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Sonntag, 1. März 2009

Ist ein anderes Laufen möglich?

Heute war ich mal wieder unterwegs. Dabei hätte ich letzte Woche - eigentlich noch gestern - Stein und Bein schwören können, dass die Lust dazu nie zurückkommt. Zumindest auf die Leichtigkeit warte ich auch immer noch. Aber da es draußen warm war, ich beim Öffnen meines Dachfensters Vogelgezwitscher hörte und das Lernpensum, das ich mir für dieses Wochenende vorgenommen hatte, schon zu einem guten Teil bewältigt war, sagte ich mir: los, raus, probier es.

Die Natur meinte es gut mit mir, und damit ich mich nicht langweilte, hatte ich in weiser Voraussicht mein Handy mit Radio mitgenommen, so dass einmal ein Laufsound an meine Ohren drang, der nicht schon von tausenden Trainingskilometern bekannt und abgenudelt war. So schien das Laufen zumindest anfangs wieder Spaß zu machen - bis ich merkte, wie sehr meine Beinmuskeln immer noch undefinierbar schmerzten. Bei ca. Kilometer 5 hatte ich dann auch schon wieder diese Übelkeit, nicht so schlimm, dass ich mich tatsächlich hätte übergeben können, aber doch so, dass ich dachte, ich hätte eine Lauf-Allergie, der Sport schlüge mir sozusagen auf den Magen.

Wie lange ich wirklich gelaufen bin, weiß ich nicht. Nur, dass es rund 1 Stunde und 2 Minuten gedauert hat. Wegen starken Regens in den letzten Tagen war nämlich die Strecke jeweils an den "Kopfenden" meines Sees überschwemmt, so konnte ich sie nur an einer Seite umlaufen und an der anderen Seite bis zu einem bestimmten Punkt an das Wasser heranlaufen - um dann zurück zu pendeln. So 10 Kilometer werden es wohl gewesen sein, aber das ist jetzt nicht wichtig. Vielleicht ist es eher wichtig, dass ich es nicht weiß, es das Wetter-Schicksal gut mit mir meinte und ich so ohne jeden unterschwelligen Zeit-Ehrgeiz und falschen Leistungsdruck erste Schritte zurück ins Lauf-Leben machen konnte.

Vielleicht laufe ich morgen, vielleicht auch nicht. Wahrscheinlich nicht. Vielleicht ist ein anderes Laufen möglich. Aber sicher nur, wenn es nicht jeden Tag sein muss. Jedenfalls vorerst nicht.

Freitag, 27. Februar 2009

Kurz auftauchen

Seit über einer Woche habe ich nichts von mir hören lassen. Anders, als manche von euch vielleicht vermutet haben, war und bin ich aber leider nicht im Urlaub. Stattdessen ertrinke ich quasi in Arbeit und kommen mir zunehmend grundlegende Zweifel daran, ob ich überhaupt noch laufen soll.

Meine Streckenlängen in den letzten Tagen sind aufschlussreich:
Donnerstag, 19.2.09: 7,2 Kilometer
Samstag, 21.2.09: 8,5 Kilometer
Sonntag, 22.2.09: 75 Kilometer (LüHa FunRun)
Freitag, 27.2.09: 7,2 Kilometer.

Dabei ist es nicht so sehr die Summe, sondern die Schwankungen, die auffallen. Und die einzig und allein der Tatsache eines frühen Meldeschlusses geschuldet sind, so dass ich aus der Sache mit den 75 Kilometern nicht mehr so richtig herauskam.

Nach einer kurzen Nacht (ich war wegen falscher Informiertheit bereits um 4 und nicht erst um 6 am Hamburger Hauptbahnhof) waren die Kilometer jenseits des Marathons denn auch eine Qual, mit Atemproblemen, Überlkeit, Schwarzsein vor Augen und was ihr euch dergleichen mehr von einem überdrehten, kaputten Kreislauf vorstellen könnt.

