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Sonntag, 25. Oktober 2009

Neue Bestzeit, Laufpause und Blog-Umzug

Liebe Laufbloggerinnen und Laufblogger,

in letzter Zeit habe ich sehr wenig gebloggt. Der Grund war, dass ich mich sehr intensiv dem Laufen gewidmet habe, allerdings alles in allem so unspektakulär, dass mehr als eine reine Mitteilung der gelaufenen Zeit und des Tempos kaum dabei herausgesprungen wäre.

Aber: es hat sich gelohnt. Heute bin ich in meiner Heimatstadt Braunschweig (und unter entsprechendem Jubel von Freunden und Bekannten) mit 3:20:04 Std. eine neue persönliche Bestzeit im Marathon gelaufen. Einen ausführlichen Bericht könnt ihr wahrscheinlich schon morgen bei distqueror lesen.



Und weil nach so etwas erst einmal eine Pause fällig ist, werde ich mir diese jetzt nehmen und ausnahmsweise mal leben "wie ein nornaler Mensch" - ohne frühes Aufstehen, ohne zwanghaftes Unterbrechen anderer Tätigkeiten für ein Läufchen und vielleicht auch mal ohne ohne (also mit) einem Gläschen Alkohol.

Unterdessen plane ich auch einen neuen Blog zu eröffnen. Er wird weiterhin viel mit Sport zu tun haben, aber der Tatsache Rechnung tragen, dass ich auch manchmal andere Dinge tue - und das sehr gern. Die Adresse teile ich euch dann mit - ihr dürft gespannt sein. Und natürlich lese ich auch weiterhin, was ihr so macht in der großen weiten (und doch irgendwie heimeligen) Welt in und außerhalb der Laufblogs!

Bis demnächst!

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Erfolgreiche erste Tagesetappe

Da ich vom Büro aus blogge, halte ich's kurz und vermelde nur die erfolgreiche Hinfahrt mit meinem Crossrad-Schmuckstück nach Hildesheim. Sitze jetzt frisch geducht, entspannt und - leider - auch ein bisschen fröstelnd und müde am Schreibtisch. Auf die zweiten 48!

Dienstag, 8. September 2009

Erfolgreiche Prüfung und Erstes Training mit Vicsystem


Für meine Verhältnisse (und einen Tag ohne morgendlichen Lauf) musste ich heute schon früh aus den Federn. Grund war, dass ich endlich mal wieder eine Prüfung in meinem Masterstudiengang an der Fernuni ablegen musste. Mit rund 250 Kilometern Anfahrtsweg und dem nötigen Puffer ist man da schnell bei "vor 8 im Auto sitzen", was ich schließlich auch schaffte.

Nach einem superleckeren Kasselerbrötchen aus der Mensa und obwohl die Lernerei parallel zum Marathontraining (und zum Job und zur Promotion) zuletzt ein wenig zu kurz kam, blieb ich im Ergebnis deutlich über dem Soll und konnte zufrieden nach Hause fahren.

Nach einem Schläfchen dann abends das erste Lauftraining nach dem Marathon. Wie bereits angekündigt, möchte ich ja zunächst am 26.9. 5 Kilometer und dann am 3.10. einen Halbmarathon laufen. Zu meinem Glück gab es zur Anmeldung beim Nürnberger Stadtlauf zwei Schnupperwochen bei Vicsystem geschenkt. Gemäß meinen Eingaben (letzte Wettkampfergebnisse, Pulswerte, Ziele - darunter 5K@20Min) spuckte der schlaue Computer heute einen TDL (Einlaufen, 4000 @6:39 und 3600 @4:38) aus.

Von dem Gedanken beseelt, endlich mal alles richtig zu machen beim Training, kramte ich sogar meine "elektronische Brustfessel" raus, programmierte die Garmin-Anzeigen so um, dass ich abwechselnd Puls, Pace und Distanz angezeigt bekam und legte los.

Zunächst war ich skeptisch, ob die angezeigte Trainingseinheit nicht den Marathon vom vergangenen Sonntag zu wenig ins Kalül zog, dann wiederum zweifelte ich beim langsamen Schleichen um den See am Sinn eines Trainings @6:39. Andererseits: man hat ja nichts zu verlieren, und wenn ich nun tatsächlich mal 2 Wochen falsch trainieren sollte, wird das Ganze eben unter "Erfahrungen" abgehakt. Zwischenzeitlich immer wieder die ironische Frage an mich selbst: krieg ich eigentlich einen Pulswert-Aufschlag für Schamesmomente?

Dann aber waren die langsamen 4 Kilometer absolviert, und es sollte @4:39 richtig zur Sache gehen. Sollte? Naja, sowohl bei der langsamen als auch der schnellen Etappe wurde mir offenbar die Ungenauigkeit der Garmin-Anzeige für die aktuelle Pace zum VErhängnis. Diese lag immer um mindestens 25 Sekunden/Kilometer zu hoch (d.h. höher als der Wert, den Garmin mir später für den absolvierten Kilometer auswarf), wobei die Differenz mit sinkender Laufgeschwindigkeit zu steigen schien.

So kam es, wie es kommen musste: 4 Kilometer @6:22 mit Schwankungen zwischen 6:54 und 6:06 sowie 3,6 @4:22. Und zu meiner großen Überraschung lag sogar mein Durchschnittspuls für die gesamte Einheit mit 158 deutlich unter dem vorgegebenen Wert.

Habe mein Training jetzt gleich an "Vic" zurückgefüttert und bekomme dafür morgen bequeme 14 @ 5:29. Ich glaube, ich bin auf den Geschmack gekommen...

