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Mittwoch, 30. September 2009

Wie Schmidt's Katze!

Vor dem HM am Wochenende stand heute auf meinem (eigenen, inneren) Trainingsplan noch einmal Tempobolzen auf dem Plan. Entsprechend vorfiebrig schwang ich mich gegen 6 Uhr aus dem Bett. Auf 10 Minuten warm laufen (was ich beim Rest der Trainingseinheit nicht verstehe) folgten 5 Kilometer @6:14 (die ich kein einziges Mal "genau traf") und 3,8 @4:36.

"Das ist aber schnell", muss ich mir wohl gedacht haben. Im mp3-Player hatte ich vorsichtshalber "Fortuna Imperatrix Mundi" aus den "Camina Burana" eingestellt - ich liebe diese monumentalen Werke, um eventuelle Schmerzen in der Musik zu ertränken. Und schon flog ich förmlich um meinen Trainingssee. Die Atmung war - jedenfalls gemessen an meinen Unheilserwartungen - ok, Puls auch, nur leider tat meine Hüfte respektive mein Rücken bereits auf dem ersten Kilometer einen "Knacks". Damit versetzte er sich in den Zustand von vor 3 Wochen, wo außer schnellem Laufen und Rumsitzen auch nichts mehr zu gehen schien. Aber da ein Indianer keinen Schmerz kennt (oder dieser ihn auf dem Kriegspfad zumindest von nichts abhält), schaffte ich die ersten 1000 Meter in 3:52 Minuten.

"Etwas zu schnell!" dachte wohl sogar ich mir im Stillen, nur halb froh, einen Gang runter schalten zu können. Die Hüfte tat weh, das Tempo irgendwie auch, trotzdem malte ich mir in meinem delirium athleticensis schon die Zeiten aus, in denen auf meinem Trainingplan eine stolte "3" vor dem Doppelpunkt für die Tempoläufe stehen würde. Den zweiten Kilometer riss ich dann in vergleichsweise langsamen 4:18 ab, den dritten in 4:06 und die gute Hälfte des vierten in 4:11.

"Geht ab wie Schmidt's Katze" ist denn auch die einzig ehrliche Zusammenfassung, die ich meinem Tempotraining geben kann. Der Samstag wird zeigen, inwiefern hier die Grenze zwischen unaufhaltsam und unvernünftig überschritten war!

Montag, 13. April 2009

W-o-h-l-f-ü-h-l--te-m-p-o ;-)

Gestern konnte ich's nicht lassen. Dabei hatte ich den Morgenlauf gar nicht einmal so bravourös absolviert - schmerzende Beine, bleierne Müdigkeit und die Tatsache, aufgrund eines angesetzen Osteressens nicht in den Tag hinein leben zu können, hielten mich davon ab, die Runde in der Morgenkühle wirklich zu genießen. Einmal dabei, konnte ich mich an die geplanten 4,8 KM dann aber do´ch nicht halten - 7 mussten es schon sein.

Kaum mit vollgeschlagenem Bauch wieder zu Hause, ging ich dann bei Andreas vorbei. Und ob er Lust habe, heute Abend zu laufen! Für mich sollte es gleich noch eine Gelegenheit werden, seine 15-KM-Strecke kennen zu lernen und damit der Monotonie des Trainings Einhalt zu gebieten. "Nicht so schnell" wollten wir laufen, und auf den ersten beiden Kilometern (bei denen ich vergessen hatte, meine Garmin anzuwerfen) ging das auch gerade noch gut. Dann allerdings, es wurde hügelig, war angenehm kühl und es gab einige Single-Trails, auf denen Tempo und Konzentration zusammen richtig Spaß machen, gab es kein Halten mehr.

Nur halb vorwurfsvoll las ich nach jedem Kilometer unserer Rundenzeiten ab 5:15 - 4:55 - 4:37 - 4:40 - 4:36...

