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Sonntag, 25. Oktober 2009

Neue Bestzeit, Laufpause und Blog-Umzug

Liebe Laufbloggerinnen und Laufblogger,

in letzter Zeit habe ich sehr wenig gebloggt. Der Grund war, dass ich mich sehr intensiv dem Laufen gewidmet habe, allerdings alles in allem so unspektakulär, dass mehr als eine reine Mitteilung der gelaufenen Zeit und des Tempos kaum dabei herausgesprungen wäre.

Aber: es hat sich gelohnt. Heute bin ich in meiner Heimatstadt Braunschweig (und unter entsprechendem Jubel von Freunden und Bekannten) mit 3:20:04 Std. eine neue persönliche Bestzeit im Marathon gelaufen. Einen ausführlichen Bericht könnt ihr wahrscheinlich schon morgen bei distqueror lesen.



Und weil nach so etwas erst einmal eine Pause fällig ist, werde ich mir diese jetzt nehmen und ausnahmsweise mal leben "wie ein nornaler Mensch" - ohne frühes Aufstehen, ohne zwanghaftes Unterbrechen anderer Tätigkeiten für ein Läufchen und vielleicht auch mal ohne ohne (also mit) einem Gläschen Alkohol.

Unterdessen plane ich auch einen neuen Blog zu eröffnen. Er wird weiterhin viel mit Sport zu tun haben, aber der Tatsache Rechnung tragen, dass ich auch manchmal andere Dinge tue - und das sehr gern. Die Adresse teile ich euch dann mit - ihr dürft gespannt sein. Und natürlich lese ich auch weiterhin, was ihr so macht in der großen weiten (und doch irgendwie heimeligen) Welt in und außerhalb der Laufblogs!

Bis demnächst!

Montag, 7. September 2009

Neue persönliche Bestzeit

Einen ganzen Tag habe ich mich mit dem Bloggen zurückgehalten. Diejenigen von euch, die gewohnheitsmäßig in Ergebnislisten stalken, haben es vielleicht trotzdem schon mitbekommen: den gestrigen Marathon in Wolfsburg habe ich erfolgreich gefinisht.

Wie gut das Ergebnis letztlich sein würde, hätte ich eigentlich schon am Morgen wissen können. Zwar fiel mir das Aufstehen schwer wie eh und je. Aber nachdem ich mich erstmal in der Vertikalen befand, machte sich die Motivation in mir breit wie schon seit Langem nicht mehr. Die Atmosphäre auf dem Start- und Zielgelände war bei nur 151 Startern im Marathon (und einigen mehr auf den "Unterdistanzen") angenehm relaxt. Unangenehm überraschte nur das Wetter: 13 Grad und bewölkt.

2 Minuten vor dem Startschuss war ich dann voll konzentriert und stelle mich entgegen meinen manchmal hervortretenden Marotten auch recht weit vorn auf. Dann runterklatschen und -zählen, Peng!, es geht los.

Nach nichtmal 2 Kilometern habe ich diejenigen unter den Damen, die von der Statur her noch respekteinflößend aussehen, bereits locker überholt. Von schwerer Atmung nichts zu spüren. Etwas jenseits des 2ten Kilometers adoptiere ich Wolfgang als Pacemaker für eine mutig angegangene 3:20er-Zielzeit. Die Strecke ist ganz ok, ein kleiner Hügel im Stadtwald, 1 Brücke und ein paar Steigungen hoch vom Ufer der Aller sind die größten Schwierigkeiten.

Auf Höhe der VfL-Arena, die wir auf jeder der 2 Runden auch seitlich durchlaufen werden, komplettieren wir 14 Kilometer und Wolfgang meint, nun hätten wir "für so viel Geld schon wieder ein Drittel vom Spaß rum". Das Tempo ist mit 4:40-4:50 pro Kilometer im oberen Bereich dessen, was ich mir hätte träumen lassen, und bei 15, 16 beginne ich auch anzumahnen, nochmal einen Tacken 'rauszunehmen. So mache ich's eigentlich immer: erstmal zum HM retten, dann auf die 30 und dann gucken, was noch geht.

In der Tat hat die Runde noch sowohl Schönes als auch Schweres für uns zu bieten: quer durchmesse wir unter den staunenden Blicken von Passanten die Glaskonstruktion der Autostadt, schlängeln uns durch die Außenanlagen (die nicht die einizigen und nicht die schlimmsten Spitzkurven dieses Kurses sind) und finden uns nach einem Trab durch (VW-)"Werk" am Allersee wieder. Das ist so eine Strecke, auf der der Wind unabhängig von der Laufrichtung immer von vorn zu kommen scheint. Wolfgang zieht das Tempo eisern durch, mir wird anders beim Gedanken, hier demnächst die Kilometer 39 und 40 absolvieren zu müssen!

Dann ist die erste Runde rum, wir haben jedem der zahlreichen (aber teilweise schlecht eingewiesenen) Streckenposten einmal "moin" gesagt und gehen nun zu "einen schönen Tag noch" über. Der Sprecher im Stadion sagt "da haben sich zwei gefunden" und als wir aus dem Rund heraus sind, ruft mir irgendwer zu "erste Frau". Wolfgan findet das "eine Ehre", mich spornt es an, macht mir aber zugleich auch Angst, das Tempo oder wenigstens den Abstand nicht halten zu können.

