Gestern war endlichder lang herbeigesehnte Tag meines kohlenhydratarmen Fastens für's Carboloading. Eine Aufzählung, was ich nun gegessen und nicht gegessen habe, erspare ich euch und vor allem mir, denn alles in allem habe ich daran keine besonders warmen Erinnerungen :-)
Allerdings habe ich das Ganze ja nicht einfach so gemacht, sondern um am Sonntag richtig viel Zunder in den Fahrwerken zu haben. Und um das zu erreichen, muss ich ab 3 Tagen vor dem Wettkampf (also ab heute) wieder richtig kohlenhydratgesättigt reinschmeißen. Nachdem Kühl- und Vorratsschrank von süßen und stärkehaltigen Verführen zunächst einmal geleert worden waren, musste ich sie nun wieder füllen.
Nichts leichter als das! denkt sich die eifrige Lauftrainierende, geht zum Discounter ihrer Wahl und malt sich schonmal aus, wie es sein wird, in den nächsten Tagen all die wunderbaren Sachen in sich hineinzustopfen, die sie doch auch sonst immer mir Leichtigkeit zu sich nimmt, nur in (noch) rauheren Mengen und mit völlig befreitem Gewissen.
Doch was ist das? Lieber Fruchtjoghurt oder Vollkornkekse, Reiswaffeln mit Quark und Marmelade oder doch lieber ohne Quark, Volkornnudeln mit Pilzsauce oder doch lieber Reis? Wie ein kleines Kind stehe ich im Discounter, erst vor dem Süßigkeiten-Regal, wo ich letztlich je eine Tüte Fruchtgummi und Lakritz mitgehen (natürlich nicht!) lasse. Dann vorbei an den Keksen, wo mich von Schoko-Schaumküssen (fettarm) über Butterkekse bis hin zu Löffelbiscuit nichts so richtig anmacht und ich schließlich auf dem Weg zur Kühltheke auch die haltbaren Milch- und Puddingprodukte links liegen lasse. Dann stürze ich mich - mehr aus Gewohnheit denn aus vorfreudigem Appetit - auf einen 4er-Pack Vanille- und einige Becher Fruchtjoghurt.
Gar nicht so einfach, das Schöpfen aus dem Vollen. Aber allein für diese kindliche Freude, prinzipiell alles zu dürfen und dann vor Überwältigung (fast) nichts zu nehmen hat es sich gelohnt. Und ach: es geht mir auch schon wieder fröhlicher!
Posts mit dem Label Ernährung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ernährung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 3. September 2009
Dienstag, 1. September 2009
Den Sommer verabschieden

Bei Gerd diskutierten wir neulich den "flexiblen Trainingsplan". Nachdem ich gestern noch einmal zum Thema Carboloading im Internet gestöbert hatte, flexibilisierte sich mein Trainingsplan dann auch mal wieder von selbst. Und zwar derart, dass ich bisher
- zu wenig Kilometer und
- zu hohe Anforderungen an das Tempo
in dieser Phase eingeplant hatte.
Die Dämmerung kommt und ich kann mir beim Laufen alle Zeit lassen? - Was für eine Gelegenheit, endlich mal wieder mit der Kamera unterwegs zu sein und paar Impressionen des Übergangs vom Sommer zum Herbst einzufangen. Auf der lockeren 14-Kilometer-Runde machte ich am Anfang auch reichlich Gebrauch von den nun dank zu erwartender Schwäche zu erwartenden Gehpausen. Das Ergebnis sind einige illustrierende Fotos zu einer meiner Routine-Laufstrecken.



Allerdings hätte ich die Gehpausen wohl nicht gebraucht, denn die etwas mehr als 7 Kilometer des Rückwegs schaffe ich ohen Probleme und wohl doch im recht flotten Tempo, wenn man mit einrechnet, dass trotz Stehenbleiben, Motivsuche, Kameraeinstellung und wiederholten Fotoschießens eine Endzeit unter 1:30 Stunden auf der Stoppuhr stand.
Montag, 2. Februar 2009
Von Aufs und Abs
Am Samstagmorgen um Punkt 5 Uhr ging es los, und endete am ganz frühen Montagmorgen um 0:30 Uhr mit einem todmüden Fall in mein heimisches Bett. Dazwischen: 2 (Ultra-)Marathons (etwas über 43 Kilometer je), 2 anregende Abende mit alten Freunden und eine Nacht in einer gar nicht mal so schrecklichen Jugendherberge.
Aber schön der Reihe nach: Teilgenommen habe ich am Decke Tönnes Quasselultra, einem Gruppenlauf in der Eifel mit angeblich 870 Höhenmetern. Zweck der Übung für mich war, zu diesem frühen Zeitpunkt bereits reichlich Kilometer und auch Steigungen in die Beine zu bekommen, damit es am Rennsteig dann auch wirklich super klappt. Mit dieser "Entschuldigung" ausgerüstet, war es dann auch wirklich kein größeres Problem, den anderen Teilnehmern meine weite Anreise mitsamt Extra-Übernachtung in der Jugendherberge zu erklären. Und los ging's.
Tag1:

Bei eiskaltem Wind verließen wir am Samstagvormittag Euskirchen unmittelbar vom Haus des Organisators Andreas aus. Mir war bereits im windgeschützten Auto so kalt geworden, dass ich beim kurzen Briefing in der Garage am ganzen Körper zitterte und mich beim Loslaufen trotz de Kapuzen von wattierter Jacke und Windbreaker nur schwer davon überzeugen konnte, dass ich den Lauf an jenem Tag durchhalten würde. Nach eine m kurzen Stück Schotter befanden wir uns dann aber in einem Waldstück und nur kurze Zeit später neben einem Steinbruch, der mir so atemberaubend vor Augen führte, wie klein wir als Menschen sind (und mir auch Lust machte, mal wieder "wilder" zu laufen!), dass alle Zweifel quasi "weggewindstillt" waren.
Kur nach Kilometer 10 erreicht sahen wir sogar im nahen Bach einen Reiher, der sich leider bei meinem Versuch eines Fotos zu schnell in die Lüfte schwang, aber allein die Tatsache, dass es dort solche Tiere gibt, sagt vielleicht etwas aus über den Zustand der Natur in der Eifel. So trottete unsere "schnelle" Gruppe vor sich hin durch die Landschaft, Kilometer 10, 15, 20, "Achtung, jetzt 4 Kilometer Aufstieg", warnte uns Andreas und schon ging es los, das Stück zur namensgebenden Kapelle "Decke Tönnes" hochkeuchen. Enttäuschend ist danch die "Ankunft", denn auch wenn die Kapelle rechnerisch der höchste Punkt des Rundkurses ist - statt einer Aussicht gibt es einen Parkplatz nebst Landstraße und den entsprechenden fußlahmen Touristen, die sich vom Auto vor das Kirchlein schleppen und ebenso geräuschvoll verschwinden, wie sich kurze Minuten vorher angekommen waren.

Andreas' Frau Gisela verpflegte unterdessen die teilweise ausgepowerte Läuferherdemit Bananen und Wasser (gemäß der "Vollwertkost"-Philosophie des Organisators, und nach wenigen Minuten ging es auch schon wieder bergab. Nachdem wir die Landstraße hinter uns gelassen hatten, schlängelten sich breite Ziehwege serpentinenartig an den vielen Bergen und Hügeln herunter. Technisch keine große Herausforderung, aber mit einem halben Marathon in den Knochen angenehm genug, um in einen richtigen Tritt zu kommen und voraus zu fühlen wie es ist, wenn man einen Schnitt von 4:45 locker läuft. Mit einem recht schnellen Marathoni aus Münster nutzte ich dann auch die Gunst der Stunde - und wurde am Ende des Ausflugs so jäh zurückgepfiffen, dass mir jede Lust am Laufen für dieses Wochenende verging - und das bei Kilometer 26 am ersten Tag!
Naja, trotten wir also noch ein bisschen vor uns hin, noch ein letzter, auf von Tannennadeln und Laub weich gedämpftem Winter-Waldboden den Berg hinauf, Pause an einem Wegkreuz, von dem aus man quasi den Rest der Strecke erblicken oder zumindest vor dem geistigen Auge erscheinen lassen kann und dann die letzten 6 Kilometer angehen. Im Hinblick auf einen kleinen Single-Trail mahnt uns Andreas, mindestens 2 Meter Abstand zum Vordermann (ach ja, ich war die einzige Frau!) zu halten, und ich freue mich insgeheim, dieses steile Gemsenstück am nächsten Tag hoch laufen zu dürfen.
Dann noch ein kleiner Ort, Fusion mit der "langsamen" Gruppe und 2 Kilometer austraben bis zum Start- und Endpunkt, wo uns Gisela mit leckeren, selbst gebackenen Vollwert-Waffeln und heißem Tee empfängt. Danach verabschiede ich mich schnell und verschwinde in Richtung Jugendherberge Bad Münstereifel, wo ich für den Nebensaison-Sechsbettzimmerpreis ein Einzelzimmer (wenn auch mini) mit moderner Dusche erhalte und bestimmt 20 Minuten unter dem warmen Strahl stehe, bis ich mich dazu durchringen kann, das Wasser auszustellen und mich fertig zu machen für die Überfahrt nach Bonn.
Gestärkt von einem italienischen Essen (Pennette mit leichter Hünchen-Lauch-Chilli-Soße) und ermüdet von einem viel zu langen (aber schönen) Kneipenbesuch mit Freunden lande ich um 0:30 Uhr im Bett - um um 7 wieder hellwach zu sein und einen 3-Kilometer-Regenerationslauf einzuschieben.
Tag 2: Nochmal gestärkt mit einem ebenfalls überraschend guten Jugendherbergsfrühstück (inkl. frischer Brötchen am Sonntag) geht es ein zweites Mal auf Tour, diesmal in umgekehrter Richtung. Dank Regenrationslaufs habe ich den Eindruck, sogar besser "drauf" zu sein als am Vortag. Wir verlassen also trabend den Ort, schlagen uns ganz kurz durch den Wald und sind schon bald an jenem Stück, wo ich es am Vortag so schön (und "verbotenerweise") habe laufen lassen. Für mich hätte er es nicht ansagen sollen, aber für alle, die keine Verkehrsschilder lesen, kündigt sie Andreas an: 15 Prozent Gefälle auf etwas mehr als 2 Kilometern, und das, wo einige Leute schon auf dem bereits erwähnten kurzen Single-Trail am Anfang quasi nur gegangen sind.
Ich selbst habe keine große Lust, richtig Tempo zu machen, möchte mir aber auch keine Blöße geben und bin ja außerdem gekommen, um mal wieder "richtig am Berg" zu trainieren. Nur gut, dass mit einem "frischen" Lokalmatador (der am Vortag nicht gelaufen ist), einem Läufer aus Konzen (ich sag' nur: Moschau-Marathon) und einem weiteren erfahrenen Ultramarathoni aus Aachen 3 Leute dabei sind, die sich auch in schwerem Gelände nicht "lumpen lassen". Die ersten Schritte geht es noch ganz gut, dann wird erst die Atmung schwerer, das Herz schlägt bis zum Hals und irgendwann sind auch meine Oberschenkel fest. Doch da ein Indiane keinen Schmerz kennt, kämpfe ich weiter, unterhalte mich Tapfer mit meinen momentanen "Trainingspartnern" und sehne den Anblick des Gefälle-Schildes von hinten herbei - der erst nicht kommt und sich dann als Schein-Erleichterung entpuppt: nach 15 Kilometern Gefälle sind auch darauf folgende leichte Anstiege, zumal auf einer Schotterpiste, kein wirkliches Erholungsprogramm.
Schließlich ist aber auch das überstanden, ich bin froh und stolz und weiß jetzt, was mir (nicht unerwartet ) derzeit noch an spezifischem Training fehlt und trabe mit der wieder aufschließenden Gruppe die verbleibenden Kilometer zum "Decke Tönnes" (der Kapelle). Dumm nur, dass sie in dieser Laufrichtung nicht jenseits, sondern diesseits der Streckenhälfte (bei rund 19,5 Kilometern) liegt und noch dümmer, dass mich jetzt wirklich meine fehlende Nahrungsgrundlage der vergangenen Woche einholt. Eine knappe Banane und ein halber Müsliriegel (von DextroEnergen, habe ich mal irgendwo bekommen, kann ich aber nicht empfehlen!) werden auf Dauer nicht ausreichen, um mich vor dem Hungerast zu bewahren. Ich merke es bereits, als wir die berüchtigten 4 Kilometer des gestrigen Anstiegs heruntertraben - doch das "dicke Ende" sollte mir noch Zeit für Ernährungsexperimente lassen.

Ob es mir nur so vorkam, weiß ich nicht, aber diese zweite Hälfte der Strecke ist, wenn man sie in erschöpftem Zustand und langsam läuft, wirklich nicht sehr abwechslungsreich. Feld- und Wirtschaftswege wechseln sich ab, gelegentlich ein Ort, manchmal bergauf, meist bergab und viel des Wartens auf diejenigen, die weniger gut mithalten können. Nur gut, dass es irgendwann anfängt zu schneien. So sehen die Fotos von denjenigen, die ihre Apparate auch noch ein zweites Mal mitgeschleppt haben, wenigstens spektakulär aus mit den Schneekristallen auf bunten Läufermützen.