Das war natürlich nicht geplant. Aber: immer nur herumtrotten ist für mich auch kein Wohlfühltempo, da können Laufexperten sagen und schreiben, was sie wollen.

Wir laufen übrigens gleich wieder los - und testen zur Abwchslung mal den Virtual Partner von Garmin, um auf 6 Min./km zu bleiben ;-)

Samstag, 24. Januar 2009

Super-Frühform und sensationelle Ernährungstipps ;-)

Es ist vollbracht, und wenn ich je bei einem Lauf gespürt habe, dass und wie Training wirkt, dann heute. Der Lauf in Kürze: 30 Kilometer in 2:21:22 Stunden. Das entspricht einer HM-Zeit von unter 1:27 Std. und wäre damit besser als meine persönliche Bestzeit. Vielleicht sollte ich also nochmal einen offiziellen HM und einen 15er in meine Planung einbauen, um die entsprechenden Zeiten abszustauben, wenn ich sie im Training sowieso laufe.

Dabei hatte ich heute nur mittelmäßig Lust und bin erst um 17.30 Uhr losgekommen. Vorher habe ich mich bei dem immer noch verletzten Andreas festgequatscht. Und davor habe ich bei dem Partner meiner Mutter Nudeln gegessen. Und davor habe ich mir ein neues Auto gekauft. Werde zu gegebener Zeit darüber berichten, und es wird mich sicher auch wehmütig stimmen, meinen alten, treuen Nissan Micra, mit dem ich seinerzeit halb Europa und ganz Frankreich unsicher gemacht habe, zum Verschrotten zu geben. Aber nachdem mir letztes Jahr jemand seitlich die Stoßstange abgefahren, den Kotflügel eingebeult und die Radkappe zerdeppert hat, der Unterboden verzogen ist und ich auf der Fahrt zum 100er in Leipzig auf der Autobahn irgendein Blech abreißen musste, das nur noch auf "halb 8" am Unterboden hing, war es wohl die einzig mögliche Entscheidung.

Weil ich heute einen so besonders guten Tag hatte, finde ich es angemessen, die Freude mit einem "Geschenk" an meine Leserschaft zu feiern. Nämlich mit meinen sensationellen Ernährungstipps. Diese mögen manchem von euch dubios vorkommen; jedenfalls entsprechen sie nicht dem, was gemeinhin in Sportler-Ratgebern empfohlen wird. Aber wer viel läuft, kann sich ja ohnehin nicht durch 120 Seiten Rezepte und ernährungswissenschaftliche Abhandlungen lesen, deshalb hier meine Top 15 in Kürze:

15) Tropenfrüchte von Katjes
Sollen angeblich mit natürliche Farbstoffen und Aromen sein. Schmecken jedenfalls, lassen sich angenehm kauen und geben Energie, z.B. unterwegs im Auto.

14) Trail-Mix Studentenfutter mit roten Früchten, OHNE Rosinen
Wenn ich mal keine Schokolade will, total ausgepowert bin und was halbwegs gesundes knabbern will. Mit großen Erdnüssen, vielen Cashews und sogar Paranüssen.


13) Gemüseboulette mit Pinienkernen, grünen Nudeln, Leipziger Allerlei (Mensa)
Schmeckt wie Omas Fleischklöpse, nur ohne Fleisch und ohne Oma. Der Geschmack der Kindheit, vor allem mein Lieblingsgemüse und dann mit 'ner Mega-Portion Nudeln ;-) Gibt's leider nur selten.

12) Salat von meinem Lieblings-türkischen Imbiss
Drei aus Möhrensalat, dicken weißen Bohnen, Artischocken, Mais und Couscous, darüber Tzaziki und ein leckerer, frisch gebackener Hefefladen. Super abends nach Arbeit oder Laufen. (Morgens und für die anderen nicht so super!)

