
Während ich heute nur so aussah (es hat den ganzen Tag geschnee-regnet und hörte natürlich auch angesichts meiner Abendrunde nicht auf) habe ich mich die ganze letzte Woche auch so gefühlt. Ich hoffe, das erklärt auch, warum ich so lange nichts gebloggt habe: das Gejammer wollte ich euch nun wirklich nicht antun.
Passiert ist eigentlich gar nichts, außer dass ich am Dienstag mit einem langsamen, aber unter äußerst schlechten Wetterbedingungen (Nässe von unten und starker Wind) Lauftreff-Lauf wohl direkt ins Übertraining hineingeraten bin. Jedenfalls hatte ich den ganzen Tag einen unbändigen Hunger gehabt, trat den Lauf mit viel zu vollem Magen an, quälte mich unsäglich für knapp 16 Kilometer in gut anderthalb Stunden - und verging mich im Anschluss zu allem Überfluss nochmal an meinem Kühlschrank.
Im Anchluss daran beschloss ich, mir am darauffolgenden Mittwoch eine Pause zu gönnen, die ich kurz entschlossen (immer noch keine rechte Lauflust und so viel anderes zu tun) auch noch auf den Donnerstag ausdehnte. Am Freitagmorgen dann ein Mini-Läufchen von nicht mal 5 Kilometern, wobei ich mich mit Brötchenholen locken musste, um das nicht auch nóch ausfallen zu lassen.
Bergauf im Sinne von besser ging es dann langsam am Wochenende. Am Samstag haben meine Mutter und ich es endlich geschafft, mit Oma deren Geburtstagsessen nachzuholen. Entsprechend sollte es mittags zum Türken gehen, eines der In-Restaurants hier in der Stadt mit Essen von wirklich formidabler Qualität. Einer gewissen Denke folgende hätte ich mich sicherlich über zirka 30 Kilometer quälen müssen, um mir das zu verdienen. Anstelle dessen entschied ich mich aber für Ausgeglichenheit bei Tisch und den Spaß am Laufen und brachte am Vormittag 12 Kilometer locker und mit wieder erwachendem Spaß hinter mich.
Und obwohl die Gewissheit, dass es mir beim und nach dem Laufen bestimmt besser gehen würde als in jenem Moment davor, gestern eine lange Zeit brauchte, um sich ihren Weg in mein Willenszentrum zu bahnen, schaffte ich es auch am gestrigen Sonntag (bei Tauwetter und daher zu warm angezogen) und heute nach der Arbeit, die 12er-Runde zu absolvieren - heute übrigens in 57:30 Minuten.
Im Rückblick habe ich eine besch... Woche hinter mir, aber viel über mich und mein Laufen gelernt. An erster Stelle steht dabei: "Es muss vor allem Spaß machen!" So war gestern der Forerunner nicht aufgeladen, und heute habe ich ihn mutwillig und bei vollem Bewusstsein weggelassen. Ich brauche nämlich kein Gepiepse, um zu merken, wie ich drauf bin. Noch entsetzter bin ich im Rückblick darüber, dass ich durch das Laufen mit Herzfrequenzmessung beinahe mein Körpergefühl verloren hätte. Mag ja sein, dass ich oft mit >80% HfMax unterwegs bin. Da ich noch lebe, messe ich dem allerdings keine Bedeutung bei. Nach den Läufen mit gemessen niedriger Intensität habe ich mich nämlich nie so richtig wohl gefühlt, und das muss ja wohl oberstes Ziel bleiben.
Und jetzt gelobe ich erstmal Besserung in der Form, NUR noch Spaß beim Laufen haben zu wollen. Wenn das dazu führt, dass nebenbei (und dank unvernünftiger, unwissenschaftlicher Trainingsmethoden) eine kleine Platzierung dabei abfällt, sage ich natürlich nicht nein. Alle Gurus allerdings - die selbst ernannten, die elektronischen und die im Ohr - schicke ich erstmal zum Mond! In diesem Sinne ;-)

