin läppische 18 Kilometer anzeigte: ich stand praktisch mit dem Rad an der Steigung, mit harten, wenn auch nicht brennenden Oberschenkeln. Doch als erste radbezogene Erkenntnis stellte sich heraus: man kann sehr schnell wieder, zumal wenn man noch einen Gang runterschaltet und es leicht bergab geht. Und da ich die nächsten Hügel etwas konservativer (niedrigerer Gang) anging, kam ich relativ frisch nach "nur" 24 Kilometern wieder am Ortsschild von Braunschweig an.
Zu meiner Oma (bei der das gute Stück bis auf weiteres im Keller steht) würden es kaum mehr 6 Kilometer sein. Zu wenig für mein 40er-Ziel (berechnet nach der Fausregel Laufstrecke x3), also musste ich wohl (und nicht übel) einen weiteren "Schlenker" Richtung Süden in die Gegend meines Lieblings-Laufsees und meiner 30er-Laufstrecke einbauen. Ein paar mal verfahren (da ich natürlich nicht die geschotterte Laufstrecke nehmen wollte), doch bald bin ich im gewünschten, mir bekannten Ort, einmal abbiegen westwärts in das Revier meiner Kindheit, eine lange Landstraße mit kaum merklicher Steigung, und doch merke ich, dass meine Beinkraft fürs Radfahren nicht optimal trainiert ist.
Hatte ich mir eigentlich klar gemacht, dass dieses Dorf auf Braunschweig's höchster Erhebung (122m üNN) liegt? Ist mir bewusst, dass ich dieses Training nüchtern absolviere? Wohl nicht, das Dorf umfängt mich, ich fahre gemütlich die Hauptsraße entlang, es geht bergauf, ich folge einer abknickenden Vorfahrt, stehe wieder fast. Garmin piept: 3:25 Min. - fast eine Lauf-Geschwindigkeit.
Aber was soll's das hier ist ein erster Versuch, irgendwann bin ich auf der Kuppe, verlasse den Ort und gleite über die fast leere Landstraße mit Blick auf Windräder und den notorischen Fernsehturm die Landstraße entlang. Das nächste Dorf, die nächste Landstraße mit leichtem Anstieg und ein paar netten Kurven. Ich trete nochmal richtig in die Pedale und komme zu radbezogener Erkenntnis Nr. 2: Es ist eine andere Art der Entkopplung von Bei-sich-sein und Schmerz, die ich hier gerade erlebe. Dann bin ich im nächsten Ort, es geht praktisch nur noch bergab, dafür nimmt die Zahl der Autos stetig zu.
Ich lasse ein wenig rollen, bin dann endlich an der Ampel. Jetzt noch ein knackiger Anstieg (Bahndamm), und ich bin jenseits 40 gefahrener Kilometer auf der Zielgeraden, relativ entkräftet und mich freuend auf die Brötchen, die ich auf dem kurzen gelaufenen Rückweg (Schuhe habe ich im Trinkruckdack dabei) von meiner Oma zu mir beim Lieblingsbäcker mitnehme. Damit kann ich nun auch ermessen, warum Triathleten immer so eiern, wenn sie vom Rad zum Laufen übergehen, ich tu's nämlich vermutlich auch. Nicht völlig schmerzfrei, aber gar nicht mal so langam (5:32, 5:13) nach der Rad-Strapaze jogge ich nach Hause. Nur das Interval-Training muss wohl vertagt werden. Auf morgen in Griechenland ;-)
Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war eine ziemlich unruhige für mich. Ursache war der Zustand zwischen Hoffen und Bangen, der sich an den Besuch bei der Orthopädin knüpfte. Klar, ich bin jung, habe eigentlich immer Sport gemacht, schmähe das Ausgleichstraining auch nicht ganz so sehr, wie ich es hier im Blog manchmal zwischen den Zeilen zu sagen pflege... Auf der anderen Seite: Was, wenn mein Hausarzt doch recht hat mit seiner "beginnenden Arthrose", erst in den Kniegelenken und jetzt auch noch in der Hüfte? Wieviele wenig aufmunternde Stories habe ich nur von den paar Leuten gehört, mit denen sich ein entsprechendes Gespräch ob meines Anblicks - humplend - nicht vermeiden ließ, von der jüngeren Schwester mit dem zweiten neuen Hüftgelenk bis zum Haarriss/Ermüdungsbruch?