11) Dinkelchen
Knusprige Mini-Gebäckstückchen mit Dinkel. Klingt gesund, schmeckt gut, klebt nich so schnell und lässt sich prima am Schreibtisch oder Rechner nebenbei knabbern. Gab's auch beim 100-KM-Lauf in Leipzig. Ich mag am liebsten die Vollmilch-Version.


10) Sun Rice
Mit diesen Süßigkeiten schreib' ich die inspiriertesten Texte (inkl. Magisterarbeit) und habe danach so viel Power zum Laufen wie nie. Natürlich total fettig!

9) Matjesbrötchen
Ess' ich immer, wenn ich zwischen Arbeit und Training nochmal in der Stadt bin. Fisch, Zwiebel, Tomate, saure Gurke, die bessere Alternative zur Bratwurst und ein Beitrag zu "2x pro Woche Fisch".

8) Geräucherte Putenbrust, gern auch ohne Brot ;-)
Mager, lecker, ess' ich auch spätabends noch gegen Heißhunger, zwischendurch aus Spaß mit Senf und während der Fastentage des Carboloadings in rauhen Mengen.

7) Brotkonfekt
Mini-Brote mit Curry, Knoblauch oder Nuss von der Bäckerei Mechau in Braunschweig. Echt kohlenhydratreicher Knabberspaß für zwischendurch, hier auch auf Parties zu haben!

6) Mohnkuchen
Am liebsten von derselben Bäckerei wie das Brotkonfekt, weil das die Mohnschicht mindestens 2,5 Zentimeter dick ist. Probiere aber allerorten auch die dortigen Sorten und verschmähe nicht die Strudel-Variante mit Streuseldecke und dickem Zuckerguss. Habe jetzt allerdings erfahren, dass Mohn positive Dopingtests auslösen kann. Und kann die Leistungssteigerung (1/2 Stunde vor dem Lauf genossen) bestätigen.


5) Vollkornnudeln mit Soße "Arrabiata" und Champignons
Gesund+Scharf+Pilze, die ich einfach koche und unter die Fertigsoße mische. Eine einfache und schnelle Alternative, wenn man dem Training Magen und Glykogenspeicher (denen man mit irgendeinem Spurenelement in den Pilzen auf die Sprünge hilft!) nach Auffüllung schreien.

4) Erdnüsse
Meine fast täglichen Begleiter, und zwar in RAUHEN Mengen (~200g/Tag). Favoriten sind natürlichfrisch geröstete zum Selbstknacken und, wenn das nicht geht, die ungesalzenen von ültje.

3) Kaffee
Ich arbeite im Büro ;-) Außerdem habe ich mal gelesen, dass das Koffein der Regeneration auf die Sprünge hilft. In Frankreich bekam man jedenfalls auf Wunsch auch einen im Ziel. Bin dabei geblieben.

2) Vollkornbrot mit Honig
Schneller und leckerer Energiebringer. Eigentlich jeden Tag zum Frühstück und manchmal auch zwischendurch. Hoteliers aufgepasst: Krieg' ich keinen Bienensaft, werd' ich grantig!!!

1)Apfel, Banane, Müsli mit Naturjoghurt, OHNE Rosinen v. dm
Ess' ich IMMER zum Frühstück, und seit ich die Körnermischung von dm entdeckt habe, auch nicht mehr bloß mit langweiligen Haferflocken. Inwzischen habe ich mich auch ans Amaranth gewöhnt, das unter Läufern ja als Geheimtipp gilt, und von dem ich jetzt extra noch 1 EL dazutue.

Ich habe nichts gegen Ernährungsberater. Jedenfalls nichts Wirksames ;-)

Montag, 19. Januar 2009

"Das wollen wir mal gelten lassen" und "Schuhtest"

Heute ist Montag, ergo mein Tempo-Tag. Leichter gesagt als getan bei den mit halb abgetauten Eisschollen bestückten Wegen hier ringsherum. Was mir dafür weniger zu schaffen machte, war meine Form bzw. Schmerzen und Unlust, die sich in den letzten Tagen abgewechselt hatten.

