Nach einer recht anstrengenden Woche, in der ich die bisher 60 Trainingskilometer bei nicht zu unterschätzender Hitze meinem beruflichen und "Socializing"-Programm abtrotzen musste, war heute trainingsfrei. Da ich zudem auch schon um 7 Uhr aufwachte, bot sich die einmalige Gelegenheit, Liegengebliebenes im Haushalt zu erledigen und die wichtigsten Bereiche der Wohnung mal wieder in einen Zustand zu versetzen, den auch andere als einladend empfinden würde (ich bekomme ja eigentlich gern Besuch, aber bei dem Chaos...)
Gesagt, getan gönnte ich mir allerdings erst noch einen Spaziergang zum Bäcker und das Anlesen der FAZ. Dann allerdings machte ich mich mit lang nicht gekannter Disziplin an meinem Sauberkeitsproblem zu schaffen. Die allwochendliche Bad-Routine war bald abgespult, Gelegenheit genug, auch noch die Fliesen samt Fugen endlich mal wieder gründlich abzuwaschen.
Dann die Küche. Weil man ja immer mit dem Schlimmsten anfangen soll, nahm ich mir zunächst den Mülleiner zur Brust: mit Zeitungspapier das Gröbste abreiben und dann ab in die Dusche, wo Innen- und Außeneimer je eine gründliche Wäsche zuteil wurde. Dann den Kram unter der Spüle (mein Mülltrennungs-Vorsammel-Reservoir) geordnet und zum Container gebracht. Schließlich kam ich dann zum angenehmeren Teil des Morgens (es gibt beim Putzen/Aufräumen sowas): alles vom und aus dem Küchenschrank geräumt, durchsortiert und Sachen, die ich eh nicht mag und somit auch in den kommenden 20 Jahren nicht verzehren würde, wenn ich sie denn behielte, weggeschmissen. Desgleichen ein Sammelsurium billiger Platsiktüten aus der Supermarkt-Obstabteilung. Nach dem Einräumen und wegbringen zweier kleinerer Mülltüten dann also auch hier: beruhigendes Gefühl des Ordnung-geschafft-Habens.
Was, erst Viertel nach neun? Musste nicht auch...? - Genau, den Kühlschrank habe ich dann auch gleich noch abgestellt, Glasplatte raus, altes Handtuch unten rein. Nur wohin mit der Milch, die ja selbst in der H-Version bei dieser Schwüle vermutlich keine paar Stunden ohne Kühlung gut bleiben würde? Da ich aber gerade beim Aufräumen ein dreiviertel Kilo Milchreis gefunden hatte, lag schließlich auch die Lösung dieses Problems auf der Hand. Also brachte ich die Milch zum Kochen, rührte den Reis ein und hatte dann (mit einigen Unterbrechungen zum Nachgießen von Flüssigkeit) eine Dreiviertelstunde Muße, um meine Zeitung auszulesen und sonstwie anders in den Tag hinein zu träumen.
Blieb nur noch der oblogatorische Besuch beim Discounter, denn so, wie ich meinen Milchreis mache, gehört dazu obligatorisch das vollpürierte Apfelmus, das es nur in diesen Stätten kulinarischer Unkultur so zu kaufen gibt. Also: Rucksack auf, in Aldi rein, Rucksack voll, Rückweg fertig.
Derweil hatte der Milchreis auf der nicht heißen Herdplatte auf mich gewartet, war aber noch gut warm und mit einer Riesenschicht besagten Apfelmuses (dafür zuckere ich die milch-Reis-Masse überhaupt nicht) extrem lecker. Oder lag das vielleicht nur daran, dass ich mich schon so lange auf Milchreis gefreut hatte, selbst kochen sowieso immer die Vorfreude erhöht und eine Läuferin im Training eh alles isst, Hauptsache, es macht satt???
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Samstag, 8. August 2009
Montag, 1. Juni 2009
Zwischen Elan und Erdbeeren
Heute war ich mal wieder laufen, und weil's so schön ist, gleich zweimal. Heute Morgen mit Andreas, meinem "schnellen" Hausmitbewohner, der ab morgen im Urlaub ist und mich in letzter Zeit gern für seine "Regenerationsläufe" (die langsamen nach dem Greif-Trainingsplan) entführt und heute Abend allein einen 15er, den ich erstmal als recht langsamen Lauf geplant hatte, aber dann...
Zwischendurch - es war ja schließlich ein Feiertag, war ich mit meiner Oma essen. Türkisch - oder wie die Besitzer es selbst nennen: anatolisch - beim Tandure. Wenn jemand von euch mal zufällig zur Essenszeit nach Braunschweig kommen sollte: dies gehört zu den Restaurants, die uneingeschränkt zu empfehlen sind. Es steht nicht nur in der Speisekarte, dass alle Gerichte aus frischen Zutaten hergestellt werden - man schmeckt es auch. So haben wir uns dann also anderthalb Stunden den Bacuh vollgeschlagen und an einem wirklich guten türkischen Rosé gelabt. Am Ende gab es für mich noch einen türkischen Mocca und dann - zwei Stunden aufs Sofa, um wie eine Schlaraffin den Rausch auzuschlafen ;-)
Und ob ihr's glaubt oder nicht: Als meine Oma mich schleßlich weckte, hatte ich doch glatt schon wieder Appetit. Ich konnte mich allerdings ganz gut zurückhalten, und fühlte mich nach dem Äquivalent einer Kugel Eis (weil aus der eigenen Kühltruhe geholt) und frischen Erdbeeren aus Mamas Garten schon wieder angenehm elanimiert. Das musste ich nutzen, packte noch schnell ein paar Erdbeeren in eine Tupperschale für später - und fuhr nach Hause.
Oh Schreck, die Reparatur eines Fahrradreifens wartete da ja noch auf mich. Allerdings hatte ich ja diesen selbst flickenden Schlauch gekauft, aus dem man angeblich nur das Loch machende Objekt entfernen, den Reifen aufpumpen und dann einige Kilometer rumfahren müsse, auf dass sich das Problem fast wie von selber löse. Heute Abend ging's, wobei mir der Verdacht kam, dass vielleicht auch nur ein missgünstiger Nachbar die Luft per Ventil Lockerdrehen aus meinem Reifen gelassen haben könnte. Jedenfalls entwich die Luft beim ersten Pumpversuch hörbar aus dem Ventil.
Aber was soll ich mich über solche I... ärgern. Also rein in die Laufschuhe (Nike free barfuß) und rauf auf die Piste. Erst gemächlich, mich dann an meiner Energie freuend und schließlich bewusst ein wenig Dampf ablassend, bewegte ich mich durch Stadt und Landschaft. Endlich an "meinem" See angekommen, hatte ich ein ganz angenehmes Tempo drauf - angenehm genug, um nicht völlig kaputt zu sein und gleichzeitig den schönen Effekt des Quasi-Fliegens erzeugend. Time-Check nach halber Strecke: 37:55 Min. So zügig war ich lange nicht unterwegs!
