Montag, 24. August 2009

Anfangs-, Mittel- und Endbeschleunigung

Unter denkbar schlechten Vorzeichen bin ich gestern in meinen wöchentlichen langen Lauf gestartet: am Donnerstag planmäßig trainigsfrei (und froh darüber), am Freitag zu keinem unnötigen Schritt vor die Tür zu bewegen und am Samstag dann zwar aufsteigende Laufform, aber Grill- und Cocktailpartyeinladungen und entsprechend später Gang ins Bett.

Als mein Wecker am Sonntag um 5.30 Uhr klingelt, habe ich das Gefühl, noch gar nicht geschlafen zu haben. Vom offenen Fenster her lockt der Morgen mit seiner Kühle, und so entscheide ich mich dennoch aufzustehen. Laufklamotten an, Kaffee kochen und den neuen mp3-Player mit den besten (und peinlichsten) Motivationshits füllen.

Eigentlich bin ich so früh aufgestanden, weil ich um 10 einen Termin hatte und weder das Lauftraining noch den Termin platzen lassen möchte. Jetzt lasse ich es aber erstmal gemütlich angehen. Der Kaffee weckt die Lebensgeister, und so, wie ich mir die Musik beim Herumschieben von Dateien ausmale, verstärkt sie noch einmal die Vorfreude. Ich spüre, an diesem Tag wird mehr drin sein als ein mühsam erkäpfter 5:45er-Schnitt und mit ganz viel Glück ein kleines bisschen Endbeschleunigung. Und so kommt es auch.

Um 6.34 Uhr bin ich "auf der Piste". Nach einem Kilometer zeigt Garmin 5:20 Minuten an - so schnell war ich mir gar nicht vorgekommen(!), nach dem zweiten 5:12 Minuten und ab dem dritten liege ich imm so um die 5, eher darunter.

Der See liegt ruhig vor mir, auf dem Wasser und in dem hohen Schilfgras steigt Morgennebel auf, und dort, wo ich auf ihn treffe, ist es noch einmal ein bisschen kühler, was mir nach 2 Hitzewochen durchaus nicht unangenehm ist.

Ich laufe und laufe und laufe. Obwohl - so richtig traue ich dem Frieden meiner Form nicht. Als ich dann allerdings nach 14 Kilometern wohlbehalten die beiden steieleren Anstiege auf dem Hinweg gemeistert habe (meine Uhr zeigt 4:45 Minuten für diesen Kilometer) bin ich shon sehr zufrieden.

Auf der Anhöhe weht mir dann ein doch recht starker Wind entgegen. Die nächsten Kilometer werden etwas gemächlicher (5:10 Minuten), dann geht es aber "über die Berge" zurrück, und nach einem 4:39er-Kilometer und 18,5 erlaufenen Tacken lasse ich mir erstmal kühles Nass aus dem Trikgürtel in den Rachen tropfen.

Jetzt also nach Hause. Meine mentale Planung hätte es auch erlaubt, zwischen 19 und 22 oder sogar zwischen 19 und 25 etwas kürzer zu treten, um am Ende noch eine Endbeschleunigung hinzulegen. Bei Kilomterezeiten unter 5 Minuten und noch ziemlich frischen Beinen sehe ich dazu aber keine Notwendigkeit. Das Laufen macht heute richtig Spaß, ich spüre die Energie und laufe dem kleinen Männchen, das auf dem Garmin-Display mein 6:00er-Schnitt-Trainingspartner ist, munter davon.

Bei 25 dann ein winziger Einbruch, aber ich bin schon wieder zurück im Park, stadt- und damit wohnungsnah und befinde mich geistig auf der Zielgeraden genug, um jetzt nicht aus Vorsicht das Tempo zurückschrauben zu müssen. Im Gegenteil, als Garmin bei KM 29 piept, lege ich nochmal richtig einen drauf: letzter Kilometer in 4:37 und Gesamtzeit 2:28 Std. für 30 Kilometer.

Jetzt duschen, Knie (die leider immer noch nach jedem Lauf schmerzen) einsalben und - wieder ab ins Bett ;-(

Jedenfalls kann der Wolfsburg-Marathon jetzt kommen!

Kommentare:

Hannes hat gesagt…

Schmerzende Knie sind immer eine Plage, oh weh. Aber 30 Kilometer in dem Tempo, das kann man sich auf die Stirn schreiben. Hut ab.

Kerstin hat gesagt…

Es wird! Es wird! Wie schoen, dass du wieder Freude am Laufen hast. Hat sich die Geduld und das Trotzdem-Laufen doch ausgezahlt.

Die Erleberin hat gesagt…

Hallo ihr zwei,

die Geduld hat sich definitiv ausgezahlt, Auch heute übe ich mich wieder darin - allerdings in der des Nichtlaufens, damit wieder Freude aufkommt. Morgen früh geht's weiter!

ultraistgut hat gesagt…

Bist ja ganz schön schnell unterwegs, da kann der Marathon ja kommen, pass gut auf auf die Knie,sonst wirst du wieder ganz außer Gefecht gesetzt, und so hoch soll der Preis schließlich auch nicht sein !

Wann ?

viel Glück !

Die Erleberin hat gesagt…

@ultraistgut:
ich versuche, weniger zu laufen, aber das ist ja soooo schwer ;-(
Der Marathon ist am 6.9. (Sonntag) um 10 Uhr in Wolfsburg.