Also um 17 Uhr pünktlich Schluss gemacht und mein Fahrradlicht repariert und dann ab auf die Pist. Doch halt, eine Sache war da noch. Schließlich stehen bei mir zu Hause ja seit knapp einer Woche 2 Paar neue Laufschuhe rum, die getestet bzw. eingelaufen werden wollen Adidas Supernova cushion7 und adistar cushion 6, jeweils in 42. Von beiden bin ich nicht so wirklich überzeugt, muss mir doch ein guter Laufschuh eigentlich passen, sobald ich mit meinen normalen Baumwollsocken aus dem Alltag hineinschlüpfe. Dieses "harte" Kriterium erfüllen beide nicht. Den adistart (von Karstadt Sport) habe ich mit dicken Laufsocken anprobiert und im Geschäft als bequem empfunden. Allerdings habe ich bei mehrfachem Nachdenken den Eindruck, er sei zu "badewannig" (weich, zu wenig Bodenhaftung...).

Den anderen, Supernova, besitze ich seit dem Sommer eine 2/3 Größe kleiner, was für kurze schnelle Läufe klasse ist. Bei 50 Kilometern und den scheinbar auch bei mir "wachsenden" Füßen bin ich damit allerdings auch mal an meine bzw. seine Grenzen gestoßen, so dass ich ihn diesmal in schwarz und eine halbe Nummer größer bestellt habe (bei RP online). Passen wie angegossen tat er nicht, außerdem scheint er - nach dem Lauf betrachtet - schwerer und schwergängiger zu sein als der weiße. Kann sowas bei gleichem Modell und gleicher Nummer sein???

Also welchen teste ich denn jetzt? Dumm auch, dass ich bei beiden nicht genau weiß, ob ich sie nach dem Test noch zurückgeben kann. Noch dümmer, dass ich nicht zuerst bei RP-online angerufen und DANN getestet habe, denn, was soll ich sagen, der Lauf heute war schuhmäßig ein Debakel. Schon auf den ersten Metern merkte ich, dass die Schlappen nicht mitgehen wollten in meine Bewegungen, wischte aber jeden Zweifel beiseite und peeste erstmal los.

Am Anfang ging alles noch ganz gut. Ich musste dann aber im Park feststellen, dass es dort so vereist war, wie noch nie - und einige Umwege über die tief matschigen Rasenflächen machen. Auf dem Teilstück, das den Park mit "meinem" See verbindet, muss es dann wohl so eisig gewesen sein, dass di Stadt dort kurzerhand die Wege mit Baustellenbegrenzern (naja, diesen rot-weiß gestreiften Barrieren) gesperrt hat. So überlegte ich mir kurzfristig (und nach einem kleinen Motivationstief), die Ausweichstrecke unseres Lauftreffs zu nehmen. Eine ganz schön gruselige Entscheidung. Nicht nur, weil ich sie wegen Dauerquatschens und Gruppentriebs nicht erinnere; auch führt sie durch ein weniger gutes Wohnviertel, zwischen Gartenkolonien und im Winter weitestgehend unbenutzten Sportanlagen hindurch, aber was so eine richtige Sportlerin ist - denkt nur ans Training und gibt richtig Gas.

Da die Strecke meines dunklen Wissens nach etwas länger ist als die üblichen 14,5 Kilometer, und angesichts der Tatsache, dass ich mich ein paar Mal verlaufen habe und des Öfteren vom Eins ausgebremst wurde, wollen wir deshalb 1:14:03 für 15 Kilometer mal als "Tempotraining" gelten lassen.

Ach ja, falls jemand etwas von einer Zufriedenheits-(2-Wochen-Test-und-Rückgabe-)Garantie bei Runner's Point online weiß, WÄRE ICH FÜR HINWEISE DANKBAR.