Dienstag, 18. August 2009

Kleine Abendrunde und verschlafen

Nach dem 30er am Sonntag wollte ich es am Montag ganz besonders ruhig angehen lassen. Da auf's Laufen am Sonntag ohnehin genug Regenerationsbewegung ind Form von Radfahren folgte, machte es mir auch weder mental noch körperlich Schwierigkeiten, mich mit dem Laufen bis abends zurückzuhalten (dafür sehr früh im Büro gewesen).
Aber dann: langsam (5:36 pro KM) angetrabt, fand ich auf einmal Geschmack am Tempo und lief die mittleren 3 von 6 Kilometern in der kühlen Abendluft locker unter 5 Minuten. Da weiß man wieder, was laufen mit fliegen gemeinsam hat.
Vorher hatte ich mir aber noch einen neuen mp3-Player gegönnt, kein teures Modell, sondern eins, bei dem man sich keine Sorgen macht, wenn mal ein paar Schweißtröpfchen draufkommen oder er ein Unwetter überstehen muss. Nach einer Nacht an der USB-Buchse meines Laptops sollte es mit ihm heute Morgen auf einen 15er-Relax-Trip durchs Landschaftsschutzgebiet gehen.
Leider hat mir aber wohl der verlängerte Spontanbesuch (ich musste vor der Rückfahrt einen Regenschauer "abwettern") bei meiner Mutter nicht gut getan. Statt um halb 6 kam ich erst um 7 aus den Federn - um zu merken, dass meine neue Errungenschaft nicht einmal mehr "Piep" sagte (auf dem Fahrrad am Abend war's noch gegangen).
Nach dem Beschluss, das Teil heute schleunigst bei Saturn umzutauschen, folgte ein schnelles Frühstück und die Idee, noch einmal in dieser Woche sehr zeitig im Büro zu sein. Kann ja heute Abend laufen ;-)

Samstag, 8. August 2009

"Der beste Milchreis der Welt"

Nach einer recht anstrengenden Woche, in der ich die bisher 60 Trainingskilometer bei nicht zu unterschätzender Hitze meinem beruflichen und "Socializing"-Programm abtrotzen musste, war heute trainingsfrei. Da ich zudem auch schon um 7 Uhr aufwachte, bot sich die einmalige Gelegenheit, Liegengebliebenes im Haushalt zu erledigen und die wichtigsten Bereiche der Wohnung mal wieder in einen Zustand zu versetzen, den auch andere als einladend empfinden würde (ich bekomme ja eigentlich gern Besuch, aber bei dem Chaos...)

Gesagt, getan gönnte ich mir allerdings erst noch einen Spaziergang zum Bäcker und das Anlesen der FAZ. Dann allerdings machte ich mich mit lang nicht gekannter Disziplin an meinem Sauberkeitsproblem zu schaffen. Die allwochendliche Bad-Routine war bald abgespult, Gelegenheit genug, auch noch die Fliesen samt Fugen endlich mal wieder gründlich abzuwaschen.

Dann die Küche. Weil man ja immer mit dem Schlimmsten anfangen soll, nahm ich mir zunächst den Mülleiner zur Brust: mit Zeitungspapier das Gröbste abreiben und dann ab in die Dusche, wo Innen- und Außeneimer je eine gründliche Wäsche zuteil wurde. Dann den Kram unter der Spüle (mein Mülltrennungs-Vorsammel-Reservoir) geordnet und zum Container gebracht. Schließlich kam ich dann zum angenehmeren Teil des Morgens (es gibt beim Putzen/Aufräumen sowas): alles vom und aus dem Küchenschrank geräumt, durchsortiert und Sachen, die ich eh nicht mag und somit auch in den kommenden 20 Jahren nicht verzehren würde, wenn ich sie denn behielte, weggeschmissen. Desgleichen ein Sammelsurium billiger Platsiktüten aus der Supermarkt-Obstabteilung. Nach dem Einräumen und wegbringen zweier kleinerer Mülltüten dann also auch hier: beruhigendes Gefühl des Ordnung-geschafft-Habens.

Was, erst Viertel nach neun? Musste nicht auch...? - Genau, den Kühlschrank habe ich dann auch gleich noch abgestellt, Glasplatte raus, altes Handtuch unten rein. Nur wohin mit der Milch, die ja selbst in der H-Version bei dieser Schwüle vermutlich keine paar Stunden ohne Kühlung gut bleiben würde? Da ich aber gerade beim Aufräumen ein dreiviertel Kilo Milchreis gefunden hatte, lag schließlich auch die Lösung dieses Problems auf der Hand. Also brachte ich die Milch zum Kochen, rührte den Reis ein und hatte dann (mit einigen Unterbrechungen zum Nachgießen von Flüssigkeit) eine Dreiviertelstunde Muße, um meine Zeitung auszulesen und sonstwie anders in den Tag hinein zu träumen.

Blieb nur noch der oblogatorische Besuch beim Discounter, denn so, wie ich meinen Milchreis mache, gehört dazu obligatorisch das vollpürierte Apfelmus, das es nur in diesen Stätten kulinarischer Unkultur so zu kaufen gibt. Also: Rucksack auf, in Aldi rein, Rucksack voll, Rückweg fertig.

Derweil hatte der Milchreis auf der nicht heißen Herdplatte auf mich gewartet, war aber noch gut warm und mit einer Riesenschicht besagten Apfelmuses (dafür zuckere ich die milch-Reis-Masse überhaupt nicht) extrem lecker. Oder lag das vielleicht nur daran, dass ich mich schon so lange auf Milchreis gefreut hatte, selbst kochen sowieso immer die Vorfreude erhöht und eine Läuferin im Training eh alles isst, Hauptsache, es macht satt???