Doch halt, was kommt denn da? Ein junger Mann, den ich gerade noch leichten Schrittes überholt habe, ebenso leichten Schrittes von hinten? Und dann gleich noch einer? Nicht, dass ich sowas "nicht auf mir sitzen lassen" könnte. Aber die Einladung zum Tempomachen war einfach zu schön. Er zieht an, ich mich, er nochmal, ich an ihm vorbei, werde immer schneller, wobei mich auch das gerade im MP3-Player laufende Lied ("Holiday" von Green Day) noch ein wenig pusht. Ich fliege, habe Spaß am Wetteifern, ohne irgendwie übermäßigen Ehrgeiz oder unbedingten Siegeswillen zu verspüren. Es reicht die aufkommende Gewissheit, "da geht noch was". Und es ging. Am Ende des Sees ist von den Herren nichts mehr zu sehen. Abgehängt? Irgendwie bedaure ich jetzt für die beiden, dass auf meinem Shirt hinten nicht zu sehen ist, was vorn steht: Rennsteig-Supermarathon-Finisher. Das relativiert die Schmach.
Allerdings merke ich kurz darauf, dass ich schon lange nicht mehr so schnell unterwegs war. Ich fühle mich schwach, stolpere zunehmend vor mich hin. Auf dem letzten Kilometer dann: Hungerast. Na gut, macht nichts, bin ja schon wieder in der Siedlung und muss nur sehen, beim Straße überqueren nicht den Überblick zu verlieren. Noch ein Time-Check: 1:14 Min. Auch so schnell war ich lange nicht mehr. Mit allerletzter Kaft gebe ich nochmal Gas, erreiche die imaginäre Ziellinie nach 1:14:20 Min. und freue mich nach dem Erklimmen meiner zweieinhalb Etages nur noch auf eines: Erdbeeren, die ich mir mit kühlem Joghurt zu Gemüte führe. Ach könnt's doch immer so sein!
Zwischendurch - es war ja schließlich ein Feiertag, war ich mit meiner Oma essen. Türkisch - oder wie die Besitzer es selbst nennen: anatolisch - beim Tandure. Wenn jemand von euch mal zufällig zur Essenszeit nach Braunschweig kommen sollte: dies gehört zu den Restaurants, die uneingeschränkt zu empfehlen sind. Es steht nicht nur in der Speisekarte, dass alle Gerichte aus frischen Zutaten hergestellt werden - man schmeckt es auch. So haben wir uns dann also anderthalb Stunden den Bacuh vollgeschlagen und an einem wirklich guten türkischen Rosé gelabt. Am Ende gab es für mich noch einen türkischen Mocca und dann - zwei Stunden aufs Sofa, um wie eine Schlaraffin den Rausch auzuschlafen ;-)
Und ob ihr's glaubt oder nicht: Als meine Oma mich schleßlich weckte, hatte ich doch glatt schon wieder Appetit. Ich konnte mich allerdings ganz gut zurückhalten, und fühlte mich nach dem Äquivalent einer Kugel Eis (weil aus der eigenen Kühltruhe geholt) und frischen Erdbeeren aus Mamas Garten schon wieder angenehm elanimiert. Das musste ich nutzen, packte noch schnell ein paar Erdbeeren in eine Tupperschale für später - und fuhr nach Hause.
Oh Schreck, die Reparatur eines Fahrradreifens wartete da ja noch auf mich. Allerdings hatte ich ja diesen selbst flickenden Schlauch gekauft, aus dem man angeblich nur das Loch machende Objekt entfernen, den Reifen aufpumpen und dann einige Kilometer rumfahren müsse, auf dass sich das Problem fast wie von selber löse. Heute Abend ging's, wobei mir der Verdacht kam, dass vielleicht auch nur ein missgünstiger Nachbar die Luft per Ventil Lockerdrehen aus meinem Reifen gelassen haben könnte. Jedenfalls entwich die Luft beim ersten Pumpversuch hörbar aus dem Ventil.
Aber was soll ich mich über solche I... ärgern. Also rein in die Laufschuhe (Nike free barfuß) und rauf auf die Piste. Erst gemächlich, mich dann an meiner Energie freuend und schließlich bewusst ein wenig Dampf ablassend, bewegte ich mich durch Stadt und Landschaft. Endlich an "meinem" See angekommen, hatte ich ein ganz angenehmes Tempo drauf - angenehm genug, um nicht völlig kaputt zu sein und gleichzeitig den schönen Effekt des Quasi-Fliegens erzeugend. Time-Check nach halber Strecke: 37:55 Min. So zügig war ich lange nicht unterwegs!
Doch halt, was kommt denn da? Ein junger Mann, den ich gerade noch leichten Schrittes überholt habe, ebenso leichten Schrittes von hinten? Und dann gleich noch einer? Nicht, dass ich sowas "nicht auf mir sitzen lassen" könnte. Aber die Einladung zum Tempomachen war einfach zu schön. Er zieht an, ich mich, er nochmal, ich an ihm vorbei, werde immer schneller, wobei mich auch das gerade im MP3-Player laufende Lied ("Holiday" von Green Day) noch ein wenig pusht. Ich fliege, habe Spaß am Wetteifern, ohne irgendwie übermäßigen Ehrgeiz oder unbedingten Siegeswillen zu verspüren. Es reicht die aufkommende Gewissheit, "da geht noch was". Und es ging. Am Ende des Sees ist von den Herren nichts mehr zu sehen. Abgehängt? Irgendwie bedaure ich jetzt für die beiden, dass auf meinem Shirt hinten nicht zu sehen ist, was vorn steht: Rennsteig-Supermarathon-Finisher. Das relativiert die Schmach.
Allerdings merke ich kurz darauf, dass ich schon lange nicht mehr so schnell unterwegs war. Ich fühle mich schwach, stolpere zunehmend vor mich hin. Auf dem letzten Kilometer dann: Hungerast. Na gut, macht nichts, bin ja schon wieder in der Siedlung und muss nur sehen, beim Straße überqueren nicht den Überblick zu verlieren. Noch ein Time-Check: 1:14 Min. Auch so schnell war ich lange nicht mehr. Mit allerletzter Kaft gebe ich nochmal Gas, erreiche die imaginäre Ziellinie nach 1:14:20 Min. und freue mich nach dem Erklimmen meiner zweieinhalb Etages nur noch auf eines: Erdbeeren, die ich mir mit kühlem Joghurt zu Gemüte führe. Ach könnt's doch immer so sein!
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Montag, 2. Februar 2009
Von Aufs und Abs
Am Samstagmorgen um Punkt 5 Uhr ging es los, und endete am ganz frühen Montagmorgen um 0:30 Uhr mit einem todmüden Fall in mein heimisches Bett. Dazwischen: 2 (Ultra-)Marathons (etwas über 43 Kilometer je), 2 anregende Abende mit alten Freunden und eine Nacht in einer gar nicht mal so schrecklichen Jugendherberge.