Nachtrag 20.01. zum Thema Schuh-Umtausch: Habe gerade mal die Geschäftsbedingungen auf der Rechnung von Runners Point angesehen und fand folgenden Passus:
"Passform-Garantie"
Sollten Sie nach dem ersten Gebrauch Ihres Laufschuhs bemerken, dass die Passform nicht stimmt, nehmen wir den Schug zurück. Sie erhalten entweder Ihr Geld zurück oder suchen sich ein anderes Produkt aus.

Das nenne ich fair!

Montag, 5. Januar 2009

Im Schnitt durchschnittlich

Vorweg tue ich schon einmal etwas, das man laut Stilfibel eines gewissen Wolf Schneider niemals tun sollte: mich für das durcheinander des folgenden Blogeintrags entschuldigen. Aber so war er nunmal, mein Tag.

Angefangen hat alles schlaflos und mit der festen Intention, heute lauffrei zu bleiben. Nun, ihr kennt mich allzu gut: den ganzen Tag habe ich das natürlich nicht durchgehalten. Dennoch begann alles sehr schön "unläuferisch" mit einem ersten Kaffee um 5 Uhr morgens, auf den bis um 14 Uhr so rund 4 weitere Tassen folgen sollten; irgendwann habe ich aufgehört mitzuzählen, tat ich mich doch außer einem Frühstücksbrot mit Honig und einem mit Käse auch noch an einer kompletten Tüte Lakritz und einem halben, von gestern übrig gebliebenen Salat von meinem Lieblings-Türkenimbiss gütlich.

Und die ganze Zeit habe ich dabei vorm Rechner gesessen, fast nichts zustande gebracht und darauf gewartet, dass die Bauchschmerzen kommen. Kamen aber nicht, so dass ich mich gegen 14.30 Uhr tatsächlich zu meinen Erledigungen (Bibliothek, Lebensmtteleinkauf) aufmachte und anschließend wie zuvor beschlossen meinen Bestand an warmer Laufkleidung aufstocken ging.

Ergebnis: knapp 3 Stunden Stadtummel, 5 neue Teile, rund 300 Euro ärmer. Bildlich habe ich das auch mal festgehalten, und irgendwie erinnert es mich an den Inhalt eines Hünengrabes aus der Bronzezeit:



Nun ja, danach, ich war inzwischen bestimmt auch schon wieder mehr als 5 Kilometer zu Fuß unterwegs gewesen, drückte dann doch die Lust (oder das Gewissen), den ganzen High-Tech-Krempel mal einem ersten Test zu unterziehen. Wegen der neuen Schuhe (Brooks Glycerin) und meiner vermeintlich nicht sportgerechten Ernährung wollte ich es eigentlich ruhiger angehen lassen, aber sagt das mal einem jungen Pferd, das den ganzen Tag weder zu arbeiten noch richtig Auslauf hatte.

Also raus, der Schnee liegt noch, es macht wirklich Spaß, bei diesen Bedingungen zu laufen, auch wenn natürlich stellenweise Rutschgefahr besteht und ich bei Straßenüberquerungen knöcheltief im schwarzen Schneematsch wate, den der Räumdienst in Richtung Bordsteinkante geschoben hat. Ansonsten presche ich los, merke dabei, wie schnell ich bin, genieße jeden der weit ausgreifenden Schritte auf dem leicht federnden, knirschenden Untergrund. Der Mond steht klar fast senkrecht über den Bäumen, in deren Schatten ich ein- und nach ein paar Schritten dann wieder auftauche. Am See verliere ich von Zeit zu Zeit den Weg, finde mich dann in höherem, verharschten Schnee wieder und gebe gleich nach der Befreiung wieder richtig Gas. Zur Halbzeit ein Blick auf die Uhr: 35 Minuten. Jetzt nicht nachlassen und vor allem bloß nicht auf die Null-Taste der Stoppuhr kommen, denke ich und wundere mich gleichzeitig über meine Energie. Diese will nicht enden, und auch außer Atem komme ich eigentlich nicht. Die schönen, neuen Klamotten wärmen hervorragend. Nur mit den Schuhen kann ich mich noch nicht anfreunden: wieder der stechende Schmerz unter dem Ballen, den ich schon von allen meinen asics-Modellen kenne (weshalb ich beschlossen habe, keine mehr zu kaufen).