Kilometer 22, 23, 24 ... Auf dem freien Feld mit Gegenwind fühle ich mich erstmals nicht mehr wirklich frisch, kurz nach 27 scheinen mich vollends die Kräfte zu verlassen, aber da laufen wir kurz vor 28 ins Schwimmbad ein (zwei Drittel geschafft sage ich mehr zur Selbstbestätigung als zu Wolfgang) und der Sprecher murmelt was von "Zielzeit 3:30".

Dann durch ein unansehnliches Wohngebiet. Den 30. Kilometermarker erreichen wir nicht mehr gemeinsam. Wolfgang verabschiedet sich "in die Büsche" (ich habe kurzzeitig die Sorge, ihm auf den Nerv gefallen zu sein). Mir wird jetzt so allein bange vor der Strecke, doch ich pushe mich vorwärts und lasse mich vor allem nicht verrückt machen, wenn die Kilometerzeiten so langsam auf die 5:00 und dann die 5:11 zugehen. Als problematisch empfinde ich, dass Garmin ab irgeneinem Punkt die Kilometer jeweils ca. 300 Meter vor den Streckenmarkierungen "abbläst" - aber der Schnitt stimmt ja trotzdem in etwa.

In der fast ausgestorbenen Fußgängerzone mach eine Jazzband anfeuernde Musik. An allen Getränkeständen halte ich, esse Banane und trinke Wasser. Statt an Wolfgang hänge ich jetzt auf ca. 50 Meter Distanz an einem Läufer im dunkelblauen Dress, der erst sehr stark an mir vorbeizog. Gleizeitig überhole ich einige Leute, die zuvor sehr stark aussahen und recht konstant vor uns hergepacet waren. So lässt sich zumindest der Geschwindigkeitsabfall nochmal besser verzeihen. Selbst am Allersee, wo ich den Eindruck habe, der Wind sei noch stärker geworden, lasse ich mich nicht mehr abhängen.

Dann noch eine schreckliche (weil schwankende und unansehnliche) Brücke. Auf der Spur gegenüber verrichtet ein armer Läufer mit dem Hinterteil zu den verrosteten Stäben seine Notdurft. Ich versuche unterdessen nochmal Gas zu geben, an dem "Blauen" bin ich noch dran und überhole jenseits des 41er-Schildes auch noch einen Mann.

Die letzten "Meterchen" scheinen sich dennoch hinzuziehen. Ich rette mich ins Stadion, richtig spurten kann ich nicht mehr. Endlich, die Zielgerade! Ich höre meinen Namen, stampfe zweimal mit dem linken, chiptragenden Fuß auf den Transponder-Matten auf und bin endlich da. Erste bin ich aber offensichtlich nicht, denn eine Bekannte, die so aussieht als sei sie auch gelaufen, lehnt bereits an der Absperrung im Zielbereich. Ich hoffe, Dritte zu sein, doch als sich auch das nicht bewahrheitet, gehe ich Duschen. Nicht, dass mich die Platzierung stören würde, aber wenn man mir eine zuruft, dann doch bitte die richtige!

Anschließend dann noch eine der besten Massagen, die ich je nach einem Marathon erhalten habe (der Masseur erklärt mir, dass meineverhärtete Problemstelle an der rechten Wade vom 5. Lendenwirbel herrührt, was ich sofort unterschreiben würde) und dann ab ins Restaurant, wo ich mit einem bekannten Marathoni den Tag ausklingen lasse.

Ein erfolgreicher Wettkampf. Obendrein gab's ein adidas-Finisher-Shirt (Wenn auch ohne die Aufscchrift "Finisher", dafür mit Riesen-VW-Logo vorn) und zwei Eintrittskarten für die Autostadt, über deren Gegenwert man zumindest vom geldlichen her nicht meckern kann. Jetzt bin ich irgendwie erleichtert, mal wieder eine "guten Wettkampf" gelaufen zu sein. Ab Mittwoch wird sich dann auf die 5 konzentriert - sub 20 Minuten!

P.S.: Die Bestzeit beträgt übrigens 3:25:24!!!

Dienstag, 25. August 2009

Ich brauche endlich ein Fahrrad!

Da das Unternehmen gescheitert war, hatte ich noch nicht davon berichtet. Ich bin aber drauf und dran, mir ein schönes, sportliches "ATB" (All Terrain Bike) zuzulegen, um meinen Knien eine Pause zu gönnen und meinen Trainingsfleiß mit etwas Abwechslung zu versüßen. Nachdem mir ein "Fach"-Händler (ich muss dieses Wort wirklich immer öfter mit Anführungsstrichen verwenden) erst die Auskunft gegeben hatte, ein Test und dann ggf. Nachbestellung eines Rades in meiner benötigten Rahmenhöhe seien kein Problem, und sich dann herausstellte, dass es sich bei den Rädern um die Reste der Sommersaison handelte und bis Oktober kaum noch Räder in meiner Größe und zu meinen Preisvorstellungen gibt.

