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Freitag, 26. Juni 2009

"Lauf in den Tag"

Ich hab's mal wieder getan: 10,32 Kilometer sind zusammen gekommen in gemütlichen 59:04 Minuten - und das bei Dunkelheit und schwülem Nieselwetter. Aber es musste einfach sein, nachdem sich mein erster Arbeitstag nach dem Urlaub leider gar nicht gemütlich anließ. Schlafen hätte ich wahrscheinlich ohnehin nicht können, und beim Schmökern in einem guten Buch wären mr immer wieder irgendwelche Wut oder Verwünschungen hochgekommen.

Und da's hier draußen mit meiner Otto-Normalerbraucher-Kamera auch wirklich nichts zu fotografieren gab, noch einmal Impressionen von Lanzarote:

Eine Seefahrt die ist lustig...


...eine Seefahrt die ist schön,



...und noch manches andre (hier: Stockfisch auf der Leine) seh'n:



Einsamer Strand mit türkisblauem Wasser...

...Häuser am Meer

mit Schneckenhäusern übersäter Sand...

Eine Wüste

...und ein Blick für's Detail:

...glücklicherweise ist die Öde kleiner, als sie scheint!

Samstag, 13. Juni 2009

Ich packe meinen Koffer...

...und was nehme ich mit?

Meine Sonnenbrille, Sonnencrme LSF 30, ein Käppi, Wanderschuhe, einen Bikini, einen Rock, bequeme Sandalen, einen Fotoapparat...

Ja, liebe Leute, ihr habt richtig geraten: DieErleberin verreist außerhalb Deutschlands, dorthin, wo es warm ist, und man die Sonne nicht nur als diejenige Funzel kennt, die für die schmutziggelben, lila gerandeten hellen Flecken in den Wolken verantwortlich ist. Ich bin ganz aus dem Häuschen, denn dieser Urlaub kam ein wenig plötzlich - und ist gleichsam die Erfüllung eines Traumes.

Am Dienstag geht es los, 6 Tage Lanzarote, Hotel in direkter Strandlage, aber auch einen Mietwagen habe ich gleich mitgebucht - schließlich will ich ja die schöne Landschaft auch sehen bzw. dorthin kommen, von wo man sie erwandern kann.

Eine nette Zugabe wird sicherlich ein verbesserter "Teint" sein. Wobei, wenn ich's mir recht überlege, sehe ich schon wegen des öfteren Laufens immer recht gut erholt aus - zum Leid- und Neidwesen meiner sportlich inaktiven Umgebung.

So, jetzt werd' ich mir erstmal 'ne Familienfeier "antun" und dann noch ein paar Kleinigkeiten für die Reise besorgen. Der Countdown läuft :-)))

Sonntag, 3. Mai 2009

Wasserstandsmeldung

"Ich laufe ihn, ich laufe ihn nicht, ich laufe ihn..." So oder ähnlich hört es sich seit Wochen in meinem Kopf an, wenn ich an den Rennsteiglauf denke. Was die Sache nicht gerade erleichtert, ist, dass ich beim Training mit einem etwas seltsamen Problem konfrontiert bin. Ich habe nälich bevor es losgeht immer so wirklich überhaupt gar keine Lust zu laufen; bin ich dann aber auf der Piste, stelle ich wehmütig fest, wie viel Spaß mir das Laufen macht, sobald die lästige Tritt-dich-in-den-H...-Phase erfolgreich überstanden ist.

Allerdings bewahrt mich dies alles nicht vor Rückschlägen, einige davon erwartet, andere aufgrund eigener Schusseligkeit und wieder andere, weil das Leben wohl so spielt. Unter anderem fing nämlich vor 3 Wochen mein Heuschnupfen wieder an. Juckende Nase, brennende Augen, das volle Programm halt. Dagegen helfen dann nur Tabletten, deren einzige Wirkung offenbar darin besteht, mich in einen komatösen Schlaf zu versetzen, während dessen überlanger Dauer mir neben dem Gesichtsjucken auch alle anderen Aspekte des Lebens und der Welt egal sind.

