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Donnerstag, 22. Januar 2009

Eine Woche voller Erleben

Als ich diesen Blog "Schultergucken" nannte und mir selbst das Psudonym "dieErleberin" gab, geschah das auch mit dem Hintergedanken, dass mir das "wirkliche Leben" immer wichtiger sein würde, als das Internet. Entsprechend befürchtete ich auch, zwischen den einzelnen Beiträgen sehr lange Pausen zu machen. Wenn dieser Zustand letztlich nicht eingetreten ist, dann verdankt ihr und verdanken Sie, liebe Leser, euch das selbst. Mit euren anregenden Kommentaren, mahnenden Worten und motivierenden Kommentaren habt ihr mich begleitet und beim Bloggen ebenso wie beim Laufen bei der Stange gehalten. Dafür an dieser Stelle einmal ein herzliches Dankeschön!

Wenn ich mich diese Woche wenig gemeldet habe, dann, weil sie wirklich ereignis- und erlebnisreich war. Ich beschränke mich im Folgenden mit einer Aufzählung der größten, lauf- und freizeitrelevanten Posten:

Training: Dieses Mal habe ich meinen Plan durchgezogen und tatsächlich nach 4 Wochentagen bereits 100 Kilometer "runter". Morgens bin ich jeweils 10, abends 15 Kilometer gelaufen. Als Besonderheit habe ich bei 2 der morgendlichen Läufe die Nike free getragen, und bin bisher sehr zufrieden mit der Anschaffung. Unterdessen bleiben die Streckenverhältnisse unberechenbar, war unsere Runde z.B. am Dienstag mit den Lauftreff-Leuten wieder stärker vereist als am Montag, als ich dort allein unterwegs war. Kleiner Seitenblick zur Form: Heute die 15 Kilometer trotz kleiner Eis-Unterbrechungen und einer Art Hungerast zwischen Kilometer 4 und 6 in 1:11:44 Stunden. Eigentlich locker. Es wird!

Laufschuh-Rückgabe:Diesen Riesen-Wackerstein habe ich am Dienstag zur Post geschleppt und mit dem äußerst komfortablen Retouren-Service von RP sehr einfach aufgeben können (man bekommt den Post-Code für die Rücksendung gleich mitgeliefert und muss nichts bezahlen. Heute habe ich auch die adistar Cushion (unbenutzt) zu Karstadt Sport zurückgetragen. Grund: Ich war mit nicht sicher und ausprobieren ist da nicht drin. Lektion: Kaufe in Zukunft nur in Geschäften mit Möglichkeit zum Testen unter Alltagsbedingungen; oder mega-spontan auf Marathonmessen. Problem: Habe nur noch 3 Paar Laufschuhe, von denen zwei ihre beste Zeit lange hinter sich haben...

Garmin Forerunner 405: Ich habe mich ja lange gegen den Herzfrequenz-Hype gewehrt. Die Möglichkeit, künftig meine Touren per GPS nachzeichnen zu können und ein paar zusätzliche Auswertungen und Trainingsmöglichkeiten ("virtueller Trainingspartner") zu haben, reizte mich denn aber doch. Zudem finde ich mich selbst endlich genug "freaky", um solch ein Teil zu besitzen. Bestellt habe ich es heute durch meine 1. ebay-Auktion ever für etwas über 200 Euro (inkl. Pulsgurt). Kein schlechter Tag für eine schlechte Kauffrau.

Kino: Habe mir gestern nach dem Training die örtliche Premiere von "Operation Walküre" angesehen. Mit von der Partie war mein Trainingspartner Andreas, der seit über einer Woche mit gebrochenem Arm ausharren muss. Der Film ist absolut sehenswert, sowohl, was die historischen Details zum Attentat und der geplanten Machtübernahme angeht, als auch wegen des extrem hohen Spannungsfaktors. Wohl noch nie habe ich im Kino so mitgefiebert. Solltet ihr euch unbedingt angucken. Danach waren wir dann noch in einer Studentenkneipe, und ich aß auf meinen Kino-Kaffee noch ein Lahmacun mit Spinat, frischen Zwiebeln, Tomaten und Salat. Mit der nötigen Bettschwere habe ich mir dann heute "Ausschlafen" bis um 7 gegönnt.

www.ab-ins-bett.de ;-)

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Das alte Jahr beenden, wie das neue anfangen soll

Wenn alles gut geht, wird dieses ein läuferischer Jahreswechsel nach Maß. Eine Feier gibt es natürlich auch heute Abend, gutes Essen, Musik, Tanzen und um Mitternach Sekt zum Anstoßen. Aber dies wird dieses Mal gerahmt sein in ein läuferisches Programm, wie ich es mir selbst zuvor noch nie arrangiert hatte: Heute 30 Kilometer in klirrender, aber sonnenbeglänzter Kälte absolviert und morgen dasselbe.