Mittwoch, 3. Juni 2009

In der Stadt

Gestern war ich bereits sehr früh auf der Arbeit. Entsprechend früh konnte ich bei dem schönen (und fast schon zu heißen) Wetter gehen, um etwas zu tun, dass mir ... leider weniger beliebt. In weniger als 2 Wochen fahre ich ja schon in den Urlaub (Kurztrip nach Kroatien), und zu diesem Zweck brauchte ich noch: eine Sonnenbrille, einen neuen Trolley, eine kurze Hose.

Ein Wunder, dass ich mich nach einem Zwischenstopp zu Hause tatsächlich zum Gang "Downtown" aufgerafft habe. Sehr luftig angezogen spielte im Hinterkopf währenddessen "Summer in the City" von Bruce Springsteen. Dabei hat Braunschweig reichlich Grün, und der Park, durch den mein Weg zur Stadt führt, lud eigentlich eher zum Verweilen ein, als dass er wie überhitzter Beton lebensfeindlich wirkte. Die Geschäfte sind ja heutzutage ohnhehin größtenteils klimatisiert.

Fangen wir mit dem Schwierigsten an. Ich finde ja, dass ich mit neuen Brillen immer schrecklich aussehe - und mit Sonnenbrillen im Allgemeinen sowieso. Also rein in den ersten Optikerladen (eine Fielmann-Filiale), nix gefunden, wieder raus. Nächstes Geschäft, ein inhabergeführtes, nette Bedienung, nicht zu hoher Preis (eine Brille mit den eigenen Glasstärken kommt ja immer teurer als eine von der Stange) aber irgendwie alles nicht mein Stil. Bei Apollo (von wo ich meine Alltagsbrille habe) viel Gerummel, Bedienung hat keine Zeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht. Dann noch Window-Shopping bei einer etwas höherklassigen norddeutschen Kette; schließlich in die zweite Fielmann-Filiale. Und was soll ich sagen: die Brillen gefallen mir auf einmal nicht nur in großer Zahl, sie sitzen auch ganz gut (will sie ja auch mal beim Joggen am Strand tragen können).

Schließlich habe ich 5 Modelle zur Auswahl. Da hilft jetzt nichts, außer sich an eine der frei herumlaufenden Optikerinnen heranzuschmeißen. "Beratung" ist angesagt. Schließlich bleibt von 2 Brillen, die mir gefielen und auch gut saßen, diejenige mit den etwas größeren Gläsern über (erwähnte ich, dass ich mit großen Brillen auch blöd auszusehen meine). Und wo wir uns schon ein vernünftiges Gestell "gegönnt" haben, gleich auch noch anständig entspiegelte Gläser. Am Ende kostet mich der ganze Spaß ca. 100 Euro, und ich kann ihn in einer Woche abholen. Eine weitere unangenehme Einkaufsaufgabe ist bewältigt.

Zur Belohnung gehe ich noch zum Buchladen. Dort wird mal wieder "varramscht", was zumindest teilweise diesen Schandnamen nicht verdient. So bin ich jetzt stolte Besitzerin von "Berlin - Moskau. Eine Reise zu Fuß", von "Aus heiterem Himmel" von Abtprimus Notker Wolf und von "Statusangst". Letzteres ist von Alain de Botton, von dessen literarisch-sozialphilosophischem Talent ich mir schon immer ein Bild machen wollte. Nun wisst ihr auch, wohinein ich neben dem Laufen den Rest meines Geldes und vor allem meiner Zeit investiere - Lesen, Reisen und Bücher darüber.

Froh, an einem kühlen Tag in einem kühlen Büro zu sein!

Sonntag, 8. Februar 2009

Unangenehme Sache

Heute morgen bin ich meine übliche lange Runde (lt. GPS 28,5 Kilometer, aber Garmin hatte seine Satelliten erst, als ich schon halb durchs Wohnviertel da war) gelaufen. Um 7 klingelte der Wecker, um kurz vor halb 8 war ich auf der Piste.

Das Laufen allein war allerdings nicht die unangenehme Sache, sondern, dass mir gestern der Brief eines Inkasso-Büros ins Haus flatterte. Ich hatte ja mal hier davon erzählt, dass ich die Bestellung meiner Schlafcouch wenige Tage nach Vergabe des Auftrags durch mich storniert habe. Dass ich dafür, dass das Unternehmen (Möbelhändler) wahrscheinlich noch keinen Handschlag getan hatte, nun 25% Schadensersatz wegen Nichterfüllung des Vertrages schuldig sein sollte, sah ich nicht so recht ein (bzw. tu's bis heute nicht) und stornierte vorsichtshalber nun meine Einzugsermächtigung.

Das dicke Ende: Die Inkasso-Firma schickt sich nicht nur an, den Gesamtbetratg der Einzugsermächigung (mehr als die 25% lt. AGB fällige Summe) "einzutreiben", sondern knöpft mir auch noch 20 Euro für einen Blick ins Telefonbuch (sprich schlampige und falsche Ermittlung meiner Adresse alias Telefonbuch-Adresse meiner Mutter) ab. Rein theoretisch-rechtlich nun ist all dies kein Problem. Ich schulde eigentlich niemandem mehr als (womöglich) die 25% + die 5 Euro angegebenen eigentlichen "Mahngebühren". Bloß: Wie dieses Recht bekommen? Die Differenz zwischen de eigentlich geschuldeten Betrag und dem geforderten ist nicht so groß, als dass ihre Einspraung ein Anwaltshonorar auf jeden Fall wettmachen würde. Und durch die ganze (womöglich auch nicht ganz rechtmäßige) Abtretung der Forderung an die Inkasso-Betrüger habe ich es außerdem mit 2 Gegnern zu tun, gegen die man im Fall des Falles womöglich auch noch einzeln vorgehen müsste.