Nicht nur deshalb habe ich inzwischen überhaupt keine Lust mehr zu laufen. Kostet Geld, kostet Zeit, kostet Mühe, so mein Fazit.

Ich glaube, liebe Lauffreundinnen und -freunde, ich bin dann mal weg! Mit einem lachenden und einem weinenden Auge...

Montag, 16. Februar 2009

Wie ein begossener Pudel


Während ich heute nur so aussah (es hat den ganzen Tag geschnee-regnet und hörte natürlich auch angesichts meiner Abendrunde nicht auf) habe ich mich die ganze letzte Woche auch so gefühlt. Ich hoffe, das erklärt auch, warum ich so lange nichts gebloggt habe: das Gejammer wollte ich euch nun wirklich nicht antun.

Passiert ist eigentlich gar nichts, außer dass ich am Dienstag mit einem langsamen, aber unter äußerst schlechten Wetterbedingungen (Nässe von unten und starker Wind) Lauftreff-Lauf wohl direkt ins Übertraining hineingeraten bin. Jedenfalls hatte ich den ganzen Tag einen unbändigen Hunger gehabt, trat den Lauf mit viel zu vollem Magen an, quälte mich unsäglich für knapp 16 Kilometer in gut anderthalb Stunden - und verging mich im Anschluss zu allem Überfluss nochmal an meinem Kühlschrank.

Im Anchluss daran beschloss ich, mir am darauffolgenden Mittwoch eine Pause zu gönnen, die ich kurz entschlossen (immer noch keine rechte Lauflust und so viel anderes zu tun) auch noch auf den Donnerstag ausdehnte. Am Freitagmorgen dann ein Mini-Läufchen von nicht mal 5 Kilometern, wobei ich mich mit Brötchenholen locken musste, um das nicht auch nóch ausfallen zu lassen.

Bergauf im Sinne von besser ging es dann langsam am Wochenende. Am Samstag haben meine Mutter und ich es endlich geschafft, mit Oma deren Geburtstagsessen nachzuholen. Entsprechend sollte es mittags zum Türken gehen, eines der In-Restaurants hier in der Stadt mit Essen von wirklich formidabler Qualität. Einer gewissen Denke folgende hätte ich mich sicherlich über zirka 30 Kilometer quälen müssen, um mir das zu verdienen. Anstelle dessen entschied ich mich aber für Ausgeglichenheit bei Tisch und den Spaß am Laufen und brachte am Vormittag 12 Kilometer locker und mit wieder erwachendem Spaß hinter mich.

Und obwohl die Gewissheit, dass es mir beim und nach dem Laufen bestimmt besser gehen würde als in jenem Moment davor, gestern eine lange Zeit brauchte, um sich ihren Weg in mein Willenszentrum zu bahnen, schaffte ich es auch am gestrigen Sonntag (bei Tauwetter und daher zu warm angezogen) und heute nach der Arbeit, die 12er-Runde zu absolvieren - heute übrigens in 57:30 Minuten.

Im Rückblick habe ich eine besch... Woche hinter mir, aber viel über mich und mein Laufen gelernt. An erster Stelle steht dabei: "Es muss vor allem Spaß machen!" So war gestern der Forerunner nicht aufgeladen, und heute habe ich ihn mutwillig und bei vollem Bewusstsein weggelassen. Ich brauche nämlich kein Gepiepse, um zu merken, wie ich drauf bin. Noch entsetzter bin ich im Rückblick darüber, dass ich durch das Laufen mit Herzfrequenzmessung beinahe mein Körpergefühl verloren hätte. Mag ja sein, dass ich oft mit >80% HfMax unterwegs bin. Da ich noch lebe, messe ich dem allerdings keine Bedeutung bei. Nach den Läufen mit gemessen niedriger Intensität habe ich mich nämlich nie so richtig wohl gefühlt, und das muss ja wohl oberstes Ziel bleiben.