Dabei lief es heute zunächst überraschend gut (gemessen daran, dass ich einen und 3 Tage zuvor schon jeweils 25 Kilometer hinter mich gebracht hatte. Ich stolperte noch etwas morgenmüde durch die Stadt, legte am See einen Zwischenspurt ein, da mich ein "Kurzstreckenläufer" zu überholen drohte bzw. es einfach kurzerhand tat; so etwas kann ich nie auf mir sitzen lassen. Um dann durch das verschlafene Dorf in die weite Hügellandschaft zu gelangen. Ist man die kleinen, aber langen Steigungen erst einmal hoch, kann wohl nur noch Fliegen ein angemessener Vergleich sein mit dem Gefühl, wenn der Horizont so weit ist und davor Felder unterm Raureif schlummern, derweil die tief stehende Sonne als gelber Ball vom Himmel blendet und den Wald davor zur undurchdringlichen Mauer macht. 1:20 td. hatte ich so zur Hälfte der Strecke auf der Uhr stehen. Sehr gut.

Nur kam dann noch der Rückweg, und was sich bis ca. KM 22 ganz zufriedenstellend anließ, wurde ab da - samt der Entdeckung, dass der Trinkschlauch meines "deuter" eingefroren war - zu einer sehr unangenehmen Partie. Erst Durst, dann Hungerast und das damit einher gehende Gefühl, auf der Stelle zu treten (es war aber nur ein täuschendes Gefühl!), schließlich machte auch noch der Akku meines mp3-Players schlapp. Nun ja, beendete ich den Lauf also quasi "wie der Herr mich gemacht hat" im Kampf gegen mich selbst und ohne technische Hilfsmittel. Als die sub 2:40 Std. möglich schienen, spurtete ich sogar noch einmal 500 Meter. Vergebens: 2:40:27 Std. Und froh und glücklich über Wärme, Trinken und sozusagen "Brunch" zurück in den eigenen vier Wänden.

Nun will ich aber noch einen weiteren Grund meiner Müdigkeit ins Feld führen. Waren gestern im Kino mit meinem Laufpartner, der für heute leider aus beruflichen Gründen absagen musste. Der Film "Willkommen bei den Sch'ti" ist wirklich urkomisch; werde mir in jedem Fall auch die französische Fassung mal auf DVD anschauen.

So, damit verabschiede ich mich endgültig für 2008, und hoffe, morgen Ähnliches bzw. Besseres berichten zu können.

Euch allen einen guten R
U
T
S
C
H
!!!

P.S.: Hab' mich grade auch für den Rennsteig-Supermarathon angemeldet!

Samstag, 6. September 2008

Was geht, wenn's nicht läuft

Das Laufen spielt derzeit keine große Rolle in meinem Leben. Das liegt auch daran, dass es im Moment nicht läuft, auch wenn es mir "danach" immer noch besser geht - wie jetzt gerade.
Jedenfalls war ich gestern mit meinen Mädels in Kino, es gab "Wolke Neun":


Der Film ist definitiv nichts für Blockbuster-gewöhnte Fans einer schöneren, heileren Welt. Im Stil des filmischen Realismus wird die Liebesgeschichte zwischen einer verheirateten 60-jährigen und ihrem noch älteren Gespielen dargestellt. Lange Schnitte, ungeschönte Bildgestaltung und das Spiel mit Überbelichtung und geringer Schärfentiefe lassen das Gezeigte in seiner ganzen Mittelmäßigkeit an den Zuschauer herantreten. Und auch die schleppenden, teilweise bedrückenden Dialoge werden durch die Zentralperspektive eher noch mit einem Ausrufezeichen versehen.

Dabei hat der Film bei aller Dramtaik durchaus komische Momente - die wir beim gestrigen Kinobesuch durch unsere tiefenpsychologisch angehauchten Kommentare noch zu verstärken wussten. Ganz ehrlich: Hätte jemand wie wir vier hinter mir im Kino gesessen, ich hätte wahrscheinlich nach 5 Ermahnungen mit steigender Intensität das Personal zur Hilfe geholt. Doch die Pärchen um uns herum nahmen's mit Humor - und unsere Einwürfe als Teil der Performance. Schließlich bietet es sich doch an, bei einem Ehemann, der seine Frau anschreit "unverarbeiteten Trennungsschmerz" zu diagnostizieren. Und bei dem Vorwurf, sie verhalte sich "dämlich" und "wie ein Kind" "unbewusste Projektion der eigenen Lage". Jedenfalls hatte ich selten im Kino auf so urige Art Spaß - gelobe aber natürlich trotzdem Besserung ;-)

Danach ging's dann zum Altstadtfest, unter einem regentriefenden Baum erst klassisch abrocken und sich dann beim Ska in einer kleineren Menschenschaar Hirn und Gehör umdrehen lassen. Nach der obligatorischen Kettenkarussel-Fahrt und einem Riesen-Softeis (ich hatte aber die "kleine Portion") bestellt fiel ich dann irgendwann satt, selig und fern ab der Vorstellung läuferischer Heldentaten ins Bett. Auch ein Leben!