Nun gut, das Naherholungsgebiet verlassen, zügig den Park durchquert und schon hat mich die Stadt wieder. Ich laufe die im langen Bogen sich ziehenden Wohnstraßen entlang, die so etwas wie einen Ring um die Stadt bilden und von schönen Häusern gesäumt sind. Nur wenige Menschen kommen mir heute Abend entgegen. Dann eine letzte Hauptstraße, längs des Parks vor meiner Tür, über das Wehr, wo ich trotz Walkmans das Wasser rauschen höre und nach einem kleinen Spurt bin ich zu Hause. Time check? 1:08:42 Std. Schnell wie nie auf den knapp 15 Kilometern.

Wie war also der Tag? - Im Schnitt durchschnittlich...

Montag, 22. September 2008

Gedopt

"Eigentlich" war heute weder der Tag noch das Wetter für ein genussvolles Lauftraining. Aber wie wir andernorts bereits lernen durften ;-) ist "eigentlich" ohnehin ein schwer entzifferbarer Ausdruck im Zusammenhang mit Ultraläufern.

Also gut, 6.30 Uhr Weckerklingeln, danach genüsslich eine halbe Stunde im Bett herumgedreht und dann nicht ohne Elan mit Fahrrad und trotzdem dickem Mantel zur Arbeit durchgestartet. Da wichtiger Termin mit großem Hof von außerhalb während der Arbeitszeit Schokokekse und außerdem gemeinsames Essen nicht gerade à la Strunz-Diät (dafür aber doppelt lecker).

Irgendwann wegen eines Anfalls von Arbeitseifer viel zu spät dem Büro entflohen, Aufbackbrötchen von der nahen Tanke besorgt und reingeschoben sowie auf ein wichtiges privates Projekt gestürzt, das endlich mal fertg werden musste.

Versüßt habe ich mir sowohl die Arbeit als auch die mindere Brot-Qualität mit einer Schicht echten Heide-Honigs, den ich seinerzeit beim gleichnamigen Marathon in Stüde gewonnen hatte. Überhaupt mein Ein und Alles dieses Naturwunder von den fleißigen Bienchen. Und dann nach getaner Arbeit raus.

Was soll ich sagen: Hatte ich "eigentlich" keine Lust und wollte es ruhig angehen lassen, so flog ich förmlich über meine Haus-Strecke im Park: 29:35 Min., so schnell wie noch nie. Als ich ankam waren die Beine mit eisigem Regen bedeckt, das Baumwoll-Langarmshirt, das ich aus Nostalgie für meinen ersten Marathon von Zeit zu Zeit trage, voll gesogen und bis auf die funktionsbekleideten Oberschenkel hängend.

Dann noch ein etwas größeres Ründchen zum Austraben, dazu die Hymne, die nach besagtem ersten Marathon - einer Hitzeschlacht - bei mir wehrlos adrenalingesättigtem Würmchen auf Endlosschleife im Auto dudelte:



Was soll ich sagen. Danach gab's noch Griebsbrei mit Apfelmus - beides aus der Konserve und beides seeeehr lecker. Demnächst werde ich noch Zimt kaufen und ab dann abends noch länger am Schreibtisch sitzen können nach dem Laufen. Ich weiß, dass man mit diesem Wort in Sportlerkreise vorsichtig sein muss, aber ich fühle mich wirklich "gedopt". Ein Gefühl, so wie fliegen! Von wem war diese Schnulze nochmal?