Und jetzt gelobe ich erstmal Besserung in der Form, NUR noch Spaß beim Laufen haben zu wollen. Wenn das dazu führt, dass nebenbei (und dank unvernünftiger, unwissenschaftlicher Trainingsmethoden) eine kleine Platzierung dabei abfällt, sage ich natürlich nicht nein. Alle Gurus allerdings - die selbst ernannten, die elektronischen und die im Ohr - schicke ich erstmal zum Mond! In diesem Sinne ;-)

Montag, 26. Januar 2009

Laufen - Essen - Schlafen

Viel laufen macht viel Spaß - und weniger laufen noch mehr. Seit dem grandiosen 30er am Samstagabend befinde ich mich in einer leichten Tapering-Phase. Diese habe ich auch nötig, denn letzte Woche streikte nicht nur teilweise mein Körper, sondern irgendwann wehren sich auch Kopf und Herz dagegen, alles und wirklich alles wegen des Laufens stehen und liegen zu lassen.

Zu den körperlichen Folgen der Laufbelastung gehörte seit Samstagabend vor allem ein schrecklicher Hunger. Nicht einmal Heißhunger, sondern einfach Hunger und der Wunsch, alle 1-2 Stunden alles zu essen, was nicht niet- und nagelfest ist. Das ging sogar so weit, dass ich um Mitternacht noch einmal aus dem Bett gestiegen bin (in das ich bereits um 22 Uhr geplumpst war), um mich an einer halben Tüte Gummibärchen gütlich zu tun.

Eine zweite Folgeerscheinung war/ist ein fast ebenso exzessives Schlafbedürfnis. Am Sonntag: 8 Uhr aus dem Bett (Hunger), 9.30 Uhr nach Lektüre der restlichen Samstagszeitung wieder rein (von Müdigkeit überwältigt), dann um halb 12 wieder raus (Frühstück fortgesetzt und gleich das Mittagessen angeschlossen). Den Nachmittag habe ich dann mit einem dreistündigen Spaziergang bei herrlichem Winterwetter und tief stehender, unendlich schöner Sonne mit einer Freundin genossen. Einige Hecken piepsten sogar schon wieder vor lauter Vogelstimmen, und ich meine, den Frühling gerochen zu haben (dazwischen Einkehr mit Mohnkuchen und heißer Schokolade in einem niedlichen Café).

Und als ich schließlich um 17.45 Uhr zuhause war? Genau, schlafen bis halb 8 und dann wieder von 22 bis 7 Uhr - wirklich gut und entspannend. Blieb nur noch, mit den Nike free 2 winzige Runden (zusammen rd. 5 Kilometer) durch den Park zu drehen. Auf dem Rückweg habe ich mir dann noch frische Brötchen mitgebracht und bin entspannt in den Tag gestartet wie lange nicht mehr.

Werde das jetzt so ähnlich weitermachen in freudiger Erwartung der 2 Marathons in der Eifel am Wochenende. So schafft man auch 100 pro Woche ;-)

Mittwoch, 6. August 2008

Die Kunst des Ausruhens

"Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens", formulierte John Steinbeck. Auch für den Sportler, der die Früchte seiner harten Trainingsarbeit ernten möchte, sind Pausen absolut notwendig.

Doch so sehr mein Kopf diesen Wechsel von Belastung und (Über-)Kompensation verinnerlich hat, so sehr setzt sich mein Ehrgeiz, vielleicht auch nur die Ungeduld, darüber hinweg. Um so stolzer bin ich, nach einem kurzen Night-Run am Montagabend und abgespeckter Morgenrunde gestern am heutigen Mittwoch vollständig auf jedes ernsthafte Sporttreiben verzichtet zu haben.

Neben Schokolade und Erdnüssen, nach denen mein Körper nach großen Anstrengungen regelmäßig schreit, gab's zum Ausgleich heute auch mal einen Blick für's Detail: