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Dienstag, 18. August 2009

Kleine Abendrunde und verschlafen

Nach dem 30er am Sonntag wollte ich es am Montag ganz besonders ruhig angehen lassen. Da auf's Laufen am Sonntag ohnehin genug Regenerationsbewegung ind Form von Radfahren folgte, machte es mir auch weder mental noch körperlich Schwierigkeiten, mich mit dem Laufen bis abends zurückzuhalten (dafür sehr früh im Büro gewesen).
Aber dann: langsam (5:36 pro KM) angetrabt, fand ich auf einmal Geschmack am Tempo und lief die mittleren 3 von 6 Kilometern in der kühlen Abendluft locker unter 5 Minuten. Da weiß man wieder, was laufen mit fliegen gemeinsam hat.
Vorher hatte ich mir aber noch einen neuen mp3-Player gegönnt, kein teures Modell, sondern eins, bei dem man sich keine Sorgen macht, wenn mal ein paar Schweißtröpfchen draufkommen oder er ein Unwetter überstehen muss. Nach einer Nacht an der USB-Buchse meines Laptops sollte es mit ihm heute Morgen auf einen 15er-Relax-Trip durchs Landschaftsschutzgebiet gehen.
Leider hat mir aber wohl der verlängerte Spontanbesuch (ich musste vor der Rückfahrt einen Regenschauer "abwettern") bei meiner Mutter nicht gut getan. Statt um halb 6 kam ich erst um 7 aus den Federn - um zu merken, dass meine neue Errungenschaft nicht einmal mehr "Piep" sagte (auf dem Fahrrad am Abend war's noch gegangen).
Nach dem Beschluss, das Teil heute schleunigst bei Saturn umzutauschen, folgte ein schnelles Frühstück und die Idee, noch einmal in dieser Woche sehr zeitig im Büro zu sein. Kann ja heute Abend laufen ;-)

Montag, 22. September 2008

Gedopt

"Eigentlich" war heute weder der Tag noch das Wetter für ein genussvolles Lauftraining. Aber wie wir andernorts bereits lernen durften ;-) ist "eigentlich" ohnehin ein schwer entzifferbarer Ausdruck im Zusammenhang mit Ultraläufern.

Also gut, 6.30 Uhr Weckerklingeln, danach genüsslich eine halbe Stunde im Bett herumgedreht und dann nicht ohne Elan mit Fahrrad und trotzdem dickem Mantel zur Arbeit durchgestartet. Da wichtiger Termin mit großem Hof von außerhalb während der Arbeitszeit Schokokekse und außerdem gemeinsames Essen nicht gerade à la Strunz-Diät (dafür aber doppelt lecker).

Irgendwann wegen eines Anfalls von Arbeitseifer viel zu spät dem Büro entflohen, Aufbackbrötchen von der nahen Tanke besorgt und reingeschoben sowie auf ein wichtiges privates Projekt gestürzt, das endlich mal fertg werden musste.

Versüßt habe ich mir sowohl die Arbeit als auch die mindere Brot-Qualität mit einer Schicht echten Heide-Honigs, den ich seinerzeit beim gleichnamigen Marathon in Stüde gewonnen hatte. Überhaupt mein Ein und Alles dieses Naturwunder von den fleißigen Bienchen. Und dann nach getaner Arbeit raus.

Was soll ich sagen: Hatte ich "eigentlich" keine Lust und wollte es ruhig angehen lassen, so flog ich förmlich über meine Haus-Strecke im Park: 29:35 Min., so schnell wie noch nie. Als ich ankam waren die Beine mit eisigem Regen bedeckt, das Baumwoll-Langarmshirt, das ich aus Nostalgie für meinen ersten Marathon von Zeit zu Zeit trage, voll gesogen und bis auf die funktionsbekleideten Oberschenkel hängend.

Dann noch ein etwas größeres Ründchen zum Austraben, dazu die Hymne, die nach besagtem ersten Marathon - einer Hitzeschlacht - bei mir wehrlos adrenalingesättigtem Würmchen auf Endlosschleife im Auto dudelte:



Was soll ich sagen. Danach gab's noch Griebsbrei mit Apfelmus - beides aus der Konserve und beides seeeehr lecker. Demnächst werde ich noch Zimt kaufen und ab dann abends noch länger am Schreibtisch sitzen können nach dem Laufen. Ich weiß, dass man mit diesem Wort in Sportlerkreise vorsichtig sein muss, aber ich fühle mich wirklich "gedopt". Ein Gefühl, so wie fliegen! Von wem war diese Schnulze nochmal?

Freitag, 12. September 2008

Lieblings-Laufmusik

Die Lieblingsmusiken anderer Läuferinnen und Läufer sind für mich ein toller Schatz, seit ich mich in der Laufblog-"Szene" herumtreibe. Nun fragte ich mich bei jeder Gelegenheit, was denn für mich einen wirklich genialen Laufsong ausmacht - und traft gestern prompt auf einen, den ich, seit ich ihn kenne, immer als perfekten Laufsong gehört habe. Proudly presents: Raphael - "Caravane":



Und hier der Text
(auf Französisch)

Est-ce que j'en ai les larmes aux yeux
Que nos mains ne tiennent plus ensemble
Moi aussi je tremble un peu
Est-ce que je ne vais plus attendre

Est-ce qu'on va reprendre la route
Est-ce que nous sommes proches de la nuit
Est-ce que ce monde a le vertige
Est-ce qu'on sera un jour puni

Est-ce que je rampe comme un enfant
Est-ce que je n'ai plus de chemise
C'est le Bon Dieu qui nous fait
C'est le Bon Dieu qui nous brise

Est-ce que rien ne peut arriver
Puisqu'il faut qu'il y ait une justice
Je suis né dans cette caravane
Et nous partons allez viens
Allez viens

Allez viens
Tu lu tu tu, tu lu tu tu...

Et parce que ma peau est la seule que j'ai
Que bientôt mes os seront dans le vent
Je suis né dans cette caravane
Et nous partons allez viens
Allez viens

Allez viens
Tu lu tu tu, tu lu tu tu...
Allez viens
Tu lu tu tu, tu lu tu tu...

(und auf Deutsch)

Habe ich Tränen in den Augen
Weil unsere Hände nicht mehr zusammen halten
Auch ich zittre ein wenig
Werde ich nicht mehr länger warten

Werden wir wieder losgehen
Haben wir bald Nacht
Ist dieser Welt schwindlig
Werden wir eines Tages bestraft

Ksche ich wie ein Kind
Habe ich kein Hemd mehr
Der liebe Gott hat uns gemacht
Der liebe Gott wird uns brechen

Kann nichts passieren
Weil es Gerechtigkeit geben muss
Ich bin in dieser Karawane geboren
Und wir gehen, also komm

Also komm
Tu lu tu tu, tu lu tu tu...

Und weil meine Haut die einzige, die ich habe
Und meine Knochen bald im Wind zerstreut sein werden
Ich bin in dieser Karawane geboren
Und wir gehen, also komm

Also komm
Tu lu tu tu, tu lu tu tu...

Ich bin in dieser Karawane geboren
Und wir gehen, also komm

Also komm
Tu lu tu tu, tu lu tu tu...

Ich liebe diese melancholische Poesie vieler aktueller französischer Lieder. Eine Gefühls-Erinnerung, die ich immer bei mir tragen werde :-|