Nun gut, ich ziehe dreierlei Konsequenzen:
1) Keine Käufe mehr bei der Möbelfirma
2) Bei jedem Kauf nachfragen, ob der Händler mit dem Anbieter elektronischer Zahlungsmittel (und von Inkasso) nzusammen arbeitet - und im Ernstfall sagen, dass ich Geschäftspartner mit derartigen Machenschaften nicht schätze und daher vom Kauf absehe.
3) Eine Rechtschutz-Versicherung abschließen, um bei derartigen Machenschaften künftig nicht mehr klein beigeben zu müssen.

Ach ja, und: Hoch lebe der Internet-Handel und hoch lebe IKEA, wo man Möbel sogar nach Benutzung noch problemlos zurückgeben kann.

Nun zahle ich Lehrgeld, mache meinen Frieden mit diese "Affäre" und werde demnächst noch mehr auf der Hut sein in dieser, unserer Bananenrepublik!

Sonntag, 11. Januar 2009

Free!

Dieser Titel bezieht sich auf zwei Aspekte. Erstens darauf, dass ich heute lauffrei habe - und es sehr genieße, die schöne Schneelandschaft mal nur durch's Fenster zu sehen, anstatt mich mehr oder weniger schnell dort hindurch zu bewegen. Allerdings habe ich ja auch ganz gute Alternativen: Heute Morgen (naja, so gegen 9) habe ich mich bereits vor meine Fernstudien-Unterlagen gesetzt. Und siehe da: springt mir doch prompt ein Thema für eine noch zu absolvierende Hausarbeit entgegen...

Zweitens geht es um meine neuen Treter: Nike women's free 5.0. Nachdem ich meine Brooks-Treter zurückgebracht habe, bin ich ja nun ständig auf der Suche nach neuen Laufschuhen, die im Moment des Gnadenbrots für die alten deren Platz einnehmen. Bei Karstadt Sport wurde ich gestern mit einem Paar heruntergesetzten adistarCushion 6w prompt fündig. Und weil ich grad' so schön dabei war - und die "Free" auf 50 Euro herunter gesetzt - dachte ich, die probierst du auch. Passen wie angegossen und werden sicherlich im Alltag und bei Regenerationsläufen zum Einsatz kommen. Und vielleicht lösen sie ja einen Teil des Problems mit meinen Blasen unter den Ballen, von wegen Training der Fußmuskulatur. Hier sind sie übrigens...




Werde weiter berichten!

Mittwoch, 7. Januar 2009

Weihnachten ist vorbei

Die Weihnachtszeit ist zu Ende. Seit gestern ist sie es laut der Tradition, die mit dem Dreikönigstag diesen besonderen Zyklus im Kirchenjahr abschließt, und für mich wird sie es mit dem heutigen Tag sein, denn ab morgen muss ich wieder arbeiten. Zeit, ein wenig Bilanz zu ziehen im Rückblick auf diese (so viel sei schon verraten) herrlichen Tage.

Feierlichkeiten:

  • Harmonische Stunden mit meinen engsten Angehörigen verbracht

  • Gut gegessen aber nicht "zu" gut. Sprich: keine Magenverstimmungen, Hose geht noch zu.

  • Den meisten Freunden und Bekannten Grüße zukommen lassen, allerdings deutlich weniger Postkarten als sonst, sondern mehr E-Mail und sms. (kleines Bedauern)


Freizeit

  • 2 Bücher fertig gelesen, eins begonnen, in einem Sammelband weiter durchgekommen

  • 2 Filme im Kino gesehen: "Buddenbroks", "Willkommen bei den Sch'ti"

  • Einen Film zu Hause gesehen: "Grundeinkommen"

  • Einmal brunchen gewesen

  • Eine angenehme Silversterfeier gehabt und dazu sogar noch Dessert (Muffins) beigetragen


Privat

  • Wirkliche Ruhe gefunden

  • Ordnung in mein Alltagschaos gebracht



Sportlich

  • Nach dem Vorweihnachts-Arbeitsstress wieder ins Training zurück gefunden

  • Kontinuierlich über die Weihnachtstage trainiert

  • Täglich zweimaliges Training begonnen

  • Den Jahreswechsel mit einem "Doppeldecker" von 2x30 Kilometern begonnen

  • In den ersten Tagen des Jahres (bis Sonntag, 4. Januar) 115 Trainingskilometer absolviert

  • Trainings-Bestleistungen über 30 und 15 Kilometer aufgestellt


Mh, find' ich so auf den ersten Blick gar nicht schlecht. Bei Gelegenheit schreibe ich dann mal auf, was künftig noch besser werden muss!

Dienstag, 6. Januar 2009

Back to normal

In einem Kommentar zu meinem gestrigen Blogeintrag habe ich die Befürchtung geäußert, zu früh in Form zu sein und als "Trainingsweltmeisterin" zu enden.