Wenn wir auf freies Feld kommen, weht der Wind eisig wie ich es kaum je erlebt habe, und bei unebenem Weg stören die "Vorsicht - Eis"-Rufe die selbstquälerische Harmonie der trottenden Schritte. Nach einer letzten Bergab-Strecke erkenne ich den langen Weg durch den Steinbruch nicht wieder, muss mich von einem Mitläufer an die von mir am Vortag bewunderte schroffe Wand aus bröckelnder Erde erinnern lassen.

Wir haben noch keine 30 Kilometer auf dem Tages-Tacho, und um mich herum beginnt das Laufen einigen offensichtlich schwer zu fallen. Als sei es eine Vorahnung, kann ich ihnen das plötzlich nachfühlen. Nach der spektakulären Steinbruch-Stelle kommt noch eine längere Steigung in einen Ort hinein und dann noch eine auf eine Hochebene mit Wäldchen, das es zu durchqueren gilt. Ich kämpfe, setze einen Schritt vor den anderen, doch irgendetwas ist komisch bei mir.

Noch während ich dem Läufer neben mir, der des Öfteren mit Gehpausen mehr als liebäugelt, ermutigende Worte zuspreche, macht es irgendwie "klick": Ja, es hat mich auch erwischt, ich träume von Besuche in einem chinesischen Büffet-Restaurant und von den Tuc-Crackern auf dem Beifahrersitz meines Autos. Und da ich dieser Köstlichkeiten momentan nicht habhaft werden kann, ringe ich mich dazu durch, einen UltraSports Gel-Pad zu probieren, den ich in Leipzi als Probe bekommen habe. Das Zeug schmeckt wie der Zuckerschaum-Mäusespeck, den ich schon in Kindertage nicht mochte und hat amit außer der Konsistenz vermutlich auch die Ingedienzien gemeinsam. Trotzdem - oder deshalb - scheint es mir einige Minuten später bei ca. Kilometer 38 (auf die Garmin zu schauen, traue ich mich wegen Kälte und Entmutigungsgefahr nicht mehr) wieder besser zu gehen.
Noch einmal durch den kleinen Wald, der den einzigen Streckenabschnitt birgt, der auf jeder Runde doppelt gelaufen wird und schon empfängt uns der kalte Wind der Ebene, aber eher wie ein strenger Vater, der die inzwischen wohl alle ausgelaugten Läufer endlich, endlich zurück in den Schutz der Wohnsiedlung schiebt.
2 Tage, 90 Kilometer, 1740 Höhenmeter und Zeiten von 4:29 und 4:36 Stunden für eine gute Marathonstrecke. Allein, warum hat mir keiner gesagt, dass ich nach "Reset" keine Daten mehr vom Garmin überspielen kann???
Als Belohnung gab es dann noch eine Einkehr bei einem wirklich guten Italiener in Bochum (Gnochi mit Tomaten-Oliven-Soße, Tiramisu, viel Espresso und natürlich Treffen mit Freunden) und leider eine Heimkehr in dichtem Schneetreiben, die mein altes Auto, von dem ic mich am Donnerstag verabschieden muss, noch einmal mit Bravour meisterte. Aber wenigstens haben wir noch schöne Erinnerungsfotos gemacht...
Aber schön der Reihe nach: Teilgenommen habe ich am Decke Tönnes Quasselultra, einem Gruppenlauf in der Eifel mit angeblich 870 Höhenmetern. Zweck der Übung für mich war, zu diesem frühen Zeitpunkt bereits reichlich Kilometer und auch Steigungen in die Beine zu bekommen, damit es am Rennsteig dann auch wirklich super klappt. Mit dieser "Entschuldigung" ausgerüstet, war es dann auch wirklich kein größeres Problem, den anderen Teilnehmern meine weite Anreise mitsamt Extra-Übernachtung in der Jugendherberge zu erklären. Und los ging's.
Tag1:

Bei eiskaltem Wind verließen wir am Samstagvormittag Euskirchen unmittelbar vom Haus des Organisators Andreas aus. Mir war bereits im windgeschützten Auto so kalt geworden, dass ich beim kurzen Briefing in der Garage am ganzen Körper zitterte und mich beim Loslaufen trotz de Kapuzen von wattierter Jacke und Windbreaker nur schwer davon überzeugen konnte, dass ich den Lauf an jenem Tag durchhalten würde. Nach eine m kurzen Stück Schotter befanden wir uns dann aber in einem Waldstück und nur kurze Zeit später neben einem Steinbruch, der mir so atemberaubend vor Augen führte, wie klein wir als Menschen sind (und mir auch Lust machte, mal wieder "wilder" zu laufen!), dass alle Zweifel quasi "weggewindstillt" waren.
Kur nach Kilometer 10 erreicht sahen wir sogar im nahen Bach einen Reiher, der sich leider bei meinem Versuch eines Fotos zu schnell in die Lüfte schwang, aber allein die Tatsache, dass es dort solche Tiere gibt, sagt vielleicht etwas aus über den Zustand der Natur in der Eifel. So trottete unsere "schnelle" Gruppe vor sich hin durch die Landschaft, Kilometer 10, 15, 20, "Achtung, jetzt 4 Kilometer Aufstieg", warnte uns Andreas und schon ging es los, das Stück zur namensgebenden Kapelle "Decke Tönnes" hochkeuchen. Enttäuschend ist danch die "Ankunft", denn auch wenn die Kapelle rechnerisch der höchste Punkt des Rundkurses ist - statt einer Aussicht gibt es einen Parkplatz nebst Landstraße und den entsprechenden fußlahmen Touristen, die sich vom Auto vor das Kirchlein schleppen und ebenso geräuschvoll verschwinden, wie sich kurze Minuten vorher angekommen waren.

Andreas' Frau Gisela verpflegte unterdessen die teilweise ausgepowerte Läuferherdemit Bananen und Wasser (gemäß der "Vollwertkost"-Philosophie des Organisators, und nach wenigen Minuten ging es auch schon wieder bergab. Nachdem wir die Landstraße hinter uns gelassen hatten, schlängelten sich breite Ziehwege serpentinenartig an den vielen Bergen und Hügeln herunter. Technisch keine große Herausforderung, aber mit einem halben Marathon in den Knochen angenehm genug, um in einen richtigen Tritt zu kommen und voraus zu fühlen wie es ist, wenn man einen Schnitt von 4:45 locker läuft. Mit einem recht schnellen Marathoni aus Münster nutzte ich dann auch die Gunst der Stunde - und wurde am Ende des Ausflugs so jäh zurückgepfiffen, dass mir jede Lust am Laufen für dieses Wochenende verging - und das bei Kilometer 26 am ersten Tag!