Ihr ahnt es allerdings schon an der Überschrift: So schlimm steht es um mich nicht. Ich habe eine leichte Fehlstellung des Illiosakralgelenks (also zwischen den letzten beweglichen Wirblen und dem Wurmfortsatz), der typischerweise in den Beckenkamm ausstrahlt. Vermutlich eines Folge eines kalten Lüftchens in der Nacht, da ich bei offenem Fenster und gelegentlich wohl auch unbemerkt unbedeckt schlafe. Als behandlung bekomme ich nun ein paar Stunden Krankengymnastik, auf die ich gespannt bin, weil ich hoffe, ein paar neuer Übungen zu lernen oder ein paar eingeschliffene Fehler aus meinem Kräftigungsprogramm ausgemerzt zu bekommen. Von Sportpause ist aber zumindest ärztlicherseits keine Rede mehr!
Von Laufpause aber schon, denn obwohl ich eigentlich nicht zu spontanen Investitionen im vierstelligen Bereich neige, habe ich es gestern getan: Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Cross-Sportrads der Firma Marin, in Kackbraun und weil es ein Einzelstück war immerhin noch ein Drittel günstiger, als ich vermutlich in der kommenden Saison bezahlt hätte.

Allein der Besuch bei dem betreffenden Händler gestern war eine Offenbarung. Der Ladenbesitzer, seines Zeichens Rad-Trainer, kam schnell darauf (wie mir hier im Blog auch geraten), dass ein Mountainbike o.ä. für meine Verwendung als Ergänzung zum Laufen nicht der richtige Rad-Typ wäre. Mit dieser Info (und wegen der Rahmenfarbe) wäre ich dann eigentlich zum weiteren Nachdenken wieder gegangen. Dann ließ ich mich zu einer Probefahrt hinreißen, und war nach einem Kassensturz nicht mehr davon abzubringen, dieses Teil haben zu wollen.
Gelernt habe ich dann, dass die Götter beim Fahrradkauf nach den Entschluss den Schweiß gesetzt haben. Von der Länge des Vorbaus (der für mich leicht, aber nicht zu sehr gekürzt werden sollte) über die Reifen (das Rad wurde mit Winter-Cross-Reifen ausgeliefert, die natürlich für's Straßefahren nur bedingt Spaß bringen) und die Sattelbreite (mit Probesitzen auf einem Povermessungs-Kissen) bis hin zu Klickpedalen und passenden Schuhen (mehr alltagstauglich oder doch rein auf's sportliche Training zugeschnitten) verbrachte ich also nochmal geschlagene 2 Stunden im Laden. Und gönnte mir, weil's eh schon egal war und ich mir weder einen wunden Hintern noch Frostbeulen an den Gliedmaßen holen wollte, auch noch ein Set "übergangswarme" Radbekleidung dazu.
Und jetzt? Steht das Rad natürlich nicht rum und versauert. Nach kleineren Touren zu Mutter und Oma gestern (neue Errungenschaft vorführen plus Ausklick-Reflex üben) habe ich heute Morgen mein erstes richtiges Radtraining absolviert. Eigentlich sollten es maximal 40 Kilometer und die auch nur im GA1-Bereich werden. Doch natürlich kam es, wie es bei mir immer kommen musste. Nach einem traumhaft schönen Beginn-Schlenker nördlich meiner Wohnung auf ruhiger Landstraße, wo ich ostwärts durch den leichten Neben die Sonne aufgehen sehen sah, orientierte ich mich weiter nach Osten. Durch die Stadt, längs ein paar mir bekannter Dörfer und über Hügel, die ich bisher immer für "klein" gehalten habe. Doch obwohl ich dachte, ich sei noch gar nicht kaputt udn Garmin läppische 18 Kilometer anzeigte: ich stand praktisch mit dem Rad an der Steigung, mit harten, wenn auch nicht brennenden Oberschenkeln. Doch als erste radbezogene Erkenntnis stellte sich heraus: man kann sehr schnell wieder, zumal wenn man noch einen Gang runterschaltet und es leicht bergab geht. Und da ich die nächsten Hügel etwas konservativer (niedrigerer Gang) anging, kam ich relativ frisch nach "nur" 24 Kilometern wieder am Ortsschild von Braunschweig an.