Letzte Wochen Sonntag allerdings hatte ich mich tatsächlich zu einem langen Lauf (>30 Kilometer) aufgerafft und ahnte schon, dass es heiß bzw. schwül werden könnte. Nur reicht eine solche Ahnung bei jemand Dickfälligem wie mir wohl nicht so recht aus, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Und so sah ich vor lauter Dehydrierung jenseits Kilometer 20 schon Sterne - bis mich ein solidarischer Läufer an seiner Wasserflasche trinken ließ, und ich nach geschlagenen 2:45 Stunden doch noch aus eigener Kraft das traute Heim erreichte.

Nach diesem Erlebnis nahm ich mir (mal wieder) fest vor, in der folgenden Woche regelmäßiger und vernünftiger zu trainieren. Das war vergangenen Montag, und vergangenen Montag war es auch, dass ein Berg Arbeit in Form eines Projekts kurzvor der Deadline über mich hereinbrach; als ich dann um 22:45 Uhr aus dem Büro zu Hause war, hängte ich noch schnell einen 10er dran. Was so eine Läuferin ist, lässt sich doch nicht unterkriegen.

Bis gestern war ich dann einige angenehme Tage im Harz, wandern rund um den Brocken. Das war dann (mit einigen Lauf-Einlagen an den felsigsten und steilsten Stücken) Naturerlebnis und Herausforderung ganz nach meinem Geschmack. Am Fuß des Brockens in Schierke traf ich dann auch auf die Absolventen des 2. Braunschweig-Brocken-Laufs(selbsredend bekannte Gesichter), und erfuhr zu meinem großen Glück, dass der Rennsteig ja noch gar nicht nächstes, sondern erst übernächstes Wochenende stattfindet. Also: ich laufe!

Im Laufe der Woche werde ich noch ein paar Fotos von meinen Wanderungen hier einstellen. Der Apparat ist noch im Harz, und kommt dann nach ;-)

Donnerstag, 30. Oktober 2008

In den Tag hinein


Mein Urlaub neigt sich langsam dem Ende zu. Es regnet - manchmal Bindfäden, manchmal dicke Tropfen und während dieses Wetter mich einerseits immer seltsam melancholisch macht ob des unbestimmten Gefühls, keinen Platz zu haben, an den ich mich zurückziehen kannt, pfeift doch der Wind durch alle Ritzen meiner (Neubau!)-Wohnung, und drückt mit Wucht die Frage auf den Plan, wann ich denn endlich mal hier wegziehe.

Wenn ich mir so viele Gedanken mache und Details so sehr wahrnehme, dann nur, weil es mir so unendlich schwerfällt, in den Tag reinzuleben. Vorgestern ist es mir seit langer Zeit mal wieder - um nicht zu sagen überhaupt mal in meinem Leben - gelungen, fast nichts zu tun und das zu genießen. Gestern dann "angenehmer Aktionismus", ich war Abends mit Freunden verabredet und dann hat irgendwie auch der Tag einen Sinn. Aber heute? Wach um halb 8, hatte mir vorgenommen zu laufen, aber war noch nicht wach. Zum Lesen reicht's dann auch nicht und gar was für mein Studium zu tun, hatte ich mir absichtlich "verboten". (Diesen Trick wende ich immer an, wenn ich merke, dass auf einem hohen Level kreativen Schaffens die Luft auszugehen droht; der Reiz des temporären Verbots schürt diese dann so, dass ich vernünftig weiter arbeiten kann.)

Schließlich trat ich nach einigen Tassen Kräutertee und Kaffee abwechselnd dann doch zu einem Regenlauf an; locker war daran gar nichts, mein Atem ging schwer und von meinem Herz hatte ich den Eindruck, es würde meine Brust sprengen, doch langsamer zu laufen hätte ihn gestört, diesen Rhythmus, der einem auch und gerade bei größter Anstrengung zum Schweben verhilft. Danach Müdigkeit; zur Bibliothek; ein hastiges Mittagessen in der Mensa und noch hastiger nach Hause. Ich hatte nämlich bei Amazon Bücher bestellt und wusste, dass sie heute ankommen würden - vorausgesetzt, ich würde geduldig auf den Paketboten warten. Um 14.30 Uhr also selbstgemachte "Bescherung", danach irgendwie wieder müde und jetzt nach dem Lebensmitteleinkauf "Hummeln im Hintern".

Was man doch so alles tut an einem Tag des Nichtstuns. Und wie schwer es mir fällt, einfach in den Tag hinein zu leben.