Naja, trotten wir also noch ein bisschen vor uns hin, noch ein letzter, auf von Tannennadeln und Laub weich gedämpftem Winter-Waldboden den Berg hinauf, Pause an einem Wegkreuz, von dem aus man quasi den Rest der Strecke erblicken oder zumindest vor dem geistigen Auge erscheinen lassen kann und dann die letzten 6 Kilometer angehen. Im Hinblick auf einen kleinen Single-Trail mahnt uns Andreas, mindestens 2 Meter Abstand zum Vordermann (ach ja, ich war die einzige Frau!) zu halten, und ich freue mich insgeheim, dieses steile Gemsenstück am nächsten Tag hoch laufen zu dürfen.
Dann noch ein kleiner Ort, Fusion mit der "langsamen" Gruppe und 2 Kilometer austraben bis zum Start- und Endpunkt, wo uns Gisela mit leckeren, selbst gebackenen Vollwert-Waffeln und heißem Tee empfängt. Danach verabschiede ich mich schnell und verschwinde in Richtung Jugendherberge Bad Münstereifel, wo ich für den Nebensaison-Sechsbettzimmerpreis ein Einzelzimmer (wenn auch mini) mit moderner Dusche erhalte und bestimmt 20 Minuten unter dem warmen Strahl stehe, bis ich mich dazu durchringen kann, das Wasser auszustellen und mich fertig zu machen für die Überfahrt nach Bonn.
Gestärkt von einem italienischen Essen (Pennette mit leichter Hünchen-Lauch-Chilli-Soße) und ermüdet von einem viel zu langen (aber schönen) Kneipenbesuch mit Freunden lande ich um 0:30 Uhr im Bett - um um 7 wieder hellwach zu sein und einen 3-Kilometer-Regenerationslauf einzuschieben.
Tag 2: Nochmal gestärkt mit einem ebenfalls überraschend guten Jugendherbergsfrühstück (inkl. frischer Brötchen am Sonntag) geht es ein zweites Mal auf Tour, diesmal in umgekehrter Richtung. Dank Regenrationslaufs habe ich den Eindruck, sogar besser "drauf" zu sein als am Vortag. Wir verlassen also trabend den Ort, schlagen uns ganz kurz durch den Wald und sind schon bald an jenem Stück, wo ich es am Vortag so schön (und "verbotenerweise") habe laufen lassen. Für mich hätte er es nicht ansagen sollen, aber für alle, die keine Verkehrsschilder lesen, kündigt sie Andreas an: 15 Prozent Gefälle auf etwas mehr als 2 Kilometern, und das, wo einige Leute schon auf dem bereits erwähnten kurzen Single-Trail am Anfang quasi nur gegangen sind.
Ich selbst habe keine große Lust, richtig Tempo zu machen, möchte mir aber auch keine Blöße geben und bin ja außerdem gekommen, um mal wieder "richtig am Berg" zu trainieren. Nur gut, dass mit einem "frischen" Lokalmatador (der am Vortag nicht gelaufen ist), einem Läufer aus Konzen (ich sag' nur: Moschau-Marathon) und einem weiteren erfahrenen Ultramarathoni aus Aachen 3 Leute dabei sind, die sich auch in schwerem Gelände nicht "lumpen lassen". Die ersten Schritte geht es noch ganz gut, dann wird erst die Atmung schwerer, das Herz schlägt bis zum Hals und irgendwann sind auch meine Oberschenkel fest. Doch da ein Indiane keinen Schmerz kennt, kämpfe ich weiter, unterhalte mich Tapfer mit meinen momentanen "Trainingspartnern" und sehne den Anblick des Gefälle-Schildes von hinten herbei - der erst nicht kommt und sich dann als Schein-Erleichterung entpuppt: nach 15 Kilometern Gefälle sind auch darauf folgende leichte Anstiege, zumal auf einer Schotterpiste, kein wirkliches Erholungsprogramm.
Schließlich ist aber auch das überstanden, ich bin froh und stolz und weiß jetzt, was mir (nicht unerwartet ) derzeit noch an spezifischem Training fehlt und trabe mit der wieder aufschließenden Gruppe die verbleibenden Kilometer zum "Decke Tönnes" (der Kapelle). Dumm nur, dass sie in dieser Laufrichtung nicht jenseits, sondern diesseits der Streckenhälfte (bei rund 19,5 Kilometern) liegt und noch dümmer, dass mich jetzt wirklich meine fehlende Nahrungsgrundlage der vergangenen Woche einholt. Eine knappe Banane und ein halber Müsliriegel (von DextroEnergen, habe ich mal irgendwo bekommen, kann ich aber nicht empfehlen!) werden auf Dauer nicht ausreichen, um mich vor dem Hungerast zu bewahren. Ich merke es bereits, als wir die berüchtigten 4 Kilometer des gestrigen Anstiegs heruntertraben - doch das "dicke Ende" sollte mir noch Zeit für Ernährungsexperimente lassen.

Ob es mir nur so vorkam, weiß ich nicht, aber diese zweite Hälfte der Strecke ist, wenn man sie in erschöpftem Zustand und langsam läuft, wirklich nicht sehr abwechslungsreich. Feld- und Wirtschaftswege wechseln sich ab, gelegentlich ein Ort, manchmal bergauf, meist bergab und viel des Wartens auf diejenigen, die weniger gut mithalten können. Nur gut, dass es irgendwann anfängt zu schneien. So sehen die Fotos von denjenigen, die ihre Apparate auch noch ein zweites Mal mitgeschleppt haben, wenigstens spektakulär aus mit den Schneekristallen auf bunten Läufermützen.
Wenn wir auf freies Feld kommen, weht der Wind eisig wie ich es kaum je erlebt habe, und bei unebenem Weg stören die "Vorsicht - Eis"-Rufe die selbstquälerische Harmonie der trottenden Schritte. Nach einer letzten Bergab-Strecke erkenne ich den langen Weg durch den Steinbruch nicht wieder, muss mich von einem Mitläufer an die von mir am Vortag bewunderte schroffe Wand aus bröckelnder Erde erinnern lassen.

Wir haben noch keine 30 Kilometer auf dem Tages-Tacho, und um mich herum beginnt das Laufen einigen offensichtlich schwer zu fallen. Als sei es eine Vorahnung, kann ich ihnen das plötzlich nachfühlen. Nach der spektakulären Steinbruch-Stelle kommt noch eine längere Steigung in einen Ort hinein und dann noch eine auf eine Hochebene mit Wäldchen, das es zu durchqueren gilt. Ich kämpfe, setze einen Schritt vor den anderen, doch irgendetwas ist komisch bei mir.

