Donnerstag, 27. August 2009

20 Kilometer, einfach so!

Gestern war ich einfach faul. Zuerst kam ich nicht aus dem Bett, dann nicht an meinen Schreibtisch (weil das Bett fast schon wieder rief), dann habe ich trotz bester Vorsätze nichts geschafft und am Ende war nicht mal der fest eingeplante 20-K-Lauf drin.

Mit entsprechender Wut auf meine amngelnde Disziplin im Bauch stellte ich mir heute also den Wecker um 5, um nach 20 abgespulten Kilometern dennoch rechtzeitig das traute Heim und fürderhin mein Büro zu erreichen. Wie war der Erfolg? Nun ja, um 5 bin ich jedenfalls nicht aus dem Bett gesprungen, sondern eher um halb 7 herausgekrochen, um zunächst auf meiner angestammten 15er-Strecke eine Tour im Schneckentempo (~5:45/Km) zu drehen. Dabei merkte ich ziemlich schnell, dass eigentlich alles ging wenn, ja wenn ich nur nicht so wenig getrunken hätte. Jedenfalls taten meine Knie mit zunehmender Laufstrecke immer weniger weh, was ich als Grund genug ansah, meinen schlappen Körper nebst unmotiviertem Geist noch gut 5 Kilometer weiter zu hetzen.

Gesagt, getan. Diese übermütige Aktion beinhaltete als ersten Schritt das Vorbeilaufen an meinem Zuhause mit schweren Beinen, Seitenstichen und irgenwie schwer pumpenden Herzen (bilde ich mir aber wahrscheinlich nur ein und führe es auf den Flüssigkeitsmangel zurück). Nach Unterquerung der Straße neben meinem Wohnhaus ging es dann also noch einmal Richtung anderer See. Kilometer 16 war bald abgehakt, dann kam 18, wurde die 19 überschritten, und es stellte sich ein ungemein entspannendes Gefühl ein, als ich wusste, dass es auf der ausgedachten Runde auch für 20 reichen und ich dann ganz entspannt austrotten können würde.

Und das Beste ist, dass ich damit den für diese Woche zusätzlich vorgenommenen 20er nicht auf morgen verschieben musste, sondern mich stattdessen auf einen Freitag mit zügigem 10er und einen abschließenden 30er am Sonntag freuen kann. So toll kann Überwindung sein. Und so schlimm waren die 20 nun auch wieder nicht ;-(

Kommentare:

Laufmeister hat gesagt…

Tja, der Schweinehund will immer wieder besiegt werden. Das mit dem frühen aufstehen und dann laufen kann ich sehr gut nachvollziehen. Habe es bisher dieses Jahr auch nur einmal geschafft. Aber bei Dir dann gleich 20 km! Respekt.

Weiter so;-)

Grüße

Kay (Laufmeister)

Die Erleberin hat gesagt…

@Laufmeister:
Naja, etwas öfter schaffe ich es schon, und meist wird es dann auch durch einen ganz guten Lauf belohnt. Nur (leider) besteht das Leben ja nicht nur aus Laufen, so dass ich manchmal mit Rücksicht auf andere Verpflchtungen dann doch läuferisch zurückstecke oder eben nicht aufs Ganze (i.S. der maximalen Länge) gehe.

ultraistgut hat gesagt…

Und wo bleibt die Lauflust,wenn es schon an der Disziplin mangelt, solche Probleme habe ich eher nicht, Disziplin brauche ich nicht, ich habe fast immer Lust zum Laufen.

Immerhin - es ist vollbracht, klopfe dir auf die Schulter,aber du hast ja schließlich auch einen Marathon geplant, in den du - wie ich dich einschätze - alles hinein legst, was du hast, gell ?

Die Erleberin hat gesagt…

@ultraistgut:
Naja, Lauflust habe ich im Prinzip schon, nur leider hindern mich "Die Umstände" (mein Lieblings Monster des Alltags daran, ihr so nachzugehen, dass es wirklich von hinten bis vorn Spaß ist. Beim WOB-Marathon habe ich übrigens als angestrebte Zielzeit 3:45 Std. angegeben, also nicht ganz aufs Ganze!

Laufe-Marathon hat gesagt…

Respekt für diese Aktion. Wenn es meine Zeit erlaubt, laufe ich auch sehr gern Früh. Zum Beispiel Sonntags geht es oft zeitig raus mit leeren Magen, ich nenne es immer Wachlaufen.

Die Erleberin hat gesagt…

@Laufe-Marathon:
"Wachlaufen", das werde ich mir merken, weil es mein Gefühl bei solchen Aktionen sehr treffend wiedergibt!

Hannes hat gesagt…

Den Schweinehund hast du diese Mal aber fast im Flug besänftigten können. Nur das frühe Aufstehen fehlt. Das mache ich dann morgen für dich, allerdings leider nicht zum Laufen.

Die Erleberin hat gesagt…

@Hannes:
Nicht nötig, ich bin heute früh auf gewesen - nur nicht zum Laufen ;-)

Cecile hat gesagt…

Bravo! Ich bin das ganze Jahr nur kleinere Distanzen gelaufen und jetzt auf lang zu schalten fehlt mir zu ersten Mal total schwer!! Kopf/Körper schaltet auf stur! Ab 10km habe ich Schmerzen und die Unlust wird enorm! Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer sein würde, wieder rein zu kommen. Aber was mut dat mut! Irgendwann weiß ich, dann wird ja alles wieder klappen!

Die Erleberin hat gesagt…

@Cécile:
Irgendwann wird es wieder, ganz bestimmt. So Unlustphasen hat ja jede/r mal, aber du hast ja mit deinen Triathlons auch schon viel erreicht dieses Jahr und hast damit eine gute Grundlage.

Gerd hat gesagt…

Das sind ja wahre Kämpfe die Du da austrägst! ;-)