Den Teufel an die Wand malen muss man ja nicht gleich, es ist ja auch eine wunderbare Sache, in furioser Form mit dem neuen Jahr zu beginnen. Dennoch: Wer über einen längeren Zeitraum läuft, weiß, dass das nicht immer in einem Zustand erhöhenden Rausches vonstatten geht; noch dazu muss ich ab übermorgen wieder arbeiten, so dass es Zeit wird, Überlegungen für eine vernünftige Trainingsroutine anzustellen (Bericht folgt zu gegebener Zeit).

Heute jedenfalls habe ich es mit 2 Läufen über 10 und knapp 15 Kilometer eher ruhig angehen lassen: morgens noch mit der Erschöpfung von gestern merklich in den Gliedern und abends im absoluten Wohlfühltempo. Wie ruhig und rund der Körper doch funktioniert und einen unterm Sternenzelt durchzieht, wenn man ihn nicht bis ans Äußerste strapaziert!

Heute sah ich nicht nur den großen Mond. Auch die Sterne sah ich funkeln und nahm bewusst wahr, wie ein paar Meter vor mir die (im Kontrast dunklen) Kaninchen quer über den Weg vor mir davonstieben. Wenn das "normal" ist, pack' ich's gern öfter auf den Trainingsplan.

Freitag, 2. Januar 2009

Fast lauffrei

Heute war wieder ein Tag, an dem ich "eigentlich" gar nicht laufen wollte. Aber was heißt schon eigentlich. Außerdem taten meine Beine von den gepfefferten "30" gestern doch noch so weh, dass einfaches Aussitzen oder gar Dehnen ohne etwas Warmlaufen aus meiner Sicht nicht die optimale Lösung gewesen wären.
Und dann schaute ich hinaus aus dem Fenster und siehe da: zwischen 6:30 Uhr (als ich von 2 schlaflosen Lesestündchen wieder ins Bett fiel) und 8:30 Uhr hatte sich eine reichliche, sanfte weiße Schicht auf Dächern, Wegen und Wiesen angesammelt. Wie schön war es, im noch fallenden Schnee ganz ruhige 5 Kilometer (in 34 Minuten) zu laufen. Ein Traum in Weiß!

Etwas unglücklich ist, dass mir in der schlaflosen Zeit einfiel, dass die Schlafcouch, zu deren Bestellung ich mich endlich durchgerungen hatte, in meiner bescheidenen Bleibe doch eher wie ein Koloss wirken würde. Bestärkt wurde ich in dieser Ansicht dadurch, dass ein Prospekt ins Haus flatterte mit einem wesentlich schmaleren Modell (das ich vorher vergebens gesucht hatte). Und nun will das Möbelhaus doch nach nur 3 Geschäftstagen bei 9 Wochen Lieferzeit die in ihren Agbn festgeschriebenen 25 Prozent Schadensersatz. Na, das werden wir ja sehen. Muss da mal einen rechtskundigen Freund befragen. Und außerdem: Bei so wenig Kulanz bin ich von mir aus bockig und hab' erstmal die Lastschrift zurück gegeben. Die Gebühr ist mir das Ärgern der anderen denn doch wert! On verra 8-)

Samstag, 27. Dezember 2008

Training mit Kommerz

Heute bin ich auch gelaufen. Recht früh. ca. 10KM, genau 50 Minuten, und habe dabei mächtig gefroren, so dass nach meiner Rückkehr die nackt zur SChau getragenen Unterschenkel mächtig gekribbelt haben.

Danach schnell Frühstück, die beiden Leitartikel der FAZ (von der ich nun ein Jahr langin den Genuss eines Kostenlos-Abos komme) gelesen und ab ins Möbelhaus, Schlafsofas testen. Geguckt hatten wir mit meiner Mutter (die einen Teil des Betrages sponsort) schon Anfang Dezember; nur leider vergessen, die Funktionalität und vor allem Bequemlichkeit ausgiebig unter die Lupe zu nehmen. Also rein ins erste Möbelhaus. Geguckt, wo in die engere Auswahl gefasste Sofas stehen - dreistöckig übereinander gebäumt auf einem Stahlgestell. Sofa mit Verkäuferin 'rausgezogen. Mh, Sitzfläche ganz schön tief, aber das ist bei Schlafsofas immer so sagt die Verkäuferin und bietet mir an, die umstehenden als Probe aufs Exempel durchzuprobieren. In Frage kommen die aber alle nicht, denn "Querschläfer" sind immer knapp 2 Meter breit und damit zu groß für meine bescheidene Bleibe. Trotzdem mache ich die Übung mit: hinsetzen, aufstehen, hinsetzen, aufstehen. Dazwischen schwelge ich in Wohnträumen, naja, vielleicht nächtes Jahr.

Gegenprobe, anderes Möbelhaus: Sofa super, Bequemlichkeit "Triple A", leider viiiel teurer. Nochmal gefragt, Preis bestätigt sich, gehe mit Kaufimpuls schwanger, aber zur Sicherheit zurück ins erste Möbelhaus. Dort übersteht das ins Auge gefasste Sofa zwar die Sitzprobe. Allerdings fällt die "Schlaffunktion" bei genauerem Hinsehen etwas spärlich aus: kaum mehr als eine große Matratze, kaum ein paar Zentimeter über dem Boden, dazu noch am Kopfende hart, am Fußende weich. Also entscheide ich mich, in den sauren Apfel zu beißen: zurück zum zweiten Möbelhaus, teureres Sofa bestellen. Als es getan ist, fühle ich mich irgendwie besser. So, als käme ich damit einem tief gehegten Wunsch nahe, mich endlich ein wenig heimelig einzurichten.

Nach dem Mittagessen (zum zweiten Mal in Folge Rest-Weihnachtsgans) dann Stürzen ins kommerzielle Gewimmel die Zweite. Eigentlich brauche ich (endlich mal) Laufhandschuhe (bisher laufe ich tapfer ohne, was man meinen Handrücken trotz Pflegecreme langsam ansieht) und nehme im Sporthaus auch noch gleich eine von diesen Badekappen artigen, dafür aber gut sitzenden odlo-Mützen mit. Zuvor dies uns das besorgen für Oma: Wolle zum Stricken, einen Kaffeefilterhalter (so'n Ding, wo man die Filtertüte reinsetzt und dann den Kaffee von Hand aufbrühen kann). Nebenbei bleibe ich bei C&A hängen, weil meine Alltagssocken irgendwie alle mehr aus Löchern denn aus Strick bestehen. Und als ob der Wühltisch wüsste, dass ich für meine Beine heute schon genug getan habe, bietet sich mir ein intensives Training für die Oberarme an. Schließlich gibt es in dem Laden die Socken immer in seltsam zusammen gestellten 3er- und 4er-Packs. Da muss man schon viel Geduld (und eben Armkraft) aufbringen, um ein Bündel zu finden, das kein Weiß enthält; wer um alles in der Welt trägt im Alltag weiße Socken (außer Läufern beim Laufen und deutschen Ingenieuren;-)? So verbringe ich also eine geschätze Quadrillion Minuten mit der Suche nach einem farblich passenden Bündel. Nicht ohne am Ende entdecken zu müssen, dass es gar nicht meine Größe war - und das Ganze von vorn.

Socken kaufen bei C&A ist so ähnlich wie Möbel bei IKEA: anstrengend und doch irgendwie ein gesellschaftliches Ereignis (die ich für meinen Teil eigentlich lieber meide). Um so erstaunlicher, dass man dabei nicht nur seinen Körper trainineren kann, sondern Leute wie ich sogar ihre geistige Widerstandskraft, Ausdauer und Motivation. Training und Kommerz, nicht immer Gegensätze. Es lebe der Alltag ;-)

Montag, 3. November 2008

Rund geht's!

In meinem Leben geht es derzeit ganz schön rund, und das glücklicherweise nicht nur im übertragenen Sinne. So ging es gestern im Laufschritt "rund um" meine Stadt, eine willkommene Gelegenheit, mal wieder eine Strecke zurück zu legen, die das Attribut "länger" auch wirklich verdient (nämlich 35 Kilometer), und dabei einige Bekanntschaften aufzufrischen. Ehrlich gesagt, war ich vor diesem Unterfangen nicht sonderlich optimistisch, und selbst als ich an diesem Sonntagmorgen um halb 8 vom Wecker aus meinen Träumen gerissen wurde, hatte ich noch ernsthafte Zweifel: Sollte ich mir das wirklich antun? Und würde es auch gut gehen? Dazu muss ich sagen, dass ich mich vielleicht halbwegs vom schlimmsten Teil meines Infekts erholt habe, aber "in Form" kann man meinen momentanen Zustand nun wirklich nicht nennen. Das einzige Argument, das schließlich doch überzeugte, war eine E-Mail von meinem langjährigen Laufbekannten Uwe. Er hatte mich vor ein paar Wochen per E-Mail auf die diesjährige Edition dieser Veranstaltung aufmerksam gemacht, auf die ich ihn vor 3 Jahren zum ersten Mal mitgeschleppt hatte. Und nach meiner Zusage in vorauseilendem Gehorsam wollte ich wirklich keinen Rückzieher machen.

Natürlich kam es, wie es kommen musste. Aufgrund meines nach Möglichkeit immer noch studentisch-spätestmöglichen Aufstehens schaffte ich es nicht einmal mehr, mir vor dem Lauf eine Banane 'reinzuschieben; Kaffee war dank allgemeiner Desorganisation sowieso aus, so dass ich schließlich mit nüchternem Magen auf die Strecke gehen musste. Hatte ich erwähnt, dass dies in gewisser Weise auch für mein Auto galt? Ich war also bereits mit nervöser Unruhe und ständigem Blick auf die Tankanzeige des Wagens möglichst spritsparend zum Start gerollt. Dann bereits auf dem ersten Kilometer am nebelüberhangenen See entlang das erwartete Erwachen: "Es" läuft irgendwie nicht. Was tun? Ich unterhalte mich mit Uwe, werde von einer anderen Bekannten aus dem Lauftreff angesprochen und frotzele allgemein vor mich hin, diesen Streckenabschnitt kaum zu erinnern. Schließlich liefen wir den immer "vor dem Wachwerden". Doch die Strecke zieht sich und zieht sich. Bei 16 Kilometern ein längerer Stopp. Den hatte ich auch "früher" beziehungsweise "bequemer erreichbar" in Erinnerung. Der Wind weht trotz der Rast innerorts unangenehm, nicht zuletzt, weil ich völlig durchgeschwitzt bin. Wir lesen ein paar "Einsteiger" auf und ich frühstücke anderthalb Becher Cola, die mir auch nicht dabei helfen werden, besser in Tritt zu kommen.

Schon geht die Quälerei weiter. Wir laufen über triste Brücken und zwischen trüb-braunen Korn- und Rübenfeldern durch. Die Unterhaltung wendet sich heldenhaft zur Saionplanung für das nächste Jahr. Mir ist eigentlich nicht ganz wohl in meinem Körper, dennoch mache ich tapfer mit, denke wohl, wenn ich mich furchtlos zeige und den Bestzeiten den Kampf ansage, entschwindet das körperlich-mentale Tief dorthin, wo es herkam. Aber wo genau kommt es her? Unterdessen sind wir bei 3:15 Stunden zum Hamburg-Marathon und an dem See, um den herum ich meist meine morgendliche Runde drehe. Alles ist immer noch eingehüllt in den Nebel, vom dem ich den Eindruck habe, er klebe an meiner Haut. Dabei bräuchte ich ihn dringend zur Abschirmung von Außeneinflüssen. Denn es gibt ja bei Gruppenläufen immer Leute, die meinen, andere könnten nicht für sich selbst sorgen; mit ihrem ständigen "Achtuuuung, Pfosteeeen!" oder "Pfützeee" erschrecken sie mich jedesmal zu Tode und machen nicht nur meinen Laufrhythmus, sondern vor allem auch die so geschätzte geistige Ruhe kaputt.

Irgendwann an einer hässlichen Straßenbahn-Wendeschleife haben wir den 22ten Kilometer überwunden. Ich versuche noch einmal, mir einzureden, ab jetzt ginge es nur noch "bergab", doch was bei Anfängern beim Berlin-Marathon hilft, vermag mir in meinem jämmerlichen Zustand inklusive Kenntnis der restlichen Strecke nicht zur moralischen Unterstützung zu gereichen. Jetzt ist nichts mehr schön. Mir geht's dreckig, und die einzigen Argumente, die mich zum Weiterlaufen animieren, sind meine Wechselklamotten und mein Auto. Beide stehen nämlich am Zielpunkt, und schneller als mit dem Trupp komme ich dort auch anders nicht hin.

Also noch ein bisschen weiter. Längs des Parks, in dem ich früher von meiner anderen Wohnung aus immer gelaufen bin, durch Schrebergarten- und richtige Siedlungen, längs Weiden, Feldern und dem Golfplatz bis schließlich nur noch der neuralgische Straßentunnel und das Schloss vor uns liegen. Doch selbst auf diesen allerletzten Kilometern spüre ich nichts außer unendlicher Schlappheit. Angekommen, setze ich mich kurz auf den Beifahrersitz des Autos. Keine Freude, keine Genugtuung. Dann heiße Dusche, die gut tut und gemütliches Beisammensein, an das ich bisher gar keinen Gedanken verschwendet hatte und das mich jetzt so unheimlich freut - nicht nur wegen des guten, läufergerechten Essens.

Dennoch gehe ich pünktlich, bin zuhause noch ein wenig "geistig produktiv" und beschftige mich im Hinterkopf immer wieder mit dieser einen Frage: Wann bin ich endlich wieder fit?

Heute dann erster Arbeitstag nach dem Urlaub. Da ich mir das Laufen (aus Vernunft!) schenke, fällt das Aufstehen nicht so schwer; um so mehr aber das Einfügen in eine Arbeitsweise, die eben nicht völlig und einzig durch das bestimmt ist, was ich denke und für richtig halte. Doch so ist nunmal das Leben, auch mittelmäßige Arbeitstage gehen vorbei - und zeitigen mitunter trotzdem Ergebnisse. Viel schlimmer war, dass mir die Gangschaltung (Nabe) meines Rades am Freitag endgültig einen Vogel gezeigt hatte und ich so nur noch im ersten Gang unterwegs sein konnte, und da dies genau so langsam wie zu Fuß ist, nur anstrengender und dass das wilde Gestrampel schräge Blicke auf sich zieht, war ich einige Tage zu Fuß unterwegs. Bis, ja bis ich heute einen Ort in dieser Stadt entdeckte, den ich vielleicht schonmal vorher hätte aufsuchen sollen: die Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt. Dort bekam ich nicht nur meine Gangschaltung und die ewig heraus springende (weil zu locker sitzende) Kette in den Griff; mir wurde auch einmal mehr bewusst, dass "Technik" nicht zwangsläufig schwierig bis unverstehbar sein muss. Außerdem dauerte es nur 20 Minuten. Geld gespart, was Neues gelernt, Selbstvertrauen gewonnen. So darf jeder Tag aufhören!

Freitag, 17. Oktober 2008

Die befreiende Wirkung von...

...To-do-Listen



Ich habe es wahrscheinlich zehnmal angekündigt und noch öfter betont, allein schon deshalb, damit ich mich auch selbst daran halte. Derzeit mache ich eine Laufpause.

Das ist natürlich - trotz Urlaubs - nicht gleichbedeutend mit Nichtstun oder gar Langeweile. Ganz im Gegenteil habe ich einen Haufen von Interessen, noch mehr Ambitionen und natürlich auch einige Verpflichtungen, die auch von der offiziell erlaubten Abwesenheit von meinem bezahlten Arbeitsplatz nicht eingedämmt werden. Und während ich ein Weilchen lang die scheinbar grenzenlose Freiheit genoss, mit Terminen und Vorhaben zu Jonglieren und Verabredungen sowie Versprechungen flexibel durch meine freie Zeit zu schieben, gelangte der Schlendrian neulich an eine natürliche Grenze, bei mir bemerkbar durch schlechten Schlaf.

Nun haben wir alle wahrscheinlich Dutzende von Zeitmanagement-Ratgebern gelesen. Und während wir im Kopf nachvollzogen, wie die "kleinen Tricks" alle wunderbar funktionierten, winkte das lässige Mitglied unseres inneren Teams hinter unserem Rücken bereits wieder ab: Was soll so ein winziger Schritt schon bringen? Nur 60 Prozent der Zeit verplanen? Zettel schreiben vor dem Einkaufen? To-do-Liste? Wer's glaubt wird selig.