Wie ich ausgerechnet heute auf die Idee komme? Bin gerade 15 Kilometer gelaufen, schön schnell (den letzten in 4:02 Minuten). Nur am Anfang, als ich noch nicht so richtig warm war, hatte ich wieder ganz fiese Knieschmerzen (kennt jemand sowas und hat einen Tipp, worum es sich handeln könnte?) Daher denke ich, dass ich in Zukunft wohl weniger Laufen und andere Knie beanspruchende Aktivitäten betreiben kann - und am Radeln finde ich dank Weges zur Arbeit und Fortbewegung in der Stadt auch immer mehr Freude. Leider taugt mein durch Minimalismus dienstahlgestütztes Basis-Rad nur bedingt zum sportlichen Training, weshalb ich weiter auf der Pirsch bleibe (auch hier bin ich für Tipps dankbar).

Gerade habe ich mich übrigens zum Wolfsburg-Marathon angemeldet. Der Herbst kann kommen. Freu mich!!!

Montag, 2. Februar 2009

Von Aufs und Abs

Am Samstagmorgen um Punkt 5 Uhr ging es los, und endete am ganz frühen Montagmorgen um 0:30 Uhr mit einem todmüden Fall in mein heimisches Bett. Dazwischen: 2 (Ultra-)Marathons (etwas über 43 Kilometer je), 2 anregende Abende mit alten Freunden und eine Nacht in einer gar nicht mal so schrecklichen Jugendherberge.

Aber schön der Reihe nach: Teilgenommen habe ich am Decke Tönnes Quasselultra, einem Gruppenlauf in der Eifel mit angeblich 870 Höhenmetern. Zweck der Übung für mich war, zu diesem frühen Zeitpunkt bereits reichlich Kilometer und auch Steigungen in die Beine zu bekommen, damit es am Rennsteig dann auch wirklich super klappt. Mit dieser "Entschuldigung" ausgerüstet, war es dann auch wirklich kein größeres Problem, den anderen Teilnehmern meine weite Anreise mitsamt Extra-Übernachtung in der Jugendherberge zu erklären. Und los ging's.

Tag1:


Bei eiskaltem Wind verließen wir am Samstagvormittag Euskirchen unmittelbar vom Haus des Organisators Andreas aus. Mir war bereits im windgeschützten Auto so kalt geworden, dass ich beim kurzen Briefing in der Garage am ganzen Körper zitterte und mich beim Loslaufen trotz de Kapuzen von wattierter Jacke und Windbreaker nur schwer davon überzeugen konnte, dass ich den Lauf an jenem Tag durchhalten würde. Nach eine m kurzen Stück Schotter befanden wir uns dann aber in einem Waldstück und nur kurze Zeit später neben einem Steinbruch, der mir so atemberaubend vor Augen führte, wie klein wir als Menschen sind (und mir auch Lust machte, mal wieder "wilder" zu laufen!), dass alle Zweifel quasi "weggewindstillt" waren.

Kur nach Kilometer 10 erreicht sahen wir sogar im nahen Bach einen Reiher, der sich leider bei meinem Versuch eines Fotos zu schnell in die Lüfte schwang, aber allein die Tatsache, dass es dort solche Tiere gibt, sagt vielleicht etwas aus über den Zustand der Natur in der Eifel. So trottete unsere "schnelle" Gruppe vor sich hin durch die Landschaft, Kilometer 10, 15, 20, "Achtung, jetzt 4 Kilometer Aufstieg", warnte uns Andreas und schon ging es los, das Stück zur namensgebenden Kapelle "Decke Tönnes" hochkeuchen. Enttäuschend ist danch die "Ankunft", denn auch wenn die Kapelle rechnerisch der höchste Punkt des Rundkurses ist - statt einer Aussicht gibt es einen Parkplatz nebst Landstraße und den entsprechenden fußlahmen Touristen, die sich vom Auto vor das Kirchlein schleppen und ebenso geräuschvoll verschwinden, wie sich kurze Minuten vorher angekommen waren.




Andreas' Frau Gisela verpflegte unterdessen die teilweise ausgepowerte Läuferherdemit Bananen und Wasser (gemäß der "Vollwertkost"-Philosophie des Organisators, und nach wenigen Minuten ging es auch schon wieder bergab. Nachdem wir die Landstraße hinter uns gelassen hatten, schlängelten sich breite Ziehwege serpentinenartig an den vielen Bergen und Hügeln herunter. Technisch keine große Herausforderung, aber mit einem halben Marathon in den Knochen angenehm genug, um in einen richtigen Tritt zu kommen und voraus zu fühlen wie es ist, wenn man einen Schnitt von 4:45 locker läuft. Mit einem recht schnellen Marathoni aus Münster nutzte ich dann auch die Gunst der Stunde - und wurde am Ende des Ausflugs so jäh zurückgepfiffen, dass mir jede Lust am Laufen für dieses Wochenende verging - und das bei Kilometer 26 am ersten Tag!

Naja, trotten wir also noch ein bisschen vor uns hin, noch ein letzter, auf von Tannennadeln und Laub weich gedämpftem Winter-Waldboden den Berg hinauf, Pause an einem Wegkreuz, von dem aus man quasi den Rest der Strecke erblicken oder zumindest vor dem geistigen Auge erscheinen lassen kann und dann die letzten 6 Kilometer angehen. Im Hinblick auf einen kleinen Single-Trail mahnt uns Andreas, mindestens 2 Meter Abstand zum Vordermann (ach ja, ich war die einzige Frau!) zu halten, und ich freue mich insgeheim, dieses steile Gemsenstück am nächsten Tag hoch laufen zu dürfen.

