Dienstag, 13. Oktober 2009

Noch vor Sonnenaufgang

Man, ist das dunkel. Und kalt auch. Habe ich wohl davon, wenn ich um 5 Uhr bereits "auf der Piste" bin. Es wird für diesen Herbst/Winter wohl einer der wenigen Fälle bleiben. Jedenfalls klingelte mein Wecker heut um 4.30 Uhr. Grund: Laufen wollen und keine Schwäche zeigen. Der Grund, warum das so früh erfolgen musste, war wiederum ein kurzfristig (und etwas übermütig) angenommener beruflicher Termin - um Viertel vor 8 in einem Kaff 10 Kilometer plus von meiner Haustür entfernt.

Als der Wecker klingelt, will ich es erst nicht glauben. Doch einmal aus den Träumen gerissen, ist es dann auch egal. T-Shirt an, warmes Funktionsshirt drüber, und da ich keine Dreiviertelhose besitze, muss die kurze Laufhose heute nochmal herhalten.

Ein Schluck Wasser aus der Flasche neben meinem Bett, Garmin den Satelliten finden lassen und schon bin ich unterwegs. Nur 20 Schritte dauert es, dann bin ich auf der Straßenbrücke und wie immer wach - wach genug um zu laufen zumindest. Die Stadt ist gespenstisch, die Parks erst recht - kein Mensch unterwegs.

Die Nacht ist wirklich finster. Kein Mond und auch noch keine Sonne. Da merke ich nicht nur, wie früh ich unterwegs bin. Als mir die Kälte an den ungeschützten Beinen hochkriecht bis zur Lendenwirbelsäule, die sich natürlich prompt wieder verkrampft, weiß ich auch, dass es Winter wird. Und die Nachttemperaturen knapp über 0, die immer angesagt werden - durch die laufe ich jetzt weil ich ja Hummeln im Hintern habe und laufen will und keine Schwächen zeigen!

Dann das Naturschutzgebiet, der Park, ein paar Steigungen, geschleifte Wallanlagen - je steiler, desto mehr nehme ich sie im Sprint. Hatte ich erwähnt, dass ich mich am Anfang kaputt gefühlt hatte? - Dann brauche ich's jetzt auch nicht mehr zu sagen, denn offenbar bin ich's nicht mehr. Als ich die Haustür erreiche, sieht man noch kaum einen Schein am Horizont (15KM).

Kommentare:

Evchen hat gesagt…

Ich bin ja schon ein Morgenmensch, Frühaufsteher, was auch immer, aber um 5 UHr laufen ist selbst mir (meistens ;-)) zu früh. Erst recht im Dunkeln. Bäh! Und da ich allein die Vorstellung schon grausam finde, hast Du Dir noch mehr Respektpunkte bei mir eingeheimst. Hasde jetzt davon.

Gerd hat gesagt…

Ich hatte echt schon die Befürchtung, dass ich der einzig wirklich Verrückte bin, der Morgens um diese Zeit durch die Gegend rennt! ;-)
Schön das Dich gibt! ;-)

Hannes hat gesagt…

So wie sich dein Bericht liest, scheint sich das frühe Aufstehen gelohnt zu haben. Mensch, richtig schön, ein wenig gespenstisch, kalt, dunkel - herrlich zum Laufen und vor allem zum Wachwerden!

Die Erleberin hat gesagt…

@Evchen:
Danke für die Respektpunkte. Wie in dem Artikel aber schon anklang, habe ich keine wirkliche Wahl gehabt. Und als "Verrückte" muss man dan eben den Kompromiss des frühmorgendlichen Laufens eingehen.

@Gerd:
Du bist nicht allein. Aber du bist ein Teil meiner Inspiration - auch bzgl. Radfahren :-))

@Hannes:
Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. EIne der Sachen, die ich am Laufen schätze, ist, zu Zeiten unterwegs zu sein, zu denen es kaum jemand ist - und an Orten und auf eine Art und Weise...

BRS hat gesagt…

eine kurze Hose bei den Temperaturen ist gewagt. Denn gerade im Winter, der jetzt ja bald kommt, sollte man auf ordentliche Kleidung achten. Die Knie werden es einem schon danken, in dem sie nicht weh tun.
Aber trotzdem eine verrückte Leistung, die auch von mir sein könnte. Als langjährig erfahrene und ebenso begeisterte Läuferin versuche ich auch immer mein fast tägliches Sportprogramm durchzuziehen.
Weiterhin viel Spaß und verletzungsfreie Einheiten. :)