Zu meiner Oma (bei der das gute Stück bis auf weiteres im Keller steht) würden es kaum mehr 6 Kilometer sein. Zu wenig für mein 40er-Ziel (berechnet nach der Fausregel Laufstrecke x3), also musste ich wohl (und nicht übel) einen weiteren "Schlenker" Richtung Süden in die Gegend meines Lieblings-Laufsees und meiner 30er-Laufstrecke einbauen. Ein paar mal verfahren (da ich natürlich nicht die geschotterte Laufstrecke nehmen wollte), doch bald bin ich im gewünschten, mir bekannten Ort, einmal abbiegen westwärts in das Revier meiner Kindheit, eine lange Landstraße mit kaum merklicher Steigung, und doch merke ich, dass meine Beinkraft fürs Radfahren nicht optimal trainiert ist.
Hatte ich mir eigentlich klar gemacht, dass dieses Dorf auf Braunschweig's höchster Erhebung (122m üNN) liegt? Ist mir bewusst, dass ich dieses Training nüchtern absolviere? Wohl nicht, das Dorf umfängt mich, ich fahre gemütlich die Hauptsraße entlang, es geht bergauf, ich folge einer abknickenden Vorfahrt, stehe wieder fast. Garmin piept: 3:25 Min. - fast eine Lauf-Geschwindigkeit.
Aber was soll's das hier ist ein erster Versuch, irgendwann bin ich auf der Kuppe, verlasse den Ort und gleite über die fast leere Landstraße mit Blick auf Windräder und den notorischen Fernsehturm die Landstraße entlang. Das nächste Dorf, die nächste Landstraße mit leichtem Anstieg und ein paar netten Kurven. Ich trete nochmal richtig in die Pedale und komme zu radbezogener Erkenntnis Nr. 2: Es ist eine andere Art der Entkopplung von Bei-sich-sein und Schmerz, die ich hier gerade erlebe. Dann bin ich im nächsten Ort, es geht praktisch nur noch bergab, dafür nimmt die Zahl der Autos stetig zu.
Ich lasse ein wenig rollen, bin dann endlich an der Ampel. Jetzt noch ein knackiger Anstieg (Bahndamm), und ich bin jenseits 40 gefahrener Kilometer auf der Zielgeraden, relativ entkräftet und mich freuend auf die Brötchen, die ich auf dem kurzen gelaufenen Rückweg (Schuhe habe ich im Trinkruckdack dabei) von meiner Oma zu mir beim Lieblingsbäcker mitnehme. Damit kann ich nun auch ermessen, warum Triathleten immer so eiern, wenn sie vom Rad zum Laufen übergehen, ich tu's nämlich vermutlich auch. Nicht völlig schmerzfrei, aber gar nicht mal so langam (5:32, 5:13) nach der Rad-Strapaze jogge ich nach Hause. Nur das Interval-Training muss wohl vertagt werden. Auf morgen in Griechenland ;-)
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Donnerstag, 17. September 2009
Made my day...
Mein Laufpartner Andreas, der im Moment wegen einer Erkrankung auch nicht trainieren kann, hat mir heute einen Super-Start in den Tag bereitet. Wir waren nämlich gestern zusammen im Kino ("Wickie und die starken Männer" - lohnt sich nicht), und wie wir so ins Reden kamen, bot er mir nochmal mit Nachdruck sein neu-(gebraucht-)gekauftes Bulls-Mountainbike an.
Da mir ja vorgestern mein Arzt gesagt hatte, laufen nicht, aber vielleicht radfahren, habe ich diese Gelegenheit natürlich beim Schopf gepackt. Regelmäßige Leser dieses Blogs können auch bestätigen, dass ich bereits mit dem Gedanken gespielt habe, mir selsbt ein Sportrad zuzulegen. Lange Rede, kurzer Sinn: um 6 Uhr war ich auf den Beinen und um ca. 6:15Uhr im Sattel. Vorsichtshalber hatte ich ein langärmliges Laufshirt angezogen. Es begann gerade hell zu werden, aber da die Strecke viele Anteile meiner gewohnten Laufrunden enthielt, spielten die Sichtverhältnisse eine untergeordnete Rolle. Garmin war auch am Handgelenk mit dabei, wollte ich doch unbedingt 30 Kilometer voll machen (nach der Faustregel Radkilometer = Laufkilometer x 3). Außerdem hatte mein Hausarzt ja verlauten lassen, wenn man nur richtig Gas gebe, hätte Radfahren den gleichen Trainingseffekt wie laufen.