Dann noch ein kleiner Ort, Fusion mit der "langsamen" Gruppe und 2 Kilometer austraben bis zum Start- und Endpunkt, wo uns Gisela mit leckeren, selbst gebackenen Vollwert-Waffeln und heißem Tee empfängt. Danach verabschiede ich mich schnell und verschwinde in Richtung Jugendherberge Bad Münstereifel, wo ich für den Nebensaison-Sechsbettzimmerpreis ein Einzelzimmer (wenn auch mini) mit moderner Dusche erhalte und bestimmt 20 Minuten unter dem warmen Strahl stehe, bis ich mich dazu durchringen kann, das Wasser auszustellen und mich fertig zu machen für die Überfahrt nach Bonn.

Gestärkt von einem italienischen Essen (Pennette mit leichter Hünchen-Lauch-Chilli-Soße) und ermüdet von einem viel zu langen (aber schönen) Kneipenbesuch mit Freunden lande ich um 0:30 Uhr im Bett - um um 7 wieder hellwach zu sein und einen 3-Kilometer-Regenerationslauf einzuschieben.

Tag 2: Nochmal gestärkt mit einem ebenfalls überraschend guten Jugendherbergsfrühstück (inkl. frischer Brötchen am Sonntag) geht es ein zweites Mal auf Tour, diesmal in umgekehrter Richtung. Dank Regenrationslaufs habe ich den Eindruck, sogar besser "drauf" zu sein als am Vortag. Wir verlassen also trabend den Ort, schlagen uns ganz kurz durch den Wald und sind schon bald an jenem Stück, wo ich es am Vortag so schön (und "verbotenerweise") habe laufen lassen. Für mich hätte er es nicht ansagen sollen, aber für alle, die keine Verkehrsschilder lesen, kündigt sie Andreas an: 15 Prozent Gefälle auf etwas mehr als 2 Kilometern, und das, wo einige Leute schon auf dem bereits erwähnten kurzen Single-Trail am Anfang quasi nur gegangen sind.

Ich selbst habe keine große Lust, richtig Tempo zu machen, möchte mir aber auch keine Blöße geben und bin ja außerdem gekommen, um mal wieder "richtig am Berg" zu trainieren. Nur gut, dass mit einem "frischen" Lokalmatador (der am Vortag nicht gelaufen ist), einem Läufer aus Konzen (ich sag' nur: Moschau-Marathon) und einem weiteren erfahrenen Ultramarathoni aus Aachen 3 Leute dabei sind, die sich auch in schwerem Gelände nicht "lumpen lassen". Die ersten Schritte geht es noch ganz gut, dann wird erst die Atmung schwerer, das Herz schlägt bis zum Hals und irgendwann sind auch meine Oberschenkel fest. Doch da ein Indiane keinen Schmerz kennt, kämpfe ich weiter, unterhalte mich Tapfer mit meinen momentanen "Trainingspartnern" und sehne den Anblick des Gefälle-Schildes von hinten herbei - der erst nicht kommt und sich dann als Schein-Erleichterung entpuppt: nach 15 Kilometern Gefälle sind auch darauf folgende leichte Anstiege, zumal auf einer Schotterpiste, kein wirkliches Erholungsprogramm.

Schließlich ist aber auch das überstanden, ich bin froh und stolz und weiß jetzt, was mir (nicht unerwartet ) derzeit noch an spezifischem Training fehlt und trabe mit der wieder aufschließenden Gruppe die verbleibenden Kilometer zum "Decke Tönnes" (der Kapelle). Dumm nur, dass sie in dieser Laufrichtung nicht jenseits, sondern diesseits der Streckenhälfte (bei rund 19,5 Kilometern) liegt und noch dümmer, dass mich jetzt wirklich meine fehlende Nahrungsgrundlage der vergangenen Woche einholt. Eine knappe Banane und ein halber Müsliriegel (von DextroEnergen, habe ich mal irgendwo bekommen, kann ich aber nicht empfehlen!) werden auf Dauer nicht ausreichen, um mich vor dem Hungerast zu bewahren. Ich merke es bereits, als wir die berüchtigten 4 Kilometer des gestrigen Anstiegs heruntertraben - doch das "dicke Ende" sollte mir noch Zeit für Ernährungsexperimente lassen.




Ob es mir nur so vorkam, weiß ich nicht, aber diese zweite Hälfte der Strecke ist, wenn man sie in erschöpftem Zustand und langsam läuft, wirklich nicht sehr abwechslungsreich. Feld- und Wirtschaftswege wechseln sich ab, gelegentlich ein Ort, manchmal bergauf, meist bergab und viel des Wartens auf diejenigen, die weniger gut mithalten können. Nur gut, dass es irgendwann anfängt zu schneien. So sehen die Fotos von denjenigen, die ihre Apparate auch noch ein zweites Mal mitgeschleppt haben, wenigstens spektakulär aus mit den Schneekristallen auf bunten Läufermützen.