Noch während ich dem Läufer neben mir, der des Öfteren mit Gehpausen mehr als liebäugelt, ermutigende Worte zuspreche, macht es irgendwie "klick": Ja, es hat mich auch erwischt, ich träume von Besuche in einem chinesischen Büffet-Restaurant und von den Tuc-Crackern auf dem Beifahrersitz meines Autos. Und da ich dieser Köstlichkeiten momentan nicht habhaft werden kann, ringe ich mich dazu durch, einen UltraSports Gel-Pad zu probieren, den ich in Leipzi als Probe bekommen habe. Das Zeug schmeckt wie der Zuckerschaum-Mäusespeck, den ich schon in Kindertage nicht mochte und hat amit außer der Konsistenz vermutlich auch die Ingedienzien gemeinsam. Trotzdem - oder deshalb - scheint es mir einige Minuten später bei ca. Kilometer 38 (auf die Garmin zu schauen, traue ich mich wegen Kälte und Entmutigungsgefahr nicht mehr) wieder besser zu gehen.
Noch einmal durch den kleinen Wald, der den einzigen Streckenabschnitt birgt, der auf jeder Runde doppelt gelaufen wird und schon empfängt uns der kalte Wind der Ebene, aber eher wie ein strenger Vater, der die inzwischen wohl alle ausgelaugten Läufer endlich, endlich zurück in den Schutz der Wohnsiedlung schiebt.
2 Tage, 90 Kilometer, 1740 Höhenmeter und Zeiten von 4:29 und 4:36 Stunden für eine gute Marathonstrecke. Allein, warum hat mir keiner gesagt, dass ich nach "Reset" keine Daten mehr vom Garmin überspielen kann???
Als Belohnung gab es dann noch eine Einkehr bei einem wirklich guten Italiener in Bochum (Gnochi mit Tomaten-Oliven-Soße, Tiramisu, viel Espresso und natürlich Treffen mit Freunden) und leider eine Heimkehr in dichtem Schneetreiben, die mein altes Auto, von dem ic mich am Donnerstag verabschieden muss, noch einmal mit Bravour meisterte. Aber wenigstens haben wir noch schöne Erinnerungsfotos gemacht...
Samstag, 24. Januar 2009
Super-Frühform und sensationelle Ernährungstipps ;-)
Es ist vollbracht, und wenn ich je bei einem Lauf gespürt habe, dass und wie Training wirkt, dann heute. Der Lauf in Kürze: 30 Kilometer in 2:21:22 Stunden. Das entspricht einer HM-Zeit von unter 1:27 Std. und wäre damit besser als meine persönliche Bestzeit. Vielleicht sollte ich also nochmal einen offiziellen HM und einen 15er in meine Planung einbauen, um die entsprechenden Zeiten abszustauben, wenn ich sie im Training sowieso laufe.
Dabei hatte ich heute nur mittelmäßig Lust und bin erst um 17.30 Uhr losgekommen. Vorher habe ich mich bei dem immer noch verletzten Andreas festgequatscht. Und davor habe ich bei dem Partner meiner Mutter Nudeln gegessen. Und davor habe ich mir ein neues Auto gekauft. Werde zu gegebener Zeit darüber berichten, und es wird mich sicher auch wehmütig stimmen, meinen alten, treuen Nissan Micra, mit dem ich seinerzeit halb Europa und ganz Frankreich unsicher gemacht habe, zum Verschrotten zu geben. Aber nachdem mir letztes Jahr jemand seitlich die Stoßstange abgefahren, den Kotflügel eingebeult und die Radkappe zerdeppert hat, der Unterboden verzogen ist und ich auf der Fahrt zum 100er in Leipzig auf der Autobahn irgendein Blech abreißen musste, das nur noch auf "halb 8" am Unterboden hing, war es wohl die einzig mögliche Entscheidung.
Weil ich heute einen so besonders guten Tag hatte, finde ich es angemessen, die Freude mit einem "Geschenk" an meine Leserschaft zu feiern. Nämlich mit meinen sensationellen Ernährungstipps. Diese mögen manchem von euch dubios vorkommen; jedenfalls entsprechen sie nicht dem, was gemeinhin in Sportler-Ratgebern empfohlen wird. Aber wer viel läuft, kann sich ja ohnehin nicht durch 120 Seiten Rezepte und ernährungswissenschaftliche Abhandlungen lesen, deshalb hier meine Top 15 in Kürze:
15) Tropenfrüchte von Katjes
Sollen angeblich mit natürliche Farbstoffen und Aromen sein. Schmecken jedenfalls, lassen sich angenehm kauen und geben Energie, z.B. unterwegs im Auto.
14) Trail-Mix Studentenfutter mit roten Früchten, OHNE Rosinen
Wenn ich mal keine Schokolade will, total ausgepowert bin und was halbwegs gesundes knabbern will. Mit großen Erdnüssen, vielen Cashews und sogar Paranüssen.
13) Gemüseboulette mit Pinienkernen, grünen Nudeln, Leipziger Allerlei (Mensa)
Schmeckt wie Omas Fleischklöpse, nur ohne Fleisch und ohne Oma. Der Geschmack der Kindheit, vor allem mein Lieblingsgemüse und dann mit 'ner Mega-Portion Nudeln ;-) Gibt's leider nur selten.
12) Salat von meinem Lieblings-türkischen Imbiss
Drei aus Möhrensalat, dicken weißen Bohnen, Artischocken, Mais und Couscous, darüber Tzaziki und ein leckerer, frisch gebackener Hefefladen. Super abends nach Arbeit oder Laufen. (Morgens und für die anderen nicht so super!)
11) Dinkelchen
Knusprige Mini-Gebäckstückchen mit Dinkel. Klingt gesund, schmeckt gut, klebt nich so schnell und lässt sich prima am Schreibtisch oder Rechner nebenbei knabbern. Gab's auch beim 100-KM-Lauf in Leipzig. Ich mag am liebsten die Vollmilch-Version.
10) Sun Rice
Mit diesen Süßigkeiten schreib' ich die inspiriertesten Texte (inkl. Magisterarbeit) und habe danach so viel Power zum Laufen wie nie. Natürlich total fettig!
9) Matjesbrötchen
Ess' ich immer, wenn ich zwischen Arbeit und Training nochmal in der Stadt bin. Fisch, Zwiebel, Tomate, saure Gurke, die bessere Alternative zur Bratwurst und ein Beitrag zu "2x pro Woche Fisch".
8) Geräucherte Putenbrust, gern auch ohne Brot ;-)
Mager, lecker, ess' ich auch spätabends noch gegen Heißhunger, zwischendurch aus Spaß mit Senf und während der Fastentage des Carboloadings in rauhen Mengen.
7) Brotkonfekt
Mini-Brote mit Curry, Knoblauch oder Nuss von der Bäckerei Mechau in Braunschweig. Echt kohlenhydratreicher Knabberspaß für zwischendurch, hier auch auf Parties zu haben!
6) Mohnkuchen
Am liebsten von derselben Bäckerei wie das Brotkonfekt, weil das die Mohnschicht mindestens 2,5 Zentimeter dick ist. Probiere aber allerorten auch die dortigen Sorten und verschmähe nicht die Strudel-Variante mit Streuseldecke und dickem Zuckerguss. Habe jetzt allerdings erfahren, dass Mohn positive Dopingtests auslösen kann. Und kann die Leistungssteigerung (1/2 Stunde vor dem Lauf genossen) bestätigen.
5) Vollkornnudeln mit Soße "Arrabiata" und Champignons
Gesund+Scharf+Pilze, die ich einfach koche und unter die Fertigsoße mische. Eine einfache und schnelle Alternative, wenn man dem Training Magen und Glykogenspeicher (denen man mit irgendeinem Spurenelement in den Pilzen auf die Sprünge hilft!) nach Auffüllung schreien.
4) Erdnüsse
Meine fast täglichen Begleiter, und zwar in RAUHEN Mengen (~200g/Tag). Favoriten sind natürlichfrisch geröstete zum Selbstknacken und, wenn das nicht geht, die ungesalzenen von ültje.
3) Kaffee
Ich arbeite im Büro ;-) Außerdem habe ich mal gelesen, dass das Koffein der Regeneration auf die Sprünge hilft. In Frankreich bekam man jedenfalls auf Wunsch auch einen im Ziel. Bin dabei geblieben.
2) Vollkornbrot mit Honig
Schneller und leckerer Energiebringer. Eigentlich jeden Tag zum Frühstück und manchmal auch zwischendurch. Hoteliers aufgepasst: Krieg' ich keinen Bienensaft, werd' ich grantig!!!
1)Apfel, Banane, Müsli mit Naturjoghurt, OHNE Rosinen v. dm
Ess' ich IMMER zum Frühstück, und seit ich die Körnermischung von dm entdeckt habe, auch nicht mehr bloß mit langweiligen Haferflocken. Inwzischen habe ich mich auch ans Amaranth gewöhnt, das unter Läufern ja als Geheimtipp gilt, und von dem ich jetzt extra noch 1 EL dazutue.
Ich habe nichts gegen Ernährungsberater. Jedenfalls nichts Wirksames ;-)
Dabei hatte ich heute nur mittelmäßig Lust und bin erst um 17.30 Uhr losgekommen. Vorher habe ich mich bei dem immer noch verletzten Andreas festgequatscht. Und davor habe ich bei dem Partner meiner Mutter Nudeln gegessen. Und davor habe ich mir ein neues Auto gekauft. Werde zu gegebener Zeit darüber berichten, und es wird mich sicher auch wehmütig stimmen, meinen alten, treuen Nissan Micra, mit dem ich seinerzeit halb Europa und ganz Frankreich unsicher gemacht habe, zum Verschrotten zu geben. Aber nachdem mir letztes Jahr jemand seitlich die Stoßstange abgefahren, den Kotflügel eingebeult und die Radkappe zerdeppert hat, der Unterboden verzogen ist und ich auf der Fahrt zum 100er in Leipzig auf der Autobahn irgendein Blech abreißen musste, das nur noch auf "halb 8" am Unterboden hing, war es wohl die einzig mögliche Entscheidung.
Weil ich heute einen so besonders guten Tag hatte, finde ich es angemessen, die Freude mit einem "Geschenk" an meine Leserschaft zu feiern. Nämlich mit meinen sensationellen Ernährungstipps. Diese mögen manchem von euch dubios vorkommen; jedenfalls entsprechen sie nicht dem, was gemeinhin in Sportler-Ratgebern empfohlen wird. Aber wer viel läuft, kann sich ja ohnehin nicht durch 120 Seiten Rezepte und ernährungswissenschaftliche Abhandlungen lesen, deshalb hier meine Top 15 in Kürze:
15) Tropenfrüchte von Katjes
Sollen angeblich mit natürliche Farbstoffen und Aromen sein. Schmecken jedenfalls, lassen sich angenehm kauen und geben Energie, z.B. unterwegs im Auto.
14) Trail-Mix Studentenfutter mit roten Früchten, OHNE Rosinen
Wenn ich mal keine Schokolade will, total ausgepowert bin und was halbwegs gesundes knabbern will. Mit großen Erdnüssen, vielen Cashews und sogar Paranüssen.
13) Gemüseboulette mit Pinienkernen, grünen Nudeln, Leipziger Allerlei (Mensa)
Schmeckt wie Omas Fleischklöpse, nur ohne Fleisch und ohne Oma. Der Geschmack der Kindheit, vor allem mein Lieblingsgemüse und dann mit 'ner Mega-Portion Nudeln ;-) Gibt's leider nur selten.
12) Salat von meinem Lieblings-türkischen Imbiss
Drei aus Möhrensalat, dicken weißen Bohnen, Artischocken, Mais und Couscous, darüber Tzaziki und ein leckerer, frisch gebackener Hefefladen. Super abends nach Arbeit oder Laufen. (Morgens und für die anderen nicht so super!)
11) Dinkelchen
Knusprige Mini-Gebäckstückchen mit Dinkel. Klingt gesund, schmeckt gut, klebt nich so schnell und lässt sich prima am Schreibtisch oder Rechner nebenbei knabbern. Gab's auch beim 100-KM-Lauf in Leipzig. Ich mag am liebsten die Vollmilch-Version.
10) Sun Rice
Mit diesen Süßigkeiten schreib' ich die inspiriertesten Texte (inkl. Magisterarbeit) und habe danach so viel Power zum Laufen wie nie. Natürlich total fettig!
9) Matjesbrötchen
Ess' ich immer, wenn ich zwischen Arbeit und Training nochmal in der Stadt bin. Fisch, Zwiebel, Tomate, saure Gurke, die bessere Alternative zur Bratwurst und ein Beitrag zu "2x pro Woche Fisch".
8) Geräucherte Putenbrust, gern auch ohne Brot ;-)
Mager, lecker, ess' ich auch spätabends noch gegen Heißhunger, zwischendurch aus Spaß mit Senf und während der Fastentage des Carboloadings in rauhen Mengen.
7) Brotkonfekt
Mini-Brote mit Curry, Knoblauch oder Nuss von der Bäckerei Mechau in Braunschweig. Echt kohlenhydratreicher Knabberspaß für zwischendurch, hier auch auf Parties zu haben!
6) Mohnkuchen
Am liebsten von derselben Bäckerei wie das Brotkonfekt, weil das die Mohnschicht mindestens 2,5 Zentimeter dick ist. Probiere aber allerorten auch die dortigen Sorten und verschmähe nicht die Strudel-Variante mit Streuseldecke und dickem Zuckerguss. Habe jetzt allerdings erfahren, dass Mohn positive Dopingtests auslösen kann. Und kann die Leistungssteigerung (1/2 Stunde vor dem Lauf genossen) bestätigen.
5) Vollkornnudeln mit Soße "Arrabiata" und Champignons
Gesund+Scharf+Pilze, die ich einfach koche und unter die Fertigsoße mische. Eine einfache und schnelle Alternative, wenn man dem Training Magen und Glykogenspeicher (denen man mit irgendeinem Spurenelement in den Pilzen auf die Sprünge hilft!) nach Auffüllung schreien.
4) Erdnüsse
Meine fast täglichen Begleiter, und zwar in RAUHEN Mengen (~200g/Tag). Favoriten sind natürlichfrisch geröstete zum Selbstknacken und, wenn das nicht geht, die ungesalzenen von ültje.
3) Kaffee
Ich arbeite im Büro ;-) Außerdem habe ich mal gelesen, dass das Koffein der Regeneration auf die Sprünge hilft. In Frankreich bekam man jedenfalls auf Wunsch auch einen im Ziel. Bin dabei geblieben.
2) Vollkornbrot mit Honig
Schneller und leckerer Energiebringer. Eigentlich jeden Tag zum Frühstück und manchmal auch zwischendurch. Hoteliers aufgepasst: Krieg' ich keinen Bienensaft, werd' ich grantig!!!
1)Apfel, Banane, Müsli mit Naturjoghurt, OHNE Rosinen v. dm
Ess' ich IMMER zum Frühstück, und seit ich die Körnermischung von dm entdeckt habe, auch nicht mehr bloß mit langweiligen Haferflocken. Inwzischen habe ich mich auch ans Amaranth gewöhnt, das unter Läufern ja als Geheimtipp gilt, und von dem ich jetzt extra noch 1 EL dazutue.
Ich habe nichts gegen Ernährungsberater. Jedenfalls nichts Wirksames ;-)
Montag, 12. Januar 2009
Fast food?
"Der Mensch ist, was er isst." Zumindest fühlt er/sie sich manchmal so. Ich zum Beispiel hatte heute Mittag zwei (sehr leckere) Bratwürste mit Kartoffelsalat. Zwar dachte ich eigentlich, dass auch die schwerste Mahlzeit sich innerhalb der 4 Stunden bis zum Anfang meines Laufes verdaut haben müssen. Dem war dann aber nicht ganz so, so dass ich meinem geplanten "temporeichen" Start in die Woche unter erschwerten Bedingungen hinlegen musste. Zwar hatte ich dieses Mal keine Seitenstiche, aber als Läufer/-innen wisst ihr ja wohl alle, wie es sich anfühlt, wenn man nicht ganz "stromlinienförmig" ist.
Naja, halb so schlimm, denn zusammen mit der durchgängigen Eisdecke auf der Strecke macht das ja zweimal "minus", also "plus". Und nachdem ich mich zur Hälfte um den See gequält und meine wirklich hervorragende Zwischenzeit abgelesen hatte, waren auch die Flügel zurück: "Stell dich doch nicht so an!" Was soll ich sagen, mit 1:08:18 td. auf der 14,7er-Runde so schnell wie nie. Und das, obwohl ich heute Morgen mein Ruhegelübde nicht eingehalten habe und schonmal 5,5 Kilometer ebenfalls übers Eis getappt bin. Also doch "Fast food", dieser Mensa-Fraß.
Dazwischen noch 8 Stunden im Büro und 2 am Schreibtisch für's Studium. Und da sag' noch einer, Sport mache dumm ;-)Aßerdem freu ich mich auf morgen, denn da laufe ich nicht nur langsamer und stressfreier, sondern dank Lauftreff auch mal wieder in Gesellschaft!
Naja, halb so schlimm, denn zusammen mit der durchgängigen Eisdecke auf der Strecke macht das ja zweimal "minus", also "plus". Und nachdem ich mich zur Hälfte um den See gequält und meine wirklich hervorragende Zwischenzeit abgelesen hatte, waren auch die Flügel zurück: "Stell dich doch nicht so an!" Was soll ich sagen, mit 1:08:18 td. auf der 14,7er-Runde so schnell wie nie. Und das, obwohl ich heute Morgen mein Ruhegelübde nicht eingehalten habe und schonmal 5,5 Kilometer ebenfalls übers Eis getappt bin. Also doch "Fast food", dieser Mensa-Fraß.
Dazwischen noch 8 Stunden im Büro und 2 am Schreibtisch für's Studium. Und da sag' noch einer, Sport mache dumm ;-)Aßerdem freu ich mich auf morgen, denn da laufe ich nicht nur langsamer und stressfreier, sondern dank Lauftreff auch mal wieder in Gesellschaft!
Montag, 11. August 2008
Einfach.Nur.Laufen.
Ja, ich bin ein kleines bisschen ehrgeizig, vielleicht sogar pedantisch. Jedenfalls werdet ihr das denken, wenn ihr das hier zuende gelesen habt - aber nur nach dem ersten Absatz.
Seit gestern Abend sind nämlich die sonst bei Läufern so beliebten Kohlenhydrate aus meinem Ernährungsprogramm gestrichen. Auch wenn es nicht so scheint, ist das der erste Abschnitt auf dem Weg zu einem intensiven Carboloading, also quasi der Füllung der muskulären- und Leber-Kohlenhydratspeicher bis zum Bersten. Wohl fühle ich mich dabei eigentlich nie, zu den Kopfschmerzen (trotz ausreichender Flüssigkeitszufuhr) kommt irgendwann leicht schlechte Laune, und geschmeckt haben mir purer Magermilchjoghurt, Rühreier oder Hähnchenfilet oder Fisch nur mit Salat sowieso noch nie.
Da ich jedoch besonders übermütig bin, spare ich auch nicht allzu sehr mir dem Training. 7 Kilometer sollten's heute werden, fast 20 kamen dabei heraus. Und das alles nur, weil ich den linken Fuß vor den rechten und den rechten vor den linken setzte, immer mit einem kleinen Löchlein im Magen, durch das allerdings um so intensiver das Erleben der Natur zu dringen schien.
Es ist ein sonniger und windiger Tag heute, dabei vielleicht 20 Grad im Schatten. Am Anfang muss ich mich noch bremsen, nicht zu schnell los zu laufen, aber dann bremst sich mein auf Brennstoffentzug befindlicher Körper von ganz allein. Und weil ich mich nicht dem Leiden hingeben will, gebe ich mich der Schönheit hin. Derjenigen der Natur. Frische Luft unter stolzen Kastanien, weicher Boden zwischen grünem Gras, eine Entenkolonie in der warmen Sonne und das plätschern eines Baches längs des Wegs. Wer noch nie gelaufen ist, der kennt den Eindruck nicht, wenn hinter der Kurve auf einmal die Wärme aus dem Grasbewuchs steigt, aber so fühle ich mich der Natur nah. Mal kein Gas geben. Einfach.nur.laufen.
Wenn die Beine noch gewollt hätten, ich hätte noch eine Runde gedreht. Aber ich bin ja vernünftig und quäle mich nur so sehr, wie es noch an der Grenze zur Lust liegt, sich selbst näher zu kommen. Und vor einem "wichtigen" Wettkampf darfs schonmal etwas mehr sein ;-)
Nachtrag 21.25 Uhr:
Der zweite Run des Tages ist überstanden. 7 Kilometer in etwas schneller als 6er-Schnitt. Leider musste ich heute zum ersten mal in meinem Läuferinnen-Leben die unangenehme Erfahrung machen, bedrängt zu werden. Da waren so'n paar Halbstarke auf ihren Fahrrädern, die es lustig fanden, mich einzukesseln und dann kurz hinter mir zu bremsen :-(
Seit gestern Abend sind nämlich die sonst bei Läufern so beliebten Kohlenhydrate aus meinem Ernährungsprogramm gestrichen. Auch wenn es nicht so scheint, ist das der erste Abschnitt auf dem Weg zu einem intensiven Carboloading, also quasi der Füllung der muskulären- und Leber-Kohlenhydratspeicher bis zum Bersten. Wohl fühle ich mich dabei eigentlich nie, zu den Kopfschmerzen (trotz ausreichender Flüssigkeitszufuhr) kommt irgendwann leicht schlechte Laune, und geschmeckt haben mir purer Magermilchjoghurt, Rühreier oder Hähnchenfilet oder Fisch nur mit Salat sowieso noch nie.
Da ich jedoch besonders übermütig bin, spare ich auch nicht allzu sehr mir dem Training. 7 Kilometer sollten's heute werden, fast 20 kamen dabei heraus. Und das alles nur, weil ich den linken Fuß vor den rechten und den rechten vor den linken setzte, immer mit einem kleinen Löchlein im Magen, durch das allerdings um so intensiver das Erleben der Natur zu dringen schien.
Es ist ein sonniger und windiger Tag heute, dabei vielleicht 20 Grad im Schatten. Am Anfang muss ich mich noch bremsen, nicht zu schnell los zu laufen, aber dann bremst sich mein auf Brennstoffentzug befindlicher Körper von ganz allein. Und weil ich mich nicht dem Leiden hingeben will, gebe ich mich der Schönheit hin. Derjenigen der Natur. Frische Luft unter stolzen Kastanien, weicher Boden zwischen grünem Gras, eine Entenkolonie in der warmen Sonne und das plätschern eines Baches längs des Wegs. Wer noch nie gelaufen ist, der kennt den Eindruck nicht, wenn hinter der Kurve auf einmal die Wärme aus dem Grasbewuchs steigt, aber so fühle ich mich der Natur nah. Mal kein Gas geben. Einfach.nur.laufen.
Wenn die Beine noch gewollt hätten, ich hätte noch eine Runde gedreht. Aber ich bin ja vernünftig und quäle mich nur so sehr, wie es noch an der Grenze zur Lust liegt, sich selbst näher zu kommen. Und vor einem "wichtigen" Wettkampf darfs schonmal etwas mehr sein ;-)
Nachtrag 21.25 Uhr:
Der zweite Run des Tages ist überstanden. 7 Kilometer in etwas schneller als 6er-Schnitt. Leider musste ich heute zum ersten mal in meinem Läuferinnen-Leben die unangenehme Erfahrung machen, bedrängt zu werden. Da waren so'n paar Halbstarke auf ihren Fahrrädern, die es lustig fanden, mich einzukesseln und dann kurz hinter mir zu bremsen :-(
Samstag, 9. August 2008
Ungesundes Frühstück!
Mein großer Tag rückt immer näher. In einer Woche werde ich auf der Strecke sein, um hoffentlich meinen ersten 100er zu finishen. Heute habe ich mir dazu einen letzten Auslauf gegönnt, und soweit ich das beurteilen kann, stimmt die körperliche Form perfekt. Nach den üblichen Schwierigkeiten, morgens und auf nüchternen Magen in Gang zu kommen, erreiche ich im Moment mühelos Zeiten und Schnitte, von denen ich noch vor wenigen Monaten nicht zu träumen gewagt hätte. (Das Zwicken von gestern ist allerdings noch da!)
Wenn es einen Körperteil gibt, der trotzdem kurz vor dem Schlappmachen ist, dann ist das mein Kopf. Bei jeder Beschleunigung fragt er "Muss das denn sein?", und das schöne Gefühl, gleich abzuheben deutet er mir als Vorwarnung einer baldigen Entkräftung. Gar nicht mehr einigen können wir uns auch in Bezug auf die Ernährung. Hatte es ihm bis dato gereicht, abends ein paar Schokokekse (diese Butterkekse mit Schokoladenüberzug) zu bekommen, so war heute Morgen alle Überredungskunst vergeblich. Wir mögen kein Müsli mehr, weder mit Amaranth noch ohne, weder in rauhen noch moderaten Mengen, mit Milch oder Joghurt.
Nun gut, sitze ich eben gut gelaunt vorm Rechner und gönne mir jede Menge Weißbrot mit Honig, Marmelade und Käse. Ein richtig ungesundes Frühstück eben. Doch was dem Geist gut tut, kann ja für den Körper nicht schlecht sein!
Wenn es einen Körperteil gibt, der trotzdem kurz vor dem Schlappmachen ist, dann ist das mein Kopf. Bei jeder Beschleunigung fragt er "Muss das denn sein?", und das schöne Gefühl, gleich abzuheben deutet er mir als Vorwarnung einer baldigen Entkräftung. Gar nicht mehr einigen können wir uns auch in Bezug auf die Ernährung. Hatte es ihm bis dato gereicht, abends ein paar Schokokekse (diese Butterkekse mit Schokoladenüberzug) zu bekommen, so war heute Morgen alle Überredungskunst vergeblich. Wir mögen kein Müsli mehr, weder mit Amaranth noch ohne, weder in rauhen noch moderaten Mengen, mit Milch oder Joghurt.
Nun gut, sitze ich eben gut gelaunt vorm Rechner und gönne mir jede Menge Weißbrot mit Honig, Marmelade und Käse. Ein richtig ungesundes Frühstück eben. Doch was dem Geist gut tut, kann ja für den Körper nicht schlecht sein!
Abonnieren
Posts (Atom)