Aber schön der Reihe nach: Teilgenommen habe ich am Decke Tönnes Quasselultra, einem Gruppenlauf in der Eifel mit angeblich 870 Höhenmetern. Zweck der Übung für mich war, zu diesem frühen Zeitpunkt bereits reichlich Kilometer und auch Steigungen in die Beine zu bekommen, damit es am Rennsteig dann auch wirklich super klappt. Mit dieser "Entschuldigung" ausgerüstet, war es dann auch wirklich kein größeres Problem, den anderen Teilnehmern meine weite Anreise mitsamt Extra-Übernachtung in der Jugendherberge zu erklären. Und los ging's.
Tag1:

Bei eiskaltem Wind verließen wir am Samstagvormittag Euskirchen unmittelbar vom Haus des Organisators Andreas aus. Mir war bereits im windgeschützten Auto so kalt geworden, dass ich beim kurzen Briefing in der Garage am ganzen Körper zitterte und mich beim Loslaufen trotz de Kapuzen von wattierter Jacke und Windbreaker nur schwer davon überzeugen konnte, dass ich den Lauf an jenem Tag durchhalten würde. Nach eine m kurzen Stück Schotter befanden wir uns dann aber in einem Waldstück und nur kurze Zeit später neben einem Steinbruch, der mir so atemberaubend vor Augen führte, wie klein wir als Menschen sind (und mir auch Lust machte, mal wieder "wilder" zu laufen!), dass alle Zweifel quasi "weggewindstillt" waren.
Kur nach Kilometer 10 erreicht sahen wir sogar im nahen Bach einen Reiher, der sich leider bei meinem Versuch eines Fotos zu schnell in die Lüfte schwang, aber allein die Tatsache, dass es dort solche Tiere gibt, sagt vielleicht etwas aus über den Zustand der Natur in der Eifel. So trottete unsere "schnelle" Gruppe vor sich hin durch die Landschaft, Kilometer 10, 15, 20, "Achtung, jetzt 4 Kilometer Aufstieg", warnte uns Andreas und schon ging es los, das Stück zur namensgebenden Kapelle "Decke Tönnes" hochkeuchen. Enttäuschend ist danch die "Ankunft", denn auch wenn die Kapelle rechnerisch der höchste Punkt des Rundkurses ist - statt einer Aussicht gibt es einen Parkplatz nebst Landstraße und den entsprechenden fußlahmen Touristen, die sich vom Auto vor das Kirchlein schleppen und ebenso geräuschvoll verschwinden, wie sich kurze Minuten vorher angekommen waren.

Andreas' Frau Gisela verpflegte unterdessen die teilweise ausgepowerte Läuferherdemit Bananen und Wasser (gemäß der "Vollwertkost"-Philosophie des Organisators, und nach wenigen Minuten ging es auch schon wieder bergab. Nachdem wir die Landstraße hinter uns gelassen hatten, schlängelten sich breite Ziehwege serpentinenartig an den vielen Bergen und Hügeln herunter. Technisch keine große Herausforderung, aber mit einem halben Marathon in den Knochen angenehm genug, um in einen richtigen Tritt zu kommen und voraus zu fühlen wie es ist, wenn man einen Schnitt von 4:45 locker läuft. Mit einem recht schnellen Marathoni aus Münster nutzte ich dann auch die Gunst der Stunde - und wurde am Ende des Ausflugs so jäh zurückgepfiffen, dass mir jede Lust am Laufen für dieses Wochenende verging - und das bei Kilometer 26 am ersten Tag!
Naja, trotten wir also noch ein bisschen vor uns hin, noch ein letzter, auf von Tannennadeln und Laub weich gedämpftem Winter-Waldboden den Berg hinauf, Pause an einem Wegkreuz, von dem aus man quasi den Rest der Strecke erblicken oder zumindest vor dem geistigen Auge erscheinen lassen kann und dann die letzten 6 Kilometer angehen. Im Hinblick auf einen kleinen Single-Trail mahnt uns Andreas, mindestens 2 Meter Abstand zum Vordermann (ach ja, ich war die einzige Frau!) zu halten, und ich freue mich insgeheim, dieses steile Gemsenstück am nächsten Tag hoch laufen zu dürfen.
Dann noch ein kleiner Ort, Fusion mit der "langsamen" Gruppe und 2 Kilometer austraben bis zum Start- und Endpunkt, wo uns Gisela mit leckeren, selbst gebackenen Vollwert-Waffeln und heißem Tee empfängt. Danach verabschiede ich mich schnell und verschwinde in Richtung Jugendherberge Bad Münstereifel, wo ich für den Nebensaison-Sechsbettzimmerpreis ein Einzelzimmer (wenn auch mini) mit moderner Dusche erhalte und bestimmt 20 Minuten unter dem warmen Strahl stehe, bis ich mich dazu durchringen kann, das Wasser auszustellen und mich fertig zu machen für die Überfahrt nach Bonn.
Gestärkt von einem italienischen Essen (Pennette mit leichter Hünchen-Lauch-Chilli-Soße) und ermüdet von einem viel zu langen (aber schönen) Kneipenbesuch mit Freunden lande ich um 0:30 Uhr im Bett - um um 7 wieder hellwach zu sein und einen 3-Kilometer-Regenerationslauf einzuschieben.
Tag 2: Nochmal gestärkt mit einem ebenfalls überraschend guten Jugendherbergsfrühstück (inkl. frischer Brötchen am Sonntag) geht es ein zweites Mal auf Tour, diesmal in umgekehrter Richtung. Dank Regenrationslaufs habe ich den Eindruck, sogar besser "drauf" zu sein als am Vortag. Wir verlassen also trabend den Ort, schlagen uns ganz kurz durch den Wald und sind schon bald an jenem Stück, wo ich es am Vortag so schön (und "verbotenerweise") habe laufen lassen. Für mich hätte er es nicht ansagen sollen, aber für alle, die keine Verkehrsschilder lesen, kündigt sie Andreas an: 15 Prozent Gefälle auf etwas mehr als 2 Kilometern, und das, wo einige Leute schon auf dem bereits erwähnten kurzen Single-Trail am Anfang quasi nur gegangen sind.
Ich selbst habe keine große Lust, richtig Tempo zu machen, möchte mir aber auch keine Blöße geben und bin ja außerdem gekommen, um mal wieder "richtig am Berg" zu trainieren. Nur gut, dass mit einem "frischen" Lokalmatador (der am Vortag nicht gelaufen ist), einem Läufer aus Konzen (ich sag' nur: Moschau-Marathon) und einem weiteren erfahrenen Ultramarathoni aus Aachen 3 Leute dabei sind, die sich auch in schwerem Gelände nicht "lumpen lassen". Die ersten Schritte geht es noch ganz gut, dann wird erst die Atmung schwerer, das Herz schlägt bis zum Hals und irgendwann sind auch meine Oberschenkel fest. Doch da ein Indiane keinen Schmerz kennt, kämpfe ich weiter, unterhalte mich Tapfer mit meinen momentanen "Trainingspartnern" und sehne den Anblick des Gefälle-Schildes von hinten herbei - der erst nicht kommt und sich dann als Schein-Erleichterung entpuppt: nach 15 Kilometern Gefälle sind auch darauf folgende leichte Anstiege, zumal auf einer Schotterpiste, kein wirkliches Erholungsprogramm.