Allerdings gehöre ich zu den (aus meiner Sicht) Glücklichen, die einmal über ihren Schatten gesprungen sind. Während des Studiums hatte ich so die Chance zu entdecken, dass To-do-Listen doch mehr sind als ein Blatt Papier. Ja, auf mich wirken sie nicht einmal langweilig, bedrohlich oder gar Spaß verderbend. Ganz im Gegenteil finde ich es ungeheuer beruhigend, das Notwendige niedergeschrieben zu sehen. Denn zusammen mit einer vernünftigen Zeitplanung folgt erst aus der gewissenhaft erledigten Arbeit echte Freizeit - für's Laufen oder andere Genüsse.

Wie überheblich war ich zu glauben, dass sich diese Planungsstütze mit dem Studienabschluss überholt hätte? Ich weiß es nicht, aber jedenfalls kann ich seit gestern wieder seelenruhig schlafen. In diesem Sinne: gute Nacht!

Donnerstag, 11. September 2008

Unverstanden

Als (Ultra-)Läuferin bin ich es eigentlich schon derart gewohnt, nicht verstanden zu werden, dass ich kaum noch etwas darauf gebe. Zumal meine Freundschaft oder sonstige Beziehung zu einem Menschen nicht davon abhängt, ob er/sie Laufenthusiast oder Laufmffel ist. Mein Standpunkt ist, dass, wenn jemand wirklich am Laufen interessiert ist, er/sie mir das schon sagen wird. "Offensive" Überzeugungsarbeit leiste ich demzufolge nicht.

Die heutige Begegnung hat mich dann aber doch etwas verwirrt - oder mit einem allzu klaren Eindruck vom allgemeinen Denken über unser Hobby - zurückgelassen. Ich war nämlich heute bei meinem Hausarzt. Primär, weil mir das Knie und meiner Vermutung nach davon ausgehend auch der hintere Oberschenkel wehtun. Als Zusatznutzen nach dem Motto "ein Abwasch" wollte ich mir dann gleich noch meine Sporttauglichkeitsbescheinigung abholen, wie man sie ja braucht, sollte bei einem Frankreich-Aufenthalt mal aus Versehen ein Läufchen vorbeikommen ,-) "Das passt aber gar nicht zusammen", meinte der Arzt darauf im ersten Moment, und mir blieb irgendwie die Spucke weg. Dass ich mich mit meiner Leidenschaft bei diesem Herrn auf dünnem Eis bewege, war mir ja bereits bewusst. Aber wegen leichter Knieschmerzen gleich ein Sportverbot?

Naja gut, ich nahm erstmal auf der Liege platz, und nach einigen Herumbiegen und -drehen an meinen Fahrgestellen befand der Herr Doktor den Zustand meiner Knie als nicht wirklich schlimm, und unterschrieb dann auch anstandslos das sportärztliche Attest mit dem Kommentar: "Ich wüsste nicht, was dagegen spricht." Dann empfahl er mir, etwas weniger zu laufen (meine wirkliche Kilometerleistung hatte ich zu Beginn des Gesprächs möglichst gering darzustellen versucht), und kam dann auch noch mit dem unpassenden Beispiel eines Extrem-Bergsteigers, der sein Training auch "im Spazierschritt absolviert habe. Die Wettkampfbelastung kann man sowieso nicht simulieren." Erwähnte ich (ihm gegenüber), dass ich durchaus Grundkenntnisse in der Trainingsplanung habe und selbstverständlich nicht jeden Kilometer in 3:55 Minuten laufe?

Als ich wieder rauskam, konnte ich mir jedenfalls ein äußerliches Kopfschütteln nur noch zugunsten eines innerlichen verkneifen. Wo liegt das Problem mit dem Laufen? Ist es nicht schlimmer, mit den Folgen von Bewegungsmangel zu leben als mit der Aussicht, vielleicht in 20 Jahren mal eine Knie-OP zu haben? Ist es nicht schön, wenn jemand in seinem Hobby aufgeht? Mache ich wirklich den Eindruck, als würde ich wie besessen trainieren bzw. ist es so unvorstellbar, dass ich einfach aus Lust und Laune ein paar Kilometer und Stunden an der frischen Luft verbringe? Ich glaube, ihr versteht mich. Also bin ich nicht verrückt!

Mittwoch, 27. August 2008

Das Tagespensum

Egal wie hoch die Motivation oder wie nah der nächste Wettbewerb auch sein mag. Irgendwann kommt bei jedem Läuferin und jedem Läufer der Punkt, wo das Hobby nur ein Punkt auf der Tagesordnung ist - einer unter vielen. So ein Tag ist bei mir heute, und sonderlich böse darum bin ich nicht: Heute Abend geht's in die Oper (open Air!), und jeder realistischen Planung zufolge wird davor oder danach kaum Zeit und Muße für einen Lauf sein.

Gut nur, dass ich ohnehin am liebsten morgens laufe. Die Verträglichkeit mit meinem Sozialleben (außerhalb der Läuferkreise) war sogar einmal der Hauptgrund, warum ich begann, mich mit dieser Option anzufreunden. Der Prozess war nicht immer leicht, aber es hat sich gelohnt: Ein Tagespensum von fast 8 Kilometern passt praktisch immer zwischen Aufwachen ud Frühstück, mit dem schönen Effekt, dass ich mich dann den ganzen Tag wohl fühle in meiner Haut.

Dass es allerdings das pure Vergnügen und jeden Tag der reine Enthusiasmus ist, kann ich nicht behaupten - und will es vor allem niemandem weismachen. Auch große Ziele brauchen Realismus!