Natürlich machte mir das Biken Spaß. ich fror nicht unendlich, und wenn es mein Bike gewesen wäre, hätte ich den Lenker so gedreht, dass ich auch die "Hörnchen" als echte Entlastungsposition für die Handgelenke hätte verwenden können. Zwischendurch ein paar Schrecksekunden und sicherlich zu oft gebremst, aber ein Tag mit dem falschen Sport ist immer noch besser als ein Tag ohne Sport. Als ich nach einigen "Kringeln" wieder am See war, gingen mir auf den Geraden zum richtigen Powern doch leicht die Kräfte aus (liegt wahrscheinlich mit an der Sitzposition und der verhältnismäßig langen Tretkurbel). Trotzdem versuchte ich zu geben, was zu geben war, hatte dann nach 2 1/2 Zusatzrunden auch gute 28 Kilometer auf der Garmin und nach Hause hin so locker ausrollen, wie es eine Sportlerin nach 2 Tagen Pause eben kann. Ergebnis: Durchschnittspuls von 152 (und das inklusive Schrecksekunden, so viel zur Trainingsintensität). Zur Abwechslung tut mir jetzt auch nicht die rechte Hüfte, sondern der Lendenwirbelbereich links weh.
Gelernt habe ich jedenfalls, dass ich kein MTB will, sondern eins mit dünneren Rädern; dass ich Scheibenbremsen vorn UND hinten nehmen werde, eine Sattelstütze und einen etwas breiteren Sattel für mein Damen-Hinterteil ;-) Für heute war es aber viiiiel besser, als noch einen Tag Sportpause zu machen. Und morgen geh' ich zum Orthopäden und klage dem mal mein ganzes Leid (inkl. Knien) und sehe zu, dass meine Beschwerden endlich mal ursächlich (Einlagen, Krankengymnastik...) behandelt werden.
Bis auf Weiteres!
Da mir ja vorgestern mein Arzt gesagt hatte, laufen nicht, aber vielleicht radfahren, habe ich diese Gelegenheit natürlich beim Schopf gepackt. Regelmäßige Leser dieses Blogs können auch bestätigen, dass ich bereits mit dem Gedanken gespielt habe, mir selsbt ein Sportrad zuzulegen. Lange Rede, kurzer Sinn: um 6 Uhr war ich auf den Beinen und um ca. 6:15Uhr im Sattel. Vorsichtshalber hatte ich ein langärmliges Laufshirt angezogen. Es begann gerade hell zu werden, aber da die Strecke viele Anteile meiner gewohnten Laufrunden enthielt, spielten die Sichtverhältnisse eine untergeordnete Rolle. Garmin war auch am Handgelenk mit dabei, wollte ich doch unbedingt 30 Kilometer voll machen (nach der Faustregel Radkilometer = Laufkilometer x 3). Außerdem hatte mein Hausarzt ja verlauten lassen, wenn man nur richtig Gas gebe, hätte Radfahren den gleichen Trainingseffekt wie laufen.
Natürlich machte mir das Biken Spaß. ich fror nicht unendlich, und wenn es mein Bike gewesen wäre, hätte ich den Lenker so gedreht, dass ich auch die "Hörnchen" als echte Entlastungsposition für die Handgelenke hätte verwenden können. Zwischendurch ein paar Schrecksekunden und sicherlich zu oft gebremst, aber ein Tag mit dem falschen Sport ist immer noch besser als ein Tag ohne Sport. Als ich nach einigen "Kringeln" wieder am See war, gingen mir auf den Geraden zum richtigen Powern doch leicht die Kräfte aus (liegt wahrscheinlich mit an der Sitzposition und der verhältnismäßig langen Tretkurbel). Trotzdem versuchte ich zu geben, was zu geben war, hatte dann nach 2 1/2 Zusatzrunden auch gute 28 Kilometer auf der Garmin und nach Hause hin so locker ausrollen, wie es eine Sportlerin nach 2 Tagen Pause eben kann. Ergebnis: Durchschnittspuls von 152 (und das inklusive Schrecksekunden, so viel zur Trainingsintensität). Zur Abwechslung tut mir jetzt auch nicht die rechte Hüfte, sondern der Lendenwirbelbereich links weh.
Gelernt habe ich jedenfalls, dass ich kein MTB will, sondern eins mit dünneren Rädern; dass ich Scheibenbremsen vorn UND hinten nehmen werde, eine Sattelstütze und einen etwas breiteren Sattel für mein Damen-Hinterteil ;-) Für heute war es aber viiiiel besser, als noch einen Tag Sportpause zu machen. Und morgen geh' ich zum Orthopäden und klage dem mal mein ganzes Leid (inkl. Knien) und sehe zu, dass meine Beschwerden endlich mal ursächlich (Einlagen, Krankengymnastik...) behandelt werden.
Bis auf Weiteres!
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