Montag, 12. Oktober 2009

Fleißig gesportelt

...und wenig gebloggt, so die Bilanz der vergangenen fast 2 Wochen. Was war also los in der langen Zeit, die ich euch auf Neuigkeiten habe warten lassen?

Wie angekündigt, habe ich am 3.10. dem fast ausgefallenen Nationalfeiertag (weil an einem Samstag) in Nürnberg am Sport Scheck-Stadtlauf teilgenommen. Einen ausführlichen Bericht über die Qualen, die ich dabei durchlitten habe, findet ihr bei distqueror.

Allerdings hätte ich eine so lange Anreise allein für einen "Halben" nicht in Kauf genommen. So passte es sich ganz gut, dass parallel die MinD-Akademie in der schönen (weil in der alten Burg untergebrachten) Nürnberger Jugendherberge lief. Persönliches Highlight aller Vorträge war Professor Kurt Weis, der über "körperliche grenzen und spirituelle Horizonte" referierte - und dabei einiges aufs Tablett der (halb-)ernsten Wissenschaft brachte, das wir Läuferinnen und Läufer in unserer täglichen sportlichen Praxis erleben. Ein extremsportlich-intellektueller Rausch der Sinne.

Außerdem traf ich mich - weniger als Laufvorbereitung denn als sozialer Event - mit b-l-a-u vom gleichnamigen Blog. Ich hatte das Treffen einige Wochen vorher initiiert, und wir trafen uns schließlich am Freitagabend für eine lockere Runde, startend in der Nürnberger Altstadt und daraufhin einen Teil der HM-Laufstrecke des folgenden Tages abklappernd. Wie immer ein schöne Sache, mal jemanden aus der Blogosphäre persönlich zu treffen!

Nach dem HM war ich mir - "dank" entsprechender Neben- und Nachwirkungen bezüglich Kaputt- und Schlappseins - nicht so sicher, wie das Ende der Saison aussehen sollte. Oder war dieser HM läuferisch gar bereits das Ende des Jahres gewesen? Das Rätsel löste sich in Form eines nun heftig ausbrechenden grippalen Infekts, der mich am vergangenen Montag mit dickem Kopf, Halsschmerzen und leichtem Fieber zu Hause bleiben ließ.

So lange, wie auf der Arbeit vermutet (unser Sekretariats-Mitarbeiter trug mich gleich bis Freitag als "krank" ein), sollte es dann aber glücklicherweise nicht mehr dauern. Wahrscheinlich war das, was am Montag nach Verreise-Stress und Lauf-Vorspannng durchkam, auch nur das dicke Ende von etwas, das ich schon die halbe Vorwoche mit mir herumgeschleppt hatte.

Der Dienstag jedenfalls begann energielgeladen wie selten. Statt mich nach einer viel zu früh begonnenen Nacht um 5 nochmal auf die andere Seite zu drehen, stand ich einfach auf und lief im ruhigen Tempo 20 Kilometer - im Dunkeln aber auf bekannter Laufstrecke.

Am Mittwoch wollte ich meinen neuen Renner (und auch mich) mal richtig auf die Probe stellen, und radelte zu meiner Arbeit nach Hildesheim. Auf Nebenstrecken (also nicht direkt B1, sondern ungefährt parallel dazu etwas südlich) sind das laut Googlemaps 47 Kilometer. Nachdem ich mich auf der morgendlichen Hinfahrt anständig gequält hatte, wurde die Rückfahrt (ich merkte jetzt erst, dass es wohl zuvor unmerklich, aber stetig immer bergauf gegangen sein musste, da ich nun quasi bergab rollte) eine bequeme Feierabendtour und genau das Richtige, um den Kopf frei zu kriegen. Und wisst ihr was? Für kommenden Mittwoch haben sie auch einen "schönen Herbsttag" angesagt".

Am Donnerstag war ich dann mit dem Auto in Hildesheim - aber immerhin abends dort beim Lauftreff. Ziemlich genau 10 Kilometer und ein bisschen Stabilitätsgymnastik. Freitag frei, Samstag 5 Kilometer Chillout vor dem üppigen Frühstücksbüffet im Seminarhotel.

Aber jetzt kommt's: Nicht, dass ich nicht am Samstag zu einer Feier eingeladen gewesen wäre (und in nur einer Stunde Kuchen + Geschenk geregelt bekommen hätte). Dann allerdings ging ich relativ früh (so um 23 Uhr) nach Hause. Geholfen hatte der reichlich eingeplante Schlaf allerdings nichts, so dass ich mich dieses Mal trotz Weckers noch einmal in die Federn zurückwälzte. Dann ging es los. 30 Kilometer in 4:45 Min./KM hatte ich mir vorgenommen. Nach den ersten Schritten beschloss ich, 34 zu laufen. Nach 8 Kilometern traf ich einen neu zugezogenen Läufer, der von mir rasender Wildsau unbedingt etwas über ansässige Lauftreffs wissen wollte. Meine Unfähigkeit, "langsam genug" zu laufen, half das nicht unbedingt ab.

Das Ende der Geschichte war, dass ich mich bis ziemlich genau Kilometer 22 trotz leicht hügeligen Profils deutlich auf bis klar unterm Zeitlimit bewegte - und dann zumindest mental gar nichts mehr ging. Erst machte ich mit mir selbst aus, langsam auf die "26" zuzulaufen, um eine Endbeschleunigung einzubauen, dann wurde es Kilometer 28, und aus einer echten Endbeschleunigung wurden der 29. und 32. Kilometer, die ich in 4:15 und 4:30 respektive lief.

Bei so viel Power bleibt natürlich zu fragen, warum dann zwischendurch nicht zumindest 5:15 drin waren. Ich weiß es nicht, wohl auch ein bisschen die Luft raus zum Saisonende. Beschlossen ist aber inzwischen - denn wonach "riecht" sonst schon ein einsamer 34er am Sonntag - dass ich in 2 Wochen am Braunschweig-Marathon teilnehmen werde. Und dann? - Schluss für jetzt!

Kommentare:

Evchen hat gesagt…

Du bist mir zu schnell.... in mehrerlei Hinsicht. :-P
Den bericht lese ich noch nach bei disqdingens.

Hannes hat gesagt…

"Fleißig gesportelt" fasst das Ganze wirklich gut zusammen. Da scheint die Entscheidung, den Marathon zu laufen, nur sinnvoll. Auch wenn die 34 Kilometer noch ein wenig gequält waren, für mich klingen 34 Kilometer jetzt einfach wieder verdammt weit ;)

Die Erleberin hat gesagt…

@Evchen:
Tippe ich zu schnell? das kannst du doch gar nicht sehen ;-)

@Hannes:
Die 34 waren sowohl weit als auch (relativ) schnell. Das Problem war wohl eher, dass sie zu beginn zu schnell (4:28-4:32) waren...

Evchen hat gesagt…

Sicherlich tippst Du auch noch zu schnell, aber genau, davon krieg ich ja nix mit. ;-)