Wenn wir auf freies Feld kommen, weht der Wind eisig wie ich es kaum je erlebt habe, und bei unebenem Weg stören die "Vorsicht - Eis"-Rufe die selbstquälerische Harmonie der trottenden Schritte. Nach einer letzten Bergab-Strecke erkenne ich den langen Weg durch den Steinbruch nicht wieder, muss mich von einem Mitläufer an die von mir am Vortag bewunderte schroffe Wand aus bröckelnder Erde erinnern lassen.



Wir haben noch keine 30 Kilometer auf dem Tages-Tacho, und um mich herum beginnt das Laufen einigen offensichtlich schwer zu fallen. Als sei es eine Vorahnung, kann ich ihnen das plötzlich nachfühlen. Nach der spektakulären Steinbruch-Stelle kommt noch eine längere Steigung in einen Ort hinein und dann noch eine auf eine Hochebene mit Wäldchen, das es zu durchqueren gilt. Ich kämpfe, setze einen Schritt vor den anderen, doch irgendetwas ist komisch bei mir.



Noch während ich dem Läufer neben mir, der des Öfteren mit Gehpausen mehr als liebäugelt, ermutigende Worte zuspreche, macht es irgendwie "klick": Ja, es hat mich auch erwischt, ich träume von Besuche in einem chinesischen Büffet-Restaurant und von den Tuc-Crackern auf dem Beifahrersitz meines Autos. Und da ich dieser Köstlichkeiten momentan nicht habhaft werden kann, ringe ich mich dazu durch, einen UltraSports Gel-Pad zu probieren, den ich in Leipzi als Probe bekommen habe. Das Zeug schmeckt wie der Zuckerschaum-Mäusespeck, den ich schon in Kindertage nicht mochte und hat amit außer der Konsistenz vermutlich auch die Ingedienzien gemeinsam. Trotzdem - oder deshalb - scheint es mir einige Minuten später bei ca. Kilometer 38 (auf die Garmin zu schauen, traue ich mich wegen Kälte und Entmutigungsgefahr nicht mehr) wieder besser zu gehen.

Noch einmal durch den kleinen Wald, der den einzigen Streckenabschnitt birgt, der auf jeder Runde doppelt gelaufen wird und schon empfängt uns der kalte Wind der Ebene, aber eher wie ein strenger Vater, der die inzwischen wohl alle ausgelaugten Läufer endlich, endlich zurück in den Schutz der Wohnsiedlung schiebt.

2 Tage, 90 Kilometer, 1740 Höhenmeter und Zeiten von 4:29 und 4:36 Stunden für eine gute Marathonstrecke. Allein, warum hat mir keiner gesagt, dass ich nach "Reset" keine Daten mehr vom Garmin überspielen kann???

Als Belohnung gab es dann noch eine Einkehr bei einem wirklich guten Italiener in Bochum (Gnochi mit Tomaten-Oliven-Soße, Tiramisu, viel Espresso und natürlich Treffen mit Freunden) und leider eine Heimkehr in dichtem Schneetreiben, die mein altes Auto, von dem ic mich am Donnerstag verabschieden muss, noch einmal mit Bravour meisterte. Aber wenigstens haben wir noch schöne Erinnerungsfotos gemacht...

Montag, 29. September 2008

Berlin: Wie's war

Ein anstrengendes Wochenende habe ich bereits hinter mir, denn wie bei so einer Großveranstaltung unvermeidlich, musste die Startnummer für den 35. Berlin-Marathon spätestens am Vortag abgeholt sein. Eine Nacht in fremder Wohnung auf der Luftmatratze schloss sich an, und wie immer hatte ich unruhig geschlafen aus Angst, den Wecker nicht zu hören. (Bei Ultraveranstaltungen mit gemeinsamer Übernachtung entfällt diese Angst, so dass ich dort viel ausgeruhter an den Start gehe.)

Es wimmelt nur so von Läufern:



Doch das alles ist vergessen als wir unter dem strahlend blauen Himmel auf der Straße des 17. Juni stehen. Wir, das sind (gemeldet) über 40.000 Lauf-Verrückte aus aller Herren Länder, aufgereiht, um gleich auf die Strecke durch Berlin geschickt zu werden. Kurz hinter mir, die ich mich ungewohntermaßen in Block F (zwischen 3:35 und 4:00 Stunden) eingereiht habe, macht eine Fitnessstudio-Animateurin mit dem üblichen festgefroreren Lächeln Verrenkungsbewegungen vor. Wie so oft frage ich mich, was daran Sport ist, und von den umstehenden Marathonis macht außer beim Wedeln mit den Armen kaum eine(r) mit.

Dann werden die Berühmtheiten begrüßt, allen voran Haile Gebrselassie, der Vorjahressieger, der in nur etwas mehr als 2 Stunden seinen eigenen Weltrekord eingestellt haben wird. Ein Raunen geht durch die Masse, als sein Name genannt wird. Wo sonst hat ein Freizeitsportler die Chance, gegen einen Weltrekordler anzutreten? Wobei wir später beim Philosophieren auf der Strecke zu dem Ergebnis kommen werden, dass diese Chance rein theoretischer Natur ist.

Wir, das sind ich und Norbert, den ich gleich nach meiner Ankunft im Startblock kennen lerne und der sich für seinen ersten Marathon vorgenommen hat, die 4-Stunden-Marke zu knacken. "Das trifft sich ja gut, ich will aus Krankheitsgründen heute etwas kürzer treten!" und so laufen wir zusammen.

Als wir im Meer der Läufer in einer eleganten Links-Rechts-Kurve die Siegessäule umschlängeln, wird mir zum ersten Mal klar, was ich da tue. Ich habe den Eindruck, unglaublich langsam angetrabt zu sein, doch Norberts Uhr ("5:30 pro Kilometer") belehrt mich bald eines Besseren. Auch hatte ich gedacht, dass mich das viele Slalom-Laufen um die Teilnehmer, die sich mit der Startblock-Wahl doch etwas übernommen haben, nerven würde, aber kein Gedanke daran. Stattdessen lasse ich mich treiben, unterhalte mich über dies und das und genieße die vielen Zuschauer.

Dann lerne ich am ersten Erfrischungspunkt beinahe eine schmerzhafte Lektion: Wer hier nicht schnell, gewandt und mit Überblick agiert, läuft am Wesentlichen vorbei und muss dann weitere 5 Kilometer darben. Das wäre auf meinen nüchternen Magen gar nicht gut gekommen. Auf Höhe der bekannten Haftanstalt Moabit laufen wir erstmals neben dem überfüllten Straßen-Korridor. "Noch weiter nach links möchte ich jetzt aber nicht", sage ich mit einem Blick auf das verriegelte Gebäude, und so traben wir weiter.

Bald kommt der Reichstag wieder in Sicht, und auf der Brücke zwischen Hauptbahnhof und Kanzleramt zeigt sich erstmals das "Fest der Nationen": eine russische Fahne wird am langen Griff geschwenkt, daneben feuern die allgegenwärtigen Dänen klappernd, rufend und Fähnchen wedelnd die zahlreich laufenden Landsleute an.

Doch das Beste kommt noch. In Richtung Friedrichshain gibt es erstmals Musikgruppen - vom einsamen Jazzpianisten in der Morgenkühle bis zu unzähligen Samba-Bands wird an der Strecke alles dabei sein. Bei Kilometer 10 dann wieder nur Wasser - für mich, die ich eben das richtige "Timing", wann ich mich dem Rand zu nähern habe und wo ich genau das finde, was ich benötige (in diesem Fall gesüßten, warmen Tee), noch nicht beherrsche.

Norbert ist unterdessen guter Dinge, wir laufen zwischen 5:20 und 5:30 im Schnitt und ich verspreche, dass wir den Halbmarathon sicher unter 2 Stunden ansteuern. Doch bis dahin laufen wir noch auf baumgesäumten Straßen locker zwischen gut gelaunten Menschenmassen hindurch. Kaum ist die Musik von einer "Station" hinter uns versiegt, tönt bereits die nächste ans Ohr - hier ein persischer Sänger, da Drehorgeln: "sei Tradition - sei multikulti - sei Berlin" könnte ich im Stil der derzeitigen Werbekampagne sagen.

Bei 20,9 Kilometern dann "Timecheck": wir haben 1:58 auf der Uhr und ich erzähle Norbert, dass entgegen allen Gerüchten beim Marathon die zweite Hälfte kürzer sei als die erste. Schließlich müssen wir nur noch nach Hause... Na gut, bin vielleicht nicht die geborene Motivationstrainerin, aber für mich stimmt's in diesem Moment (was ja vielleicht auch daran liegen kann, dass ich ganz andere Distanzen und Tempi gewohnt bin).

Die Straßen sind jetzt zunächst noch einmal richtig eng. Wir haben eine Technik entwickelt, bei der nur einer "links vorbei" oder "durch die Mitte" zu rufen braucht, und schon schlängeln wir uns an den Mitlaufenden vorbei in einen halbwegs freien Raum. Kilometer 25: Verpflegungspunkt und dann Gänsehaut pur. Unter einer eisernen Brücke sind wir ganz eingerahmt von Publikum, und dann dieser Rhythmus: "Bum, bum, bum", immer schneller geht das, kaum einer der Läufer kann die Hände in der gewohnten Form vor dem Körper führen, wir alle klatschen und laufen nach diesem "Bum, Bum", um uns herum das Gefühl, dass die Brücke vibriert. Ich weiß nicht, ob sie's tatsächlich tut, aber am Ende dieser Passage sehen wir, wer für diese wunderbaren "Vibrations" verantwortlich zeichnet: die Gruppe "Trommeln in Berlin" mit ihren (Öl-?)Fässern, im Übrigen eine Ausdruckform, die auch in anderen Städten zunehmend Anhänger findet. (Aber bitte zu gegebenem Anlass!)

Dann der südlichste Punkt der Strecke: Steglitz, Zehlendorf, wunderbare Alleen vor großzügigen Wohnhäusern, alles gesäumt von einem ebenso interessierten wie enthusiastischen Publikum. Das hier ist kein Lauf, es ist ein Volksfest, und wenn ich Norbert nicht hätte, alles würde mit mir durchgehen und ich liefe die nächsten Kilometer ind 5:00. (Danke, Norbert, dass du mich vor dem eigenen Übermut bewahrt hast). So passieren wir Kilometer 30 nach 2:45 Stunden, und Angelika aus Nürnberg, die sich uns zwischenzeitlich angeschlossen hat, meint, sie müsse jetzt "nur noch die 12 in einer Stunde laufen, um unter 4 ins Ziel zu kommen". Rein rechnerisch hat sie natürlich recht, doch während ich für mich persönlich mit dem Gedanken gespielt hätte, mute ich "meinen" Marathon-Neulingen so etwas nicht zu.

Stattdessen fasele ich etwas von: "Wer's bis hierher geschafft hat, kommt auch locker ins Ziel!" Scheinbar bin ich dabei sehr glaubwürdig, denn zumindest Norbert bleibt tapfer an mir dran. Erst später wird er mir gestehen, dass ab Kilometer 34 gar nichts mehr ging bei ihm, aber wie sagt man so schön: "Pain is temporary, pride is forever!"

Tatsächlich habe ich selbst auch einen kleinen Einbruch, als es auf die (von mir immer) ersehnten 32 zugeht. Angelika trifft hier ihre Anfeuer-Freunde aus Nürnberg und ist happy, bekommt dann aber Seitenstiche und muss am Erfrischungspunkt kurz vor der 33 dann länger stehen bleiben, so dass wir sie aus den Augen verlieren.

Der Ku'damm kündigt sich mit Radio-Moderation aus überall verteilten Lautsprechern an. Dazwischen Techno-Samba-Mix und unglaublich viele Menschen. Ich selbst finde es etwas seltsam, dort zu laufen, wo ich sonst shoppen und vielleicht mal zu Mäckes (ja, auch das kommt vor!) gehe. Ich spüre, dass etwas bei Norbert nicht mehr richtig stimmt, unsere Unterhaltung ist monoton geworden beziehungsweise quasi verebbt. Mir selbst wird auch klar, was wir eigentlich gerade zu leisten im Begriff sind, doch fühlt es sich ganz anders an, als wenn man draußen in Wald und Flur allein ist und mit sich selbst, dem Atem und dem nächsten Schritt kämpft. Seltsamerweise wundere ich mich (trotzdem), weshalb einige Leute um mich herum gehen. Schließlich sind es "nur noch 7", davon 2 im Angesicht des Brandenburger Tors, das kann doch nicht so schwer sein, oder?

Dann sind wir an der Gedächtniskirche vorbei. Irgendjemand hatte mir mal erzählt, dass zwischen 38 und 40 in Berlin kaum Zuschauer stehen, doch im Gegenteil drängen diese sich zwischen den erst modernen und dann klassischen Häuserschluchten der Potsdamer Straße so nah an die Läufer, dass der Fluss immer wieder stoppt wie ein Gebirgsbach in einer Klamm - aus dem sich dann auch die, die's noch können, mit einem Spurt befreien.

Kurz hinter der immer noch offeneren Fläche des Potsdamer Platzes dann ein bekannter Haarschopf voraus: Hans-Martin vom Lauftreff wundert sich, dass ich erst jetzt zu ihm Auflaufe. Auf meine kurze Krankheits-Geschichte erwidert er nur "ich auch". Er wird zwar die 4 Stunden heute nicht knacken, dafür werde ich ihn aber wohlbehalten und glücklich auf der Wiese vor dem Reichtag wiedertreffen.

Noch zweieinhalb Kilometer. Für den jetzt doch arg mitgenommen wirkenden Norbert Zeit, meine Brötchenhol-Suggestion auszupacken. Das mache ich immer bei Läufern, die auf den letzten Metern wirklich oder vermeintlich Probleme bekommen: Ihnen von einem kühlen Samstagmorgen erzählen, an dem sie mit ausgeruhten Beinen in den Nachbarort zum Brötchenholen traben. Bei Norbert wirkt es nur noch mittelmäßig. Ich habe den Eindruck, ihn zu nerven und laufe deshalb einige Meter vor ihm her. Dafür ist ein anderer jüngerer Mann beeindruckt: "Dass du hier noch die Puste hast, das alles zu erzählen!" Wissens lächelnd trabe ich meines Weges.

Das sind sie also, die magischen letzten 2. Wir lassen den wunderbaren Gendarmenmarkt mit seinen neoklassizistischen Gebäuden hinter und haben bald zum Prachtboulevard "unter den Linden" unter den Füßen. Die Menschenmenge ist überwältigend. Noch ist die Straße breit, wir passieren den 41. Kilometer und ich lasse mich mitnehmen vom Strom der Tausenden, die ich jetzt vor und neben mir laufen sehe. Es ist alles so einfach. Kein Kampf, keine Selbstmotivation nötig. Und ich spüre die Schritte, die ich vorhin in einer un-bemusikten Minute einmal wahrgenommen habe: klapp, klapp, klapp, klapp, tausende Schritte auf dem Asphalt.

Dann stehen da noch 2 von diesen aufblasbaren Bögen vor uns. Der erste signalisiert "noch 1 Kilometer", der zweite ist, soviel ich entdecken kann, nur Werbung, doch wen interessiert was darauf steht bei seinem Anblick: das lang ersehnte Brandenburger Tor.

Kann ich noch? Ich kann noch. Also trabe ich an. Rechts und links Menschenmassen, im Hintergrund der Steinkoloss der französischen Botschaft am Pariser Platz - und dann bin ich irgendwie hindurch - habe den magischen Moment gar nicht richtig wahrgenommen.

Weit, weit vor mir das Schild "Kilometer 42" und dann peile ich sie an, die Mitte, über der nicht "Ziel" steht wie über den Durchgängen rechts und links, sonder "real" wie der Hauptsponsor. In dem Moment finde ich es cool, dass selbst für uns Langsamtreter noch so viele Leute auf der Tribüne sind, und Norbert spurtet - was ich einem Fortgeschrittenen übel genommen hätte - auf den letzten 5 Metern an mir vorbei. Später wird er mir sagen, dass er einfach unter 3:58 bleiben wollte. Sei's drum. Haben wir geschafft.

Mir geht's gut, ihm weniger, und so holen wir uns Medaille und Warmhalte-Plane ab, die ein bisschen aussieht wie ein cäsarischer Umhang und die für kleinere Leute wie mich viel zu lang ist, so dass mir im Gewühl dauernd andere auf die unvermeidliche Schleppe treten.

Im Tiergarten dann schnell eins der dürftigen Lunchpakete (Schokobrötchen, 2 Mini-Kekse, Banane, aromatisiertes Wasser, was ist daran Läufer-gerecht) gegriffen und nach einigem Überlegen dann doch hingesetzt. Norbert ist happy und total kaputt, wobei er nach eigenem Bekunden noch auf das Runner's High wartet. Ich bin etwas kaputt und habe überhaupt keine Erinnerung an die vergangenen 4 Stunden. Es war sicherlich ein Erlebnis - ein Lauf aber war es in meinen Augen nicht.

Schließlich ins Duschzelt - es gibt tatsächlich heißes Wasser und ich fnde es fanzinierend, mich auf dem nackten Straßenasphalt im Schutze des Zeltes von oben berieseln zu lassen. Bei dem tollen Wetter habe ich eigentlich einfach nur Lust, den Moment noch etwas zu genießen. Das sagen sich wohl auch fast alle anderen Läufer, die die Wiese vor dem Reichtag inzwischen in eine Kolonie au gelben Warmhalte-Planen verwandelt haben. Allerdings denke ich auch an die Umwelt, den Rasen und die Bäume im Tierpark, die von Läufer-Pipi sicherlich nicht weniger eingehen als von dem der Loveparade-Besucher ;-)

Auch den Reichtag und die Wiese davor haben Läufer eingenommen:


Na gut, für solches Philosophieren ist jetzt keine Zeit, schließlich will ich mich noch mit Jassi von "Potato to runner" treffen, die es auch schließlich schafft, mich vor der "verrosteten Skulptur am Kanzleramts-Garten" aufzulesen. Gemeinsam gehen wir etwas trinken mit Blick auf die Spree und ich finde es toll, mal wieder jemanden aus dem Internet live kennen gelernt zu haben. Insofern freue ich mich auch auf das Blogger-zu-Joggern-Treffen, das es vielleicht nächstes Jahr geben wird.

Andenken vom "Kleinen Bloggerinnen-Treffen":



Unterdessen werde ich jetzt erstmal richtig gesund, plane aber schon die nächsten Marathons und werde mich demnächst vielleicht nochmal zur Frage "Event vs. Laufen" äußern.

Samstag, 27. September 2008

"Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin!"

Hallo zusammen,

nach all den Berichten über die unglücklich eingetroffene Krankheit, ein paar selbst gewussten Hausmittelchen und euren Tipps stehe ich jetzt an der Schwelle - und auch wieder auf beiden Beinen. Die Tasche ist gepackt, muss nur noch eine "Merci" kaufen für die Bekannten, die mich freundlicherweise beherbergen...dann geht's los.

Meine Ambitionen habe ich angesichts der Lage jedoch etwas zurückgeschraubt. Ich versuche mal, den ersten HM in 2:00 Stunden zu laufen und entscheide dann, ob es eine 4 oder doch eher eine 4:30 Std. wird. Vielleicht wird's auch noch langsamer, nur kenne ich dafür die Kilometerzeiten gar nicht *ascheaufmeinhaupt* und zweitens glaube ich, dass es jenseits einer bestimmten Dauer auch nicht einfacher wird, einen Marathon durchzustehen.

Auch seltsam ist, dass ich mir jetzt über ganz andere Ausrüstungsgegenstände Gedanken mache. Statt "stört das auch nicht uns ist nicht zu warm" (bei T-Shirt und Halstuch) denke ich jetzt "genügt das, um dich warm zu halten" (angesichts meines zusätzlichen angerauten Tchibo-Laufshirts). Zu Hause bleibt nach langem Überlegen auch die Kamera Denn irgendwie hindert mich das Fotos Machen daran, den Moment zu genießen, statt ihn in eine Konserve für später zu packen. Außerdem denke ich, dass ich immer noch besser die richtigen Worte als den richtigen Betrachtungswinkel finde. Ich werde also berichten - aber in Textform.

Nun freu' ich mich auf Berlin und lasse den Ehrgeiz (Dienstag in der Laufgruppe habe ich noch von 3:30 Std. gesprochen, die ja auch unter normalen Umständen drchaus realistisch sind) zu Hause. Los geht's!