Schließlich ist aber auch das überstanden, ich bin froh und stolz und weiß jetzt, was mir (nicht unerwartet ) derzeit noch an spezifischem Training fehlt und trabe mit der wieder aufschließenden Gruppe die verbleibenden Kilometer zum "Decke Tönnes" (der Kapelle). Dumm nur, dass sie in dieser Laufrichtung nicht jenseits, sondern diesseits der Streckenhälfte (bei rund 19,5 Kilometern) liegt und noch dümmer, dass mich jetzt wirklich meine fehlende Nahrungsgrundlage der vergangenen Woche einholt. Eine knappe Banane und ein halber Müsliriegel (von DextroEnergen, habe ich mal irgendwo bekommen, kann ich aber nicht empfehlen!) werden auf Dauer nicht ausreichen, um mich vor dem Hungerast zu bewahren. Ich merke es bereits, als wir die berüchtigten 4 Kilometer des gestrigen Anstiegs heruntertraben - doch das "dicke Ende" sollte mir noch Zeit für Ernährungsexperimente lassen.

Ob es mir nur so vorkam, weiß ich nicht, aber diese zweite Hälfte der Strecke ist, wenn man sie in erschöpftem Zustand und langsam läuft, wirklich nicht sehr abwechslungsreich. Feld- und Wirtschaftswege wechseln sich ab, gelegentlich ein Ort, manchmal bergauf, meist bergab und viel des Wartens auf diejenigen, die weniger gut mithalten können. Nur gut, dass es irgendwann anfängt zu schneien. So sehen die Fotos von denjenigen, die ihre Apparate auch noch ein zweites Mal mitgeschleppt haben, wenigstens spektakulär aus mit den Schneekristallen auf bunten Läufermützen.
Wenn wir auf freies Feld kommen, weht der Wind eisig wie ich es kaum je erlebt habe, und bei unebenem Weg stören die "Vorsicht - Eis"-Rufe die selbstquälerische Harmonie der trottenden Schritte. Nach einer letzten Bergab-Strecke erkenne ich den langen Weg durch den Steinbruch nicht wieder, muss mich von einem Mitläufer an die von mir am Vortag bewunderte schroffe Wand aus bröckelnder Erde erinnern lassen.

Wir haben noch keine 30 Kilometer auf dem Tages-Tacho, und um mich herum beginnt das Laufen einigen offensichtlich schwer zu fallen. Als sei es eine Vorahnung, kann ich ihnen das plötzlich nachfühlen. Nach der spektakulären Steinbruch-Stelle kommt noch eine längere Steigung in einen Ort hinein und dann noch eine auf eine Hochebene mit Wäldchen, das es zu durchqueren gilt. Ich kämpfe, setze einen Schritt vor den anderen, doch irgendetwas ist komisch bei mir.

Noch während ich dem Läufer neben mir, der des Öfteren mit Gehpausen mehr als liebäugelt, ermutigende Worte zuspreche, macht es irgendwie "klick": Ja, es hat mich auch erwischt, ich träume von Besuche in einem chinesischen Büffet-Restaurant und von den Tuc-Crackern auf dem Beifahrersitz meines Autos. Und da ich dieser Köstlichkeiten momentan nicht habhaft werden kann, ringe ich mich dazu durch, einen UltraSports Gel-Pad zu probieren, den ich in Leipzi als Probe bekommen habe. Das Zeug schmeckt wie der Zuckerschaum-Mäusespeck, den ich schon in Kindertage nicht mochte und hat amit außer der Konsistenz vermutlich auch die Ingedienzien gemeinsam. Trotzdem - oder deshalb - scheint es mir einige Minuten später bei ca. Kilometer 38 (auf die Garmin zu schauen, traue ich mich wegen Kälte und Entmutigungsgefahr nicht mehr) wieder besser zu gehen.
Noch einmal durch den kleinen Wald, der den einzigen Streckenabschnitt birgt, der auf jeder Runde doppelt gelaufen wird und schon empfängt uns der kalte Wind der Ebene, aber eher wie ein strenger Vater, der die inzwischen wohl alle ausgelaugten Läufer endlich, endlich zurück in den Schutz der Wohnsiedlung schiebt.
2 Tage, 90 Kilometer, 1740 Höhenmeter und Zeiten von 4:29 und 4:36 Stunden für eine gute Marathonstrecke. Allein, warum hat mir keiner gesagt, dass ich nach "Reset" keine Daten mehr vom Garmin überspielen kann???
Als Belohnung gab es dann noch eine Einkehr bei einem wirklich guten Italiener in Bochum (Gnochi mit Tomaten-Oliven-Soße, Tiramisu, viel Espresso und natürlich Treffen mit Freunden) und leider eine Heimkehr in dichtem Schneetreiben, die mein altes Auto, von dem ic mich am Donnerstag verabschieden muss, noch einmal mit Bravour meisterte. Aber wenigstens haben wir noch schöne Erinnerungsfotos gemacht...
Aber schön der Reihe nach: Teilgenommen habe ich am Decke Tönnes Quasselultra, einem Gruppenlauf in der Eifel mit angeblich 870 Höhenmetern. Zweck der Übung für mich war, zu diesem frühen Zeitpunkt bereits reichlich Kilometer und auch Steigungen in die Beine zu bekommen, damit es am Rennsteig dann auch wirklich super klappt. Mit dieser "Entschuldigung" ausgerüstet, war es dann auch wirklich kein größeres Problem, den anderen Teilnehmern meine weite Anreise mitsamt Extra-Übernachtung in der Jugendherberge zu erklären. Und los ging's.
Tag1:

Bei eiskaltem Wind verließen wir am Samstagvormittag Euskirchen unmittelbar vom Haus des Organisators Andreas aus. Mir war bereits im windgeschützten Auto so kalt geworden, dass ich beim kurzen Briefing in der Garage am ganzen Körper zitterte und mich beim Loslaufen trotz de Kapuzen von wattierter Jacke und Windbreaker nur schwer davon überzeugen konnte, dass ich den Lauf an jenem Tag durchhalten würde. Nach eine m kurzen Stück Schotter befanden wir uns dann aber in einem Waldstück und nur kurze Zeit später neben einem Steinbruch, der mir so atemberaubend vor Augen führte, wie klein wir als Menschen sind (und mir auch Lust machte, mal wieder "wilder" zu laufen!), dass alle Zweifel quasi "weggewindstillt" waren.
Kur nach Kilometer 10 erreicht sahen wir sogar im nahen Bach einen Reiher, der sich leider bei meinem Versuch eines Fotos zu schnell in die Lüfte schwang, aber allein die Tatsache, dass es dort solche Tiere gibt, sagt vielleicht etwas aus über den Zustand der Natur in der Eifel. So trottete unsere "schnelle" Gruppe vor sich hin durch die Landschaft, Kilometer 10, 15, 20, "Achtung, jetzt 4 Kilometer Aufstieg", warnte uns Andreas und schon ging es los, das Stück zur namensgebenden Kapelle "Decke Tönnes" hochkeuchen. Enttäuschend ist danch die "Ankunft", denn auch wenn die Kapelle rechnerisch der höchste Punkt des Rundkurses ist - statt einer Aussicht gibt es einen Parkplatz nebst Landstraße und den entsprechenden fußlahmen Touristen, die sich vom Auto vor das Kirchlein schleppen und ebenso geräuschvoll verschwinden, wie sich kurze Minuten vorher angekommen waren.

Andreas' Frau Gisela verpflegte unterdessen die teilweise ausgepowerte Läuferherdemit Bananen und Wasser (gemäß der "Vollwertkost"-Philosophie des Organisators, und nach wenigen Minuten ging es auch schon wieder bergab. Nachdem wir die Landstraße hinter uns gelassen hatten, schlängelten sich breite Ziehwege serpentinenartig an den vielen Bergen und Hügeln herunter. Technisch keine große Herausforderung, aber mit einem halben Marathon in den Knochen angenehm genug, um in einen richtigen Tritt zu kommen und voraus zu fühlen wie es ist, wenn man einen Schnitt von 4:45 locker läuft. Mit einem recht schnellen Marathoni aus Münster nutzte ich dann auch die Gunst der Stunde - und wurde am Ende des Ausflugs so jäh zurückgepfiffen, dass mir jede Lust am Laufen für dieses Wochenende verging - und das bei Kilometer 26 am ersten Tag!
Naja, trotten wir also noch ein bisschen vor uns hin, noch ein letzter, auf von Tannennadeln und Laub weich gedämpftem Winter-Waldboden den Berg hinauf, Pause an einem Wegkreuz, von dem aus man quasi den Rest der Strecke erblicken oder zumindest vor dem geistigen Auge erscheinen lassen kann und dann die letzten 6 Kilometer angehen. Im Hinblick auf einen kleinen Single-Trail mahnt uns Andreas, mindestens 2 Meter Abstand zum Vordermann (ach ja, ich war die einzige Frau!) zu halten, und ich freue mich insgeheim, dieses steile Gemsenstück am nächsten Tag hoch laufen zu dürfen.
Dann noch ein kleiner Ort, Fusion mit der "langsamen" Gruppe und 2 Kilometer austraben bis zum Start- und Endpunkt, wo uns Gisela mit leckeren, selbst gebackenen Vollwert-Waffeln und heißem Tee empfängt. Danach verabschiede ich mich schnell und verschwinde in Richtung Jugendherberge Bad Münstereifel, wo ich für den Nebensaison-Sechsbettzimmerpreis ein Einzelzimmer (wenn auch mini) mit moderner Dusche erhalte und bestimmt 20 Minuten unter dem warmen Strahl stehe, bis ich mich dazu durchringen kann, das Wasser auszustellen und mich fertig zu machen für die Überfahrt nach Bonn.
Gestärkt von einem italienischen Essen (Pennette mit leichter Hünchen-Lauch-Chilli-Soße) und ermüdet von einem viel zu langen (aber schönen) Kneipenbesuch mit Freunden lande ich um 0:30 Uhr im Bett - um um 7 wieder hellwach zu sein und einen 3-Kilometer-Regenerationslauf einzuschieben.
Tag 2: Nochmal gestärkt mit einem ebenfalls überraschend guten Jugendherbergsfrühstück (inkl. frischer Brötchen am Sonntag) geht es ein zweites Mal auf Tour, diesmal in umgekehrter Richtung. Dank Regenrationslaufs habe ich den Eindruck, sogar besser "drauf" zu sein als am Vortag. Wir verlassen also trabend den Ort, schlagen uns ganz kurz durch den Wald und sind schon bald an jenem Stück, wo ich es am Vortag so schön (und "verbotenerweise") habe laufen lassen. Für mich hätte er es nicht ansagen sollen, aber für alle, die keine Verkehrsschilder lesen, kündigt sie Andreas an: 15 Prozent Gefälle auf etwas mehr als 2 Kilometern, und das, wo einige Leute schon auf dem bereits erwähnten kurzen Single-Trail am Anfang quasi nur gegangen sind.
Ich selbst habe keine große Lust, richtig Tempo zu machen, möchte mir aber auch keine Blöße geben und bin ja außerdem gekommen, um mal wieder "richtig am Berg" zu trainieren. Nur gut, dass mit einem "frischen" Lokalmatador (der am Vortag nicht gelaufen ist), einem Läufer aus Konzen (ich sag' nur: Moschau-Marathon) und einem weiteren erfahrenen Ultramarathoni aus Aachen 3 Leute dabei sind, die sich auch in schwerem Gelände nicht "lumpen lassen". Die ersten Schritte geht es noch ganz gut, dann wird erst die Atmung schwerer, das Herz schlägt bis zum Hals und irgendwann sind auch meine Oberschenkel fest. Doch da ein Indiane keinen Schmerz kennt, kämpfe ich weiter, unterhalte mich Tapfer mit meinen momentanen "Trainingspartnern" und sehne den Anblick des Gefälle-Schildes von hinten herbei - der erst nicht kommt und sich dann als Schein-Erleichterung entpuppt: nach 15 Kilometern Gefälle sind auch darauf folgende leichte Anstiege, zumal auf einer Schotterpiste, kein wirkliches Erholungsprogramm.
Schließlich ist aber auch das überstanden, ich bin froh und stolz und weiß jetzt, was mir (nicht unerwartet ) derzeit noch an spezifischem Training fehlt und trabe mit der wieder aufschließenden Gruppe die verbleibenden Kilometer zum "Decke Tönnes" (der Kapelle). Dumm nur, dass sie in dieser Laufrichtung nicht jenseits, sondern diesseits der Streckenhälfte (bei rund 19,5 Kilometern) liegt und noch dümmer, dass mich jetzt wirklich meine fehlende Nahrungsgrundlage der vergangenen Woche einholt. Eine knappe Banane und ein halber Müsliriegel (von DextroEnergen, habe ich mal irgendwo bekommen, kann ich aber nicht empfehlen!) werden auf Dauer nicht ausreichen, um mich vor dem Hungerast zu bewahren. Ich merke es bereits, als wir die berüchtigten 4 Kilometer des gestrigen Anstiegs heruntertraben - doch das "dicke Ende" sollte mir noch Zeit für Ernährungsexperimente lassen.

Ob es mir nur so vorkam, weiß ich nicht, aber diese zweite Hälfte der Strecke ist, wenn man sie in erschöpftem Zustand und langsam läuft, wirklich nicht sehr abwechslungsreich. Feld- und Wirtschaftswege wechseln sich ab, gelegentlich ein Ort, manchmal bergauf, meist bergab und viel des Wartens auf diejenigen, die weniger gut mithalten können. Nur gut, dass es irgendwann anfängt zu schneien. So sehen die Fotos von denjenigen, die ihre Apparate auch noch ein zweites Mal mitgeschleppt haben, wenigstens spektakulär aus mit den Schneekristallen auf bunten Läufermützen.
Wenn wir auf freies Feld kommen, weht der Wind eisig wie ich es kaum je erlebt habe, und bei unebenem Weg stören die "Vorsicht - Eis"-Rufe die selbstquälerische Harmonie der trottenden Schritte. Nach einer letzten Bergab-Strecke erkenne ich den langen Weg durch den Steinbruch nicht wieder, muss mich von einem Mitläufer an die von mir am Vortag bewunderte schroffe Wand aus bröckelnder Erde erinnern lassen.

Wir haben noch keine 30 Kilometer auf dem Tages-Tacho, und um mich herum beginnt das Laufen einigen offensichtlich schwer zu fallen. Als sei es eine Vorahnung, kann ich ihnen das plötzlich nachfühlen. Nach der spektakulären Steinbruch-Stelle kommt noch eine längere Steigung in einen Ort hinein und dann noch eine auf eine Hochebene mit Wäldchen, das es zu durchqueren gilt. Ich kämpfe, setze einen Schritt vor den anderen, doch irgendetwas ist komisch bei mir.

Noch während ich dem Läufer neben mir, der des Öfteren mit Gehpausen mehr als liebäugelt, ermutigende Worte zuspreche, macht es irgendwie "klick": Ja, es hat mich auch erwischt, ich träume von Besuche in einem chinesischen Büffet-Restaurant und von den Tuc-Crackern auf dem Beifahrersitz meines Autos. Und da ich dieser Köstlichkeiten momentan nicht habhaft werden kann, ringe ich mich dazu durch, einen UltraSports Gel-Pad zu probieren, den ich in Leipzi als Probe bekommen habe. Das Zeug schmeckt wie der Zuckerschaum-Mäusespeck, den ich schon in Kindertage nicht mochte und hat amit außer der Konsistenz vermutlich auch die Ingedienzien gemeinsam. Trotzdem - oder deshalb - scheint es mir einige Minuten später bei ca. Kilometer 38 (auf die Garmin zu schauen, traue ich mich wegen Kälte und Entmutigungsgefahr nicht mehr) wieder besser zu gehen.
Noch einmal durch den kleinen Wald, der den einzigen Streckenabschnitt birgt, der auf jeder Runde doppelt gelaufen wird und schon empfängt uns der kalte Wind der Ebene, aber eher wie ein strenger Vater, der die inzwischen wohl alle ausgelaugten Läufer endlich, endlich zurück in den Schutz der Wohnsiedlung schiebt.
2 Tage, 90 Kilometer, 1740 Höhenmeter und Zeiten von 4:29 und 4:36 Stunden für eine gute Marathonstrecke. Allein, warum hat mir keiner gesagt, dass ich nach "Reset" keine Daten mehr vom Garmin überspielen kann???
Als Belohnung gab es dann noch eine Einkehr bei einem wirklich guten Italiener in Bochum (Gnochi mit Tomaten-Oliven-Soße, Tiramisu, viel Espresso und natürlich Treffen mit Freunden) und leider eine Heimkehr in dichtem Schneetreiben, die mein altes Auto, von dem ic mich am Donnerstag verabschieden muss, noch einmal mit Bravour meisterte. Aber wenigstens haben wir noch schöne Erinnerungsfotos gemacht...
Montag, 26. Januar 2009
Laufen - Essen - Schlafen
Viel laufen macht viel Spaß - und weniger laufen noch mehr. Seit dem grandiosen 30er am Samstagabend befinde ich mich in einer leichten Tapering-Phase. Diese habe ich auch nötig, denn letzte Woche streikte nicht nur teilweise mein Körper, sondern irgendwann wehren sich auch Kopf und Herz dagegen, alles und wirklich alles wegen des Laufens stehen und liegen zu lassen.
Zu den körperlichen Folgen der Laufbelastung gehörte seit Samstagabend vor allem ein schrecklicher Hunger. Nicht einmal Heißhunger, sondern einfach Hunger und der Wunsch, alle 1-2 Stunden alles zu essen, was nicht niet- und nagelfest ist. Das ging sogar so weit, dass ich um Mitternacht noch einmal aus dem Bett gestiegen bin (in das ich bereits um 22 Uhr geplumpst war), um mich an einer halben Tüte Gummibärchen gütlich zu tun.
Eine zweite Folgeerscheinung war/ist ein fast ebenso exzessives Schlafbedürfnis. Am Sonntag: 8 Uhr aus dem Bett (Hunger), 9.30 Uhr nach Lektüre der restlichen Samstagszeitung wieder rein (von Müdigkeit überwältigt), dann um halb 12 wieder raus (Frühstück fortgesetzt und gleich das Mittagessen angeschlossen). Den Nachmittag habe ich dann mit einem dreistündigen Spaziergang bei herrlichem Winterwetter und tief stehender, unendlich schöner Sonne mit einer Freundin genossen. Einige Hecken piepsten sogar schon wieder vor lauter Vogelstimmen, und ich meine, den Frühling gerochen zu haben (dazwischen Einkehr mit Mohnkuchen und heißer Schokolade in einem niedlichen Café).
Und als ich schließlich um 17.45 Uhr zuhause war? Genau, schlafen bis halb 8 und dann wieder von 22 bis 7 Uhr - wirklich gut und entspannend. Blieb nur noch, mit den Nike free 2 winzige Runden (zusammen rd. 5 Kilometer) durch den Park zu drehen. Auf dem Rückweg habe ich mir dann noch frische Brötchen mitgebracht und bin entspannt in den Tag gestartet wie lange nicht mehr.
Werde das jetzt so ähnlich weitermachen in freudiger Erwartung der 2 Marathons in der Eifel am Wochenende. So schafft man auch 100 pro Woche ;-)
Zu den körperlichen Folgen der Laufbelastung gehörte seit Samstagabend vor allem ein schrecklicher Hunger. Nicht einmal Heißhunger, sondern einfach Hunger und der Wunsch, alle 1-2 Stunden alles zu essen, was nicht niet- und nagelfest ist. Das ging sogar so weit, dass ich um Mitternacht noch einmal aus dem Bett gestiegen bin (in das ich bereits um 22 Uhr geplumpst war), um mich an einer halben Tüte Gummibärchen gütlich zu tun.
Eine zweite Folgeerscheinung war/ist ein fast ebenso exzessives Schlafbedürfnis. Am Sonntag: 8 Uhr aus dem Bett (Hunger), 9.30 Uhr nach Lektüre der restlichen Samstagszeitung wieder rein (von Müdigkeit überwältigt), dann um halb 12 wieder raus (Frühstück fortgesetzt und gleich das Mittagessen angeschlossen). Den Nachmittag habe ich dann mit einem dreistündigen Spaziergang bei herrlichem Winterwetter und tief stehender, unendlich schöner Sonne mit einer Freundin genossen. Einige Hecken piepsten sogar schon wieder vor lauter Vogelstimmen, und ich meine, den Frühling gerochen zu haben (dazwischen Einkehr mit Mohnkuchen und heißer Schokolade in einem niedlichen Café).
Und als ich schließlich um 17.45 Uhr zuhause war? Genau, schlafen bis halb 8 und dann wieder von 22 bis 7 Uhr - wirklich gut und entspannend. Blieb nur noch, mit den Nike free 2 winzige Runden (zusammen rd. 5 Kilometer) durch den Park zu drehen. Auf dem Rückweg habe ich mir dann noch frische Brötchen mitgebracht und bin entspannt in den Tag gestartet wie lange nicht mehr.
Werde das jetzt so ähnlich weitermachen in freudiger Erwartung der 2 Marathons in der Eifel am Wochenende. So schafft man auch 100 pro Woche ;-)
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Montag, 12. Januar 2009
Fast food?
"Der Mensch ist, was er isst." Zumindest fühlt er/sie sich manchmal so. Ich zum Beispiel hatte heute Mittag zwei (sehr leckere) Bratwürste mit Kartoffelsalat. Zwar dachte ich eigentlich, dass auch die schwerste Mahlzeit sich innerhalb der 4 Stunden bis zum Anfang meines Laufes verdaut haben müssen. Dem war dann aber nicht ganz so, so dass ich meinem geplanten "temporeichen" Start in die Woche unter erschwerten Bedingungen hinlegen musste. Zwar hatte ich dieses Mal keine Seitenstiche, aber als Läufer/-innen wisst ihr ja wohl alle, wie es sich anfühlt, wenn man nicht ganz "stromlinienförmig" ist.
Naja, halb so schlimm, denn zusammen mit der durchgängigen Eisdecke auf der Strecke macht das ja zweimal "minus", also "plus". Und nachdem ich mich zur Hälfte um den See gequält und meine wirklich hervorragende Zwischenzeit abgelesen hatte, waren auch die Flügel zurück: "Stell dich doch nicht so an!" Was soll ich sagen, mit 1:08:18 td. auf der 14,7er-Runde so schnell wie nie. Und das, obwohl ich heute Morgen mein Ruhegelübde nicht eingehalten habe und schonmal 5,5 Kilometer ebenfalls übers Eis getappt bin. Also doch "Fast food", dieser Mensa-Fraß.
Dazwischen noch 8 Stunden im Büro und 2 am Schreibtisch für's Studium. Und da sag' noch einer, Sport mache dumm ;-)Aßerdem freu ich mich auf morgen, denn da laufe ich nicht nur langsamer und stressfreier, sondern dank Lauftreff auch mal wieder in Gesellschaft!
Naja, halb so schlimm, denn zusammen mit der durchgängigen Eisdecke auf der Strecke macht das ja zweimal "minus", also "plus". Und nachdem ich mich zur Hälfte um den See gequält und meine wirklich hervorragende Zwischenzeit abgelesen hatte, waren auch die Flügel zurück: "Stell dich doch nicht so an!" Was soll ich sagen, mit 1:08:18 td. auf der 14,7er-Runde so schnell wie nie. Und das, obwohl ich heute Morgen mein Ruhegelübde nicht eingehalten habe und schonmal 5,5 Kilometer ebenfalls übers Eis getappt bin. Also doch "Fast food", dieser Mensa-Fraß.
Dazwischen noch 8 Stunden im Büro und 2 am Schreibtisch für's Studium. Und da sag' noch einer, Sport mache dumm ;-)Aßerdem freu ich mich auf morgen, denn da laufe ich nicht nur langsamer und stressfreier, sondern dank Lauftreff auch mal wieder in Gesellschaft!
Montag, 22. September 2008
Gedopt
"Eigentlich" war heute weder der Tag noch das Wetter für ein genussvolles Lauftraining. Aber wie wir andernorts bereits lernen durften ;-) ist "eigentlich" ohnehin ein schwer entzifferbarer Ausdruck im Zusammenhang mit Ultraläufern.
Also gut, 6.30 Uhr Weckerklingeln, danach genüsslich eine halbe Stunde im Bett herumgedreht und dann nicht ohne Elan mit Fahrrad und trotzdem dickem Mantel zur Arbeit durchgestartet. Da wichtiger Termin mit großem Hof von außerhalb während der Arbeitszeit Schokokekse und außerdem gemeinsames Essen nicht gerade à la Strunz-Diät (dafür aber doppelt lecker).
Irgendwann wegen eines Anfalls von Arbeitseifer viel zu spät dem Büro entflohen, Aufbackbrötchen von der nahen Tanke besorgt und reingeschoben sowie auf ein wichtiges privates Projekt gestürzt, das endlich mal fertg werden musste.
Versüßt habe ich mir sowohl die Arbeit als auch die mindere Brot-Qualität mit einer Schicht echten Heide-Honigs, den ich seinerzeit beim gleichnamigen Marathon in Stüde gewonnen hatte. Überhaupt mein Ein und Alles dieses Naturwunder von den fleißigen Bienchen. Und dann nach getaner Arbeit raus.
Was soll ich sagen: Hatte ich "eigentlich" keine Lust und wollte es ruhig angehen lassen, so flog ich förmlich über meine Haus-Strecke im Park: 29:35 Min., so schnell wie noch nie. Als ich ankam waren die Beine mit eisigem Regen bedeckt, das Baumwoll-Langarmshirt, das ich aus Nostalgie für meinen ersten Marathon von Zeit zu Zeit trage, voll gesogen und bis auf die funktionsbekleideten Oberschenkel hängend.
Dann noch ein etwas größeres Ründchen zum Austraben, dazu die Hymne, die nach besagtem ersten Marathon - einer Hitzeschlacht - bei mir wehrlos adrenalingesättigtem Würmchen auf Endlosschleife im Auto dudelte:
Was soll ich sagen. Danach gab's noch Griebsbrei mit Apfelmus - beides aus der Konserve und beides seeeehr lecker. Demnächst werde ich noch Zimt kaufen und ab dann abends noch länger am Schreibtisch sitzen können nach dem Laufen. Ich weiß, dass man mit diesem Wort in Sportlerkreise vorsichtig sein muss, aber ich fühle mich wirklich "gedopt". Ein Gefühl, so wie fliegen! Von wem war diese Schnulze nochmal?
Also gut, 6.30 Uhr Weckerklingeln, danach genüsslich eine halbe Stunde im Bett herumgedreht und dann nicht ohne Elan mit Fahrrad und trotzdem dickem Mantel zur Arbeit durchgestartet. Da wichtiger Termin mit großem Hof von außerhalb während der Arbeitszeit Schokokekse und außerdem gemeinsames Essen nicht gerade à la Strunz-Diät (dafür aber doppelt lecker).
Irgendwann wegen eines Anfalls von Arbeitseifer viel zu spät dem Büro entflohen, Aufbackbrötchen von der nahen Tanke besorgt und reingeschoben sowie auf ein wichtiges privates Projekt gestürzt, das endlich mal fertg werden musste.
Versüßt habe ich mir sowohl die Arbeit als auch die mindere Brot-Qualität mit einer Schicht echten Heide-Honigs, den ich seinerzeit beim gleichnamigen Marathon in Stüde gewonnen hatte. Überhaupt mein Ein und Alles dieses Naturwunder von den fleißigen Bienchen. Und dann nach getaner Arbeit raus.
Was soll ich sagen: Hatte ich "eigentlich" keine Lust und wollte es ruhig angehen lassen, so flog ich förmlich über meine Haus-Strecke im Park: 29:35 Min., so schnell wie noch nie. Als ich ankam waren die Beine mit eisigem Regen bedeckt, das Baumwoll-Langarmshirt, das ich aus Nostalgie für meinen ersten Marathon von Zeit zu Zeit trage, voll gesogen und bis auf die funktionsbekleideten Oberschenkel hängend.
Dann noch ein etwas größeres Ründchen zum Austraben, dazu die Hymne, die nach besagtem ersten Marathon - einer Hitzeschlacht - bei mir wehrlos adrenalingesättigtem Würmchen auf Endlosschleife im Auto dudelte:
Was soll ich sagen. Danach gab's noch Griebsbrei mit Apfelmus - beides aus der Konserve und beides seeeehr lecker. Demnächst werde ich noch Zimt kaufen und ab dann abends noch länger am Schreibtisch sitzen können nach dem Laufen. Ich weiß, dass man mit diesem Wort in Sportlerkreise vorsichtig sein muss, aber ich fühle mich wirklich "gedopt". Ein Gefühl, so wie fliegen! Von wem war diese Schnulze nochmal?
Mittwoch, 3. September 2008
Für Rosinenhasser
Allen, die mich nicht so genau kennen (und das ist vermutlich die Mehrheit der Leser/-innen von "schultergucken"), sei hiermit gesagt dass ich einer äußerst seltenen, von mir selbst ins Leben gerufenen Verschwörungstheorie anhänge: der Theorie der Rosinen-Mafia. Denn mal ehrlich: Ist euch noch nie aufgefallen, dass der prozentuale Anteil der Rosinen verseuchten Lebensmittel den Anteil der Menschen bei weitem übersteigt, die die unansehnlichen, halb vertrockneten und teilweise schlecht abgestielten Weintrauben mögen? Müsli, Müsliriegel, Müslikekse, Apfelkuchen, Kaiserschmarrn, Studentenfutter, Milchbrötchen (die ohne Rosinen sind immer "aus"), sogar Rosinenschnecken sollen schon mit Rosinen gesichtet worden sein.
Und für diesen unangenehmen Umstand gibt es nur eine plausible Erklärung: meine Theorie. Der Hintergrund ist denkbar einfach. Auf der Welt gibt es eine vermutete Überproduktion an Rosinen, von Rosinenplantagen- und Rosinenfabriken-Besitzern, die zu einfallslos sind, um ihre geschäftlichen Aktivitäten innerhalb einer nicht geschäftsschäfigenden Frist ganz oder teilweise in andere Bereiche zu verlagern. Und weil sie von ihren Rosinen zumindest finanziell nicht leben könnten, wenn sie keiner kauft, bearbeiten sie marketing- und lobbymäßig die Nahrungsmittelindustrie. BWL-erisch ausgedrückt stellt diese die nächste Stufe in der Wertschöpfungskette dar - an deren anderem Ende der Verbraucher sitzt, und sich wundert, weshalb hinten alles nur "mit Rosinen" rauskommt. Und so schafft es die Lobby also, einen gewissen Prozentsatz von Menschen zum Hungern zu zwingen, nämlich genau die Zahl derjenigen, um die der Prozentsatz der Rosinen verseuchten volkswirtschaftlichen Kalorienproduktion den Kalorienbedarf des Rosinen mögenden Bevölkerungsanteils übersteigt.
In reicheren Gegenden und besser betuchten Schichten gibt es dazu sogar noch eine Variante, die für die Nahrungsmittelindustrie ihrerseits wesentlich interessanter und das eigentliche Argument der Rosinen-Lobbyisten für deren Mitspielen sein dürfte: Es lassen sich rosinenfreie Produkte gegen Aufpreis, sozusagen ein Schutzgeld, an die hilflosen Rosinenhasser verkaufen.
Habe ich mich klar ausgedrückt? Wenn nicht, auch nicht schlimm, denn da ich in den letzten Tagen weniger gelaufen bin, dafür aber mehr Zeit zum Nachdenken und noch meh Zeit zur Lösung praktischer Probleme hatte, habe ich ES entdeckt. Da stand es, breit, nicht allzu groß aber genau an der richtigen Stelle auf der Schutzatmosphären verpackten Tüte: "Studentenfutter ohne Rosinen". Ja brat' mir doch einer'n Storch, die Industrie hat's endlich geschnallt und das Ganze auch noch für angemessene 1,49 Euro. Und damit ihr auch was davon habt: Fitness Snack mit Cranberries.
Und für diesen unangenehmen Umstand gibt es nur eine plausible Erklärung: meine Theorie. Der Hintergrund ist denkbar einfach. Auf der Welt gibt es eine vermutete Überproduktion an Rosinen, von Rosinenplantagen- und Rosinenfabriken-Besitzern, die zu einfallslos sind, um ihre geschäftlichen Aktivitäten innerhalb einer nicht geschäftsschäfigenden Frist ganz oder teilweise in andere Bereiche zu verlagern. Und weil sie von ihren Rosinen zumindest finanziell nicht leben könnten, wenn sie keiner kauft, bearbeiten sie marketing- und lobbymäßig die Nahrungsmittelindustrie. BWL-erisch ausgedrückt stellt diese die nächste Stufe in der Wertschöpfungskette dar - an deren anderem Ende der Verbraucher sitzt, und sich wundert, weshalb hinten alles nur "mit Rosinen" rauskommt. Und so schafft es die Lobby also, einen gewissen Prozentsatz von Menschen zum Hungern zu zwingen, nämlich genau die Zahl derjenigen, um die der Prozentsatz der Rosinen verseuchten volkswirtschaftlichen Kalorienproduktion den Kalorienbedarf des Rosinen mögenden Bevölkerungsanteils übersteigt.
In reicheren Gegenden und besser betuchten Schichten gibt es dazu sogar noch eine Variante, die für die Nahrungsmittelindustrie ihrerseits wesentlich interessanter und das eigentliche Argument der Rosinen-Lobbyisten für deren Mitspielen sein dürfte: Es lassen sich rosinenfreie Produkte gegen Aufpreis, sozusagen ein Schutzgeld, an die hilflosen Rosinenhasser verkaufen.
Habe ich mich klar ausgedrückt? Wenn nicht, auch nicht schlimm, denn da ich in den letzten Tagen weniger gelaufen bin, dafür aber mehr Zeit zum Nachdenken und noch meh Zeit zur Lösung praktischer Probleme hatte, habe ich ES entdeckt. Da stand es, breit, nicht allzu groß aber genau an der richtigen Stelle auf der Schutzatmosphären verpackten Tüte: "Studentenfutter ohne Rosinen". Ja brat' mir doch einer'n Storch, die Industrie hat's endlich geschnallt und das Ganze auch noch für angemessene 1,49 Euro. Und damit ihr auch was davon habt: Fitness Snack mit Cranberries.
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